Hungerstreik, Kidnapping und Razzien

 

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Mehr in den Kommentarrichtlinien.
  1. Es ist unglaublich zu welch menschlichenr Reaktion sich die israelisiche Politik hinreissen lässt. Man wird Rücksicht nehmen auf den beginnenden Ramadan. Man sollte meinen, dass es wichtiger wäre die entführten Jugendlichen zu finden, wenn es denn wirklich darum geht. Oder war es nur der ersehnte Vorwand, um sich endlich wieder einmal im Westjordanland austoben zu können?
    Es hat den Anschein, dass es auf Grund irgendwelcher Hinweise von Informanten und/oder der Zusammenarbeit zwischen Israelischen und palästinensischen Sicherheitskräften zu täglichen Entführungen / Verhaftungen von Palästinensern kommt. Das muss ja wohl gerecht und in Ordnung sein, da sich kein Mensch darum zu scheren scheint? Diese Menschen werden also einfach verhaftet und füllen israelsiche Gefängnisse. Oft ohne konkrete Anklage. Tausende sitzen in Israels Gefängnissen- darunter Jugendliche- und das muss wohl alles rechtens sein, sonst würde sich die Welt entrüsten. Sollte man meinen. Aber das tut die Welt nicht. Sie lässt es zu, das eine rücksichtslose Besatzungsarmee in brutalster Weise über ein wehrloses Volk herfällt, es demütigt und es als Kollektiv bestraft – und das tagelang, wochenlang. Dass man da nicht gerade zimperlich vorgeht, ist wohl selbstverständlich. Ein paar Tote fallen da kaum ins Gewicht. Das ist ein Recht, dass eben eine Besatzungsmacht und ein Apartheidstaat als ganz natürlich für sich beanspruchen darf, wie das auch bei früheren Kolonialherrschaften der Fall war. Man ist Wächter seiner Vorherrschaft. Es ist kaum glaubhaft, dass man auch des Bruder’s Wächter sein sollte. Und so werden sie weiter wüten, die so humane israelische Armee. Bei der guten Zusammenarbeit der Sicherheitsorgane Israels und der PA sollte man meinen, dass es andere Möglichkeiten gäbe, die Entführten aufzuspüren. Das Abbas Gewalt vermeiden will ist verständlich, aber soll man dsnn mit dem Unterdrücker zusammenarbeiten?
    Die gute Nachricht ist, dass es verstärkten Druck gibt, Tony Blair von seiner unrühmlichen Rolle als Sondergesandter des Nahost-Quartetts, zu entbinden. Das Nahost-Quartett (EU, USA, UN, Russland) wurde ins Leben gerufen, um durch internationalen Druck den Friedensprozess zu einem positiven Abschluss zu führen. Es gibt zwar immer noch das Nahost-Quartett, aber von Druck um einen politischen Prozess in Gang zu halten, davon kann keine Rede sein. Mit Zynismus,- oder ist es vorgetäuschte Naivität? – versucht man die Palästinenser zu überzeugen der wirtschaftlichen Entwicklung in Palästina den Vorrang zu geben und den politischen, friedensbringenden Prozess auf die ungewisse Zukunft zu vertagen. Dabei sollte Freiheit doch das oberste Gebot allgemeingültiger Menschenrechte sein.

    • “Dabei sollte Freiheit doch das oberste Gebot allgemeingültiger Menschenrechte sein.”

      Tja leider scheint die Sicherheit der Zionisten wichtiger zu sein als die Sicherheit der Palästinenser. Sie scheint auch wichtiger zu sein als Menschen- und Völkerrecht einzuhalten.

    • “Diese Menschen werden also einfach verhaftet und füllen israelsiche Gefängnisse. Oft ohne konkrete Anklage. Tausende sitzen in Israels Gefängnissen- darunter Jugendliche- und das muss wohl alles rechtens sein, sonst würde sich die Welt entrüsten.”

