Manal schreibt über den Gaza-Krieg

“Wie oft müssen wir sterben, um das Leben davon zu überzeugen, dass wir es wert sind, zu leben?”, fragt Manal Miqdad in einem der Gedichte, die sie im Gaza-Krieg diesen Sommer geschrieben hat. Die junge Palästinenserin kann ein wenig verständlicher machen,  wie die Menschen in Gaza diese 50 Tage Krieg überlebt haben.

 

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  1. Vielen Dank, Herr Wagner, für Ihren Beitrag. Manal stellt das Leid der Pälestinenser, vom Westen (incl. Israel) kaum gewürdigt, nicht anklagend dar, sondern mit bewegenden Worten und einem Hoffnungsschimmer.

  2. Thank you very for this interview, which through I’m going to contact with the whole world

    • All the best for your future! I think, that if there were more women in the governments all around the world, it would be a better world.

  3. „Widerstand gegen die Israelischen Besatzer, …“, bla.

    Ja, die Gedichte sind rührend. Man würde hoffen, sie würden weniger das Palästinensische Opferpatos ansprechen als endlich mal ihre Kritik gegen die Geiselnahme der Palästinensischen Zukunft durch die radikalen Islamisten richten! Solange die Palästinenser ihre Zukunft aber im Opferstatus statt in Verantwortung für sich selber sehen, wird es keine Zukunft geben, und seien die Gedichte noch so rührend! Wann genau, werte Frau Miqdad, hatte Israel den Gazastreifen doch gleich geräumt? Und zwar vollständig!

    Schade; ich hatte gehofft (warum eigentlich?), der Wagner hätte endlich mal ein Juwel aufgetan. Wieder nichts (und eine journalistische Einordnung schon gar nicht). Nur ein weiterer Text für den gemeinen „Israelkritiker“, um den Finger anklagend Richtung Israel zu erheben, Zielgruppe heute: Feuilleton-Leser der Zeit.

    • @Piet: MIt dem Stiefel des Unterdrückers auf am Boden liegender palästinenscher Brust rufst du ihr kühn entgegen,sich endlich der Eigenverantwortung bewusst zu werden. Nobelpreisverdächtig!

      • @Michael: Muss sie nicht. Die Frage ist nur: Was ist ein solches Gedicht, das – statt den Unterdrücker mit dem Stiefel auf ihrer Brust – nur einmal mehr den kollektiven Juden anklagt, am Ende Wert?

        Nun, da Herr Wagner und mit ihm all die „Israelkritiker“ ob der einfühlsamen Worte jubeln, wissen wir es. Oder? *rolleyes*

        Ich nenne es Opportunismus. Sie dürfen den natürlich mutig finden: Quasi nobelpreiswürdig.

  4. Je mehr ich das Gedicht höre und so mehr frage ich mich, ob Manal besser es an die Hamas & Co. rezitieren sollte.

    Denn in der Tat, wie oft sollen sie sterben, bis sich die von ihnen selbst gewählten “Regierungen” davon überzeugen, dass auch ihre Öpfer, ihre eigene Bevölkerung es verdient hat zu leben? Und nicht nur ihre eigene Bevölkerung sondern auch ihre Nachbarn, die Juden.

    Der Tod, der die Seele der Kinder verhüllt, kommt nicht von den mit alle möglichen Mitteln vom IDF angekündigten Raketen bzw. Angriffe, sondern schwebt über ihren Köpfen sowie über die der gesamte Bevölkerung dank der immanente, hetzerischen Propaganda, die besonders den Kindern schon in den Kindergärten den Kult des Todes einprägt.

    Andererseits ist es irgendwie verständlich, dass bei solchen Umstände – mann/frau relativ schnell gut sein muss, am Erfinden von Geschichten. Nicht unbedingt um irgendjemand oder irgendetwas wovon auch immer zu überzeugen, sondern um das bisschen Leben das einem noch bleibt, erträglicher zu machen.

