Bekloppte Regierung in Jerusalem?

Also heute wieder die übliche Reaktion: Auf die Einheitsregierung in Palästina, nein, sorry: in den Palästinensischen Autonomiegebieten, oder nein, nach UN-Entscheidung vielleicht doch schon: Palästina? Also, wie auch immer – nach der Bildung der Einheitsregierung der Palästinenser (jetzt ist es auf alle Fälle pc!), reagierte man in Jerusalem wie üblich: bekloppt. Oder doch nicht? Wie auch immer, soeben wurde die Erlaubnis erteilt 1500 neue Wohneinheiten in … ja, Sie wissen schon… zu bauen. Uff…

Wahrscheinlich wird jetzt von der EU und aus Washington der übliche Kommentar zu hören sein: “Not very helpful”, “…alle einseitigen Schritte unterlassen, die den Friedensprozeß gefährden könnten” (welchen Friedensprozess?) – na egal.

Es ist halt wie immer: Netanjahus Regierung wurstelt weiter, just more of the same… die üblichen Reaktionen, die üblichen Entscheidungen, die üblichen Aktionen: Siedlungen ausbauen, Palästinenser boykottieren, grundsätzlich “Nein” sagen, alles verweigern, nichts geben, aber alles fordern, verlangen, und möglichst lange hinhalten…

Es ist schon ein wenig zum aus-der-Haut-fahren: Die israelische Regierung hat keinerlei Idee, wie sie ihre eigene Erstarrung durchbrechen kann. Es gibt keinerlei Vision für den Frieden, es gibt kein Konzept, absolut nichts.

Lassen wir die Palästinenser mal beiseite, stellen wir mal nicht die Frage, wie “friedenswillig” sie tatsächlich sind, stellen wir nicht die Frage, ob sie überhaupt in der Lage wären, Frieden zu garantieren etc. – lassen wir all das beiseite und schauen uns nur die Impotenz und auch den Widerstand in der israelischen Regierung an.

Denn wie sieht es denn aus: mindestens ein wichtiger Koalitionspartner (haBayit haYehudi) ist gegen einen Palästinenserstaat und will 60% des Westjordanlandes annektieren. Ist also Israel (= israelische Regierung) bereit für die Zwei-Staaten-Lösung? Bibi hat’s 2009 in seiner Bar-Ilan-Rede gesagt. Aber stimmt das? Seine eigene Partei, in der er längst zum “Linksliberalen” mutiert ist (nicht wg. einer Gesinnungsänderung seinerseits, sondern wg. der zunehmenden Radikalisierung innerhalb des Likud), ist ebenfalls gegen eine Zwei-Staaten-Lösung.

Verständlich gewiß die Angst vor territorialen Konzessionen, die das Land zunehmend verteidigungsunfähig machen würden. Gaza, Südlibanon – aus israelischer Sicht waren die beiden Rückzüge militärisch problematisch. Und wie mir erst neulich ein Herr von der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin bestätigte (er hatte einen militärischen Background), wäre die Aufgabe vieler weiterer Gebiete aus strategischer Sicht nicht nur unsinnig, sondern gar lebensgefährlich und kontraproduktiv.

Also kann man Bibi und Co. verstehen? Nein, kann man nicht. Denn hier geht es nicht um die endgültige Lösung, sondern die Schritte dahin. Und da hat Jerusalem in seinem üblichen ideologischen Reflex das eigene Land innerhalb eines Tages noch mehr in die Isolation getrieben, als es vorher schon geraten war. Dieses “Njet” oder besser: “Lo” zur Einheitsregierung war taktisch mehr als dumm: Nicht nur, daß Netanjahu offensichtlich überrascht wurde von der US-amerikanischen Unterstützung dieser Regierung (was einen zweifeln läßt, ob der große “Amerika-Versteher” Netanjahu tatsächlich die USA von heute noch begreift und ob er überhaupt noch gute Berater hat, die ihm wahrheitsgemäß erzählen, wie die Stimmung “da draußen” wirklich ist), also nicht nur diese Fehleinschätzung ist eigentlich eine Katastrophe für Jerusalem, sondern auch die Tatsache, so schnell in die Falle Abbas’ (wie die israelische Presse dies nennt) getappt zu sein. Warum sofort “Nein” sagen? Sag doch einfach erst mal gar nichts. Warte ab. Schau was die andere Seite macht. Lass sie doch kommen. Reagiere doch erst, wenn… usw.

Aber nein, nichts da. Bibi scheint wirklich zu glauben, daß irgendjemanden auf der Welt noch wirklich interessiert, was er denkt oder will. Aber das ist vorbei – eben weil diese Regierung keine Alternativen, sondern immer nur Forderungen hat, weil diese Regierung sich lieber “eingraben” und ausharren will, als irgendwas zu lösen versuchen. Weil diese Regierung hofft, schon bald einen Barak Obama im Weissen Haus zu haben, der möglicherweise dank einer Mehrheit der Republikaner im Kongress und im Senat ab Winter 2014 eine “lame duck” sein wird bis zum Ende seiner Amtszeit.

Nichts also geht weiter in Jerusalem. In Ramallah und Gaza aber macht man forsch weiter und hofft, das Momentum, das eindeutig auf palästinensischer Seite liegt, international nutzen zu können.

Wer recht hat, wer gewinnt… wer weiß… im Augenblick aber sieht es schlecht aus für Israel, das sich allmählich selbst in eine Situation wie einst Südafrika hineinzubugsieren scheint, ganz egal, daß das eine mit dem anderen nicht zu vergleichen ist. Entscheidend ist, daß mehr und mehr Menschen das dennoch so sehen, auch politische Entscheidungsträger. Und da hilft es nichts, daß Australien heute entschieden hat, Ostjerusalem nicht mehr als “besetzt” zu betrachten. Auch Mikronesien ist ein treuer Verbündeter Israels in der UN  – nu schojn würde man auf Jiddisch dazu sagen. Wenn Netanjahu diese Alliierten ausreichen, dann muß er einfach nur so weitermachen wie bisher.

 

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  1. “grundsätzlich “Nein” sagen, alles verweigern, nichts geben, aber alles fordern, verlangen, und möglichst lange hinhalten…”

    Herr Schneider, Sie haben sich bestimmt vertan, kann es sein, dass Sie hier die Palästinenser beschreiben? Wie oft haben die im Laufe der letzten Jahrzehnte “Nein” gesagt?

    Darf ich an die Zeit vor 2 Monaten erinnern?
    Die Palästinenser legten damals einen Forderungskatalog vor. Nur wenn dieser erfüllt werde, seien sie zu einer Verlängerung der Gespräche bereit. Hier die Liste, die von der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma’an veröffentlicht wurde:

    Die Grenzen Palästinas sind identisch mit den Waffenstillstandslinien von 1967. Ost-Jerusalem wird zur Hauptstadt des Palästinenserstaates. Israel entlässt 1200 Häftlinge, darunter die Top-Terroristen Marwan Barghouti und Ahmed Sa’adat. Israel beendet die Blockade des Gazastreifens. Israel stoppt alle Bautätigkeiten im Osten Jerusalems und erlaubt die Wiedereröffnung palästinensischer Einrichtungen, darunter das Orient-Haus. Israels Armee unterlässt sämtliche Einsätze in den von Palästinensern kontrollierten Gebieten. Israel gewährt 15.000 Palästinensern die israelische Staatsbürgerschaft im Rahmen einer Familienzusammenführung.

    Mit anderen Worten: Wir werden verhandeln, aber erst, wenn alles worüber verhandelt werden soll, vorher zu unseren Gunsten entschieden wurde. Vielleicht kann man ja dann noch über das Wetter verhandeln, darüber stand nichts in dem Forderungskatalog.

    • @Lustig: soweit ich weiss ging es ( meiner Meinung nach mit Recht) nur darum, dass Israel den Siedlungsbau einstellt. Es macht wohl keinen Sinn genau das weiter zu tun (nämlich Siedlungsbau), was u.a. Gegenstand der Verhandlungen sein soll. Es sieht ja sonst so aus, als wollte man noch schnell so viel Unrechtmässiges tun wie eben möglich, wohlwissend, dass es später schwierig ist geschaffene Tatsachen wieder rückgängig zu machen. Ansonsten meine ich nicht, dass die anderen von dir aufgeführten Forderungen Bedingung für eine Fortsetzung der Friedengespräche waren.

      Ansonsten räumst du den Palästinensern wohl kein Recht ein Forderungen stellen zu können. Dass Gefangene freigelassen werden war ja eine klare Absprache. Im Übrigen findest du es gar nicht eigenartig, dass etwa 5000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen sitzen, aber kein Israeli in palästinensischen Gefängnissen? Palestinenser sind Terroristen und Israelisches Militär zeichnet sich nicht durch Terrorismus aus? Ohne Terror wäre eine Besetzung gar nicht möglich. Ist die Aufhebung der Blockade des Gaza-Ghettos wirklich eine unmenschlIche Forderung? Die israelische Armee unterlässt alle Einsätze in den von Palästinensern besetzten Gebieten? Ist doch klar! Wer Frieden will, der riegelt nicht eine Bevölkerung von der Aussenwelt ab (Gaza) und überfällt nicht wie ein selbstgerechter Alleinherrscher immer wieder palästinensische Bewohnungen und Dörfer, um Arrestationen vorzunehmen. Man sollte einmal untersuchen, wie dieses ganze krankhafte System von gezielten und darüber hinaus täglichen Festnahmen überhaupt funktioniert. Totalitärstaaten können das auch. Was ist menschlicher, Familien zusammenzuführen, damit sie zusammen leben können, oder wennn es sich um einen palästinensischen Partner handelt, auf keinen Fall die Aufenthaltserlaubnis zu gewähren? Im Grunde aber ging es vornehmlich um den Siedlungslbau. Das ist bestimmt keine unangemessene Forderung. Aber die israelische Regierung ist kaum an einem wirklichen Frieden interessiert, da Israel dann nicht länger schalten und walten könnte, wie es heute nach eigenem Gutdünken geschieht.

  2. Sie zweifeln an Israels Bereitschaft zum Frieden. Und Sie urteilen sehr hart.
    Kein Wort dazu, dass ein Terrorregime (diesen Bullshit haben wir westliche Nationen schliesslich erfunden, und darauf basieren wir unser komplettes totalitäres System, alternativlos zudem) – und hier zurecht so genannt – die neue (nicht legitimierte) Regierung bilden soll, angeführt von einem nicht-gewählten terroristen, der zumindest klar in seiner Charta und in seinen reden (vor Muslims) zur völligen Auslöschung Israels aufruft!

  3. richard, mit diesem post bist du weit ueber das ziel hinausgeschossen. ich meine, gibt es in israel wirklich nichts, ausser der haaretz zeitung zu lesen? dermassen linke ansichten und linke schreckensfantasien in so einem ton verbreitet sonst keiner.

    “Wahrscheinlich wird jetzt von der EU und aus Washington der übliche Kommentar zu hören sein: “Not very helpful”,”

    so what?

    “Siedlungen ausbauen, Palästinenser boykottieren,”

    wieso nicht? was kann man sonst tun? die “freunde” um ein gutes rat fragen?

    “Lassen wir die Palästinenser mal beiseite, stellen wir mal nicht die Frage, wie “friedenswillig” sie tatsächlich sind, stellen wir nicht die Frage, ob sie überhaupt in der Lage wären, Frieden zu garantieren etc. – lassen wir all das beiseite und schauen uns nur die Impotenz und auch den Widerstand in der israelischen Regierung an.”

    und am besten lasst uns die beiden augen ausstechen, denn nur so kann man irgendwelche impotenz halluzinieren.

    “Denn wie sieht es denn aus: mindestens ein wichtiger Koalitionspartner (haBayit haYehudi) ist gegen einen Palästinenserstaat und will 60% des Westjordanlandes annektieren”

    was spielt es fuer eine rolle, wenn der palaestinenserstaat ueberhaupt nicht in sicht ist. sogar livni, welche uns allen versprochen hat, frieden mit palaestinenser zu schliessen, sollte man ihr “etwas zeit geben um mit abas unter vier augen zu reden”, musste zugeben, dass abas sich weigert frieden zu schliessen. was wollt ihr dann von benett? einfach nur peinlich…

    “Und wie mir erst neulich ein Herr von der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin bestätigte (er hatte einen militärischen Background), wäre die Aufgabe vieler weiterer Gebiete aus strategischer Sicht nicht nur unsinnig, sondern gar lebensgefährlich und kontraproduktiv.”

    na so was… wenn es die israelsichen experten sagen, interessiert es dich nicht, aber ein deutscher sicherheitsexperte… wow…

    “Und da hat Jerusalem in seinem üblichen ideologischen Reflex das eigene Land innerhalb eines Tages noch mehr in die Isolation getrieben,”

    diese isolation existiert nur im kopf manche israelhasser und linker, dessen realitaet von ihrer gesinnung vorgeschrieben wird. israel ist nicht isoliert. weder auf politischer noch auf wirtschaftlichen ebene. die situation ist viel besser als vor 60, 50 oder 40 jahren, als nicht mal dtl. bereit war israel waffen zu liefern.

    “Seine eigene Partei, in der er längst zum “Linksliberalen” mutiert ist (nicht wg. einer Gesinnungsänderung seinerseits, sondern wg. der zunehmenden Radikalisierung innerhalb des Likud), ist ebenfalls gegen eine Zwei-Staaten-Lösung.”

    das stimmt nicht. bibi mit seinen zugestaendnissen steht viel linker als izhak rabin. denn rabin, hat nicht von einem palaestinenserstaat gesprochen, wie es der bibi tut.

    “Warum sofort “Nein” sagen? Sag doch einfach erst mal gar nichts. Warte ab. Schau was die andere Seite macht. Lass sie doch kommen. Reagiere doch erst, wenn… usw.”

    auf hebraisch heisst es “chacham balaila”, was so viel heisst im nachhinein kluger zu sein. denn haette bibi geschwiegen, wuerden andere regierungen, es als ein “ja” verstehen und mit dieser terrorregierung zusammenzuarbeiten. und wuerde sich israel danach beschweren, wuerde es heissen, dass israel doch selbst schweigend zugestimmt hat. oder nicht? aber es ist viel einfacher den bibi zu kritisieren.

    “Aber nein, nichts da. Bibi scheint wirklich zu glauben, daß irgendjemanden auf der Welt noch wirklich interessiert, was er denkt oder will.”

    nein, aber nicht weil es bibi ist, sondern weil alle muede von dem staendigen gerede von dem konflikt sind. niemanden interessiert es – keiner hat mehr bock darauf.

    “Aber das ist vorbei – eben weil diese Regierung keine Alternativen, sondern immer nur Forderungen hat, weil diese Regierung sich lieber “eingraben” und ausharren will, als irgendwas zu lösen versuchen.”

    muss ich hier auch, so tun, wie du es weiter oben verlangt hast, als ob die palaestinenser rein gar nichts damit zu tun haben?

    Und da hilft es nichts, daß Australien heute entschieden hat, Ostjerusalem nicht mehr als “besetzt” zu betrachten. Auch Mikronesien ist ein treuer Verbündeter Israels in der UN – nu schojn würde man auf Jiddisch dazu sagen. Wenn Netanjahu diese Alliierten ausreichen, dann muß er einfach nur so weitermachen wie bisher.”

    meine jiddisch sprechende grosseltern waeren da ganz anderer meinung… aber wie waere es zu erwaehnen, dass israel viele weitere verbuendete hat, wie indien oder kanada. und was ist mit china und taiwan oder suedkorea? ausserdem muss man wirklich keine ahnung vom der geopolitik haben um zu glauben, dass es einen riss zwischen israel und usa geben wird.

  4. Genau so ist es. Livni hat das auch schon gesagt.
    Israel reitet sich immer tiefer in den Dreck und verliert seine Freunde.

    Da hilft es auch nicht, wenn Likud in Holland protestiert, weil es in Eindhoven eine Jerusalem- und Tiberiasstraße gibt und die Namenschilder sagen “Stadt in Palestina”.

  5. Natürlich will Herr Schneider hier im Hinterstübchen einmal wieder mit seiner eigenen Fehleinschätzung provozieren…

    Ministerpräsident Netanjahus Reaktion auf die palästinensische Einheitsregierung war zwar gewohnt hölzern und ungelenk. Auch der Weiterbau-Reflex ist altbekannt.

    Hätte er wohl Beifall klatschen und mit den palästinensischen Partnern auf gute Zusammenarbeit anstossen sollen??

    Gibt es eine andere Antwort als Weiterbauen und die eigene Position manifestieren?

    Es ist auch nicht so, dass Fantasie und Friedens-Visionen in der israelischen Politik Mangelware wären! Es fehlt einzig an einer einheitlichen Sicht der Dinge, die alle gemeinsam vertreten würden.

    Die Idee, das C-Gebiet zu annektieren, klingt zwar böse! böse! nach „Anschluss“, aber de facto wäre dies kein ganz so sensationeller Schritt, da das C-Gebiet praktisch bereits Teil von Israel ist. Es würde lediglich weiteres Entsetzen in der Weltöffentlicheit hervorrufen, da man doch gerne glaubt, bei den Siedlungen handele es sich um wilde, leicht räumbare Container-Siedlungen und nicht um gewachsene Städte mit kompletter Infrastruktur.

    Zu Netanjahus Reaktivität fällt mir gerade ein Artikel ein, den ich vor ein paar Tagen gelesen habe. Darin wurde beklagt, dass der europäische Antisemitismus unter anderem auch so stark anwachse, weil antisemitische, antijüdische, israelkritische usw. Bemerkungen immer weniger angeprangert werden, auch und vor allem durch die jüdischen Verbände. Man will nicht wieder und wieder mit der Antisemitismus-Keule in Verbindung gebracht werden und sagt dann lieber gar nichts, schweigt und toleriert. Es hiess da, dass man sich so schliesslich zu Tode toleriere.

    Es ist genau diese Haltung, die seine Kritiker von Netanjahu erwarten. Aber er wird nichts damit gewinnen. Er kann nur verlieren. Und es ist am Ende einerlei, ob er ein etwas hölzerner Kommunikator ist oder ob er seine Sache mit viel Charme und Eloquenz hervorbringt. Solange er (weiter)baut und der palästinensischen Regierung die Zusammenarbeit verweigert, tut sein Stil rein gar nichts zur Sache.

    Schliesslich möchte ich gerne auf eine sehr treffende Analyse auf ToI verweisen, worin D. Horovitz ausführt, wie sehr die US-Regierung Israel im Stich gelassen hat. Ich denke, der Blickwinkel ist hilfreich. Die Kritik an Jerusalem hingegen ist es nicht.

    Die Frage ist: Isoliert Israel sich selbst, oder sind es die Anderen, die Israel in die Ecke stellen – in ein Ghetto drängen?

    • Für den Fall, dass es jemand im Wortlaut nachlesen möchte: Der Herr, der die Aussagen über Antisemitismus und Toleranz gemacht hat, war Moshe Kantor, Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, in einem Interview mit Jerusalem Post (Steve Linde) v. 03.06.

    • “Die Frage ist: Isoliert Israel sich selbst, oder sind es die Anderen, die Israel in die Ecke stellen – in ein Ghetto drängen?”

      Wenn hier wer in ein Ghetto gedrängt wird dann doch wohl die Palästinenser durch die Zionisten …

    • @ Free

      Das ist Ansichtssache. Es hängt davon ab, auf welcher Seite des Zauns Sie stehen.

      Wer sich verbarrikadieren muss, um sich zu schützen, ist am Ende genauso eingesperrt wie jene, die er von sich fernhält.

      Wenn Sie sich die Geographie vor Ort anschauen, so werden Sie feststellen, dass jeder Palästinenser, der vor einer israelischen Mauer steht, arabisches Land im Rücken hat, das sich nur öffnen müsste.

      Die Israelis werden hinter keiner Grenze mit offenen Armen willkommen geheissen. Daher kommt mir immer wieder das Bild des Ghettos.

    • Komisch die Israelis sind doch hinter beiden Seiten der Mauer/Zauns. Scheint so als wären sie die Wärter des Ghettos und nicht die Insassen … Sie haben sich das doch selbts ausgesucht. Niemand hat die Zionisten gezwungen nach Palästina zu gehen. Niemand hat sie gezwungen die Palästinenser zu vertreiben, zu ermorden und zu unterdrücken.

    • @ Free

      “die Israelis sind doch hinter beiden Seiten der Mauer/Zauns.”

      Auch im A-Gebiet? Ohne Schutzkleidung? Ohne den Schutz durch Soldaten?

      “Scheint so als wären sie die Wärter des Ghettos und nicht die Insassen ”

      Noch sind die Wege offen. Über Nacht könnte sich das ändern…

    • @ Free

      Nun lässt mich seit Tagen dieses “Zaunbild” nicht mehr los… Wer steht dahinter, wer davor? Ich glaube, oft ist “Zaun” ein Hindernis, das vor beiden steht, wobei die Situation in gegenseitigem Einvernehmen so wahrgenommen wird, dass der eine davor und der andere dahinter steht.