      Die Leute werden nicht “einfach” verhaftet. Die Leute haben schon etwas getan, was ihre Inhaftierung rechtfertigt. Die Durchsetzung der Administrativhaft (Haft ohne Anklge bis zu 6 Monaten, danach muss sie von einem Richter verlängert werden) kommt auch nicht wirklich “oft” vor. Von rund 5000 Gefangenen sitzen 200 in Administrativhaft, also nur 4% und das würde ich nicht als “oft” bezeichnen.
      Auch wenn man sich die Gefangenenrate (Anzahl Inhaftierter pro 100.000 Einwohner) anschaut, gibt das nicht dein Bild des grausamen Haftsystems Israels gegenüber den Palästinensern wieder. Die UN geht von rund 5mio Palästinensern zwischen Mittelmeer und Jordan aus, was bei 5000 Gefangenen eine Rate von 100 ergibt. Zum Vergleich ein paar andere Inhaftierungsraten: USA mehr als 700, England 154, Spanien 164, Russland 618, Deutschland 90, Frankreich 96, Polen 224, Italien 97, Österreich 99, Tschechien 210.
      Jugendliche werden überall auf der Welt inhaftiert, warum auch nicht? Wenn jemand wiederholt faustgroße Steine mit Schleudern auf mich wirft (wodurch die Steine so schnell werden, dass man durchaus einen Menschen damit töten kann), dann ist es mir ziemlich egal, ob der 16 oder 19 Jahre alt ist, der gehört zur Rechenschaft gezogen.

      • @Heinz: Verstehst du überhaupt um was es geht? Deutschland, England, Polen usw. sind keine Besatzungsmächte. Die Palästinenser, die in israelischen Gefängnissen eingekerkert sind zum größten Teil politische Häftlinge, inhaftiert von einer Besatzungsmacht, so wie man das auch von früheren Kolonialsystemen und Diktatuerstaaten kennt. Wer den Aufstand wagt, der muss mit der Inhaftierung rechnen. Gerecht der ungerecht? Wenn man von einer fremden Macht besetzt ist und unterdrückt wird, einem die Freiheit genommen wird, wie sollte man sich dagegen wehren? Die Besatzungsmacht hat eine wohlgenährte Armee, ist mit modernsten Waffen ausgerüstet und ist bestens organisiert, um ein Volk zu kontrollieren, dass keine Waffen hat und wehrlos ist. Razzien in palästinensische Ortschaften und Hausdurchsuchungen (Hausrat aufzuwühlen und zu zerstören) sind tägliche Vorkommnisse. Siedler haben auch keine Hemmungen, das Leben der Palästinenser so unerträglich wie möglich zu machen und werden dabei sogar oft von der Israelischen Armee unterstützt. Und du sprichst hier über das Werfen von Steinen und stellst Vergleiche über Inhaftierungsraten in anderen Ländern ab. Ich finde, du solltest deinen Kommentar noch einmal überdenken.

      • Danke Heinz für diesen differenzierten Beitrag…Noch zwei Zahlen zu den inhaftierten Jugendlichen. Wie Sie zurecht sagen, etwas, was es überall auf der Welt gibt…Im Juli 2013 – aktuellere Zahlen habe ich nicht – saßen 238 Jugendliche in israelischen Gefängnissen. 47 davon waren unter 16 Jahre alt.

      • @joerg: ja, man wundert sich. Ein unverständlicher Beitrag, der falsche Schlüsse zieht ist also differenziert.

      • Finden Sie den Beitrag unverständlich?. Ich finde Ihn sehr klar!

      • @joerg: klar ist klar. Dass heisst und du meinst, Deutschland ist Besatzungsmacht und 95% der in deutschen Gefängnissen Inhaftierten sind politische Gefangene?.

      • “Dass heisst und du meinst, Deutschland ist Besatzungsmacht und 95% der in deutschen Gefängnissen Inhaftierten sind politische Gefangene?”

        Per Mertesacker würde sagen: “Was wollen’se von mir. Ich versteh die ganze Fragerei nicht!” Sie erwarten doch nicht ernsthaft von mir, dass ich Ihnen auf dieses dumme Geschwätz, dieses Propaganda-Gewäsch eine Antwort gebe.