    Und so kommt es ja dazu, dass eine gut gebildete junge Frau sich wundert, dass sogar in Israel sich die Menschen für sie und für ihr Leiden interessieren.
    Hat den Manal etwa geglaubt/gedacht, die Menschen in Israel würden sich freuen, über Krieg Tod und Zerstörung und etwa wie in ihre Nachbarschaft Kuchen und Bonbons auf der Straßen verteilt?

    Was weiss Manal dagegen, über die Ängste, den Terror der die Israelis – seit Jahren unter Beschüss aus ihrer (Manals) direkten Nachbarschaft leiden?
    Hat Manal da auch in den Social-Networks oder wo auch immer ihre Anteilnahme in welcher Form auch immer gezeigt?

    Die Hamas hat während ALLE Kriege mitten in bewohnte Gebiete Stellung bezogen und von dort aus geschossen. Aus Schulen, Krankenheusern und Wohngebeude.
    Was meint denn Manal, haben die Kinder und Erwachsenen die daneben standen um eben als Schutzschild zu dienen denn keine Angst?
    Wer hat sie denn vom Tod, der wörtwortlich umhüllte geschützt?
    Sie etwa, mit ihrem “Kampf” aus dem Schreibtisch – inkl. Internet-Verbindung – gegen den “aggressive” Besetzer Israel?
    Wo ist ihre “Gedichte” für diese Kinder? und denen der Opfer von den mind. 400 Hamas-Raketen die in den Gazastreifen herunter gekommen sind, auf Spielplätze und Häuser?

    Wozu braucht man denn eigentlich “erfundene Geschichten”, wenn man sich nur um sich schauen muss, um die Realität zu betrachten, zu verstehen und ggf. mit allen Mitteln dagegen zu steuern?

    Was glaubt sie denn, wie Gut der “Morgen” im süden Israels ist, wenn Tag ein Tag aus mit Raketen und alle möglichen Geschosse überschüttert wird?
    Oder geht bzw. soll die Sonne nur über Gaza aufgehen?

    Glaubt sie denn nicht, dass es sich viel mehr lohnen würde, für den eigenen Leuten zu schreiben, um das Elend ein für aller Mal an den Würzeln zu packen und aus ihrer Mitte zu verbannen?

    Sie hat sich angeblich “dieses mal” getraut (wieso, wovon hat denn sie vorher Angst gehabt?).
    Und wann wird sie sich trauen, die Realitäten vor Ort im Augenschein zu nehmen und gegen den allgegenwärtigen Terror – auch und vorallem in Friedenzeiten zu schreiben?

    Reicht ihr es denn tatsächlich, für sich und “ihren” Kindern weiter gut oder sogar noch besser immerwieder neuere Geschichten zu erfinden?

    Man muss es eben nur wollen, liebe Frau Manal.
    Denn es bringt nichts zu hoffen, dass irgendwann mal die Blockade aufgehoben wird oder, dass man irgendwann mal “Frei” sein wird, wenn man nichts gegen den eigenen Terroristen unternimmt und sie aus der eigene Mitte verbannt.
    Denn ohne diese Courage, kann man niemals und nirgendswo “Frei” sein, und vorallem niemals liebe Frau Manal, wie auch einer ihrer Propheten mal sagte, außerhalb der Wahrheit!

    Also besser Gestern als Heute schluss damit, Geschichten zu erfinden sondern sich ab sofort der Wahrheit stellen, so Weh es auch tun mag.