      Der, der sich als vor dem Zaun stehend definiert, wird dann sagen: Ich könnte zur Dir kommen, wenn Du nicht hinter dem Zaun stehen würdest, und der andere lässt betrübt die Schultern hängen, weil er hinter dem Zaun steht…bis. –

      Ja, bis er sich dreht, mit dem Zaun im Rücken, liegt auf einmal eine Weite vor ihm. Er wählt selbst, ob er hinter dem Zaun stehen oder sich um 180° wenden will. Und der andere, VOR DEM Zaun, steht mit einem Mal nur noch vor EINEM Zaun, weiss nicht mehr, ob er davor, oder dahinter steht und was es überhaupt damit auf sich hatte. Ein Zaun, der das Weitergehen nicht hindert, ist kein Hindernis, ist kein Zaun, keine Barriere, kein Thema.

      Eine Allegorie, die sich beliebig übertragen lässt. Wir stehen alle immer vor und hinter Zäunen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass “vor” und “hinter” vor allem ein Ereignis in unseren Köpfen ist.

  6. Die Hamas anerkennt aber Israel nicht.
    Warum also sollte Israel umgekehrt eine Regierung mit Hamas-Beteiligung anerkennen?
    In der Charta der Hamas wird die Zerstörung Israels gefordert, in den Schulen in Gaza wird der Holocaust geleugnet.
    Was wäre das für ein Premierminister, der sich das gefallen liese?
    Die Siedlungen sind nicht böse, sie schaffen auch Arbeitsplätze für Palästinenser. In einem künftigen Palästinenserstaat werden selbstverständlich auch Juden leben. Wenn die Araber dies kategorisch ablehnen wird es keinen Friedensvertrag geben.

  7. Wenn der Herr der Bundesakademie für Sicherheitspolitik auch so viel Verständnis für die russische Annektion der Krim hätte wie für die israelischen Gebietsforderungen, wäre wohl einiges gewonnen. Aber leider gehören die doppelten Standards der “westlichen Wertegemeinschaft” zur US-amerikanischen Weltmachtpolitik.

  8. Aber Chaim, bis jetzt ist es zu uns noch nicht durchgedrungen, daß Sie in die Neturei Karta Sekte aufgenommen worden sind und mit deren Aktivisten für “Freies Falestina” demonstrieren wollen.

    Für Ihre hervorragende Arbeit, in diesem Sinne, werden Sie von dem Allmächtigen bestimmt entlohnt. Ob Ihnen die 72 versprochen Jungfrauen auch zustehen, weiß ich allerdings nicht.

  9. Ein Selbstbestimmungsrecht steht allen Völkern zu. Dass sich Palästina in fortschreitendem Maße emanzipiert, dabei nicht erst um Erlaubnis fragen muss, wen auch immer, ist ein/ihr Grundrecht, das ihnen niemand streitig machen darf.

  10. “Lassen wir die Palästinenser mal beiseite, stellen wir mal nicht die Frage, wie “friedenswillig” sie tatsächlich sind, stellen wir nicht die Frage, ob sie überhaupt in der Lage wären, Frieden zu garantieren etc. – lassen wir all das beiseite und…”

    Ja wie Ariel schon sagte, lasst uns “all das” – übersetzt: Die Ursachen des Konfliktes – vergessen, nee sorry… “mal beiseite stellen”.

    Nun können wir sehen, wie “Jerusalem” tickt….! Und nach einer Weile, werden wir davon überzeugt sein, dass “Jerusalem” (die Israelis?, die Juden?) schon seit fast 70 J. so tickt, und zwar ohne dass die “Weltgemeinschaft” nichts – außer die “übliche Kommentare” – unternimmt.

    Und wer weiss, werden wir uns dann fragen, ob man schon vorher, schon immer “die Juden” so getickt haben und deshalb halt musste man sie ja notgedrungen immerwieder in den Schranken weisen.

    So und jetzt meine Glückwünsche an “Jerusalem”, für Australiens Entscheidung bzw. Einsicht!

  11. Tja, das kann man alles so sehen ( auch wenn ich aus Richard Schneiders Bericht keine Provokation, sondern eine gewisse Verzweiflung heraushöre ) …

    1) Da ist ein Staat, der noch gar nicht existiert – und je nach Autor und Weltsicht ” besetzte Gebiete “, “palästinensisches Autonomiegebiet ” oder ” Palästina” genannt wird.
    2) In eben diesem Gebiet : bildet sich eine ” Einheits – Übergangsregierung” : nicht-gewählt, vorläufig-eingesetzt : und wird oh-Wunder und ohne-Not innerhalb von 24 bis 48 Stunden, in rascher Reihenfolge von fast allen Ländern dieser Welt anerkannt.
    Medienwirksam in TV und Presse als Nachricht um den Globus geschickt ( das ” Kleingedruckte ” quasi die sanften Bedingungen erscheinen nachgeordnet, kleingedruckt).
    3) Die israelische Regierung ( in des Volkes Wahrnehmung hier in Deutschland/ EU : Israel) fällt in die bekannten Fronten zurück ( ” Was verhindern sie / Israel mit den Siedlungen den Frieden ” bis hin ” Wie können Sie / heute am Obststand geschehen / mit gutem Gewissen Obst aus Israel verkaufen ?” – beim Anblick ” jordanischer Datteln” …. Reaktionen in einer deutschen Großstadt ).

    Solange man nicht weiss, ob nach freien (!) Wahlen nicht noch die Hamas im Westjordanland das Sagen bekommt : wäre jede Gebietsaufgabe für Israel z.Zt. wirklich und leider lebensgefährlich .

    Ich hoffe immer noch : dass Israel ” Ideen hat “.
    Ich hoffe, dass Israel die ” innerisraelischen Richtungskämpfe ” austrägt ( die Wehrpflicht für Haredim – warum nicht alternativ ” Zivildienst für alle Haredim” – war ein guter Anfang ) und sich auch endlich mal eine Verfassung ( eine säkulare ) gibt .
    Golda Meir hat einmal festgestellt, dass Israel allein in der Welt auf sich gestellt ist – und es auch allein schaffen wird ( zu überleben, den Staat weiter auf zu bauen ). Schlauer in der heutigen Zeit wäre es zusätzlich “Psychologie” und ” eine bessere PR in den Medien rund um den Globus” an zu wenden.

  12. Aber eine “Einheitsregierung” inkl. dem Staat Israel und allen Jüdinnen und Juden mit dem Tod drohenden Terrororganisation ist “very helpful”?

    • liebe carolin mothes – du hast rein gar nichts verstanden. richard schneider hat ja gesagt, dass man so tun muss, als ob die palaestinenser an nichts schuld haben.

      daher sollte man noch vor dem lesen. zehn mal hintereinander sagen “netanjahu ist am allen schuld”. danach liesst es sich viel einfacher. ich hoffe, ich konnte helfen.

  13. Ich finde Richard Schneider stellt schon die richtigen Fragen, wenn auch einiges vielleicht nur als Provokation gemeint ist oder er die politische correctness einmal beiseite gelegt hat.

    Was mich betrifft, so finde ich die israelische Regierung nicht nur bekloppt, sondern auch arrogant und bescheuert. Man wundert sich immer wieder. Ich habe einmal geglaubt, Israel sei ein von dunklen Kräften bedrohtes Land bis ich selbst vor Ort gelernt habe, dass die Palästinenser bestimmt auch nur von Sicherheit träumen dürfen und dass sie von einer fremden Macht im 21.Jahrhundert kontrolliert und unterdrückt werden. Mit dem ‘nie wieder’ bin ich groß geworden, aber erst viel später war mir die Vertreibung der Palästinenser richtig bewusst geworden. Und ich frage mich immer wieder, warum Vertreibung und Kolonialisierung fremden Bodens in Israel kein Thema ist, warum geschichtliche Darstellungen verneint oder in Schweigen untergehen und dem Wort immer einen Dreh gegeben wird, das täuschen und vortäuschen soll, das Loyalität einfordert, aber nicht moralisches und rechtmäßiges Handeln.

    Es ist doch z.B. eigenartig, dass sich ein Land (Palästina) bemüht Mitglied der UN zu werden und dass ein solcher Schritt heftige Reaktionen in Israel auslöst als hätte man es mit einer Kriegansage zu tun. Da wird handfest zu Werke gegangen, wie den illegalen Sielungsbau zu forcieren, die den Palästinensern gehörenden Gelder von Zolleinnahmen zu konfiszieren, eigene Mitgliedszahlungen an UN Organisationen einzustellen, seine treuen Verbündeten aufzufordern im Gleichschritt zu gehen ( was die auch meistens tun) um den Palästinensern auf jede erdenkliche Weise schaden zu können. Ein schändliches Mahnmal für fehlende Mitmenschlichkeit ist insbesondere die Behandlung der Menschen in Gaza.

    Jetzt bilden die Palästinenser eine einheitliche Regierung und wieder ist der Teufel los. Netanyahu fordert die Welt auf diese palästinensische Einheitsregierung zu boykottieren und Regierung und Politiker erdenken alle möglichen Strafaktionen wie sie die Palästinenser in die Knie kriegen können. Sofort wird wieder mit weiterem Siedlungsbau gedroht und man fragt sich, ob diese Politiker noch alle Taschen im Schrank haben. Es ist einfach eine Arroganz das seinesgleichen sucht. Der Hausherr wird auf die Strasse verwiesen und der Gast übernimmt das Geschehen. Zweifel kommen keine auf. Wer ein starkes Militär hat und das zur Genüge praktiziert hat, der ist nun einmal im Recht. Traurig, dass man nur die Drohung sieht, nicht aber die Chancen.

    Es ist unverständlich, dass die international Staatengemeinschaft der Willkür und dem Terror der Besatzungsmacht keinen Einhalt gebietet. Wer behauptet, dass die Palästinenser keine Partner für den Frieden sind, oder aber nur unzumutbare Forderungen stellen, der muss auf beiden Augen ziemlich blind sein. Von israelischer Seite fehlt es an grundlegender Einsicht, dass Frieden oder eine in gutem Willen vereinbarte Ordnung des Zusammenlebens nicht nur Sicherheit erzeugt, sondern auch moralisch einfach eine Notwendigkeit ist.

  14. Das war eine Meisterleistung der polemischen Überzeichnung eines realen Problems. Und wie jede Dissonanz klingt sie besonders stark in denen nach, die einseitig verstimmt sind.

    Beide Kontrahenten sind äußerlich im Hochstatus; sie machen “einen auf dicke Hose”. Innerlich sind sie aber im Tiefstatus, denn mehr als Nadelstiche können sie nicht liefern. Israel wäre zwar militärisch dazu in der Lage, den Widersacher zu vernichten, fürchtet aber (noch) die Folgen. Den Palästinensern fehlt (noch) die Macht, den Worten Taten folgen zu lassen.

    Die Kernfrage ist: bleibt es beim Status quo, oder verhält sich die israelische Selbstbeschränkung auf humanitäre Werte reziprok zur Aufrüstung der Palästinenser?

  15. @RCS:
    Einige Dinge in diesem Blogpost sind hoch interessant:
    1)”jetzt ist es auf alle Fälle pc!” > Ich lerne hier auf jeden Fall noch etwas dazu. Steht diese Abkürzung, im Gegensatz zur PA (Palestinian Administration), jetzt für Palestinian Community/ Common Government/ Council?
    2)”Lassen wir die Palästinenser mal beiseite,…” Gut, und dann…? Es gäbe wahrscheinlich wenig zu berichten. Aber wenn Sie damit das Augenmerk auf Israel alleine richten, möchte ich noch gerne fragen, wie sie mit
    3)”Nicht nur, daß Netanjahu offensichtlich überrascht wurde von der US-amerikanischen Unterstützung dieser Regierung (was einen zweifeln läßt, ob der große “Amerika-Versteher” Netanjahu tatsächlich die USA von heute noch begreift und ob er überhaupt noch gute Berater hat, die ihm wahrheitsgemäß erzählen, wie die Stimmung “da draußen” wirklich ist), also nicht nur diese Fehleinschätzung ist eigentlich eine Katastrophe für Jerusalem, sondern auch die Tatsache, so schnell in die Falle Abbas’ (wie die israelische Presse dies nennt) getappt zu sein. Warum sofort “Nein” sagen? Sag doch einfach erst mal gar nichts. Warte ab. Schau was die andere Seite macht. Lass sie doch kommen. Reagiere doch erst, wenn… usw.” darlegen wollen, wie sich das offizielle Israel da wieder herausziehen kann oder überhaupt möchte? Also abwarten, zusehen was die anderen machen?
    und zuletzt:
    4)”Und da hilft es nichts, daß Australien heute entschieden hat, Ostjerusalem nicht mehr als “besetzt” zu betrachten. Auch Mikronesien ist ein treuer Verbündeter Israels in der UN – nu schojn würde man auf Jiddisch dazu sagen. Wenn Netanjahu diese Alliierten ausreichen, dann muß er einfach nur so weitermachen wie bisher.” Australien gehört immerhin zu den “five eyes”. Ist das nichts?

    • Hoppla, Selbstkorrektur: “Steht diese Abkürzung, im Gegensatz zur PA (Palestinian Administration”…oder eben Authority!

  16. Naja ich bin zwar nicht in allen Punkten Richards Meinung, aber irgendwie mag ich seine direkte, ungekünstelte Art: Immer gerade raus…Man merkt, dass er mit sich ringt und mit Leidenschaft dabei ist..Wenn ihn etwas nervt, macht er daraus auch keinen Hehl. Dass er – zurückhaltend formuliert – eine tiefe Abneigung gegen Netanjahu und die von der Mehrheit der Israelis gewählte Regierung verspürt, ist auch für jedermann offensichtlich. Nicht weiter schlimm, denn ich bin nicht der Meinung, dass Journalisten immer mit ihrer persönlichen Meinung hinterm Berg halten müssen.
    ABER: Wer neben dem RCS-Rant, auch etwas inhaltlich Interessantes und Analytisches lesen will, dem seien die Artikel des Arab-Affaires-Experten Avi Issacharoff (früher bei Ha’aretz; und dort schon gut) bei “Times of Israel” zu dem Thema empfohlen. In seinem jüngsten Artikel stellt Issacharoff wenige Tage nach der Verkündung des “Unity”-Deals fest: “The Fatah-Hamas honeymoon is already over”.
    (Das ist natürlich vor allem für diejenigen interessant, die sich palästinensische Seite des Konflikts nicht wegdenken wollen/können:-) )

    • @ joerg – Danke für den Hinweis. Sehr interessant…

      Ich bin ein grosser Fan von ToI. Vielleicht wird es – nach Englisch, Hebräisch, Arabisch, Französisch und Chinesisch – eines Tages auch eine Seite in deutscher Sprache geben! Das wäre sicher auch ein sinnvoller Wirkungsort für uns Schatten-Blogger hier. 😉

    • @ Joerg

      Guter Artikel !
      Werden nicht-arbeitende Funktionäre von meinem Steuergeld bezahlt ?
      Werden nun auch Ex-Hamas-Aktivisten ( ” ran an die Fleischtöpfe” ) indirekt von meinem Steuergeld bezahlt ?
      Weiss das jemand ( möglichst sachlich und in Zahlen ) ?

    • joerg, das was den richard schneider nervt ist die angst. das ist die typische ghetomentaliaet. anstat das richtige fuer sich zu tun. versucht man das zu tun, was den “freunden” am besten passt. und da spielt keine rolle ob diese freunde dich jedes mal aufs neue bespucken. es regnet ja!

      einer der besten bsp. von so einem denken, war die eroberung des tempelberges im sechs tage krieg. anstatt selbst darueber zu enscheiden, hat man die verwaltung den araber ueberlassen. man hatte angst “zu dolle” zu gewinnen.

      wenn israel sich staendig nach aengsten, wie von richard schneider leiten wuerde, waere das israelische parlament immer noch in tel aviv und es gaebe heute keine juedische mehrheit in jerusalem. man sollte es richtig verstehen, es gibt keinen zweifel, dass dem richard schneider israel sehr am herzen liegt.

    • “das was den richard schneider nervt ist die angst. das ist die typische ghetomentaliaet. anstat das richtige fuer sich zu tun. versucht man das zu tun, was den “freunden” am besten passt.” (ariel@joerg)

      Am besten personifiziert zur Zeit wohl der Oppositionsführer Herzog diese Haltung…

      ‘Was hat der Bibi Netanjahu denn nun schon wieder gemacht?! So KANN uns doch keiner liebhaben! Kann er sich nicht wenigstens EINmal so verhalten, dass er die Gunst der Welt gewinnt und nicht immer wieder nur ihren wohl verdienten Widerspruch?!’….

    • Korrektur
      nicht “wohl verdienten”, sondern “gerechtfertigten”…

    • @Ariel

      Theoretisch müsste man Bennett wählen, der dann als erstes die gesamte Westbank annektiert. Wenn die Welt anfängt zu schreien, kann man sich ja als großzügig zeigen und das Gebiet A wieder zurückgeben und den Arabern in den Gebieten B und C die israelische Staatsbürgerschaft anbieten, die sie bestimmt dankbar annehmen würden.

      BTW: diesmal zeigte sich UN-Generalsekretär Ban Ki-moon „tief besorgt“.

  17. 1. Ich finde den deutschen Blick auf das Geschehen, besonders die gestern geäusserte Kritik der Bundesregierung an Jerusalems weiteren Bauvorhaben – nur schwer auszuhalten. Solch undifferenzierte „Israel-Kritik“ auf Bundesebene und von den Medien unterstützt verstehe ich ganz einfach und unverblümt als antisemitisch. In diesem Klima leben deutsche Juden, stimmen teilweise mit ein in die Kritik, oder sie schlucken und verdrängen das, was ihnen da entgegenschlägt. Ich frage mich, wie solch identitäre Spannung auszuhalten sein kann.

    2. Israel bzw. die zionistische Idee von Israel mag frei von Religiosität sein, aber der Staat Israel heute, der unbedingt als – nicht nur ethnisch – jüdischer Staat verstanden werden will, ist auch ein religiöses Gebilde, und die Annahme liegt nahe, dass Israel überhaupt nur aus religiösen Gründen, d.h. aufgrund seiner besonderen Verbindung zu Gott, noch ist. Dieser Sachverhalt wird in Israel offen und direkt beim Namen genannt. Manchen gefällt das, andere stört das, aber die Religion ist aus Israel nicht wegzudenken. Der jüdische Kalender und jeder Feiertag erinnern daran.

    Wir, in Deutschland, in Europa, glauben, die religiöse Identifikation des Staates überwunden zu haben. Religion im Staat darf nicht sein. Einen Staat, dessen Sockel die Religion ist, wollen wir nicht, und wir weigern uns, beim anderen zu sehen und anzuerkennen, was wir uns selbst verbieten. Aus guten Gründen, versteht sich.

    So aber wird der Blick verstellt und die Realität kann nicht wahrgenommen werden, wie sie ist. Israel ist nicht nur ein politisches Gebilde. Israels Existenzberechtigung ist – o Schreck! – ja! – göttlichen Ursprungs. Israel verdient es, verteidigt zu werden, auch und sogar besonders in seiner religiösen Identität und das ganz besonders von uns Deutschen und dem traditionell antisemitisch belasteten Europa.

    Leider stehe ich ziemlich alleine da mit meiner Sicht der Dinge, und ich musste gestern die Erfahrung machen, dass für die Moderatoren der TS solche Ansichten absolut nicht tolerierbar sind. Schwer fassbar. Israels Siedlungspolitik darf offen angeprangert werden. Wir dürfen einstimmen in das Klagelied der Bundesregierung gegen Jerusalem, die Regierung Netanjahu, aber Israel verteidigen oder Israel in seiner auch religiösen Identität verteidigen? Das geht gar nicht. Die Geschichte kehrt wieder. Sie hat uns bereits eingeholt, aber niemand will hinsehen.

    • @Lily

      “dass für die Moderatoren der TS solche Ansichten absolut nicht tolerierbar sind.”

      Wie gerne würde ich Mäuschen spielen bei internen Sitzungen der TS, in denen vermutlich genaue Anweisungen gegeben werden, welche Ansichten zu tolerieren sind.
      Interessant wäre dabei, womit das begründet wird (z.B. Seriosität erfordert das Leugnen der Existenz Gottes, oder, Frau Merkel will es sich mit den muslimischen Wählern nicht verderben, oder, wer weiß was noch). Das wer-weiß-was-noch wäre besonders interessant.

    • @ Lustig

      Schauen Sie, ich bin im Grunde offen dafür, dass es solche redaktionellen Anweisungen geben mag. Teilweise sind sie sicher sinnvoll und in unserem ~nationalstaatlichen Sicherheits- oder wirtschaftlichen Interesse sogar notwendig. Es macht mich zwar nicht besonders glücklich, dass Korrespondenten nicht ganz frei, sondern bedingt weisungsgebunden sind, aber ‘c’est la vie’.

      Der Kommentarbereich sollte aus meiner Sicht hingegen ein echtes freies Meinungsportal sein, dessen Grenzen durch die ihm eigene Regeln klar abgesteckt sind. Es ist schon mehr als einmal vorgekommen, dass ich im Nachhinein erleichtert war, dass Kommentare von mir nicht freigeschaltet wurden, weil sie schlecht durchdacht waren o.ä. Ich bin immer wieder beeindruckt zu sehen, dass da echte Menschen sitzen, die sich die Mühe machen müssen, jedes Wort von mir zu lesen!