      • @joerg: – interessant, jetzt wo die Wissenschaft dich im Stich lässt, da muss der Per Mertesacker die Worte für dich finden. Der Per M. ist halt auch ein bisschen langsam. Im Grunde wollte ich gar nicht mehr weiter Stelllung nehmen. Aber was mir immer wieder auffällt ist, dass man nicht argumentiert und diskutiert, sondern sofort die unbeliebten Kommentare als Hasstiraden, Propagandagewäsch, etc. abtut. Du benutzt zwar oft die Phrase ‘differenziert’, aber bist selbst höchst undifferenziert. Hier geht es z.B. um einen Beitrag von einem Heinz, der mit konkreten Zahlen arbeitet, aber die er entweder mit Willen oder aus Unwissenheit falsch interpretiert hat. Die Richtigstellung war mehr als notwendig. Aber es ist ja nicht neu, dass da wo Unrecht geschieht und/oder wo man sich mit einer Situation solidarisiert, die Unrecht/Unwohlsein erzeugt oder als solche wahrgenommen wird, dass man am bestens nichts wissen und alles nur verneinen will.

        Per Mertesacker und seine Mannschaft haben einfach schlecht gespielt. Das wusste er und fühlte sich nicht gut in seiner Haut. Daher wollte und konnte er die ganze Fragerei nicht verstehen. Intellektuell und emotional war das der einfachste Weg (ungeachtet seiner guten Abiturnoten).

  2. ich habe sehr grosse muehe deine meist sehr verwirrte und aus halbwahrheiten und luegen zusammengedichteten kommentare zu lesen.

    michael, dein israelhass ist so blind, dass es dir nichts ausmacht dir selbst zu widersprechen.

    “Diese Menschen werden also einfach verhaftet und füllen israelsiche Gefängnisse. ” – einfach verhaftet

    “Oft ohne konkrete Anklage.” – also meistens doch mit anklage – also nicht einfach verhaftet.

    “Aber das tut die Welt nicht. Sie lässt es zu, das eine rücksichtslose Besatzungsarmee in brutalster Weise über ein wehrloses Volk herfällt, es demütigt und es als Kollektiv bestraft – und das tagelang, wochenlang.”

    kein wort ueber die entfuehrung von drei jugendlichen. es wird mit jedem monat lustiger, wenn du in bezug auf israel worte “brutal”, “ruecksichtlos” oder “wehrloses volk” benutzt. natuerlich empfinden die palaestinenser die besatzung als ungerecht und unterdrueckend, aber welche adjektive wuerdest du fuer irak, iran, syrien, aegypten, nigeria, afghanistan, eritrea oder ukraine benutzen, denn “brutal” und “ruecksichtlos” heisst ja 5 tote bei gewaltsamen auseinandersetzungen in 14 tagen.

    nur so zur info, der am pessach fest (ausser dienst und in zivil mit seiner familie unterwegs) ermordete polizeioffizier, wurde von einem durch gilad shalit tausch befreiten terroristen ermordet.

    • @ariel: – Ich weiss, du wirst mir alle möglichen Unwahrheiten und Hassmotive in die Schuhe schieben wollen. Über die Entfuhrung der drei Jugendlichen habe ich mich schon früher geäussert.Es geht mir hier um die Verhältnismässigkeit. Auf der einen Seite wird eine riesige Miltäraktion in die Welt gesetzt, ja rücksichtslos und brutal, weil es eben um einer der Eigenen geht. Aber die täglich inhaftierten und damit entführten Palästinenser, darüber wird kein Wort verloren. Sogar Tote werden schnell vergessen. Als sei israelisches Blut teurer als palästinensisches. Du selbst nennst ein gutes Beispiel. Für dich sind fünf tote Palästinenser ein billig erkaufter Preis und Gegenleistung um eine brutale Racheaktion in Gang zu setzen.

      Ich muss an 2002 erinnern. Von der Welt fast unbemerkt hat die israelsiche Armee damals u.a. fast sämtliche öffentliche Institutionen, Ministerien durchkämmt, Festplatten entfernt oder zerstört, Akten und Einrichtungen zerstört. Das war ein grenzenloser Racheakt.Imponierend war das bestimmt nicht.