    • @sonderbar: Man besetzt ein Land, man vertreibt seine Bürger, man weiss dass viele unter ärmlichen Verhältnissen leben, man möchte am liebsten eine Kultur auslöschen und doch sind es die, die ihre Freiheit eingebüsst haben, die ihre Heimat verloren haben, die Flüchtlinge im eigenen Land sind, dass die es sind, die immer wieder als die Terroristen ausgerufen werden. Du sollest selbst einmal die nötige Courage und die Kraft zum eigenen Sehen und Denken aufbringen, damit du besser verstehst was Ursache und Wirkung ist. Wer mit high-tech Waffensystemen pausenlos auf eine schutzlose Bevölkerung herumhämmert, der kann unmöglich klar im Kopf sein. Sag doch was du meinst. Die Menschen in Gaza sollen sich einfach mit ihrer Unterdruckung abfinden und damit glücklich sein, damit man in Israel keinen Gedanken mehr an sie verschwenden muss. Ich würde mich schämen, Schuld daran zu sein, dass es so viel Armut und Unfreiheit vor meiner Haustür gibt und man tut nichts. Es gibt noch viele Flüchtlingslager mit vertriebenen Palästinensern und man tut nichts. Man weiss, dass man 400- 500 palästinensiche Ortschaften dem Erdboden gleichgemacht hat, Immer wieder Versuche unternimmt, die palästinensische Kultur auzulöschen, aber dovh nichts davon wissen will. Wann stellst du dich der Wahrheit?

      • Flüchtlingslager…. wer hat’s erfunden? Wer könnte sie auflösen? Nicht Israel.

        Armut und Unfreiheit…. in Syrien, Irak, Iran, Afghanistan…. und unter dem Terror der Hamas in Gaza, viel Spaß hat man da als Fatahler nicht.

        Letztens eine Meldung über X LKWs mit Süßkartoffeln aus Gaza… und immer wieder Beschuss des Grenzübergangs (aus Gaza)…. und die Grenze nach Ägypten?

  5. Was diese junge Frau erzählt ist schon bewegend und ehrlich tut es mir auch um jeden Palästinenser leid der in diesen Krieg umkam oder in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ich bin mir sicher, die Mehrheit will ein gutes Auskommen mit den Israelis (und die Mehrheit will einen israelischen Pass). Doch von welcher Besatzung Israels wird da geredet. In Gaza lebt kein einziger Jude. Die Abriegelung des Gazastreifens ist ja auch nicht nur Resultat aus dem israelischen-palästinensichen Konflikt, sondern auch ein Resultat aus dem ägyptisch-palästinensichen Konflikt. Entschuldigen Sie es den Juden, dass es sehr schwer fällt jemanden durchzufüttern der einen mit Raketen und Mörsern beschießt.

    • @Axel Stolpe: Von welcher Besatzung ist die Rede? So weit ich weiss, sind ehemaliger Flughafen und Hafenanlage von Israels Luftwaffe zerstört worden. Wenn Fischer sich zu weit in die See hinaus wagen, dann wird auf sie geschossen (dass das Armut mit sich bringt, bekümmert keine israelsiche Armee). Ein breiter Sicherheitsstreifen umzingelt Gaza, der bestes Agrarland unnutzbar macht und wer dem zu nahe kommt auf den wird geschossen. Drohnen fliegen über Gaza hinweg, um eine Bevölkerung in Schach zu halten und zu kontrollieren. Ist das nicht Besatzung? Die Ein- und Ausreise ist fast unmöglich. Die Ein- und Ausfuhr wird oft unterbunden oder ist unmöglich. Lndsirtschaftsprodukte zu exportieren ist dann unmöglich und erzeugt damit Armut. Soll man sich wirklich damit abfinden? Dein Kommentar zeigt, dass du ein freiheitsliebender und für Gerechtigkeit eintretender Mensch bist.

      • Was Sie da beschreiben, @Michael, sind die Maßnahmen gegen den Waffenschmuggel der Terroristen. Die Frage aber lautete: Von welcher Besatzung ist hier die Rede? Der Gazastreifen wurde vollständig geräumt, er ist NICHT von Israel besetzt.

        Wenn Sie hingegen die Terrororganisation Hamas meinen, die Gaza besetzt und die Palästinenser im Würgegriff halten (der von Ihnen so genannte „Stiefel auf der Brust“), DANN gebe ich Ihnen vollkommen recht.