      Wenn jedoch von vornherein der religiöse oder irgendein anderer Aspekt eines politischen Sachverhaltes ausgeklammert wird, so sollte dies auch in die Kommentierregeln aufgenommen werden. Wenn nicht, so dürfen entsprechende Kommentare nun einmal nicht zensiert werden, sondern müssen, falls erforderlich, durch entsprechende Gegenargumente anderer Kommentatoren korrigiert werden.

      Es ist ein Armutszeugnis, wenn in einem Konflikt, für den die Religion, wenn nicht zentral, so doch zumindest relevant ist, Gott und Religion nicht erwähnt werden dürfen (falls es so ist, wie Sie mutmassen). Es ist, als dürfe man in einem TV-Kochstudio nicht mehr über Gewürze sprechen, da Geschmacksfragen zu kontrovers sind und darin keine Einigkeit erzielt werden kann.

      Wie wollen Sie ernsthaft “Judentum – das auserwählte Volk – Israel – Holocaust” diskutieren, wenn Sie Gott aussen vor lassen? — Es ist nicht möglich.

      Ich frage mich auch, was beispielsweise in einem Herrn Schneider vorgehen muss, wenn er zu solcher Medienpolitik zustimmend schweigen muss und umgekehrt, ob alle anderen gar nicht merken, wie sie die Realität verzerren, indem sie einen so zentralen Aspekt des Weltgeschehens praktisch, bequem und sauber herausschneiden, um die Welt so für den Konsumenten angenehm einfach und leichter verdaulich zu machen.

      Es kann natürlich vorkommen, dass 75% der Kommentatoren eine Meinung vertreten, die nicht der politischen Linie der Redaktion oder der Bundespolitik entsprechen, aber wir diskutieren ja in einem öffentlich-rechtlichen Medium, das eine Säule unserer Demokratie ist. Unsere Politik sollte die divergierende Meinung einer demokratischen Mehrheit aushalten können. Zensur ist keine Antwort.

    • “Wie wollen Sie ernsthaft “Judentum – das auserwählte Volk – Israel – Holocaust” diskutieren, wenn Sie Gott aussen vor lassen? — Es ist nicht möglich.” (moi)

      Es ist natürlich möglich, aber so wird es Ihnen unmöglich sein, Israel/Juden zu verstehen, und das wiederum liefert den perfekten Nährboden für Antisemitismus.

    • @Lily

      “Ich frage mich auch, was beispielsweise in einem Herrn Schneider vorgehen muss, wenn er zu solcher Medienpolitik zustimmend schweigen muss.”

      Das habe ich mich auch schon gefragt.

      Man kann Gott nicht ignorieren, wenn man über den Konflikt diskutiert, aber gleichzeitig scheint es nichts zu bringen, den geistigen Aspekt anzusprechen. Man rennt dauernd gegen eine Wand.

      Ich denke immer, man muss in diesem Fall verdeckt vorgehen: Angenommen, jemand der sich der Rolle Gottes in dem Konflikt bewusst ist, wird amerikanischer Präsident (viele warten genau mit dieser Hoffnung auf einen republikanischen Präsidenten). Es geht mir jetzt nicht speziell um den US-Präsidenten, ich benutze das nur als Beispiel für eine Person, die in diesem Konflikt etwas zu sagen hätte. Wenn sich nun diese Person öffentlich auf Gott beruft, wird sie das Image eines Fundamentalisten wie George W. Bush bekommen. Wäre es nicht besser, die (aus biblischer Sicht) richtigen Handlungen vorzunehmen, aber für die Welt eine leicht verdauliche, “atheistische” Erklärung parat zu haben?

      Jetzt, wo ich das schreibe, kommt mir der Gedanke, dass es in diesem Konflikt nicht möglich wäre, aber andererseits: eine WIRKLICH angestrebte Lösung des Konfliktes kann aus mehreren kleinen Schritten/Entscheidungen bestehen, die wiederum größere Schritte/Entscheidungen vorbereiten. Diese kleinen Schritte könnten gerechtfertigt werden, indem “atheistische” Gründe vorgebracht werden, bis schließlich ein großer Schritt nicht mehr abzuwenden ist. Tatsachen zu schaffen scheint mir irgendwie die einzige Strategie zu sein, die in der internationalen Politik das verlogene Gutmenschentum aushebelt.

    • @Lily: Warum sollten deutsche Juden verdrängen was ihnen da entgegenschlägt. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Bundesregierung mit weniger Befangenheit die Unrechtmässigkeit weiterer israelischer Siedlungen auf palästinensischem Boden anprangert und sich entschieden für die Menschenrechte einsetzt. Was ist das für ein Gott auf den du dich berufst, der Leuten wie dir die Ansicht verleiht, die Existenz Israels ist göttlichen Ursprungs. Mit so einer verwirrten Überzeugung und einem so ungerechten Gott kann man ein anderes Volk enteignen, vertreiben, ihr Land ohne Erlaubnis bebauen, ihnen das tägliche Leben fast unmöglich machen, es terrorisieren? Es ist im Grundgesetz verankert, wie die Bundesregierung zu handeln hat, nämlich die Würde jedes einzelnen Menschen zu schützen. Das gilt es zu verteidigen, nicht irgendeine Ethnie oder einen falschen Gott auf Kosten anderer Staaten, Volksgruppen und Menschen. Gleichheit und Rechtmässigkeit ist gefragt und da wo sie untergraben werden muss Kritik laut und klar zu hören sein, sonst würde uns die Geschichte wieder einholen. Einfach weiter Siedlungen zu bauen und Palästinenser weiterhin zu vertreiben und zu enteignen ist ein Verbrechen. Hier kehrt die Geschichte wieder und du siehst es nicht.

    • Und wieder der gefühlt 100. Versuch von Michael K., die Juden, in Israel, nur wenig verblümt, zu den Nazis von heute und die Palästinenser zu “den neuen Juden” zu erklären. Ein durchaus bekanntes Muster, das mir schon oft begegnet ist, und das auch wissenschaftlich beschrieben ist: Man spricht von Schuld-Umkehr-Antisemitismus….
      Dass Leute, insbesondere die potentiellen Nachfahren von Tätern, die ein Problem mit der deutschen Geschichte haben, ihre Schuldkomplexe auf Kosten der Nachfahren der Opfer in Israel therapieren müssen, finde ich unerträglich.

      Ich habe ja überhaupt nichts dagegen, wenn man die israelische Politik kritisiert. Manches ist sie zu “links” anderen zu “rechts”. Derjenige, der kritisiert, muss sich zwar auch Kritik gefallen lassen, wenn er mit seiner Kritik daneben liegt, Sachverhalte verkürzt, propagandistisch aufgeladen oder falsch wiedergibt, aber grundsätzlich kann man die israelische Politik natürlich kritisieren. Daran gibt es keinen Mangel…Es fehlt nicht an haupt- und nebenberuflichen Israel-Kritikern, weder Deutschland und Europa noch Israel selbst. Egal was israelische Politiker tun oder lassen, sie werden in Grund- und Boden kritisiert…Immer noch eins meiner Highlights: Vor ein paar Jahren waren, die Israelis die ersten, die nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti ein vollständiges, top-ausgestattetes Feldlazaret dort aufgebaut haben. Kaum waren die ersten Meldungen darüber bekannt geworden, kamen die Israelkritiker aus ihren Löchern, und haben erklärt, die Israelis würden das nur machen, um von ihrer miesen Behandlung der Palästinenser abzulenken…Andere verstiegen sich zu der Theorie, die israelischen Ärzte hätten den Auftrag, die noch brauchbaren Organe der toten und verletzten Haitianer herauszuoperieren und nach Israel zu bringen… Und solche Dinge sind der Grund warum ich dem”Camp” der selbst ernannten Palästina-Freunde überhaupt keine Sympathie entgegen bringen kann. Langsam sind auch die Palästinenser selbst genervt von den vielen “Internationals”, die sich dort austoben und gegen jede Normalisierung der Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern, gegen jede Zusammenarbeit im Alltag agitieren…Zuletzt wurden mehrere BDS-Aktivisten in Ramallah, die ein Zusammentreffen von Palästinensern und Israelis gestört haben, festgenommen und wegen der Störung der öffentlichen Ordnung angeklagt…Vor einigen Monaten hat die arabische Bevölkerung Hebrons, “Internationals” aus ihrer Stadt vertrieben…

      Deshalb kam man die vielen Hobby-Palästina-Aktivisten nur auffordern: Get a Life! Lasst Israelis und -Palästinenser in Ruhe, behindert nicht israelisch-palästinensische Zusammenarbeit und Annäherung. Wenn ihr was für die Palästinenser tun wollt, geht in ihre Hotels (Wer will, muss auf keinerlei Komfort verzichten), kauft in ihren Geschäften etc. pp.

    • @ Joerg
      Ja, es ist auch für mich der ” gefühlte 100. Versuch” …
      wie die ” indianische Foltermethode mit dem einen Tropfen Wasser, regelmässig fallend auf das Haupt ” ….
      und dabei bin ich noch nicht lange ( schreibend ) in diesem Blog dabei … und ansonsten äußerst diskussionsfreudig 🙂 .
      Über ” den Papst auf dem Herzl … übler Zionist … das sollten Sie nachholen ” lache ich noch heute !
      Also :
      ” Lerne lachen ohne zu weinen ” ( Titel von Kurt Tucholsky`s 3. Sammelband ) 🙂 .

    • Hier wird mir aus der Seele gesprochen. Ich bin jetzt über 4 Monate in Israel, habe in einer Rehaklinik in Tel Aviv gearbeitet, sehr viele sehr unterschiedliche Menschen in ihrer Lebensrealität kennengelernt, israelische und palästinensische Patienten, die hier behandelt werden, weil die Versorgung in Palästina nicht gewährleistet werden kann, bin in meiner Freizeit von hier nach dort gereist, im Hostel in Ramallah und im Hotel in Bethlehem übernachtet, die palästinensische Gastfreundschaft kennengelernt, unglaublich liebe Leute getroffen, gemeinsam hoffen, dass das kleine Dörfchen Battir statt eine Mauer den Status des Unesco-Weltkulturerbes erhält. Zurück in Israel, die tiefe religiöse Verwurzelung am Sederabend vor Pessach erfahren, am Shoah-Gedenktag den nummerierten Unterarm einer Patientin gestreichelt, Gespräche gesucht, viel diskutiert, Meinung geäußert und kritisiert. Das ist meine Art der Annäherung, nichts liegt mir ferner als der auf einem Auge blinde Aktionismus unserer selbsternannten Palästinafreunde aber auch völlig unkritischen Israel-Heute-Anhänger.

    • @ @ Joerg: Es ist gut dass du dich gut in deutscher Geschichte auszukennen scheinst, aber die richtigen Lehren scheinst du ja nicht gerade gezogen zu haben. Du plapperst zwar davon, dass Kritik erlaubt ist, aber das ist anscheinend nur denen beschieden, die mit Schuldkomplexen herumlaufen. Es ist Zeit, dass du eine andere Platte auflegst, da die meisten die hier im Blog kommentieren ein Alter haben, das nicht gerade davon zeugt, dass sie mit Schuldkomplexen aufgewachsen sind. Und das noch wissenschaftlich untermauern zu wollen ist ein Horror ohne gleichen. Eine bessere Brille und ein bisschen mehr Raffinesse würden der Diskussion gut tun.

      Was besagt eine hässliche, abstoßende Mauer? Checkpoints, die darauf aufmerksam machen, dass es eine Zwei-Klassen Gesellschaft gibt, für die es verschiedene Gesetze gibt und in denen Menschen verschieden behandelt und regiert werden? Wie soll man verstehen wenn Palästinensern gehörende und mit mehreren Familien bewohnte Häuser dem Erdboden gleichgemacht und sie einfach auf die Strasse gesetzt werden? Wie sind die laufenden Übergriffe von Siedlern auf unbewaffnete palästinensische Dörfer zu verstehen, die aus lauter Freude vor Schikane geschehen? Warum gibt es tägliche Razzien in der West Bank von israelischen Soldaten und die Gefangennahme von Palästinensern? Was hat diese arrogante Armee in der West Bank verloren? Warum muss Gaza ein Ghetto und Gefängnis sein? Warum muss eine Bevölkerung mit diesem unterdrückenden ‚permit’ System leben, dass ihr das Leben so unsäglich schwer macht? Warum werden Gazas Fischer immer wieder behindert (um nicht zu sagen beschossen) ihrem Beruf nachzugehen? Fragen und Kritikpunkte, die man ansprechen kann und sollte, da es ja gerade in diesem Blog nicht viele sind, die daran interessiert sind.

      Du scheinst dich ja mit israelisch-palästinensischer Zusammenarbeit und Anäherungspraktiken auszukennen. Es könnte durchaus sein, dass du nicht der Einzige bist. Du solltest dich einmal fragen, unter welchen und auf wessen Bedingungen eine solche Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinensern vonstatten geht. Auf höchster Ebene sehe ich solche Ansätze bestimmt nicht. Im Gegenteil! Es sollte doch klare israelische Politik sein, zusammenarbeiten zu wollen, Frieden zu wollen, Grenzen endlich ziehen zu wollen und nicht weiterhin das Land eines besetzten Volkes zu enteignen. Was soll dein platter und nichtssagender Rat in Hotels zu gehen, wenn IHR den Palästinensern helfen wollt. Warum sollten die denn plötzlich Hilfe brauchen? Wenn Hilfe nötig ist, dann willst DU also nicht helfen?

      In meiner kleinen, beschränkten Welt ist mit selbstverständlich die Hilfeleistung Israels an Haiti entgangen. Wie konnte ich! Auch hätte ich an das israelische Feldlazarett an der syrischen Grenze denken sollen. Aber, was mit den Millionen von syrischen Flüchtlingen, die in den Nachbarländern Unterkunft fanden, aber nicht nach Israel konnten und auch via Israel nicht nach Palästina? Gerade Palästinenser, die noch immer in Flüchtlingslagern in Syrien hausen, müssen wieder und weiter leiden und wissen nicht wohin mit sich.

      Ich frage mich z.B. immer noch und immer wieder, wie und unter welchen Umständen 500 palästinensische Ortschaften vor und nach der Gründerzeit Israels verschwinden können und niemand will davon sprechen. Ich bin mir sicher dein Auge wird da auch nicht fündig. Eine wirkliche Annäherung müsste doch wohl auch den Willen zu einer Aufarbeitung der Geschichte voraussetzen. Das hätte man liebsten von israelischer Seite sogar per Gesetz verboten. Das ist Annäherung im Klartext. Nein, Status quo beibehalten, das ist die Maxime und arrogant weiter über ein anderes Volk hinwegregieren.

      Ich bin dankbar, dass Kritik erlaubst ist, frage mich jedoch warum man nicht auf Kritikpunkte eingeht, sondern viel lieber nur mögliche Beweggründe hinterfragt, um Kritik in vorbestimmte Kategorien unterbringen zu können.

    • Herr K.

      1.) Verbitte ich mir – Internet-Blog hin oder her – von Ihnen geduzt zu werden – Ich möchte keinerlei Intimität mit Ihnen und duze Sie deshalb auch nicht.

      2. Haben Sie eine ganze Kanonade von Vorwürfen und Unterstellungen abgefeuert, wohlwissend, dass man niemals in allen Details zu allen so ausführlich Stellung nehmen kann, wie es eigentlich notwendig wäre.
      Warum es eine Mauer und Checkpoints braucht? Die braucht man, um Leben von Israelis (Juden, Christen, Muslimen Atheisten) ausländischen Touristen und von Palästinensern zu retten. Das hat sich ja vor kurzem, erst wieder erwiesen, als Palästinenser einen ihrer Leute – Anfang 20 – mit Sprengstoffgürtel losgeschickt haben, der dank Checkpoints und aufmerksamer Soldaten aufgegriffen wurde, und somit selbst am Leben geblieben ist und es auch nicht geschafft hat Unschuldige mit in den Tod zu reißen; so wie das Anfang der 2000er Jahre reglemäßig geschehen ist. Und wenn jetzt zu Zeiten dieser wunderbaren Hamas-Fatah Einheitsregierung der Sprecher der Hamas den militärischen Arm der Organisation erneut auffordert, israelische Zivilisten und Soldaten zu ermorden, dann finden Sie das möglicherweise gerechtfertigt, ich aber sage, es ist gut für beide Seite, wenn es den israelischen Behörden gelingt, Terror einzudämmen und Terroranschläge zu verhindern. Dazu sind manchmal auch – bisher oft in Abstimmung mit der PA – , in der Zusammenarbeit, von der Sie nichts wissen, Razzien des israelischen Militärs in palästinensischen Dörfern notwendig gewesen und durchgeführt worden.

      Welches Stichwort aus dem Baukasten pro-palästinensischer Propaganda haben Sie noch genannt: House Demolitions…Das ist wirklich nicht schön und ich kann tatsächlich nicht jeden einzelnen Fall bis ins Detail beurteilen: Aber es handelt sich in der Regel um illegal errichtete Häuser auf Land, für die Betreffenden ihren Besitz nicht nachweisen können…Den Hauszerstörungen gehen in der Regel jahrelange Rechtsstreits zwischen den Israelis und den Hausbesitzern und mehrere Androhungsschreiben voraus…Das ist alles nicht schön und wird natürlich auch medial entsprechend begleitet, aber eins ist ja auch wahr, diese Praxis betrifft eben nicht nur Palästinenser, sondern auch Juden, die nach israelischem Recht illegal Häuser errichten….Es gibt diverse radikale Siedler, die ein Lied davon singen können.

      Was war noch? unterschiedliches Recht…Es ist in der Tat so und das sehe ich auch so, dass die Israelis in der Westbank und in Gaza als Besatzungsmacht gelten. Deshalb steht jedem Palästinenser, der sich von der Besatzungsmacht ungerecht behandelt fühlt, das Recht zu. gegen den Staat Israel vor dem Obersten Gerichtshof Israels zu klagen…Ein Recht, von dem vor allem von diversen NGOS reichlich Gebrauch gemacht wird, und hin und wieder, wenn die Anklagen berechtigt sind, bekommen die Palästinenser und ihre Vertreter Recht…

      Davon dass die Palästinenser im Machtbereich von Fatah und Hamas wenige bürgerliche Freiheitsrechte haben, als die Araber in Israel, davon habe ich auch schon gehört, und es nimmt nicht Wunder, dass die Araber in Israel – auch dejenigen in (Ost-)Jerusalem – nichts mehr fürchten als eines Tages unter die Herrschaft von Abbas, Hanniyeh und Konsorten. zu geraten.

      Was noch?

      Aufarbeitung der Geschichte. Da bin ich sehr dafür. Dass Historiker ohne politische Agenda sich seriös, propagandistisch unaufgeladen, und ohne aus der Aufarbeitung der Historie ein politisches Kampfmittel zu machen, sich mit dem beschäftigen, was tatsächlich geschehen ist…Und natürlich wird man dann auch manches, was während dem arabisch-jüdischen Bürgerkriegs und während dem Unabhängigkeitskrieg geschehen ist, was jüdische Milizen zu verantworten hatten kritisch, aber auf Basis der Fakten bewerten müssen. Natürlich gibt es dort manches, was heutiger Sicht zu verurteilen, und was auch damals von eiten Teilen der damals Verantwortlich deutlich verurteilt worden ist. (Stichwort Dir Yassin) Aber aus Ihren Worten Herr K, aus Ihrer immer ewig gleichen Platte, spricht doch nicht, dass sie sich aus historischem Interesse mit den Fakten und Zusammenhängen beschäftigt haben, sondern ihnen geht es einzig darum, aus der Geschichte, wie Sie sie interpretieren, ein Kampfinstrument für die Gegenwart zu gewinnen…Benny Morris hat sein halbes Forscherleben damit zugebracht, zu versuchen, den Israelis systematische Vertreibung der Araber in großem Stil nachzuweisen…Es ist ihm ums Verrecken nicht gelungen, und heute räumt er ein, dass er früher falsch gelegen hat, und dass es den Plan zur systematischen Vertreibung der Araber aus “Palästina” nicht gab. Übrigens, wenn es Ihn gegeben hätte, dann wäre er gründlich gescheitert, wovon die Existenz von ca. 2 Mio arabischen Israelis Zeugnis ablegt. (Einige davon sitzen heute in der Knesset und mindestens einer von Ihnen – ausgerechnet Ahmad Tibi – hat gestern “den rechten Hardliner” Reuven Rivlin gewählt)…Das Thema der aus Nordafrika und den arabischen Staaten vertriebenen Juden, wo es heute nur noch wenige tausend gibt, klammere ich hier bewusst aus… Ich bin dafür, innerhalb einer Friedensregelung zwischen Israelis und Palästinensers und weiterer Nachbarstaaten Israels einer symbolische Zahl derjenigen Araber, die tatsächlich 1948 fliehen mussten, die israelische Staatsbürgerschaft anzubieten und ansonsten das viele Geld der UNWRA herzunehmen, um die Lebensbedingungen der Palästinenser in den Nachbarstaaten und ihre Integration in dieselben zu ermöglichen.