      • michael, weisst du was verhaeltnismassigkeit ist? das ist das, was am ende die gefahr eliminiert.

        wenn israel ziele in gaza angreift, so kann keiner den israelis unverhaeltnismaessigkeit vorwerfen, solange hamas weiter die raketen schiesst. und wenn dabei sehr viele palaestinenser sterben, so ist es sehr traurig, aber nicht uebertrieben. man kann kein land der welt dazu zwingen auf die bevoelkerung des gegners mehr ruecksicht zu nehmen als auf die eigenen landsleute. man kann auch kein land dazu zwingen, seinem gegner mit dem es sich im krieg befindet, sich bewaffnen zu lassen. daher musste die un zugeben, dass die gazablockade dem internationalem recht entspricht.

        das gleiche passiert hier. die terroristen entufehren drei schueler in ein gebiet das polizeilich nicht zu kontrollieren ist. und da absolut nicht klar ist, in welchem zustand sich die opfer befinden kann sich israel ein anderes verhalten nicht leisten. und falls manche palaestinenser meinen die armee bei der rettungsaktion behindern zu muessen, so werden sie den preis fuer ihr verhalten und angriffswille zahlen muessen.

        dir sind die leben der drei schueler wurst, dafuer sorgst du dich um die verhafteten terroristen. du sorgst dich um terroristen welche im israelischen knast sowohl vom rotem kreuz, als auch von familien besucht werden. terroristen welche im knast die moeglichkeit bekommen auf israelische kosten zu studieren. terroristen welche von der pa als haeftlinge monatliches einkommen bekommen. das alles hatte weder gilad shalit noch werden es die drei jungs haben, falls sie noch am leben sind.

        und anstatt dich ueber die grenzenlose dummheit der hamas zu beschweren, welche nach koalition mit fatah es nicht schaffte ihre leute zurueckzupfeifen, beschwerst du dich ueber die israelis, welche genau das tun, was man machen sollte, falls man die drei noch lebend retten will… was dir natuerlich egal ist… denn die israelis sind boese besatzer und als solche haben sie deiner logik nach kein recht auf nichts. alles was sie machen ist boese. und alles boese, was man sich so denken kann, machen sie bestimmt auch.

        michael, du hast ein selektives gedaechniss, was die erreignisse von 2002 angeht. du sprichst von rache, obwohl die notwendigkeit nicht von der hand zu weisen ist. nach dem bereits hunderte israelis bei selbstmordanschlaegen ums leben gekommen sind kam der blutige hoehepunkt. zu pessachfest explodierte ein terrorist mitten einer feier in dem parkhotel in netanja. um die 30 menschen starben, israel hatte keine andere wahl, als die terrornester wie jenin und schchem zu saeubern. wenn du hier von rache sprichst und keine notwenidkeit siehst, bist du auf beide augen blind. haette israel weiterhin fast taeglich tote israelis beweihen muessen?

  3. Sie können nichts, nichts, nichts Gutes erkennen, auch wenn es Ihnen direkt vor Augen ist? Das tut mir ehrlich leid.

    Tatsächlich bewertet Israel nichts höher als Leben und Sicherheit der entführten Jugendlichen. Aber die Suchaktion wurde deshalb mit soviel Einsatz durchgeführt, dass sie abgeschlossen ist, wenn der Ramadan beginnt.

    Denn bei aller Polemik, die Sie und andere permanent hier verlauten lassen: Rücksichtnahme hat Tradition in der israelischen Politik, gerade wenn es um Religion geht.

    Das kann man von der arabischen Seite leider nicht so sagen, wenn sie Synagogen abfackelt, die Klagemauer schändet und am Jom Kippur Krieg führt.

    Aber auf israelischem Boden gibt es das: Moscheen, Koranschulen und im Ganzen: Rücksicht und Toleranz. Schön nicht? Leider nicht für Sie, und das tut mir ehrlich leid.