      • @Michael K Sie irren sich. Kann man Gaza nicht verlassen weil der Flughafen und Hafen zerstört wurden, oder weil die Grenze nach Ägypten geschlossen ist? Der Sicherheitszaun nach Israel sind nur zwei Seiten der Grenze. Die Grenze nach Ägypten, wird von Ägypten kontrolliert. Wenn sie die Grenze schließen, dann ist Ägypten daran schuld. Und die werden ihren Grund haben. Ich weiß nicht ob man über Israel ausreisen könnte. Vielleicht, aber nur one way.

        Ein Blick auf die Karte von Gaza zeigt, das genutzte Ackerland geht bis an die Sicherheitszaun. Ich bin mir sicher die israelische Soldaten kenne die Bauern sehr genau die dort arbeiten.

        Sie sind verblendet. Sie glauben, den Bildern wenn sie eine Bild zeigen mit der Unterschrift, “dies ist das besetzte Tel Aviv”. Obwohl Tel Aviv nachweißlich von Juden gebaut wurden, die das Land käuflich erworben haben.

  6. Ich fände es schön, wenn angesichts eines Gedichtes einer jungen Frau in einer sehr besonderen Lebenssituation die ständig gleichen bekannten Argumente der ständig gleichen Diskutanten einfach verstummten. Zuhören. Ohne reflexartige Antworten.

    Dear Manal, I whish you all the best. I hope you excuse those reacting with a lot of aggressive “blabla” to your poems, which are in my eyes a very intense form of resistance.

    • @Agnes

      Und ich fände es schön wenn ein Gedicht, und zwar egal von einer jungen Frau oder nicht, sich nicht schamlos an “die ständig gleichen bekannten Argumente” bedienen würde.

      Denn die junge Frau tut genau dies, während sie ihre “sehr besonderen Lebenssituation” ausdrückt. Im Gedicht aber auch im Interview.
      Und “die Anderen” sollen da einfach “verstummeln”, angesicht einer “very intense form of resistance”?

      Einfach unffassbar…!
      Aber im Gründe ist es ja auch die Haltung derer, die das gleiche von Israel verlangen, angesicht der “very intense form of resistance” der Hamas und ihrer Mörderbande.

      • @Sonderbar

        Ich habe diesen Beitrag nur bis zu dem Punkt gehört, wo Manal sagte “die Israelis waren so aggressiv”.

        Danach war es mit meiner Geduld vorbei.

      • @sonderbar
        Ich glaube nicht, dass Sie mich auf Seiten der Hamas richtig einordnen.
        Genausowenig glaube ich, dass ich die Not Israels nicht wahrnehme.
        Ich bleibe dabei: ich halte jede Form kreativen Selbstausdrucks – und vieles mehr – für eine wichtige Form des Widerstands gegen Gewalt von beiden Seiten. Und ich wünsche mir weiterhin, dass die Falken auf beiden Seiten stumm werden und zuhören, bevor sie weiter aufrüsten. Mit Waffen und mit Worten.
        Auch, wenn Sie das nicht fassen können.

    • Ach Agnes… Zum Zuhören gehört das Denken. Ständig wiederholte Ressentiments werden ja auch in Gedichtform nicht besser. In welcher Form jemand seine Hass-Häppchen konsumieren mag, ob von der Brachial-Stange oder lieblich vorgetragen, ist eine davon völlig unabhängige Frage.

      Niemand bezweifelt, dass Gaza-Bewohner leiden. Wenn aber nur der ewig gleiche Sündenbock verantwortlich gemacht wird, ohne auch nur ein einziges mal auf die eigenen, restaurativ ausgerichteten, antiemanzipatorischen Unterdrücker zu verweisen, dann erwarte ich doch, dass das mal hinterfragt wird. Vielleicht nicht von Ihnen, aber vom öffentlich-rechtlichen Wagner. Aber DER meint ja, dass die „junge Palästinenserin etwas verständlicher“ auszudrücken in der Lage ist, wo er wohl an seine Grenzen stößt. Na gut. Das ist, seitens des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ja auch ‘ne Aussage. 🙁

      • @Piet
        Wer, meinen Sie, sollte zuhören und denken?
        Wer, meinen Sie, macht immer den gleichen Sündenbock verantwortlich?
        Wer ist der Sündenbock?