    • @ Michael K.

      „Warum sollten deutsche Juden verdrängen was ihnen da entgegenschlägt.“

      Vielleicht weil sie dazu berufen sind, zuerst jüdisch und dann deutsch zu sein.

      „…die Unrechtmässigkeit weiterer israelischer Siedlungen auf palästinensischem Boden anprangert“

      Die „Unrechtmässigkeit“ ist umstritten, und es geht in der Regel nur um den Ausbau vorhandener und nicht um den Bau weiterer Siedlungen. Der „palästinensische“ Boden ist nach vor umstrittener Boden.

      „Was ist das für ein Gott auf den du dich berufst, der Leuten wie dir die Ansicht verleiht, die Existenz Israels ist göttlichen Ursprungs. Mit so einer verwirrten Überzeugung und einem so ungerechten Gott …“
      „Das gilt es zu verteidigen, nicht irgendeine Ethnie oder einen falschen Gott“
      „Gleichheit und Rechtmässigkeit ist gefragt und da wo sie untergraben werden muss Kritik laut und klar zu hören sein,“

      Ich berufe mich auf den Gott der Bibel, den Gott der kreativen Vielfalt und des Unterschieds, dessen Gerechtigkeit nicht Ihren persönlichen Vorstellungen entspricht. Ich berufe mich auf den Gott, den Sie nicht nach Ihren eigenen Ideen erschaffen können, der Sie jedoch geformt hat.

      Es ist nicht unsere Aufgabe, über Israel im israelisch-palästinensischen Konflikt zu urteilen.

  18. Das Mantra, das wir immer wieder hören, ist doch, dass es zwei Konfliktpartner gibt, von denen naturgemäss jeder einen Teil der Schuld auf sich geladen hat. Da sind zwei Streithähne, und die sollen sich einigen. Die Klärung der Schuldfrage, die Klärung von Recht und Unrecht scheint in der Lösung des Konflikts eher hinderlich als förderlich. Man möchte die Vergangenheit hinter sich lassen, nach vorne blicken und sich um eine Konfliktlösung bemühen, für die einzige Voraussetzung der Friedenswille sei.

    Was aber, wenn es sich um zwei ungleiche Konfliktpartner handelt, die ungleich Schuld auf sich geladen haben? Darf man hinsehen und nachfragen? Soll man dies tun?

    Ich erlebe dieselbe Situation im Kleinen. Die Schuldfrage sollte unter den Teppich gekehrt werden. Da würde immer ein Wort das andere ergeben. Man könne diese Frage nicht abschliessend klären. Ohnehin seien beide Konfliktpartner nicht frei von Schuld. Was würde die Klärung dieser Frage auch überhaupt bringen?

    Welche Zutaten sind für Frieden notwendig? Ich behaupte, Wahrheit, Transparenz und Gerechtigkeit sind unbedingt Voraussetzung für den Frieden.

    Mit einer ungeklärten Schuld(frage) im Raum kann Frieden nicht möglich sein.

    In der Regel ist es das Opfer, dem ein Unrecht widerfahren ist, das sich nach solcher Transparenz und Gerechtigkeit sehnt. Der Täter ist zufrieden mit der Unklärbarkeit der Schuldfrage, mit der Relativität allen Seins und dem Mangel an Transparenz.

    Derjenige, der den Fall rekonstruieren möchte, um diese Fragen dennoch zu klären, wird zum Täter. Sein Vergehen besteht darin, einen Schuldigen ausmachen zu wollen. Dem Schuldigen droht ein Urteil, Strafe und sei es nur durch Lynchjustiz. Damit wird er zum Opfer – und das Opfer zum Täter.

    Im Zweifel für den Angeklagten und nach Kenntnis der Fakten für den Schuldigen, da der Kläger der Täter ist: Der Schuldige wurde ja nur aufgrund der gemeinen Sehnsucht des Opfers nach „Gerechtigkeit“ der Schuld überführt, wodurch er, der Arme, nun die Konsequenzen zu ertragen hat.

    Dies trifft im Kleinen, im privaten Erleben ebenso zu wie im Israel-Palästina-Konflikt. Israel kann darauf verweisen, dass die Friedensverhandlungen künftig mit einer Terrorregierung stattfinden sollen. Das mag faktisch korrekt sein, aber ebenso korrekt ist, dass Israel anklagt, dass Israel mit der grösseren Rechtschaffenheit im Nahen Osten brillieren möchte/brilliert, dass sein Rechtsbegriff Anstoss erregt. Er stört nicht nur die unmittelbaren Nachbarn Israels. Er stört „den“ Europäer ebenso, denn das christliche Europa ist getragen vom Bewusstsein, dass sich Jesus Christus unserer Schuld schon längst angenommen hat. Dafür hängt er am Kreuz.

    Es gibt DAS auserwählte Volk nicht mehr. Wir alle sind auserwählt. Kein Israeli ist weniger schuld und hat mehr Recht und Anspruch am Heiligen Land als irgendein Palästinenser. Israelische, jüdische Sonderrechte gibt und darf es nicht geben. –

    Der moderne Mensch denkt anders als Gottes Wort.

    • @ Lily

      “Wahrheit, Transparenz und Gerechtigkeit sind unbedingt Voraussetzung für den Frieden.”

      Ich sehe hier das Problem (wieder mal) in dem sog. Clash of Civilizations.

      Hier stehen die Werte Wahrheit, Transparenz und Gerechtigkeit, die aus christlicher Sicht die Voraussetzung für den Frieden sind, gegenüber der Angst vor Scham, der “Obsession” mit Erhaltung der Ehre und Gesichtswahrung, die mit dem Recht des Stärkeren verbunden sind. Wahrheit, Schuldfrage, Gerechtigkeit spielen mentalitätsbedingt keine Rolle, nur das Image nach außen zählt.

      Auch der Friedensbegriff ist ein anderer. Für die eine Seite bedeutet er dauerhafte Versöhnung und Vergebung, für die andere Seite entweder einen vorübergehenden Waffenstillstand mit dem Ziel, Kräfte zu sammeln, oder das Ergebnis der Unterwerfung durch den Sieg des Stärkeren.

      Wie soll da Frieden zustande kommen?

    • @ Lustig

      Ich muss zugeben, dass ich in meiner Begrifflichkeit nun nur das christlich geprägte europäische Lösungsdenken dem gegenübergestellt habe, was ich für eine jüdische Stärke halte, nämlich das jüdische Rechtsempfinden, das jedoch auch teilweise eine Projektion meinerseits ist. So hätte ich es gerne…

      “Hier stehen die Werte Wahrheit, Transparenz und Gerechtigkeit, die aus christlicher Sicht die Voraussetzung für den Frieden sind, gegenüber der Angst vor Scham, der “Obsession” mit Erhaltung der Ehre und Gesichtswahrung, die mit dem Recht des Stärkeren verbunden sind.”

      Das ist natürlich noch ein anderer Aspekt, der ganz dem Orient entspricht und damit Israel zumindest bedingt auch nicht fremd ist.

      Ich sprach aber genau nicht davon, dass Wahrheit, Transparenz und Gerechtigkeit aus christlicher Sicht Voraussetzung für Frieden seien! Aus Meiner Sicht sind sie das.

      Genau das Gegenteil wird in der christlich geprägten Gesellschaft praktiziert, wenn Schuld keinen Namen mehr hat, Wahrheit nicht gesucht wird, weil sie nie gefunden werden kann und wenn Gerechtigkeit immer relativ ist und letztlich nicht erreicht werden kann und daher erst gar nicht angestrebt wird.

      Dieser Ansatz und der orientalische Ehrbegriff, bei dem Recht stets auf faire oder unfaire Weise etabliert und danach geurteilt wird, sind nicht mit einander vereinbar. Clash of civilizations: ja.

      (M)eine eher idealistische Idee vom Frieden setzt Wahrheit und Gerechtigkeit unbedingt voraus.

    • @Lily

      “Genau das Gegenteil wird in der christlich geprägten Gesellschaft praktiziert…”

      Das stimmt, es ist wie mit der angeblichen Meinungsfreiheit. Offiziell heißt es, unsere Gesellschaft richtet sich nach den Werten A, B, C, D und in der Realität werden diese Werte mit Füßen getreten, wenn sie irgendwelchen persönlichen Interessen von einflussreichen Personen im Wege stehen.

      Mein Vergleich der beiden Kulturkreise basiert auf der Annahme, dass das Ideal wirklich umgesetzt wird.

      Eine Bekannte von mir sagte neulich: Wenn der Westen wirklich wollte, wäre der Konflikt längst beendet. Ich glaube, da könnte was dran sein. Dass die Araber kein friedliches Ende des Konfliktes wollen, ist klar, aber welches Interesse könnte der Westen daran haben, den Konflikt aufrechtzuerhalten (entgegen allen “Bemühungen”)? Wenn die Hypothese stimmt, geht es bestimmt um mehr als nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (siehe Blogeintrag über den Konflikt als Arbeitgeber).

    • @ Lustig

      “welches Interesse könnte der Westen daran haben, den Konflikt aufrechtzuerhalten”?

      Ohne den Konflikt wäre der Westen für den Nahen Osten komplett uninteressant. Der Konflikt rechtfertigt die Präsenz westlicher Partner vor Ort – auch und letztlich wohl vor allem zu wirtschaftspolitischen Zwecken.

    • “Was aber, wenn es sich um zwei ungleiche Konfliktpartner handelt, die ungleich Schuld auf sich geladen haben?”

      Es hat ein wenig gedauert, bis ich herausgearbeitet hatte, was mich an diesen Aussagen stört: Schuld kann immer nur eine Person auf sich laden, niemals eine Institution, auch wenn das immer wieder postuliert wird.

      Was soll es also bringen, wenn ein – in Bezug auf den Konflikt schuldloser – Palästinenser oder Israeli eine Schuldaufarbeitung für einen betroffenen Israeli oder Palästinenser macht? Kollektiv kann das nie funktionieren, sondern wird immer ein Hindernis für einen Friedensprozess sein.

      Auch zwischen Personen kann das nicht funktionieren. Selbst wenn eine Person fähig zur Selbstkritik ist (was bei Arabern aufgrund der Kultur extrem selten ist), wird sie immer selbst das falsche Verhalten als in der Situation irgendwie gerechtfertigt finden, um nicht vor sich selbst als Böser dazustehen. Und schon ist der nächste Streit provoziert, der wieder Schuld produziert.

      Vergebung kann nur nach dem Modell der vorherigen Konfrontation erfolgen (man muss benennen, was man vergibt), aber das funktioniert nur bei einseitigen Übertretungen. Bei Konflikten, bei denen es darum geht, dass beide Seiten dasselbe wollen, es aber nur einer haben kann, funktioniert das nicht.

      Im vorliegenden Fall müsste also eine (beide) Seite(n) auf den Anspruch verzichten, das (ganze) Land Israel zu besitzen, um Frieden zu bekommen. Da vermutlich Schweine eher die Fähigkeit entwickeln zu fliegen, als dass das eintritt, wird da wohl noch Zeit ins Land gehen.

      Währenddessen könnte Premier Netanjahu von Kanzlerin Merkel lernen, wie man sich selbst gut vermarktet.

    • @ Rainer Unsinn

      „Was soll es also bringen, wenn ein – in Bezug auf den Konflikt schuldloser – Palästinenser oder Israeli eine Schuldaufarbeitung für einen betroffenen Israeli oder Palästinenser macht? Kollektiv kann das nie funktionieren, sondern wird immer ein Hindernis für einen Friedensprozess sein.“

      Ich habe nicht behauptet, dass der Konflikt – in dieser Dimension – lösbar wäre. Ich glaube nicht, dass er unter den gegebenen Voraussetzungen für uns lösbar ist.

      Mit der Klärung der Schuldfrage wäre der Konflikt lösbar.

      Was ist Schuld? Ich habe vor langer Zeit zwei sehr treffende Definitionen für Schuld und Sünde kennengelernt. Sünde ist eine Zielverfehlung. John erschiesst Mike. Damit hat er das Ziel verfehlt, gesündigt. Und Schuld ist Mangel an Liebe.

      Ach so?! Mangel an Liebe? Na, wenn’s weiter nichts ist…. – Gemeint ist damit die Liebe zu Gott, das Band zum Schöpfer selbst. Wenn die Beziehung gepflegt wird, wird das Band gestärkt, und wir bleiben in der Liebe Gottes. Praktisch heisst das, dass wir dann weniger oder kaum dazu neigen, vom ‚rechten Weg‘ (Gottes Willen) abzuweichen.

      Es gibt einen richtigen Weg individuell – und kollektiv.

      Mit dem Blick auf den israelisch-palästinensischen Konflikt ist leicht erkennbar, dass die Visionen beider Völker für das Land nicht miteinander vereinbar sind.

      Der relativierende Aussenstehende kommt daher zu dem Schluss, dass wohl ein Kompromiss zwischen beiden Modellen gefunden werden müsse. Er denkt sich das so, wir denken uns das so.

      Wie aber denkt Gott darüber? Können wir das wissen? … Gibt es überhaupt einen Gott, und was ist für uns über sein Wollen, über seinen Plan rational erfahrbar? —

      Die Antworten ergeben sich aus der Verbindung zu Gott, dem Gott der ist und nicht dem, den wir nach unseren eigenen Vorstellungen erschaffen. Das heisst: Es ist durchaus möglich, dass eine der beiden grossen Konfliktparteien kollektiv umsetzt, was Gott will und die andere nicht. Es ist möglich, dass eine der Konfliktparteien Gottes Willen näher steht als die andere, weil mehr Menschen aufrichtigen Herzens bzw. unter den besseren Voraussetzungen (Schriften…) den Willen Gottes zu ergründen suchen.

      Es ist möglich, dass die Lösung des Konfliktes nicht in einem von Menschen erdachten Kompromiss besteht, sondern im Hören auf Gott, dessen Projekt uns ungerecht und durchaus einseitig erscheinen mag.

      Da Gott nicht angenehm aus einer Wolke zu uns spricht, können wir diese Fragen im Hier und Jetzt nicht abschliessend für alle akzeptabel klären. Und damit bleibt der Konflikt bis auf weiteres bestehen.

    • Schöne Worte, aber leider nicht mehr.

      “Mit der Klärung der Schuldfrage wäre der Konflikt lösbar.”

      Das ist eine immer wiederkehrende Behauptung ohne Beleg.

      Ihre Umdefinition von Schuld führt auch ins Nichts, weil das nur Allgemeinplätze sind, und Sünde hat nun gar nichts damit zu tun. Eine brauchbare Definition von Schuld steht im Duden:

      A. Ursache von etwas Unangenehmem, Bösem oder eines Unglücks, das Verantwortlichsein, die Verantwortung dafür
      B. bestimmtes Verhalten, bestimmte Tat, womit jemand gegen Werte, Normen verstößt; begangenes Unrecht, sittliches Versagen, strafbare Verfehlung
      C. Geldbetrag, den jemand einem anderen schuldig ist

      C. können wir für diesen Fall ausschließen.
      A. ist zu allgemein, außerdem sind weitere Definitionen nötig (Was ist Unglück? Die Nakba?)

      Bleibt B., und damit sind wir wieder bei meiner Aussage, dass das nicht kollektiv funktionieren kann. Denn eine Tat kann nur eine natürliche Person begehen.
      Würde sich ein Atten-Täter bei den Hinterbliebenen seiner Opfer ent-Schuld-igen, wäre das für die Personen vielleicht hilfreich, für die Gesamtsituation aber ohne Bedeutung.

      Wenn Sie die Argumentationslinien beider Seiten verfolgen, dann geht es immer um (De-)Legitimation von Ansprüchen. Die Zionisten hatten kein Recht ins Land einzumarschieren (K. u. a. ) bzw. die Araber sind erst vor weniger als 100 Jahren eingewandert und haben deshalb kein Recht am Land (Ariel u. a.). Ziel ist immer die Legitimation des eigenen Anspruchs (“von Gott gegeben”, “schon immer besessen”), und die Delegitimation des gegnerischen Anspruchs.
      Die Schuld entsteht durch Handlungen einzelner Personen im Rahmen dieses Konflikts, aber selbst wenn alle Parteien fair und verantwortungsvoll handeln würden (was ich begrüßen würde), würde das den Konflikt nicht lösen.

    • @ Rainer Unsinn

      [“Mit der Klärung der Schuldfrage wäre der Konflikt lösbar.”
      Das ist eine immer wiederkehrende Behauptung ohne Beleg.]

      Okay.

      „Ihre Umdefinition von Schuld führt auch ins Nichts“

      Meine „Umdefinition“ von Schuld stammt nicht von mir. Sie umfasst die Punkte A, B und C der Definition aus dem Duden und geht darüber hinaus. Diese Definition ist vergleichbar mit der „Zusammenfassung“ der Gesetze der Torah nach Hillel in „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg‘ auch keinem and’ren zu,“ auch bekannt als die „Goldene Regel“ und Teil der ethischen Weisheit vieler Religionen.

      „Bleibt B., und damit sind wir wieder bei meiner Aussage, dass das nicht kollektiv funktionieren kann. Denn eine Tat kann nur eine natürliche Person begehen.“

      Schuld und Verantwortlichkeit sind eng verbunden. Wenn es keine kollektive Schuld gibt, kann es auch keine kollektive Verantwortlichkeit geben. Demnach wäre Deutsch-Land auch nicht verantwortlich für die Verbrechen des Holocaust, oder? Demnach ist Israel auch nicht verantwortlich für das „Verbrechen“ des Siedlungsbaus, und „die“ Palästinenser tragen keine Verantwortung für die Raketen, die von Gaza aus nach Israel geschossen werden.

      Es gibt immer individuelle und auch kollektive Verantwortlichkeit, die sich aus gegenseitigen Verbindlichkeiten und Abhängigkeiten ergibt und damit folglich auch kollektive Schuld oder ein Liebesdefizit mit Folgen, von dem eine Gemeinschaft, ein Kollektiv betroffen ist.

      „Würde sich ein Atten-Täter bei den Hinterbliebenen seiner Opfer ent-Schuld-igen, wäre das für die Personen vielleicht hilfreich, für die Gesamtsituation aber ohne Bedeutung.“

      Ich weiss nicht, wie bedeutsam ein Sich-Entschuldigen für den Frieden ist.

      Wenn jeder in jeder Situation sicher wissen könnte, was richtig und was falsch ist, weil es offenbar und Täuschung nicht möglich wäre, dann wäre auch die Schuld offenbar und kein Streitfaktor mehr.

      „…dann geht es immer um (De-)Legitimation von Ansprüchen.“

      … die sich ableitet von dem, was einer glaubt, dass Gott von ihm oder von einem Kollektiv, dem er angehört, will bzw. was Gott ihm oder dem Kollektiv zugesprochen hat. Die Ansichten in dieser Frage christlicher und muslimischer Palästinenser decken sich nicht mit denen jüdischer Israelis.

      Wenn die Eltern in die Ferien fahren, und der Vater bittet zwei seiner Kinder, die Kirschen vom Kirschbaum zu pflücken, und der eine versteht: „Kirschen pflücken“ und der andere „Baum umhauen“ (vielleicht missversteht er den Vater ja, weil er keine Kirschen mag oder lieber die Axt anlegt, als sich beim Pflücken stechen zu lassen?), und jeder bemüht sich, danach zu handeln, so werden die Kinder keine Einigung finden. Wenn der Vater zurück ist, wird er denjenigen, der begonnen hat, einzelne Äste vom Baum zu hauen, für schuldig befinden und zur Verantwortung ziehen, und wenn er andere zum Mitmachen angestiftet hat, so müssen alle gemeinsam die Konsequenzen tragen.

      „Die Schuld entsteht durch Handlungen einzelner Personen im Rahmen dieses Konflikts, aber selbst wenn alle Parteien fair und verantwortungsvoll handeln würden (was ich begrüßen würde), würde das den Konflikt nicht lösen.“

      „Fair und verantwortungsvoll“ leitet sich immer von Recht und Unrecht ab, d.h. von dem, was der Vater will.

    • Schätzelchen, der Übergang von der Alchemie zu den Naturwissenschaften bestand darin, dass nicht mehr jeder seine eigene Definition baut, sondern alle dieselben Definitionen verwendeten. Wenn wir also den Begriff Umdefinieren umdefinieren, wird das Ganze lächerlich. Magisches Denken hilft hier nicht weiter.

      “Demnach wäre Deutsch-Land auch nicht verantwortlich für die Verbrechen des Holocaust, oder?”
      Hat sich deutscher Boden aufgetan, um Juden zu verschlingen? Sind deutsche Berge auf Juden gefallen? Hat das Land den Juden etwas getan?

      Oder waren es deutsche Menschen, ein geringer Teil, der Böses tat, und ein großer Teil, der wegsah und damit das Böse möglich machte?

      Dass der deutsche Staat als juristische Person Entschädigung an jüdische Menschen und den jüdischen Staat zahlt, ist eine Vereinfachung, weil es nahezu unmöglich wäre, bei der Masse der Personen und den unterschiedlichen Tatbeiträgen und dem Tod vieler Täter, eine (halbwegs) faire Behandlung der Geschädigten zu erreichen. Genau deshalb ist die Bundesrepublik unter Adenauer freiwillig in die Rechtsnachfolge des nicht mehr existenten Dritten Reichs getreten. Man hat Verantwortung übernommen, aber keine Schuld.