    Heidelbaer

    • @ Heidelbaer: – Eine Besatzungs- und Kolonialisierungsmentalität bringt nichts Gutes mit sich. Du wirst wahrscheinlich meinen, dass Israel keine andere Wahl hat. Da bin ich anderer Meinung. Ein Netanyahu, Bennett, Lieberman sind bestimmt keine Verfechter einer Lösung, die auch den Palästinensern Hoffnung und Perspektive gibt. Die Vorgänger hatten auch keine viel besseren Ideen oder mussten den Preis dafür mit ihrem Leben bezahlen. Man hat sich an einen Zustand gewöhnt, an den man sich nicht gewöhnen sollte und darf. Für dich ist es wichtig die Überlegenheit der einen Ethnie oder Religion mit der anderen zu vergleichen und deren Vorzüge herauszustellen. Mir geht es vornehmlich um die Herstellung von Recht und Freiheit da wo sie nicht vorhanden sind. Aufgabe der Politik sollte es sein einen solchen Zustand herzustellen und nicht versuchen, Unrecht mit vermeintlichem Unrecht aufzurechnen und zu legitimieren.
      Da wo Mauern gebaut werden, wo eine Bevölkerung einer täglichen und einschneidenden Kontrolle über Jahre hinweg ausgesetzt ist, wo es zu willkürlichen Inhaftierungen kommt, wo täglich Häuser von Palästinensern dem Boden gleichgemacht und die dort wohnenden Familien kurzfristig auf die Straße gesetzt werden, wo Menschen die Möglichkeit der wirtschaftlichen Entwicklung bewusst genommen wird, da sollte man das nicht kritisieren, übergehen, weil es auch gute Seiten gibt? Gaza mit seinen fast zwei Millionen Menschen ist ein Schandfleck auf Erden. Soll man nach dem Guten suchen, um das Gemeine und Klägliche vergessen zu können? Das Gute habe ich gesehen und sogar erlebt, aber Unrecht herrscht weiter, ist unerträglich und es gibt keine Kraft, die das ändern will.
      Eine von Islamisten gelebte Intoleranz kann nicht Grund dafür sein, dass man Unrecht walten lässt. Im Gegenteil, ausgeübtes und von militärischer Macht geschütztes Unrecht werden Tendenzen der Intoleranz nur verstärken, angetrieben vom Widerstand gegen gefühltes Unrechts.
      Dass Rücksichtnahme Tradition israelsicher Politik sein soll bezweifle ich. Denke nur daran wie man versucht, die Geschichtsauslegung der Palästinenser und deren Gedenken daran sogar gesetzlich zu unterbinden. Dass Israel die Sicherheit und das Leben der entführten Jugendlichen sehr hoch bewertet mag sein (oder ist sogar richtig), aber wie hoch bewertet Israel die Sicherheit und das Leben der Palästinenser? Die Taten sprechen dafür, dass das Leben der Palästinenser nicht sehr hoch bewertet wird. Oder kümmert sich jemand um die palästinensischen Flüchtlinge? Warum lässt die Politik so ein Problem einfach links liegen? Und das seit Jahrzehnten!

  4. Randbemerkung:

    Es ist bedauerlich, dass bei Reportagen aus dem Westjordanland, besonders im Moment, Interviews mit Soldaten grundsätzlich nicht möglich sind, es sei denn, es handelt sich um einen ausgewählten Militärsprecher.

    So bleibt das Bild der frustrierten, wütenden, auch auf Rache sinnenden palästinensischen (jungen) Männer, die mit Steinen bewaffnet sind. Ihnen gegenüber stehen die sehr gut ausgerüsteten, zumindest bedrohlich wirkenden israelischen Soldaten. Unweigerlich vermutet man hinter der teilweisen Vermummung durch die Uniform ähnlichen Hass. In Wahrheit gibt es diesen Hass auf der israelischen Seite (fast) nicht, sondern sympathische Männer und Frauen kämpfen für die Sicherheit ihres Staates, ohne von Hass und Lust an Gewalt dominiert zu werden.
    Es gibt sicher Ausnahmen, möglicherweise auch zahlreiche Ausnahmen, die jedoch angeprangert werden, und manches gewaltsame Durchgreifen durch das Militär gleicht der Gewaltbereitschaft der Gegenseite, aber auch da handelt es sich nicht um eine Huldigung der Gewalt, sondern um “starke Zeichen” in der Besatzungs-/latenten Kriegssituation.

    Ich denke, die Journalisten spüren diesen Unterschied im Umgang mit den Soldaten bzw. militanten Palästinensern auch. Interviews sind nicht nötig, um sich dessen persönlich bewusst zu werden.