      Und damit sind wir bei dem zweiten Begriffspaar, das Sie hier durcheinander werfen. Israel ist als Staat sehr wohl verantwortlich für die Siedlungen, weil die Regierung die Erlaubnis erteilt und die Soldaten bereitstellt, die die Siedlungen schützen. Schuld sind jedoch die natürlichen Personen in der Regierung.

      Was den Kirschbau angeht: Allegorien sollten auch dem Uneingeweihten deutbar sein, sonst verfehlen sie ihren Sinn. Und der letzte Satz wird irgendwie seltsam, wenn es wie hier zwei “Väter” gibt.

    • @ Rainer Unsinn

      „Schätzelchen,…“

      Gerne lasse ich meine Blick für einen Moment verweilen auf Ihrer süssen und liebkosenden Anrede…

      … aber dann

      „Wenn wir also den Begriff Umdefinieren umdefinieren,…“

      Hier wird nichts umdefiniert. Wenn Sie sich mit den koscheren Speiseregeln auseinandersetzen, so werden Sie viele Anleitungen, Regeln und Gesetze finden, was beispielsweise den Umgang mit Tieren betrifft, von deren Schlachtung (Schächtung) bis hin zur Zubereitung einer Fleischmahlzeit mit erlaubten Beilagen. Wenn Ihnen jemand dabei erklärt, dass diese Gesetze zum Schutz der Tiere zu verstehen sind, obgleich wir sie verzehren, so definiert er damit die Gesetze im Einzelnen nicht neu. Er könnte aber aufgrund dieser Definition zu dem Schluss kommen, dass die Tiere am besten geschützt werden, wenn wir sie gar nicht verzehren, sondern ihnen ihr Leben lassen.

      „Oder waren es deutsche Menschen, ein geringer Teil, der Böses tat, und ein großer Teil, der wegsah und damit das Böse möglich machte?“

      Ja, so wird es gelehrt. Je mehr Zeit vergeht, desto weniger ‚glaube‘ ich an das unschuldige Wegsehen und an ein Mitmachen im grossen Stil und den Widerstand des kleineren Teils der Bevölkerung. Aber darum geht es nun nicht.

      „…Genau deshalb ist die Bundesrepublik unter Adenauer freiwillig in die Rechtsnachfolge des nicht mehr existenten Dritten Reichs getreten. Man hat Verantwortung übernommen, aber keine Schuld.“

      Hier klafft meine Geschichtslücke: IST das wahr?

      „Und damit sind wir bei dem zweiten Begriffspaar, das Sie hier durcheinander werfen. Israel ist als Staat sehr wohl verantwortlich für die Siedlungen, weil die Regierung die Erlaubnis erteilt und die Soldaten bereitstellt, die die Siedlungen schützen. Schuld sind jedoch die natürlichen Personen in der Regierung.“

      Natürlich haben Sie sich dieses „Vergehen“ als Beispiel herausgegriffen.

      Ob das juristisch korrekt ist, weiss ich nicht, aber ich bin weiterhin der Ansicht, dass Schuld und Verantwortung zwei Seiten derselben Medaille sind.

      Handlungen, für die ich verantwortlich bin, sind gut oder böse. Ich lade damit Schuld auf mich oder komme zu Ehren und mit mir all jene, die ich für meine Zwecke mit ins Boot hole. Selbstverständlich trägt auch der Einzelne Verantwortung, insofern er die Möglichkeit hat, mitzumachen oder sich von meiner Aktivität fernzuhalten.

      „Was den Kirschbau angeht: Allegorien sollten auch dem Uneingeweihten deutbar sein, sonst verfehlen sie ihren Sinn. Und der letzte Satz wird irgendwie seltsam, wenn es wie hier zwei “Väter” gibt.“

      Sie haben wohl keinen Garten?

      Wer sind denn Ihre zwei „Väter“?
      Waren beim Friedensgebet im Vatikan folglich 3 + 1 Väter zugegen – die drei der monotheistischen Weltreligionen + der „Heilige Vater“?
      Wie haben sich die Väter ihre Aufgaben Ihrer Ansicht nach bei der Erschaffung der Welt aufgeteilt? – “Du machst die Berge, ich die Vögel unter dem Himmel, Du den Adam, ich die Eva ?“ usw. –
      Ich bitte um Aufklärung in dieser Frage. Danke.

    • “Die Schuld entsteht durch Handlungen einzelner Personen im Rahmen dieses Konflikts, aber selbst wenn alle Parteien fair und verantwortungsvoll handeln würden (was ich begrüßen würde), würde das den Konflikt nicht lösen.”

      Lösen würde das einen bestehenden Konflikt noch nicht, aber vorantreiben und in Bewegung bringen.
      In Bewegung bringen dort, wo ein Vakuum alles erstickt; ausbrechen aus den eigenen Verleugnungen von Realität. Und weg von Stereotypen, einer gefesselter Freiheit, dafür ein Weiten der Seele und des Geistes.

  19. “Es ist halt wie immer: Netanjahus Regierung wurstelt weiter, just more of the same… die üblichen Reaktionen, die üblichen Entscheidungen, die üblichen Aktionen: Siedlungen ausbauen, Palästinenser boykottieren, grundsätzlich “Nein” sagen, alles verweigern, nichts geben, aber alles fordern, verlangen, und möglichst lange hinhalten…

    Es ist schon ein wenig zum aus-der-Haut-fahren: Die israelische Regierung hat keinerlei Idee, wie sie ihre eigene Erstarrung durchbrechen kann. Es gibt keinerlei Vision für den Frieden, es gibt kein Konzept, absolut nichts.”

    Und genau das ist es, was diese Stase erhält.

  20. Ich muss meinen Vorschreibern recht geben. Der Kommentar ist weit über das Ziel geraten, sogar zu weit! Hier wird sich in einer Haaretzschen Manier verausgabt, dass sich einem die Haare zu Berge stellen. Solche Äußerungen von ihnen Herr Schneider hätte ich aufgrund der sonst gut gelungen Beiträge jeglicher niemals erwartet.

    Gerade ihnen müsste doch klar sein, warum die israelische Regierung sich mit einem “lo” gegen die Einheitsregierung stellt: Fatah – eine zu unrecht als moderate Partei verklärt – die nun mit dem Schreckgespenst des islamistischen Jihads paktiert. Eine Partei, die Israel bis heute mit der Vernichtung droht. Ebenso wie die Fatah, denn letztendlich ist auch deren “Anerkennung” keine.

    Die USA gibt neben EU und UN (wobei dies eher weniger verwundert) big handshake, obwohl in den vereinigten Staaten von Amerika jegliche Form der Kooperation mit der als terroristisch eingestuften Partei unter Strafe steht, es ist also gesetzlich sogar VERBOTEN!

    Naja zurück zum eigentlichen: Israel selbst muss “lo” sagen, denn eine “ken” würde bedeuten, dass sie die Hamas als Akteur und somit deren Agenda der Judenvernichtung akzeptieren.
    Und deren Agenda ist leider die Wahrheit und betrifft nicht nur die Juden sondern auch die christlichen Palästinenser. Sämtliche Juden wurden aus Gaza vertrieben, Christen werden zurückgedrängt, bedroht und müssen Schutzsteuern zahlen und ganz ähnlich sieht es im Westjordanland aus. Die Fatah hat mehrere male bekundet, dass auch sie in “ihren” Gebieten keine Juden wollen.

    Wie will man also Frieden mit islamistischen Rackets führen, deren Ziel ein “Judenfreies” Palästina ist?
    Und mal so ganz nebenbei: Im Bezug auf die “Friedensdiskussion” ist der Siedlungsbau und das Schwadronieren gegen Siedler eine der Diskussion nicht dienliche Methode, denn ist der Siedlungsbau tatsächlich mit den palästinensischen Methoden zu vergleichen? Man verliert kein Wort über abgeschossene Raketen, Kinder die zu Jihadisten erzogen werden, Familien die Gelder bekommen, wenn eines ihrer Kinder als Märtyrer in den Tod gehen, Ermordung von Christen und die Sharia in Gaza!? Siedlungsbau ist wohl wirklich das kleinste Übel überhaupt und man sollte endlich beginnen, das wahre Problem zu erkennen.

    • Ihre Lügenmärchen können sie sich sparen. Christen und Muslime kämpfen Seite an Seite ggen die Zionisten. Die Anfühere der PFLP waren alle Christen und wenn hier wer Kirchen anzündet oder Christen bespuckt, einsperrt oder ermordet dann sind es Zionisten. Informieren sie sich bevor sie heir ihre Vorurteile raushauen …

    • Na dann sollten sie mal auf die kritischen Stimme der Palästinenser achten – was in der Regel nicht geschieht, da sie dem Kampf gegen die “Zionisten” schaden.

      “Mein Name ist Christy Anastas. Ich bin Palästinenserin und wurde in Bethlehem geboren. Ich bin Christin. Vielen Dank, dass Sie diesen Text hier lesen. Es ist beeindruckend, dass Sie sich für den Israel-Palästina-Konflikt interessieren. Wenn Sie diesen Text jedoch in der Absicht lesen, Partei für eine Seite zu ergreifen, muss ich Sie leider enttäuschen. Das hier ist kein Fußballspiel! Es geht um Menschenleben!

      Ich wurde während der ersten Intifada geboren. Intifada bedeutet Aufstand. Nach der ersten Intifada lebten wir in einer sehr friedlichen Zeit, mit Arabern, Moslems, Juden und Christen, die Seite an Seite lebten. Es war wunderschön. Als ich elf Jahre alt wurde, im Jahr 2000, begann die zweite Intifada. Das Haus meiner Kindheit stand vor einem Gebäude, das für Juden sehr bedeutsam war. Damals begann mein Volk, das jüdische Gebäude zu attackieren, Tag und Nacht. Am Tag warfen sie Steine und Bomben, in der Nacht schossen sie. Sie wussten, dass in der unmittelbaren Nähe auch Palästinenser lebten.

      Damals fiel mir auf, dass auch Kinder an den Kampfhandlungen beteiligt waren und Steine warfen. Ich erkannte, dass mein Volk Kinder als Kämpfer einsetzte. Diese armen Kinder wurden verführt, ihre Gehirne gewachsen, bis sie glaubten, es sei eine Ehre, für das eigene Land zu sterben. Es war unfassbar traurig, dies mitansehen zu müssen. Sie wurden vor meine Augen ermordet und erschossen. Die Kinder kämpften im Glauben, dadurch etwas Ehre zu besitzen. Zudem bekamen ihre Eltern und Familien später finanzielle Zuwendungen.

      Saddam Hussein zum Beispiel, der Ex-Premierminister vom Irak, war bekannt dafür, die Familie eines Märtyrers mit zehntausend Dollar zu belohnen. Die Familie eines Selbstmordattentäters bekam sogar zwanzigtausend Dollar. Erst kürzlich hat meine Regierung, die palästinensische Autonomiebehörde, siebenundvierzigmillionen Dollar an die Familien von Märtyrern ausgeschüttet. Fördert das nicht die Gewalt? Es war tragisch, was ich als Kind mitansehen musste. Das ist der Grund, warum Eltern ihre Kinder ins Gefecht schicken und sterben lassen.

      Dann gibt es da noch eine weitere Gruppe, die leider wirklich daran glaubt, dass auf einen Märtyrer zweiundsiebzig Jungfrauen im Jenseits warten. Ich bin mir nicht sicher über die Anzahl. Ich bin mir auch nicht sicher, ob diese Männer mit zweiundsiebzig Jungfrauen umgehen können, aber sie glauben wirklich daran.

      So kam es dann, dass israelische Soldaten auf Kinder schossen. Was aber tat meine Regierung? Statt die eigenen Kinder zu schützen und die öffentliche Ordnung zu verteidigen, wie es völkerrechtlich ihre Pflicht gewesen wäre, tat sie das genaue Gegenteil. Es gibt bei uns keine öffentliche Ordnung.

      Einige Palästinenser wurden gefangen genommen und in israelische Gefängnisse gebracht. Einige wurden dort geschlagen und misshandelt. Es waren israelische Soldaten, die teilweise gerade mal achtzehn, neunzehn Jahre alt waren. Jugendliche, die losgeschickt wurden, gegen Jugendliche zu kämpfen. Es war eine Unfall, der nur darauf gewartet hatte, zu geschehen.

      Die zweite Intifada machte alles viel schlimmer. Ich verlor eine Freundin. Sie war elf, wie ich. Wir waren seit zwei Jahren mit ihr befreundet gewesen. Sie wurde von einem israelischen Soldaten erschossen, aus Versehen. Sie war am falschen Ort zur falschen Zeit im falschen Auto. Sie saß in einem Auto, das direkt hinter einem anderen Wagen war, in dem von Israel gesuchte Menschen saßen. Die beiden Fahrzeuge waren absolut identisch, sogar in der Farbe. Die israelische Armee war verwirrt, schoss auf beide Wagen und tötete meine Freundin. Diese Geschichte wurde nicht nur von meinen Volk öffentlich gemacht, sondern auch von meiner Kirche, da meine Freundin Christin war.

      Zur selben Zeit lebte mein Onkel in einer Gemeinde in Bethlehem. Er musste Dschizya zahlen, weil er ein Christ war. Dschizya ist eine Schutzsteuer, die jeder zahlen muss, der kein Moslem ist, um in der Region sicher leben zu können. Sie nennen es eine Steuer. Ich nenne es Mafia. Irgendwann bemerkte mein Onkel, dass die palästinischen Behörden, die Raketen gegen Israel aus christlichen Nachbarschaften feuerten, damit bei einer Verteidigung von Israels Seite zwar Palästinenser, aber in in erster Linie Christen sterben würden. Daraufhin weigerte sich mein Onkel, die Schutzsteuer weiter zu bezahlen. Er wurde festgenommen und des Verrats beschuldigt. Weil sie ihm aber nichts weiter vorwerfen konnten, ließen sie ihn frei. Ein paar Tage später wurde er vor seinem eigenen Haus ermordet. Sie schossen ihm ins Herz.

      Palästinenser, die andere Palästinenser töten. Was für ein Dschungel.

      Ein reicher christlicher Mann stand bei der Beerdigung meines Onkels auf und sagte ein paar kritische Worte. Ein paar Tage später wurde ihm in den Kopf Geschossen. Er wurde sofort in ein Hospital gebracht. Es war ein israelisches Hospital. Sie retteten sein Leben, aber er wird blind sein bis zum Ende seines Lebens. Diese beiden Geschichten wurden nicht von meinem Volk öffentlich gemacht und in die Welt getragen. Es gibt viele dieser Geschichten. Keine von ihnen wird erzählt.

      Die Zahl der Christen in meiner Heimat ist in den letzten Jahrzehnten leider dramatisch gesunken. Immer wieder behaupten Leute, der Grund dafür sei die Besatzung. Ich jedoch glaube an Fakten und Zahlen. Wenn wir uns die Zahl der Christen in der Region Bethlehem anschauen, dann sehen wir, dass vor der Besatzung einundachtzig Prozent der Bevölkerung christlich waren. Während der Besatzung stieg die Zahl sogar auf fünfundachtzig Prozent. Die Zahl fiel erst mit den beiden Intifidas, dem Aufstieg der PLO und dem Aufkommen der radikalen Hamas. Wenn die Besatzung somit Schuld sein soll an dem Rückgang, warum betrifft es dann nur Christen? Die Gesamtbevölkerung steigt schließlich jährlich um 2,2 Prozent. In Ramallah lebten einst neunzig Prozent Christen. Jetzt sind es fünfundneunzig Prozent Muslime. Bethlehem, die Geburtsstadt von Jesus, hatte einst einundachtzig, fünfundachtzig Prozent Christen. Jetzt sind es nur noch sieben Prozent und die Zahl sinkt.

      Die Situation wurde schlechter durch die Intifada. Es gab eine Serie von Selbstmordanschlägen gegen israelische Zivilisten. Sie wurden durchgeführt von meinem Volk. Das ist die traurige Wahrheit! Sogar Palästinenser wurden getötet. Mitglieder meines Volkes banden sich Sprengstoffgürtel um und töteten sich selbst und andere. Es ist der Horror.

      Im Jahr 2002 zu Pessach tötete ein Selbstmordattentäter unzählige Juden. Es war der Anschlag, der dazu führte, dass Israel eine Mauer errichtete. Ich war jung damals. Ich erinnere mich, dass ich eines Tages zur Schule ging und als ich nach Hause kam, fand ich eine Mauer, die mein Haus an drei Seiten umfasste. An einem Tag hatten die Israelis die Mauer gebaut. Wir verloren unsere Geschäftsbeziehungen, unser Leben war zerstört, wir waren plötzlich isoliert mit einer Mauer um uns herum. Vier Kameras filmten unser Haus vierundzwanzig Stunden am Tag sieben Tage die Woche. Wir haben immer Witze gemacht: Sollten eines Tages mal Videos auf YouTube auftauchen, auf denen wir zu sehen sind, wie wir duschen, dann kommen sie bestimmt von diesen Kameras. Ich hoffe, niemand wird das je überprüfen.

      Von meinem Schlafzimmerfenster kann ich auf die Mauer blicken. 8,5 Prozent der Mauer befindet sich auf palästinensischem Boden. Viel von dem Land war in christlicher Hand. Ich habe eine Tante, die viel Land verloren hat. Aber, wenn Sie mir die schlichte Frage stellen würden, ob ich die Mauer errichtet hätte, wäre ich der Premierminister von Israel gewesen, so ist meine Antwort klar: Ja! Und das sage ich als Frau, die von der Mauer mit am meisten betroffen ist. Die Mauer hat nämlich erreicht, dass mein Volk damit aufgehört hat, sich selbst zu töten und in die Luft zu sprengen. Ich sorge mich um Menschen, nicht um Beton!

      Als die zweite Intifada zu Ende ging, beschloss ich, Jura zu studieren. Ich studierte internationales Recht, Meinungsfreiheit und Menschenrechte. Zur selben Zeit lernte ich jedoch auch das Wesen unseres palästinensischen Rechtssystem kennen. Es ist ein sehr interessantes System und nennt sich ʿUrf. Es ist eine Kombination aus Scharia und Stammesrecht. Unser Stammesrecht ist aus der Kultur der Beduinen erwachsen. Die Werte der Beduinenkultur zeichnen sich durch die, wie wir es nennen, drei Ws aus: Women (Frauen), Wealth (Reichtum) und War (Krieg). Als ich von dieser Sache erfuhr, hielt ich inne und entschied, einen Schritt zurück zu gehen, um ein größeres Bild zu sehen, vor allem als Araberin. Es ist traurig und es schmerzt, zu erkennen, was diese drei Ws für mein Volk bedeuten:

      Women: Im aktuellen Regime kann jeder Mann bis zu vier Frauen heiraten.

      Wealth: Wir haben eine korrupte Regierung, die von der momentanen Situation profitiert. Das Regime wird mit Geld vollgepumpt, während mein Volk leidet. Bei all dem Geld, was bisher von allen Ländern nach Palästina geflossen ist, müsste ich reich sein. Jeder Palästinenser müsste reich sein.

      War: Wenn das Feindbild mal ausgeht und es den Israel-Palästina-Konflikt nicht mehr gibt, wird sich mein Volk gegenseitig bekämpfen. Im Jahr 2006 als Israel sich auch dem Gazastreifen zurückzog und den Leuten das Feindbild wegzog, bekriegten sich Hamas und Fatah gegenseitig. Palästinenser töteten Palästinenser.

      Tunesien, Algerien, Irak, Libyen, Libanon, Syrien, Ägypten, mein Volk hat diese Werte genommen, sie verbreitet und darauf gebaut. Wir haben zwar eine Verfassung und sie ist wirklich gut, aber sie wird nur nicht umgesetzt, weil wir eine korrupte Regierung haben. Saeb Erekat, unser palästinensischer Hauptverhändler, sagte einst: “Wir mussten Palästinenser töten, um eine Autorität, ein Gewehr und die Rechtsstaatlichkeit zu etablieren.” Wir haben wirklich viel Zeit und Mühe darin investiert unser eigenes Volk zu töten. Wirklich gut gemacht. Es ist widerlich!

      All das beeinflusste meine Kultur. Es gibt kein Recht, kein Gesetz bei uns. Es gibt Ehrenmorde überall. Frauen haben keine Rechte. Es gab eine Frau, die zehn Jahre lang von ihrem Mann verprügelt wurde. Nach zehn Jahren fasste sie endlich den Mut vor Gericht zu ziehen, um eine Scheidung zu verlangen. Als ihr Mann davon erfuhr, zerrte er seine Frau auf den belebten Marktplatz und schlachtete sie dort. Frauen werden wie Besitz behandelt. Frauen werden nicht als Menschen erachtet. Sie haben kein Recht auf freie Meinung und ihnen werden auch sonst elementare Rechte verweigert. Ich kann ihnen unzählige Geschichten von jungen Frauen erzählen, die getötet wurden in sogenannten Ehrenmorden. Im Jahr 2013 sind die Ehrenmorde bei uns um dreihundert Prozent gestiegen. 300 Prozent!

      Frauen werden auf offener Straße sexuell belästigt. Ich wurde sexuell belästigt, weil ich zur Universität ging. Oft fühlte ich mich richtiggehend angewidert in der Universität, ganz so als wäre ich in einem Zoo unter Tieren. Auf dem Weg nach Hause saß ich manchmal in einem Kleinbus und wurde dort angegrabscht. Das sind die “Rechte”, die wir dort als Frauen besitzen.

      Ein weiteres Problem ist der Landraub. Die Mauer hat uns sehr viel Land geraubt, besonders in dem Gebiet um Bethlehem, aber Palästinenser stehlen ebenfalls palästinensisches Land, besonders von Christen. Ich habe vier Onkel, die alle mehr als die Hälfte ihres Landes an Leute aus Hebron verloren haben. Einfach so. Meine Onkel zogen vor Gericht und forderten ihr Recht ein, aber der Richter kam leider aus Hebron und sagte: “Ich kann es kaum erwarten, Euch drei tot in der Gefriertruhe zu sehen.” Unser Richter arbeiten übrigens nur von zehn Uhr morgens bis ein Uhr nachmittags fünf Tage die Woche. Sie haben wirklich eine gute Karriere gemacht: Drei Stunden arbeiten am Tag.

      Ich bin gebürtige Christin. Mein Glauben ist nicht wirklich stark. Als junge Erwachsene jedoch stolperte ich über diesen biblischen Vers:

      “Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen; nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, dass ich sie aus Ägyptenland führte, welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen mußte, spricht der Herr;sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein.” (Jeremia 31, 31-33)

      Dieser Vers forderte mich in meinem Kern heraus. Ich dachte, dieser Vers ist mehr als bizarr. Wenn Gott wirklich existiert und dieser Vers, der ebenfalls im Koran zu finden ist, stimmt, dann finde ich den Beweis für seine Richtigkeit. Es war die junge Anwältin, die damals aus mir sprach. Ich schaute mir daher alle Kriege an, in denen Israel jemals involviert war. Der interessanteste Krieg war der Yom-Kippur-Krieg.

      In der militärischen Logik ist es eigentlich klar: Einen Vier-Fronten-Krieg kann man nur verlieren. Im Norden wurde Israel von Libanon und Syrien attackiert, im Osten von Jordanien und im Süden von Ägypten. Libanon fiel schnell. Im Norden hatte Israel nur hundertfünfzig Panzer. Syrien aber hatte eintausendvierhundert Panzer. Im Süden hatte Israel ein Heer von fünfhundert Soldaten. Das ägyptische Heer jedoch umfasste achtzigtausend Soldaten. Israel gewann den Krieg dennoch und eroberte mehr Land. Das waren keine Superkräfte, die dort am Werk waren. Für mich war es die Hand Gottes. Das war mein Beweis für die Richtigkeit des Vers.

      Nachdem ich das für mich erkannt hatte, dachte ich, ich besitze das Recht auf freie Meinung und alle Menschenrechte, ich werde diese Rechte ausüben und meine Überzeugungen teilen. Ich fing daher an, meine Überzeugungen mit einer kleinen Gruppe zu teilen. Ich erklärte, dass Gott das Land Israel seinem Volk als Zeichen seines ewigen Bundes gegeben hat, und es Zeit wird, dies zu akzeptieren. Lasst uns zwei Staaten errichten, sie dort, wir hier. Let’s move on and get a life! Ich erklärte weiter, wenn Ihr nicht meinem Glauben folgen möchtet, dann schaut Euch die Welt an. Wieviele christliche Länder gibt es? Wieviele muslimische Länder? Warum können die Juden nicht ein einziges Land haben? Eine sehr einfache Frage.

      Nach meinem ersten Treffen mit einer kleinen Gruppe junger Menschen dauerte es keine vierundzwanzig Stunden und ein Familienmitglied rief mich an und bat mich, ihn zu treffen. Als wir uns trafen nahm er eine Pistole, richtete sie an meinen Kopf und sprach: “Ich habe eine Kugel, nur eine Kugel. Ich jage sie Dir in den Kopf und beende Dein Leben! Du spielst mit dem Feuer und ich werde eher Dich verbrennen, als dass Du Deine Familie verbrennst. Ich wurde geschickt, Dich zu stoppen.”

      Ich wurde mit dem Tod bedroht, weil ich meine Überzeugungen und Meinungen geteilt hatte. Israelis bedrohen uns nicht, weil wir unsere Meinungen teilen, Palästinenser schon! Ich war geschockt, wütend und zornig, aber ich konnte nicht aufhören. Ich teilte meine Ansichten weiterhin. Ich bin ein Mensch.

      Ich ging in die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, um noch mehr zu verstehen, was den Juden angetan worden war. Als ich mich selbst in ihre Lage versetze, da verstand ich auf einmal, warum sie taten, was sie so aggressiv taten und warum sie es weiterhin tun. Ich verstehe es. Ich rechtfertige es nicht. Ich verstehe es! Es ist wegen all dem, was geschehen ist. Es gibt immer einen Grund. Es ist keine Rechtfertigung, nur ein Grund. Sie sind überängstlich! Warum? Plötzlich verstehst Du warum!

      Als ich verstand, wurde ich verfolgt und des Verrats beschuldigt. Es wurde zu gefährlich für mich dort zu bleiben. Ich musste mein Land verlassen. Ich floh nach Britannien und beantragte Asyl, was mir binnen drei Tagen auch bewährt wurde, weil die Angelegenheit in meinem Fall so klar war. Das ist meine Geschichte.

      Danke.”

    • @Steve: Es ist sicherlich richtig, dass Christen es in muslimischen Ländern schwer haben, ja sogar verfolgt werden und man sehr wenig dagegen etwas tut. Wahrscheinlich ist das noch mehr in u.a. Ländern wie Irak, Ägypten zu spüren. Es ist sicherlich auch ein Problem in Palästina, aber ich glaube nicht in dem Aussmass wie das aus deinem Bericht hervorgeht, ohne damit die Schilderung dieser jungen Frau diskreditieren zu wollen. Im Gegenteil, um bei Palästina zu bleiben, es gibt viele Probleme, die die Bevökerung zu lösen hat. Auch üben kulturelle und traditionsbestimmte Normen starken Druck auf soziale Gruppen und Gemeinschaften auf. Aber ein Volk, dass in Freiheit leben kann, wird sich vielleicht schneller zu einer aufgeschlosseneren und offenen Gesellschaft entwickeln, als das die gegebenen Umständen erlauben. In Jordanien ist das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen z.B. recht unproblematisch. In Palästina bin ich einmal von Muslimen gefragt worden, warum man sich in Europa so schwer mit Muslimen tut, da man in Palästina doch von jeher friedlich mit Christen zusammenlebt.

      Im Grunde wollte ich aber nur sagen, dass es auch andere Aussagen und Darstellungen gibt. Wie bekannt ist die Auswanderungsrate von Christen aus Palästina sehr hoch. Es gibt einen in dieser Frage sehr engagierten, in Deutschland ausgebildeten palästinensischen Pastor in Bethlehem (Mitri Raheb), der sich auf eine Studie bezieht, die Gründe der Auswanderung untersucht. Nur ein kleiner Bruchteil wandert wegen religösem Extremismus aus (0,3%). Fehlende Freiheit und Sicherheit, politische Instabilität, sowie die verschlechterte wirtschaftliche Lage sind aber Hauptfaktoren für die Auswanderung. Und es gibt viele Stimmen, die davon sprechen, dass Christen und Muslime geradezu Brüder sind, die friedlich miteinander leben, aber dass das wirkliche Problem Israel sei.

      (Dieser Pastor hat übrigens einen deutschen Medienpreis bekommen für seine humanitäre Arbeit – überreicht vom Bundespräsidenten).

      Aber was immer die intrareliösen, sozialen und kulturellen Probleme in der palästinensischen Gesellschaft auch sind, sie können niemals Besetzung, Enteignung und Unterdrückung rechtfertigen. Christy versteht was den Juden widerfahren ist und versteht daher auch warum sie tun, was sie tun. Und was ist die zu ziehende Konsequenz? Ist es genug zu verstehen oder sollte man auch Schlussfolgerungen aus dieser Erfahrung ziehen? Ja, eben ‘ nie wieder’, was aber keine Begründung dafür sein darf, ein anderes Volk zu vertreiben und zu unterdrücken.

    • Der evangelisch-lutherische Pastor und Palästinenser Mitri Raheb , über den ich des öfteren gelesen habe und um die letzte Weihnachtszeit / Deutschland eine eigene Fernsehsendung gesehen habe : hat mir auch mal imponiert .
      Ja, bis er am Ende dieser Sendung, immer wieder von ” Jesus als Palästinenser ” ( bewusste Assoziation des hilflosen Jesus-Baby mit den heutigen hilflosen Palästinenser-Opfern ) sprach.
      Auch wenn es im römischen Reich die ” Provinz Palaestina ” gab :
      Mit den heutigen Palästinensern hat Jesus nichts zu tun . Er wurde als Jude geboren, er wurde als Jude gekreuzigt ( das hat er auch nicht ansatzweise erwähnt ).
      Alles andere ist irreführend.
      So wie die Vergabe eines Medienpreises noch nichts sagt.
      Sogar der Friedensnobelpreis wurde an Terroristen / Ex-Terroristen ( s. Jassir Arafat ) vergeben .

  21. @ Lustig

    [“Ich frage mich auch, was beispielsweise in einem Herrn Schneider vorgehen muss, wenn er zu solcher Medienpolitik zustimmend schweigen muss.”
    Das habe ich mich auch schon gefragt.] (Sie)

    Sie sind dabei zu anderen Schlüssen gekommen als ich. Mein Mich-Fragen implizierte eine Antwort: Ich kann mir nur vorstellen, dass das nicht einfach ist, dass es Magenschmerzen verursachen muss.

    Schauen Sie, allgemein ist es doch so, dass es gesellschaftlich irrelevant ist, wie ein Friseur, Schneider oder Koch, wie eine Hausfrau, Amme oder ein Bäcker über die Welt denken, obwohl auch ihre Ansichten bedingt meinungsbildend sind. Letztlich haben sie bei einer Wahl nur eine Stimme, und da endet ihr gesellschaftlicher Einfluss. Anders ist das im Fall von Personen des öffentlichen Lebens, also bei Stars, Politikern, Milliardären usw… – Deren Positionen werden von Vielen diskutiert und sind in der Regel politisch relevant. Sie werden geliebt und gehasst, und sie landen in der „heutshow“.

    Die meisten Sie und ichs sind froh, dem Urteil der Masse nicht in solcher Weise ausgesetzt (ausgeliefert) zu sein. Wir haben es relativ leicht, authentisch zu leben, ehrlich und transparent gegen sich selbst und vor der Umwelt. Mit dem Urteil der Masse geht diese Authentizität meist ein stückweit verloren. Der Mensch will sich schützen, und er will weiterkommen. Also reagiert er entsprechend auf seine Umwelt und verstellt sich. Dies geschieht teils vorsätzlich, teils unbewusst, reflexartig.

    Sie beschreiben dies gut, wenn Sie über den geistigen Aspekt sagen, dass es nichts bringe, ihn in die Waagschale zu werfen, denn: „Man rennt dauernd gegen eine Wand.“ –

    Es hängt nun auch davon ab, wer „man“ ist. Ein US-Präsident oder auch jeder x-beliebige Politiker werden aus Überzeugung jeden relevanten Aspekt in den Ring werfen, selbst wenn sie gegen eine Wand rennen und scheitern. Darin liegt nicht der Auftrag unabhängigen Journalismus, der objektiv und neutral sein soll, auch wenn er das nicht ist, nie und nirgends. Die Journalisten sind nicht ohne Meinung und sie befinden sich in Abhängigkeiten. Sie sind frei – jedoch mit Einschränkungen. Politik machen sollen sie eiiiigentlich nicht. Da sie nur einen Informationsauftrag, nicht aber ein politisches Mandat haben, sollte es für sie ohne Belang sein, ob sie mit einem Beitrag nun offene Türen einrennen oder gegen eine Wand reden. Allerdings muss auch diese Tätigkeit natürlich rentabel sein, und da ist es hilfreicher, die offenen Türen zu suchen.

    Sie sagen weiter, „Wäre es nicht besser, die (aus biblischer Sicht) richtigen Handlungen vorzunehmen, aber für die Welt eine leicht verdauliche, “atheistische” Erklärung parat zu haben?“

    Sie beschreiben hier eine Haltung, die das glatte Gegenteil der von mir eingangs beschriebenen Authentizität des „Kleinen Mannes“ darstellt, nämlich die der Doppelmoral des Machtmenschen. ‚Auf direktem Wege kann ich das Ziel nicht erreichen, also bluffe (lüge? betrüge?) ich. Das ist der einzige Weg.‘

    Nüchtern-puritanisch-deutsch-korrekt, fantasielos und gänzlich unorientalisch erzogen kann ich nicht sagen: Daumen hoch! Dennoch denke ich rational, dass diese Einstellung durchaus legitim sein kann. Sie birgt Chancen, aber ebenso grosse Gefahren.

    Positiv verstanden ist dies die Haltung der Königin Esther, der Heldin des Purim-Festes. Auf der anderen Seite aber sind/werden wir, was wir tun und wer zu sein wir vorgeben. Im Fall von Esther ist die Geschichte gut ausgegangen, und ihre Täuschung (das Verbergen ihrer wahren Identität) war letztlich für die Rettung des jüdischen Volkes eine Notwendigkeit.

    Wie sicher aber können wir wissen, dass Gott von uns erwartet, zum Erreichen Seiner Ziele eine zweite Haut anzulegen? Wie viel Frömmigkeit bleibt einem ‚praktizierenden Atheisten‘? Wird er merken, wenn er geworden sein wird, wer zu sein er vorgibt? Die Gegenfrage ist selbstverständlich ebenso berechtigt, Ihrem Beispiel folgend: ‚Wie ernst zu nehmen ist die nach aussen getragene Frömmigkeit eines US-Präsidenten?‘

    „eine WIRKLICH angestrebte Lösung des Konfliktes kann aus mehreren kleinen Schritten/Entscheidungen bestehen, die wiederum größere Schritte/Entscheidungen vorbereiten. Diese kleinen Schritte könnten gerechtfertigt werden, indem “atheistische” Gründe vorgebracht werden, bis schließlich ein großer Schritt nicht mehr abzuwenden ist.“

    Atheistische Argumente sind in Nahost nicht unbedingt gefragt, oder sehen Sie das anders? In der deutschen Nahost-Politik, ja, da könnten sie unter Umständen mehr Gewicht haben als wahre Gründe.

    „Tatsachen zu schaffen scheint mir irgendwie die einzige Strategie zu sein, die in der internationalen Politik das verlogene Gutmenschentum aushebelt.“

    Tatsachen schaffen: Siedlungsbau; verlogenes Gutmenschtum: … das Frieden mit einem Terror-Regime propagiert?

    Ja, damit mögen Sie Recht haben.

    Zurück zu meiner Frage oben: Vielleicht ist es möglich, sich mit den Grenzen und Möglichkeiten der Gegebenheiten so zu arrangieren, dass man symptomfrei damit umgehen kann.

    Nach einem langen Blick in den Spiegel (meiner Seele) ist mir nun noch etwas aufgefallen. Selbst ich trage wohl eine durchaus orientalisch anmutende Doppelmoral in mir. So benenne ich meine eigenen Grenzüberschreitungen nicht. Objektiv aber sind sie es, – und ich stelle nun zum Ende meiner langen Antwort fest, dass das, was sie sagten:

    „Wäre es nicht besser, die (aus biblischer Sicht) richtigen Handlungen vorzunehmen, aber für die Welt eine leicht verdauliche, “atheistische” Erklärung parat zu haben?“

    nicht ganz so verwerflich ist, wie ich eingangs dachte.

    Es ist so, dass es Dinge gibt zwischen Himmel und Erde, die der Intimität zwischen Gott und seinem Geschöpf, dem Menschen entspringen und in die Dritte keinen Einblick haben können. Rechtfertigt diese Sicht jeden nur denkbaren Gesetzesbruch? Theoretisch, ja. Praktisch, denke ich, hilft als Mass zu schauen, ob durch das eigene Verhalten anderen Menschen Schaden zugefügt wird/wurde oder ob sogar Gutes dadurch entsteht/entstand (s. Esther). Solches lässt sich in vollem Umfang erst nach Vollendung der Tatsachen feststellen. Bis dahin sind wir auf uns selbst gestellt mit der Verantwortung für unser Tun, ggfs. dem Urteil anderer ausgeliefert, und auch bei anderen können wir nur vertrauen, kritische Skepsis anbringen oder bei drohendem Unheil warnen und ggfs. rettend einschreiten.

    Dies wiederum trifft auf Privatpersonen ebenso zu wie auf den israelischen Siedlungsbau und die palästinensische Staatsschaffung.

  22. @ Lustig/2

    „Man kann Gott nicht ignorieren, wenn man über den Konflikt diskutiert, aber gleichzeitig scheint es nichts zu bringen, den geistigen Aspekt anzusprechen. Man rennt dauernd gegen eine Wand.“

    Nun habe ich bereits so viel geschrieben. Ein Gedanke gehört jedoch noch dazu.

    Wir wissen ja nun nicht, wie wichtig dem Herrn Schneider der geistige Aspekt ist, aber mir fällt sehr auf, wie anders es ist, über den Nahen Osten in den (englischsprachigen, die ich verstehe) Medien zu lesen. Der spirituelle, religiöse Blickwinkel hat dort überall einen Platz. Nicht jeder stellt die Religion in den Mittelpunkt der Diskussion, und doch ist die religiöse Rolle Israels unterschwellig omnipräsent und jeder „darf“ sich auch offen dahingehend äussern. Unterschwellig präsent: Das reicht von ‚Wir müssen die Palästinenser mehr lieben,‘ ‚Wir müssen mehr beten,‘ ‚Wir müssen das Land, das Gott uns versprochen hat, besser verteidigen und sichern,‘ ,Der Staat darf seine jüdische Identität nicht verlieren‘ usw. bis in den letzten Winkel jüdischer Existenz. Und ‚jüdisch‘ bedeutet so viel wie ‚in Gottes Auftrag‘, ‚von Gott berufen‘ oder auch ‚Was will Gott in dieser Frage von uns?‘. Das beschreibt eine sehr wörtlich verstandene und ganz praktische Verantwortung, viel mehr als eine Arroganz, die ebenfalls von der Idee der Auserwählung abgeleitet werden könnte.

    Juden, die in der Diaspora leben, können sich nicht ohne Befangenheit frei so äussern. Sie werden sich zwangsläufig an die Umgebung anpassen und mit den Umständen arrangieren. Manche assimilieren sich ganz, und andere erschaffen sich ein jüdisches Inselreich in der Fremde, z.B. die Ultraorthodoxen in den USA, oder sie finden ganz persönlich einen Kompromiss, der ihnen das Leben und Gedeihen hier wie dort möglich macht. Es ist, so scheint mir, immer ein landesspezifischer Kraftakt.

    Wirklich frei entfalten kann sich dieser Geist nur in Israel.

    Politische Korrektheit steht in Israel nicht hoch im Kurs. Nicht-Israelis fühlen sich durch die israelische Direktheit daher oft vor den Kopf gestossen, erschrecken über die „Unhöflichkeit“. Diese etwas derbe Herzlichkeit ist jedoch frei vom bitteren Nachgeschmack gutbürgerlicher Höflichkeit oder linksliberaler, laizistischer Toleranz (Gutmenschtum).

    • @Lily

      „Sie sind dabei zu anderen Schlüssen gekommen als ich. Mein Mich-Fragen implizierte eine Antwort: Ich kann mir nur vorstellen, dass das nicht einfach ist, dass es Magenschmerzen verursachen muss.“

      Ich habe auch in Richtung Magenschmerzen gedacht. Wahrscheinlich habe ich nicht so deutlich gemacht, dass ich dann an dieser Stelle den Bereich des Journalismus verlassen habe. Ich wollte weiter nur noch den Bereich der Politik betrachten, weil ein Politiker doch mehr Einfluss auf den Konflikt/Konfliktlösung? haben kann.

      „Doppelmoral des Machtmenschen“

      In dem von mir beschriebenen Fall scheint eine solche „Doppelmoral“ notwendig zu sein angesichts der fehlenden Moral der Weltgemeinschaft gegenüber Israel.

      „Wie sicher aber können wir wissen, dass Gott von uns erwartet, zum Erreichen Seiner Ziele eine zweite Haut anzulegen?“

      Mein Gedanke mit der zweiten Haut war (m)eine Idee, ob Gott es von einem Politiker, der sich von ihm führen lässt, erwarten würde, kann ich nicht sagen. Ich denke auch, alles hängt von einer bestimmten Situation ab. Vielleicht würde Gott es sogar von demselben Politiker in der Situation A und C erwarten, in der Situation B und D aber nicht. Ich muss auch an Beispiele in der Bibel denken, wo sich Personen auch eine „zweite Haut“ anlegten. David gab einmal vor, geisteskrank zu sein, um sich zu schützen (ist es richtig?). Die Schwiegertochter eines der Söhne Jakobs verkleidete sich als Prostituierte, um Gerechtigkeit zu bekommen.