    Es ist lediglich für uns Zuschauer schwierig, diesen Unterschied anhand der Bilder und ohne Worte zu erfassen.

    Nun kommt sicher gleich @Free daher und verweist auf “Breaking the Silence”. Da hatten (ehemalige) Soldaten den ‘Mut’, über die ‘Verbrechen’ der israelischen Armee zu sprechen. Sie sind mit der Besatzungs-/Kriegs- und Ausnahmesituation überfordert. Dass sie sprechen dürfen, spricht für sich. Sie nehmen zuerst die unmittelbare Gewalt des Einen am Anderen wahr – und erst dann die grössere (sicherheitsstrategische) Problematik, durch die diese Situation bedingt wird. Ihre Aussagen sind in diesem Kontext zu verstehen. Sie können keine objektive Aussage zur Gewaltverherrlichung beim israelischen Militär machen.

    • keine armee der welt erlaubt seinen soldaten mit der presse zu sprechen.

      • “keine armee der welt erlaubt seinen soldaten mit der presse zu sprechen.” (ariel)

        Dessen bin ich mir bewusst, aber in diesem Fall ist das ganz besonders bedauerlich.

      • @ ariel

        Anders ausgedrückt: Dieser Umstand erschwert Israels mediale Selbstverteidigung. Die ‘Besatzer’ dürfen keine Interviews geben. Die ‘Besetzten’ sind ohne einen eigenen Staat und haben keine Armee. Jeder kann frei in die Kamera und gegen die ‘Besatzer’ sprechen, die sich in diesem Krieg mit Worten nicht verteidigen können. Dagegen hilft weder die kugelsichere Weste noch das Maschinengewehr.

    • “Nun kommt sicher gleich @Free daher und verweist auf “Breaking the Silence”. Da hatten (ehemalige) Soldaten den ‘Mut’, über die ‘Verbrechen’ der israelischen Armee zu sprechen. Sie sind mit der Besatzungs-/Kriegs- und Ausnahmesituation überfordert. Dass sie sprechen dürfen, spricht für sich. Sie nehmen zuerst die unmittelbare Gewalt des Einen am Anderen wahr – und erst dann die grössere (sicherheitsstrategische) Problematik, durch die diese Situation bedingt wird. Ihre Aussagen sind in diesem Kontext zu verstehen. Sie können keine objektive Aussage zur Gewaltverherrlichung beim israelischen Militär machen.”

      Gucken sie sich doch einfach die Doku “Checkpoint” von Yoav Shamir an, dann sehen sie einen kleinen Ausschnitt des täglichen Terrors den die Palästinenser täglich ertragen müssen. Solange die Zionisten die Palästinenser unterdrücken und ermorden wird der Hass auf die Besatzer nicht abnehmen. Sie scheinen mir immer wieder zu vergessen wer hier wem das Land genommen hat, wer hier wen vertrieben hat und wer hier wen seit Jahrzehnten unterdrückt …

    • @Lily: – In Bezug auf die Gruppe ‘Breaking the Silence’ da kann ich dir versichern, dass die Menschen, die sich da organisiert haben und versuchen ihrem Gewissen zu folgen, sich seht gut auszudrücken und die militärischen Gegebenheiten sehr gut zu interpretieren wissen. Bei meiner Begegnung mit dieser Gruppe hatte ich bestimmt nicht den Eindruck,dass sie von der Situation überfordert waren.Im Gegenteil, sie haben Willen und die Kraft auch ihren Kopf zu benutzen und danach zu handeln. Das erfordert einen starken Willen und gelingt nicht vielen Menschen.

      Ohne es vielleicht zu wissen gibst du deiner Beobachtung, dass die israelsiche Soldaten sympathische Männer und Frauen sind einen rassistischen Dreh.Sie sind nämlich sympatisch wenn sie mit dir und mit mir zu tun haben. Wenn es um Palästinenser geht – das gilt nicht für alle- dann benehmen sie sich anders, dann folgen sie der eingeübten Gesinnung einer Besatzungsmacht. Wenn sie nach Hause zu ihren Familien kommen, dann wird die Remote-Einstellung wieder eingeschaltet. Schade für die Soldaten.