      „Atheistische Argumente sind in Nahost nicht unbedingt gefragt, oder sehen Sie das anders?“

      Gegenüber den westlichen Mächtigen scheinen sie die einzige Möglichkeit zu sein. Irgendwie muss man in diesem Konflikt mit jedem Beteiligten anders umgehen. Das haben z.B. die Araber schon längst begriffen, deshalb gewinnen sie immer die PR-Schlachten (Aussage X geht auf Englisch in Richtung Westen, Aussage Z auf Arabisch für die eigenen Leute), von Pallywood ganz zu schweigen.

      „wie anders es ist, über den Nahen Osten in den (englischsprachigen, die ich verstehe) Medien zu lesen. Der spirituelle, religiöse Blickwinkel hat dort überall einen Platz.“

      Meinen Sie hier US-amerikanische oder auch britische Medien? Und wird der religiöse Aspekt von den Journalisten selbst angesprochen oder nur von den „kleinen Usern“ in den Kommentaren?

      „Politische Korrektheit steht in Israel nicht hoch im Kurs….Diese etwas derbe Herz-lichkeit ist jedoch frei vom bitteren Nachgeschmack gutbürgerlicher Höflichkeit oder linksliberaler, laizistischer Toleranz (Gutmenschtum).“

      Aber beschränkt sich das nur auf Israel? Ich habe schon mehrfach in Interviews mit Juden in der Diaspora dieselbe fehlende politische Korrektheit, das „Dinge-beim-Namen-nennen“ bemerkt, was mir sehr imponiert und was die nichtjüdischen Beteiligten mit ihren Floskeln grau und langweilig aussehen lässt.

    • Liebe Lily, lieber Lustig,
      wie stellen Sie sich eigentlich die Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben der Menschen auf diesem Planeten vor? Im Moment sind ja vielerorts die Frommen auf dem Vormarsch. Wird´s helfen?
      Liebe Grüße

    • @ Olympe

      “wie stellen Sie sich eigentlich die Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben der Menschen auf diesem Planeten vor?”

      Ein friedliches Zusammenleben der Erdplanetarier stelle ich mir einfach nur schön vor. 🙂

      Die Bedingungen, also Voraussetzungen dafür? Ich glaube nicht, dass wir die jemals schaffen werden. Ich glaube vielmehr – da bin ich Pessimist -, dass alles noch viel schlimmer kommt, ehe am Ende aller Zeiten alles gut werden kann.

      Trotz dieses Ausblicks ist Frieden oder sind Inseln des Friedens möglich. Jeder trägt eine eigene, ganz persönliche Verantwortung für den Frieden, angefangen bei sich selbst, der Familie, den Freunden und schliesslich auch die Gesellschaft betreffend, je nach gesellschaftlicher Rolle und Aufgabe.

      “Im Moment sind ja vielerorts die Frommen auf dem Vormarsch. Wird´s helfen?”

      Demonstrative Frömmigkeit wird ganz sicher nicht helfen. Eine Rückbesinnung auf Werte wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Gewissenhaftigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Zivilcourage, Hilfsbereitschaft usw. sowie der schlichte Rahmen der Zehn Gebote können den Frieden besser fördern als jede zur Schau gestellte Frömmigkeit, welcher Couleur auch immer.

    • Ja, da sind sie doch, die wichtigen Grundwerte, die uns Menschen das Zusammenleben erleichtern. Und die funktionieren sogar für Atheisten! Ich bin übrigens keine, aber wo mit Gott argumentiert wird, ist der Absolutheitsanspruch nicht weit und dann lassen sich diese Werte nicht mehr verwirklichen. Das klappt dann nur noch, wenn alle gleichgeschaltet sind. Soll wir es denn nun mit dem Islam probieren, oder lieber mit dem Christentum? Das Judentum scheidet ja aus.
      Ich sehe unter diesen Voraussetzungen nur folgende Lösungen: echte Religionsfreiheit und Toleranz bzw. Laizismus oder eben separate Inseln oder besser Planeten. Oder aber wir schreiten zu Armagedon. Gott gewinnt immer.

    • @ Olympe

      Ich kann Lily nur zustimmen. Aber es wäre für mich interessant zu erfahren, wen Sie unter “den Frommen” verstehen. Wie würden Sie eine solche Person beschreiben?

      BTW: Wie kommen Sie darauf, dass ich ein Mann bin?

    • @ Lustig – Mann? Frau? – Wir sind alle nur Pixels auf unseren Bildschirmen und auf denen anderer User. Wir sind nichts als eine Idee, die wir verpixeln, Ideen, die wir haben, Vorstellungen, die wir uns machen und Zeichen, die von einem Empfänger irgendwie entschlüsselt werden. Fleischlos, geschlechtslos, frei von Identität: virtuelle Geistwesen.

    • @Lily

      Eine realistische Sichtweise, Sie haben aber vergessen zu erwähnen, dass die Pixelarbeit in Bezug auf manche Themen sinnlos scheint. 🙁

    • @ Lustig

      Ich habe mich wohl sarkastisch ausgedrückt. Gut, dass es einer gemerkt hat. 😉

    • @ Lustig

      “Vielleicht würde Gott es sogar von demselben Politiker in der Situation A und C erwarten, in der Situation B und D aber nicht.”

      So ist es mit Sicherheit.

      “Gegenüber den westlichen Mächtigen scheinen sie [die atheistischen Argumente] die einzige Möglichkeit zu sein.”

      Das will mir so gar nicht gefallen.

      “Irgendwie muss man in diesem Konflikt mit jedem Beteiligten anders umgehen.”

      Ich weiss nicht so recht. Sogenannte “Hardliner” verfolgen konsequent ihre Linie, ohne sich in jede Richtung entsprechend den jeweiligen Erfordernissen zu verbiegen. Solche Leute schaffen es nicht selten in die Geschichtsbücher – for the better, for the worse.

      Der konsequente Inhalt schliesst jedoch nicht aus, dass die Form, das heisst der Umgang dem jeweiligen Gegenüber angepasst werden sollte.

      Sobald Inhalte sich mit dem Übergang von der einen zu einer anderen Sprache ändern, ist m.E. klar eine Schwelle überschritten, auch wenn dieses Vorgehen vordergründig “erfolgreich” sein mag.

      “Meinen Sie hier US-amerikanische oder auch britische Medien?”

      Weder noch. Ich bezog mich auf israelische Medien in englischer Sprache, wobei jpost beispielsweise klar USamerikanisch gefärbt ist und timesofisrael britisch. Es heisst, der (israelische) Einwanderer könne die Diaspora verlassen; nie aber werde die Diaspora ihn verlassen. Daher bringt jeder Israeli, dessen Muttersprache Englisch ist, ein bisschen englisches Ausland in das israelische Medium.

      “Und wird der religiöse Aspekt von den Journalisten selbst angesprochen oder nur von den „kleinen Usern“ in den Kommentaren?”

      Von beiden: Von den Journalisten mit professioneller Sachlichkeit, von den kleinen Usern mit grösserem Pathos. 😉

      “Aber beschränkt sich das nur auf Israel? Ich habe schon mehrfach in Interviews mit Juden in der Diaspora dieselbe fehlende politische Korrektheit, das „Dinge-beim-Namen-nennen“ bemerkt,”

      Ich weiss es nicht. Mir fehlt es an Erfahrung, um das beurteilen zu können.

      Ich beobachte jedoch immer wieder, dass “Juden” in der Diaspora mir in ihrer Identität (Wesensart, Ausstrahlung, etc.) immer zuerst als Franzosen, Amerikaner, Deutsche… begegnen. “Jüdisch” ist immer erst das zweite Attribut. Mir kommen dann entsprechend Gedanken/Empfindungen wie: “(Er ist Jude.) Aber er ist sowas von französisch (deutsch, marokkanisch, amerikanisch…)!” Es ist, als müsse “jüdisch” die jeweilige Nationalität irgendwie ausklammern oder neutralisieren. “Jüdisch” und die jeweilige Nationalität durchdringen einander hingegen völlig. Das trifft auch auf diejenigen zu, die orthodox leben und sich nicht als assimiliert verstehen.
      Daher ist mir die israelische Direktheit vor meinem kleinen Erfahrungshorizont bisher so noch nicht aufgefallen.

    • @ Lustig

      [„Doppelmoral des Machtmenschen“

      In dem von mir beschriebenen Fall scheint eine solche „Doppelmoral“ notwendig zu sein angesichts der fehlenden Moral der Weltgemeinschaft gegenüber Israel.]

      Solch eine Doppelmoral sollte meiner Ansicht nach NIE zur Gewohnheit werden, zu einem Mittel, dass dann ggfs. reflexartig zum Einsatz kommt. Die fehlende Moral der Weltgemeinschaft für sich genommen rechtfertigt gar nichts. Das “Disconnect” des einen ‘rechtfertigt’ prinzipiell nicht das “Disconnect” des anderen, bzw. ist es nicht am Ende doch besser, die Umwelt/Weltgemeinschaft mit guten Werten zu verblüffen als mit den gleichen miesen Tricks, derer sich die Weltgemeinschaft bedient?

      Während Israel sich gerade erst über den neu gewählten Präsidenten freut, wird er andernorts schon vernichtet, weil er ein Ein-Staaten-Vertreter ist. Ich glaube nicht, dass es besser ist, wenn man dem Herrn voreilig die Zweistaaten-Lösung in den Mund legt, um die Weltgemeinschaft zu besänftigen. Ich glaube, die Weltgemeinschaft darf und sollte lernen, ein selbstbewusstes Gegenüber mit einem eigenen Lebensentwurf zu respektieren.

    • @Lily

      [„Doppelmoral des Machtmenschen“
      In dem von mir beschriebenen Fall scheint eine solche „Doppelmoral“ notwendig zu sein angesichts der fehlenden Moral der Weltgemeinschaft gegenüber Israel.]

      Ich habe bewusst Doppelmoral in „ “ gesetzt, damit deutlich wird, dass das aus meiner Sicht nicht wörtlich genommen werden kann. Es ist mir auch NIEMALS um miese Tricks gegangen. Sollte sich ein Politiker, der sich von Gott führen lässt, eine „zweite Haut“ anlegen, dann nur, wenn Gott es von ihm verlangt. Gott würde niemals von jemandem miese Tricks erwarten, die andere Menschen schädigen, oder? Es ging mir immer nur um eine gottgegebene Weisheit, da man mit der menschlichen Weisheit in diesem Konflikt nicht weiterkommt.

      Jetzt fällt mir noch ein sehr gutes Beispiel ein. Als Samuel zu Isai ging, um einen seiner Söhne zum neuen König zu salben, wusste er, dass es ein großes Problem wäre, den Menschen in Bethlehem zu sagen, warum er wirklich in ihre Stadt gekommen ist. Er hatte Angst, Saul würde ihn töten. Gott selbst hat nicht von Samuel erwartet, die Gründe für sein Kommen klar zu benennen!!!
      Er sagte Samuel, wie er sich in dieser Situation verhalten sollte:
      „Nimm eine junge Kuh mit dir und sprich: Ich bin gekommen, dem HERRN zu opfern.
      Und du sollst Isai zum Opfer laden. Da will ich dich wissen lassen, was du tun sollst, dass du mir den salbst, den ich dir nennen werde.“

      Diese Geschichte ist aus meiner Sicht ein perfektes Beispiel für das, was ich FÜR UNSERE ZEIT mit „atheistischer Erklärung“ meinte. Eigentlich geht es nicht wirklich um eine gottlose Erklärung, sondern um eine gottgegebene Erklärung. Natürlich kann es richtig sein, sich der Welt als ein „selbstbewusstes Gegenüber mit einem eigenen Lebensentwurf“ zu präsentieren, die Frage ist nur, ob es (zu diesem Zeitpunkt) weise ist.

  23. @Lily 11/06/2014 um 10:22

    Aus Übersichtlichkeitsgründen fange ich mal wieder vorne an.

    Fangen wir diesmal von hinten an, dann wird es einfacher. Den Garten mit zwei Kirschbäumen habe ich altersbedingt im letzten Jahr abgegeben, also ja, ich habe keinen Garten. Was hat das aber mit der Allegorie zu tun? Für wen stehen die beiden Jungs, was bedeutet Kirschen ernten im Vergleich zu Baum umhauen. Wer ist der Vater? Und wieso macht er die Regeln, wenn sie einer so mißversteht? Oder stehen die Regeln für was anderes? Und was zum Kuckuck hat das mit dem Konflikt Israelis/Palästinenser zu tun?

    “dass Schuld und Verantwortung zwei Seiten derselben Medaille sind”

    Zu Verantwortung sagt der Duden:

    A. [mit einer bestimmten Aufgabe, einer bestimmten Stellung verbundene] Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass (innerhalb eines bestimmten Rahmens) alles einen möglichst guten Verlauf nimmt, das jeweils Notwendige und Richtige getan wird und möglichst kein Schaden entsteht
    B. Verpflichtung, für etwas Geschehenes einzustehen [und sich zu verantworten]

    Wenn man also bei A seiner Verantwortung nicht nachkommt, kann daraus Schuld entstehen. So wie aus einem Feuer ein Schaden entstehen kann. Ist Feuer deshalb dasselbe wie Schaden?

    B. war das was der deutsche Staat unter Adenauer gemacht hat (und noch eine Menge mehr, was aber nur wenige wissen).

    “desto weniger ‚glaube‘ ich an das unschuldige Wegsehen”

    Wie kommen Sie auf die Idee, dass Wegsehen ‘unschuldig’ wäre? Durch Wegsehen lädt man genausoviel Schuld auf sich wie der Täter. Stichworte “Begünstigung” bzw. “unterlassene Hilfeleistung” im StGB.

    “viele Anleitungen, Regeln und Gesetze finden, was beispielsweise den Umgang mit Tieren betrifft, von deren Schlachtung (Schächtung) bis hin zur Zubereitung einer Fleischmahlzeit mit erlaubten Beilagen”

    Und was hat das mit Schuld zu tun? Macht sich jemand schuldig, weil er zuwenig Pfeffer ans Fleisch macht? Sie werfen nach wie vor die Begriffe Schuld und Sünde durcheinander. Aber das ist auch vom AT her falsch gedacht.

    Nehmen wir wieder den Duden zuhilfe:

    Sünde:
    A. Übertretung eines göttlichen Gebots
    B. Zustand, in dem sich jemand durch eine Sünde oder durch die Erbsünde befindet
    C. Handlung der Unvernunft, die nicht zu verantworten ist; Verfehlung gegen bestehende [moralische] Normen

    • Da Beispiele manchmal besser erklären:

      Die israelische Armee vertreibt einen Palästinenser, dessen Familie seit 100 Jahren da wohnt, von einem Stück Land.
      Sündigt sie? Nein, sie befolgt lediglich Gottes Gebot aus der Torah, das Land zu besiedeln und die Philister zu vertreiben.
      Macht sie sich schuldig? Ja, indem sie den Palästinenser mit Androhung oder Zuhilfenahme von Gewalt um sein Eigentum bringt.
      Wer ist verantwortlich? Der Offizier, der die Aktion durchführt, aber auch die Regierung, die die Aktion angeordnet hat.

    • Ach, Herr Unsinn!

      1. Schuld/Sünde
      Ich werfe nicht durcheinander. Ich fasse die Dinge weiter und setze sie in Relation zueinander.

      Wenn Schuld ein Mangel an Liebe (… zum Schöpfer) zugrunde liegt, so bedingt senkt dieser Mangel die Hemmschwelle hin zur Sünde. Wenn es mir an Liebe zum Schöpfer, zum Nächsten, zu mir selbst fehlt, so fällt es mir leichter, meinen nächsten zu bestehlen, als wenn ich ihm in Liebe zugetan bin.

      2. zu Verantwortung A.
      “So wie aus einem Feuer ein Schaden entstehen kann. Ist Feuer deshalb dasselbe wie Schaden?”

      Sind Zahl und Wappen einer Münze dasselbe?

      3a. Zur Geschichte mit dem Kirschbaum. Es ging mir nicht darum, ein Bild für den I/P-Konflikt zu finden, sondern prinzipiell aufzuzeigen, was es mit Schuld und Verantwortung auf sich hat.

      Der Vater ist der Schöpfergott. Die beiden Söhne können seine Kinder, denen er – durch sein Wort (Bibel) – gesagt hat, was er von ihnen erwartet. Der eine Sohn tut, was der Vater will, und der andere macht es nicht. Jeder ist verantwortlich für das eigene Tun und wird vom Vater zur Rechenschaft gezogen.

      3b. Auf den I/P-Konflikt sowie auf den Rest der Welt bezogen kann und sollte sich jeder Einzelne fragen: ‘Habe ich aufrichtig nach dem geforscht, was der Wille des Vaters ist?’…

      Und wir müssen wohl der Möglichkeit Raum geben, dass eventuell nicht alle, sondern nur sehr wenige wirklich verstehen, was der Wille des Vaters ist. Wenn die Palästinenser sagen “so” und die Juden sagen “nicht so”, dann ist nicht möglich, dass beide Recht haben. Es ist möglich, dass keiner von beiden Recht hat, und es ist möglich, dass nur einer von beiden Recht hat. Es gibt also drei Möglichkeiten.

      Wer annimmt, Möglichkeit eins (‘keiner von beiden hat Recht’) sei “natürlich” am wahrscheinlichsten, unterliegt einer (Selbst)täuschung. Die Wahrscheinlichkeiten stehen gleichberechtigt nebeneinander. Jede Möglichkeit muss geprüft werden. Nur so sind entsprechende Schlüsse möglich, zugunsten des Einen und gegen den Anderen, zugunsten des Anderen und gegen den Einen oder gegen beide.

    • Ach Lily:

      ad 1: ist mir zu esoterisch.

      ad 2: gibt es Zahl ohne Wappen? Nein. Gibt es Schuld ohne Sünde? Ja (s. o.). Gibt es Sünde ohne Schuld? Ja, wenn man nur sich selbst schadet.

      ad 3: Dann gibt es tatsächlich zwei Väter. Oder wollen Sie JHWH und Allah in einen Topf werfen?
      Übrigens: wieso schließen Sie aus, dass I und P gleichzeitig recht haben können?

    • @ Rainer Unsinn
      [NB: Ich muss Ihren Vornamen immer zweimal tippen… wegen dem “e/a”]

      2. “Gibt es Schuld ohne Sünde? Ja (s. o.).”
      Ihr Feuer-Beispiel passt nicht. Schuld ohne Sünde bedeutet: Jemandem das Haus abfackeln wollen, es aber nicht tun.
      Btw. Wir sprachen von Schuld und VERANTWORTUNG.

      “Gibt es Sünde ohne Schuld? Ja, wenn man nur sich selbst schadet.”
      Falsch. Wir sind auch zur Selbstliebe verpflichtet. Wer sich selbst schadet, lädt eine Schuld auf sich selbst, dh wird gegen sich selbst (und Gott) schuldig.

      “ad 3: Dann gibt es tatsächlich zwei Väter. Oder wollen Sie JHWH und Allah in einen Topf werfen?”

      Es GIBT nur EINEN Schöpfergott. Es kann nicht anders sein.

      Diese beiden Väter sind beide auch die Projektion unserer Vorstellungen von dem Einen Gott, den wir nicht fassen können. Wenn eine Projektion auf realer Offenbarung beruht, mehr als oder im Gegensatz zu einer anderen, so ist sie näher am Original, der Quelle.

      Inwiefern schliessen Allah und YHVH einander aus oder beschreiben ein und denselben?… Dieser Frage können Sie selbst nachgehen.

      “Übrigens: wieso schließen Sie aus, dass I und P gleichzeitig recht haben können?”

      Das ist mir nun etwas schwammig. Wie weit müsste ich da ausholen… ?

    • “Wir sprachen von Schuld und VERANTWORTUNG.”

      Nein, Sie haben erst die Sünde zur Schuld gemixt, danach kamen Sie mit Verantwortung. Und das ganze dann geschüttelt und gerührt. Lily Bond.

      Ich habe die allgemein verwendeten Definitionen dagegen gestellt und darauf hingewiesen, dass wenn man von diesen abweicht, die Diskussion unmöglich wird.

      “Wir sind auch zur Selbstliebe verpflichtet.”
      Wow, wo haben Sie das her? Bestimmt nicht aus der Bibel oder dem Koran!
      Die Selbstliebe ist keine Pflicht, sondern ein natürlicher Instinkt oder Trieb. Der kann durch Parasiten ausgeschaltet werden (vgl. Toxoplasmose). Wenn die Selbstverletzung also Sünde wäre, wo wäre dann die Schuld, schließlich kann die Person ja nichts dafür? Und können Einzeller schuldig werden? Und wer ist für das selbstzerstörerische Verhalten des Menschen verantwortlich?

      “Das ist mir nun etwas schwammig. Wie weit müsste ich da ausholen… ?”
      Sie haben doch diese apodiktische Behauptung aufgestellt, dass I und P nicht gleichzeitig recht haben können. Also begründen Sie bitte mal.

      “Es GIBT nur EINEN Schöpfergott. Es kann nicht anders sein. ”
      Wieder eine Behauptung. Wieso ist das so? Die aktuelle Wissenschaft setzt jedenfalls auf GANZ VIELE – Zufälle.

      “Wenn eine Projektion auf realer Offenbarung beruht, mehr als oder im Gegensatz zu einer anderen, so ist sie näher am Original, der Quelle.”
      Was voraussetzt, dass die Offenbarung richtig verstanden wurde, und gleichzeitig der ohne Offenbarung nicht durch Zufall die richtigen Gedankengänge hatte. Nun berufen sich aber sowohl Judentum, Christentum als auch Islam und Bahai’i auf eine Offenbarung, wobei die in dieser Reihenfolge die jeweils vorhergehende Offenbarung gleichzeitig einschließen und obsolet machen. Welche Offenbarung ist denn jetzt die richtige?

  24. Ob Du Israel lieben darfst oder nicht, zeigt Dir gleich das Licht –

    Schön, dass an dieser Stelle eine freie Diskussion stattfinden kann, denn der aktuell (Abend des 12.06.14) auf TS diskutierte Artikel über Israels teilweisen Siedlungsausbau-Stopp wird beispielsweise nicht und kann nicht in vergleichbarer Weise offen diskutiert werden. Dort zeigt sich der Anti-Israelismus von seiner hässlichsten, das heisst klar antisemitischen Seite. Kein sachlicher Kommentar zugunsten Israels findet das grüne Licht. Das ist alles gespeichert und nachvollziehbar. Es gibt Gruppen, die sich für solche Erfahrungen interessieren.

    Ist das die neue Staatsräson?

    Schöne neue Welt.

    Wie unendlich traurig…

  25. @ Rainer Unsinn

    I Ausgangssituation

    1. Ich hatte den Begriff « Sünde » nie diskutieren wollen.

    2. Mein Ausgangspunkt war der, dass die Konfliktpartner (sowohl die Gruppe als auch die Einzelpersonen) in ungleicher Weise Schuld auf sich geladen haben.

    3. Die Identifizierung von Schuld setzt Kenntnis über Recht und Unrecht voraus.

    4. Recht benötigt eine Grundlage, die das Recht definiert.

    5. Das Identifizieren und Benennen von Schuld ist mir ein Anliegen.

    6. Eine natürliche Folge der Kenntnis von Schuld ist die „Schuldaufarbeitung“/Vergebung, die Sie benennen und die mir hier nun kein Anliegen waren.

    II Zum Problem der Definition

    1. Ihrer Ansicht nach ist die Naturwissenschaft eine Weiterentwicklung der Alchimie, also ein Fortschritt. Als echter Naturwissenschaftler muss Ihnen bewusst sein, dass Naturwissenschaft heute wieder in den Bereich der „Alchimie“ hineinreicht.

    2. Definitionen aus dem Duden… greifen zu kurz.

    3. Die Definitionen, die ich anbot fragen nach dem, was die Duden-Definition bedingt/motiviert. Wenn Sie also sagen, Schuld werde als „strafbare Verfehlung“ definiert, so ist Ihre Definition zutreffend, korrekt. Wie aber „schafft“ die Schuld es, eine „strafbare Verfehlung“ zu „machen“? – Die Schuld bewirkt eine „strafbare Verfehlung“, da ihr ein Mangel an Liebe (zu Gott/dem Gesetzgeber/den Gesetzen) zugrunde liegt.

    4. Eine neue Allegorie. Die Krankheit. Ein Mensch hat Bluthochdruck. Der Arzt misst den Blutdruck und diagnostiziert Bluthochdruck. Der Mensch ist noch jung, aber fettleibig und hat verkalkte Gefässe. Der Arzt folgert: Diagnose Bluthochdruck. Definition Bluthochdruck. Die Behandlung erfolgt durch ein blutdrucksenkendes Mittel. So will es die Allopathie, Ihre geliebte Naturwissenschaft der Alten Schule.

    Klüger und nachhaltiger wirksam ist es zu fragen: Warum hat der Mensch Bluthochdruck? Er hatte Kummer. Er hat seinen Kummer mit (zu viel) Essen betäubt. Er wurde übergewichtig. Die Gefässe sind verkalkt. Der Druck in den Gefässen ist gestiegen…

    So ist keine Ein-Wort-Diagnose/Definition möglich.

    Der Arzt wird erst einmal keine Pillen und Tropfen verordnen, sondern eine Diät, Bewegung, ergänzt durch Psychotherapie, um die emotionale Krankheitsursache zu beheben.

    5. Wir benötigen Definitionen, die die Komplexität der Dinge, d.h. die auch den den Dingen innewohnenden Geist zu fassen vermögen.

    III P/I-Konflikt

    1. Wenn alle Parteien fair und verantwortungsvoll handeln würden, würde das den Konflikt lösen! 

    2. Es ist nicht möglich, dass alle fair und verantwortungsvoll handeln , weil das Mass für Fairness und Verantwortung Gottes Wille ist, der von den verschiedenen Seiten unterschiedlich verstanden und interpretiert wird. Es herrscht keine Einigkeit über die Worte, die Gott zugeschrieben werden. Offenbarungen schliessen einander aus und werden auf verschiedene Weise verstanden.

    3. I und P können nicht gleichzeitig Recht haben, da sie beispielsweise einander ausschliessende Visionen von Gegenwart und Zukunft des Tempelbergs haben.

    4. Welche Offenbarung denn nun die „richtige“ ist, müssen Sie für sich selbst erforschen und beantworten. Ich behaupte auch nicht, dass eine zu 100% richtig liegt und alle anderen zu 100% daneben.

    5. „Es gibt nur EINEN Schöpfergott“ (ich) – Und auch hier muss ich passen, denn die Beweisführung würde definitiv den Rahmen dieses Blogs sprengen.

    IV Selbstliebe

    Selbstliebe: 3. Moses 19,18…. „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ – heisst: Wenn Du Dich nicht selbst liebst, wirst Du Deinen Nächsten nicht lieben können.

    Ist jeder Kettenraucher frei von Schuld an seinem selbstzerstörerischen Verhalten?

    Es mag Gründe geben, aus denen wir uns nicht selbst lieben können. Dennoch ist es unsere Verantwortung, uns selbst zu lieben und unsere Schuld, wenn wir es unterlassen.

    • Wunderbare Punktevermehrung:

      ad I 1: Sie hatten dem Begriff Schuld die Definition der Sünde beigemengt. Weswegen ich ausdifferenziert und zuerst die Schuld definiert habe.

      ad I 5: zu welchem Zweck? Finger-Pointing?

      ad I 6: Der war gut. Ich habe beim Lesen Tränen gelacht! Oder war das unfreiwillig komisch?

      ad II 1: Wie meinen Sie das? Weil die Wissenschaft aus Blei Gold hergestellt hat? Oder weil sie über Dinge erforscht, die eher Mythen vorbehalten bleiben sollten?

      ad II 2: Behauptung ohne Beleg. Oder Selbst-Rechtfertigung für falsche Herangehensweise?

      ad II 3: Wieder werden die Sachverhalte mit den Ursachen vermengt. Auch wenn die Ursachenforschung wichtig ist, sollte man die Ursachen nicht mit den Fakten durcheinandermengen.

      ad II 4: Sie sollten Ihren Arzt wechseln. Das was Sie beschreiben, würde ich eher “Medizinmann” oder “Pillendreher” nennen. Bedauerliche Opfer das materialistischen Monismus und eines von der Pharmalobby gestalteten Gesundheitssystems, das richtigen Ärzten keinen Raum zum Leben mehr lässt. Deshalb nehmen diese Pfuscher überhand.

      ad II 5: Dann fangen Sie mal mit der Definition einer Kaffeetasse an. Im Ernst: wir brauchen klare Definitionen. Die von Ihnen geforderte teleologische Auslegung sollten wir den “Furchtbaren Juristen” überlassen.

      ad III 1: Mutige, aber falsche Behauptung. Es sei denn, sie mischen unter “fair und verantwortungsvoll” gleich das Wort “selbstlos” mit rein. Zwei entgegengesetzte Ansprüche können nur gelöst werden, wenn einer oder beide auf den Anspruch oder einen wesentlichen Teil verzichten. Wenn ich komme und behaupte, dass mir Ihr Haus gehört, können Sie nur ausziehen oder meinen Anspruch bestreiten, was einen Konflikt bedeutet.

      ad III 2: Jetzt machen wir wieder einen Ausflug ins Reich des Esoterischen.

      ad III 3: Was haben Ansprüche mit Recht haben zu tun? Recht haben kann man in Bezug auf Tatsachenbehauptungen, in Bezug auf Ansprüche kann man nur Recht bekommen. Außerdem wäre noch Platz für einen (kleinen) jüdischen Tempel neben den Moscheen, aber dazu müssten beide Seiten einen Teil ihrer absoluten Ansprüche loslassen.

      ad III 4: Interessanterweise referenzieren Sie aber immer nur auf eine.

      ad III 5: Ausrede.

      ad IV: Da haben Sie etwas gründlich missverstanden. Selbstliebe ist kein Gebot, sondern ein Fakt. Ihre Definition ist die Weiterentwicklung des Spruchs “Jeder ist sich selbst der Nächste.”

      Es ist ein krasses Missverständnis der Motivationslage, wenn man denkt, dass Menschen, die zu viel essen, rauchen oder sonst falsche Dinge tun, sich selbst hassen. Sie rauchen nicht, weil es schmerzt und bestraft, sondern weil es das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Folglich ist das falsche Verhalten Folge einer fehlgeleiteten Selbstliebe.

      Selbst der oft als Selbsthass interpretierte Habitus ist in Wahrheit übersteigerte Selbstliebe, weil die Person nicht mit dem zufrieden ist, was sie “mitbekommen” hat, sondern sich mehr Fähigkeiten oder Eigenschaften wünscht.

      Auch Depressionen sind, wenn man genau hinschaut, egoistische Einkapselungen, weil der Depressive nicht mehr wahrnehmen kann, was er alles an Positivem im Leben hat.

      Für einen lebenden Menschen ist Selbstliebe genauso essenziell wie Atmen. Wer sie nicht besitzt, ist in kürzester Zeit tot. Zu beobachten bei lang verheirateten Ehepartner, die für den anderen gelebt haben und innerhalb von Tagen / Wochen nach dem Partner sterben.

      Die Vorstellung, Selbstliebe wäre ein göttliches Gebot, ist eine narzisstische Verdrehung des eigentlichen Gebots, den anderen ebenfalls zu lieben. Sie ist grammatikalisch, sachlich und moralisch nicht zu vertreten.

    • @ Rainer Unsinn

      ad IV. In der Frage der Selbstliebe ‘punkten’ Sie. Ich finde Ihre Erklärungen schlüssig und überzeugend. Sie schaffen in mir ein neues Weltbild – ohne Schuld gegen sich selbst. Ich muss das nun erst einmal auf mich wirken lassen… –

      Bei einem Rabbiner habe ich gelesen, dass das Ich, unser Selbst, auch “Gott” sei, in dem Sinne, dass wir göttlichen Ursprungs, Geschöpfe Gottes sind.
      Das muss eigentlich bedeuten, dass Schuld so wie gegen Gott auch gegen sich selbst möglich sein müsste. (Ich muss darüber nachdenken.)

      Zu den anderen Wunderpunkten später mehr. Nun möchte ich erst einmal meinen Brief an den Chefredakteur zum Thema der Nahostberichterstattung zu Ende schreiben.

    • Oh, ich wusste gar nicht, dass wir um Punkte spielen.

      Nachdenken ist immer gut, aber ich würde sagen, der Rabiner hat abgeschrieben. Die Gedanken finden sich zuerst in verschiedenen Veden.

      Die Bibel sagt, dass der Mensch als Abbild Gotte geschaffen sei. Wenn ich ein Bild von Ihnen male, dann kann das sehr originalgetreu sein. Obwohl, heute macht man wohl eher 3D-Hologramme. Aber egal, wie originalgetreu das auch immer aussieht, es IST nicht das Original. Von daher gelten andere Regeln für den Umgang mit dem Bild als mit Ihnen.

      Das heißt aber nicht, dass ich nicht Rechenschaft für meinen Umgang mit dem Bild *schuldig* wäre, wenn es nur “geliehen” ist. Wobei diese Allegorie nicht im Geringsten die Komplexität des Lebens widerspiegelt.

      Vor ein paar Tagen habe ich in einem völlig anderen Kontext einen Satz gelesen, der die Essenz dessen erfasst hat, um was es hier geht:

      “Das Schlechte hat meistens eine Gemeinsamkeit: Es will eigentlich nur das Beste … für sich selbst.”

    • @ Rainer Unsinn

      Ich vergass!:

      “Für einen lebenden Menschen ist Selbstliebe genauso essenziell wie Atmen. Wer sie nicht besitzt, ist in kürzester Zeit tot. Zu beobachten bei lang verheirateten Ehepartner, die für den anderen gelebt haben und innerhalb von Tagen / Wochen nach dem Partner sterben.”

      Ja, nu. Was ist das denn? Sie suggerieren also, dass es den Ehepartnern, die füreinander gelebt haben, an Selbstliebe mangelte?! – Da haben nun Sie wohl etwas grundlegend missverstanden…

      Das ist so zu verstehen: Die beiden waren so sehr eins, dass der überlebende Partner alsbald an Herzversagen, Niereninsuffizienz, Lungenversagen… stirbt. Mit dem Tod des Partners wird aus dem Doppelherz ein halbes (gebrochenes) Herz. Von vier Nieren bleibt nur eine sowie einer von vier Lungenflügeln, und wenn das nach vielen Jahren, bei gut funktionierender Symbiose und in hohem Alter geschieht, dann ist es manchmal nicht mehr möglich, mit den halben (eigtl. geviertelten) Organen weiterzuleben…

      Zugegeben, auch das ist ein wenig esoterisch, hat jedoch nichts mit mangelnder Selbstliebe zu tun, denn eine funktionierende Partnerschaft kann wohl als vollendete, als eine Transzendenz der Selbstliebe verstanden werden.

    • Zugegeben, den Satz habe ich etwas dahingeschludert. Ist auch nicht ganz leicht zu erklären:

      Wenn sich zwei Menschen über einen langen Zeitraum lieben, dann verwischen die Grenzen zwischen ihnen ein wenig. Das mit dem Herzen und der Lunge gefällt mir sehr gut.

      In Bezug auf die Liebe kann man das in zwei Bildern formulieren:
      1.) Man überträgt seine Selbstliebe jeweils auf den anderen. Da man zusammen ist, ist auf beiden Seiten die notwendige Selbstliebe vorhanden, also eine echte Symbiose. Stirbt eine Person, dann fehlt der anderen die Selbstliebe, weil ihre Liebe ganz auf den Anderen ausgerichtet ist.

      2.) Man liebt den Anderen als Teil seiner selbst. Man verschmilzt tatsächlich zu einem “Gesamtwesen”, bei dem der einzelne Teil nicht mehr allein lebensfähig ist. Das entspricht am ehesten Ihrem Bild.

    • @ Rainer Unsinn

      Sie klingen ja auf einmal ganz menschlich… – Vielleicht liegt das nun an dem L-Wort, das angenehmer ist als Abhandlungen mit oder ohne Definition über die Schuld. 😉

      Zum ersten der beiden Bilder, die Sie hier beschreiben:

      “1.) Man überträgt seine Selbstliebe jeweils auf den anderen.”

      Auf solche Worte reagiere ich reflexartig (falsche ‘Konditionierung? negative Erfahrung?) – bildlich gesprochen – mit Atemnot… – Trotz des Zusammenwachsens ist jeder auch Individuum und alleine mit Gott.

      Vielleicht liegen Sie aber auch richtig. Ich muss sagen, dass ich es nicht wirklich weiss.

    • @ Rainer Unsinn

      Hier nun der Rest der Antworten. Es ist hilfreich, dass Sie mir entsprechend der von mir vorgegebenen Punkte geantwortet haben. Das erleichtert die Übersicht. Danke dafür.

      ad I 5 + 6 : Identifizieren und Benennen von Schuld ist mir ein Anliegen, nicht aber die Schuldaufarbeitung. Damit habe ich Sie also zum Lachen gebracht.

      Und ich reagiere mit Verunsicherung auf Ihr Lachen.

      Ich will die Schuld benennen, nicht zum Zwecke des „Finger-Pointing“, nein. Ihr Zynismus hilft mir nicht weiter. Ich habe die (naive?) Erwartung, dass die Dinge mit dem Aufdecken der Schuld in Ordnung gebracht werden, muss jedoch enttäuscht zugeben, dass das Leben diese Hoffnung/Erwartung nur selten bestätigt. Das liegt, Sie erklärten das zuvor, daran, dass sich die Menschen mit Nachdruck Schuld vom Leibe halten wollen und alles daran setzen werden (lügen, leugnen, verleumden..), um nicht damit in Verbindung gebracht zu werden.

      ad II 1: Ich beziehe mich auf den Mythos der Quantenphysik/String theory etc.

      ad II 2: Jedes Ding IST auch seine Ursache… (Ich weiss, auch damit können Sie nichts anfangen… Frauen/Männer…. Venus/Mars…..)

      ad II 3: Ursache/Fakten(Wirkung). Sie scheinen sich nur für die Fakten und Definitionen zu interessieren. Mir geht es um Hintergründe und Ursachen.

      Man könnte das Definitions-Problem wohl auch fassen, indem man immer von Schuldursache, Krankheitsursache, Gefühlsursache, Unfallursache usw. spricht. Ich möchte in jedem Fall von Schuld, Krankheit etc. immer sofort und unmittelbar die Ursache mitberücksichtigen. Definitionen der jeweiligen Begriffe sind nicht dazu angelegt. Sie enden mit einem Brett: Die Definition geht bis hierher und nicht weiter. Die Definition sagt: „Ihre Ursachen müssen Sie schon woanders suchen und mit jemand anderem diskutieren gehen.“ – Ich sage dazu: (Ihre) Definitionen greifen zu kurz. Sie hindern die Diskussion und den Forscherdrang nach dem Ursprung (Ursache) und der Wahrheit der Dinge.

      ad II 4: Ärzte dürfen sich also über Definitionen, Protokolle und Normen hinwegsetzen? Das überrascht mich von Ihnen.

      ad III 1 + 2: Beide Punkte waren aus dem Bereich des „Esoterischen“. Das „Esoterische“ ist integraler Bestandteil der Realität. Sie sollten diesen Teil der Realität gleich einem (für Sie gänzlich) unfassbaren Schwarzen Loch als real anerkennen, um nicht an akademischer Glaubwürdigkeit einbüssen zu müssen.

      „Wenn ich komme und behaupte, dass mir Ihr Haus gehört, können Sie nur ausziehen oder meinen Anspruch bestreiten, was einen Konflikt bedeutet.“

      Wieso sollte ich da ausziehen, nur weil das Haus evtl. Ihnen gehört? Selbst in Israel dürfen Palästinenser leben. Sie denken palästinensisch. (Ich definiere! (extra für Sie!!) „Haus“ etwas weiter als „Ort zum Leben“.)

      ad III 3: In Bezug auf Ansprüche kann man nicht nur Recht „bekommen“, sondern auch Recht „haben“, wenn es um das Insistieren auf einem Anspruch geht.

      Ach, gerade noch wollten Sie mich aus meinem Haus rauswerfen, und nun können Sie sich einen (kleinen!!) jüdischen Tempel neben den Gotteshäusern des Islams vorstellen. So, so, so. Wer soll Ihnen das denn abnehmen?

      ad III 4: „Interessanterweise referenzieren Sie aber immer nur eine.“ – 😉 Es lohnt sich immer, besonders den interessanten Dingen auf den Grund zu gehen…

      ad III 5: Es war lediglich die falsche Ausrede.

    • Ach Lily,
      Ihr Lieblingsgericht ist ohne Zweifel pürierter Eintopf. Aber mittlerweile ist es mir zu mühevoll, die Häcksel wieder zu ganzen Stücken zusammenzusetzen.

    • Danke. Das heisst, ich will hierin auch keinen Sinn mehr erkennen.

  26. Wenn ich solche Sätze höre, “Lassen wir die PA-Seite mal außer acht”, so ungefähr. Da kommt mir der kalte Kaffee hoch. Israel wird immer als einziger Schuldige angesehen, weil man die PA-Seite schnell mal außer acht lässt. Es ist relativ einfach, wenn man Krieg führen will, dann braucht man nur eine Nation, aber um Frieden zu schaffen benötigt man alle. Die PA-Regierung profitiert von der Lage man meisten, politisch wie auch finanziell. Also nutzen auch nicht einseitige Beschuldigungen die den Schuldigen nur auf einer Seite suchen. Eine Regierung die kurz nach der Regierungsbildung sich die jeweiligen anderen Koalitionspartner verhaften lässt wirkt auf mich nicht vertrauensvoll. Klingt eher nach Bananenrepublik. Auf Grund dieser Fakten, erzählen Sie mir noch mal was von der bekloppten israelischen Regierung, wenn die Regierung in Ramallah mindestens genau so bekloppt ist.
    Jetzt wo ich mir das alles von der Seele geschrieben habe kann ich Ihren Artikel zu ende lesen.