“Schaut mal wie billig” – Preisvergleich Berlin-Tel Aviv bringt Politiker auf die Palme

Ob Maariv oder Haaretz, ob Kanal 2 oder 10, alle berichten über den “Milky”-Protest. Dessen schärfste Waffe: Ein Kassenzettel aus einer Berliner Aldi-Filiale. Dort hat ein Exil-Israeli für 16 Euro eingekauft und auf einer Facebook-Seite geschrieben: “Versucht doch mal im günstigsten Supermarkt Israels, bei Rami Levi, die gleichen Produkte zu kaufen. Ihr werdet sehen, ihr zahlt mehr als das doppelte.”

Vor allem den Schokopudding mit Sahne aus dem Kühlregal, den israelische Kinder als “Milky” kennen, gibt es in Berlin für die Hälfte oder ein Drittel des israelischen Preises.

Dass man im israelischen Supermarkt deutlich mehr Geld lässt, ist nicht neu. Neu ist der Aufruf aus Berlin, doch auch nach Deutschland auszuwandern, um den hohen Lebenshaltungskosten in der Heimat zu entkommen. Die erscheinen schon Touristen aus Europa hoch; bedenkt man die deutlich niedrigeren Einkommen in Israel, weiß man, wie knapp selbst Mittelschicht-Familien bei Kasse sind.

Die Reaktionen der Politiker auf den Auswanderungs-Appell changieren dennoch zwischen kopflos und ratlos. Sie müssen neue Proteste fürchten; viele Israelis hoffen dagegen auf eine Neuauflage der Demonstrationen für “mehr soziale Gerechtigkeit” vom Sommer 2011.

 

 

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  1. Ich verstehe nich was das ganze Theather, vor allem hier bei der deutschen Berichterstattung sein soll.

    Haben die Journalisten/Korrespondenten z.B. in andere Länder denn noch nie einen Blick auf YouTube geworfen?

    Also ich rede zumind. von den italienischen YouTube.
    Dort gibt es reihenweise Leuten die sich darauf spezialisiert haben, genau solche Vergleiche zu machen. In dem Fall zwischen Deutschland allgemein und Italien.
    Manche kommen sogar extra hier her, filmen alles mögliches, was hier angeblich oder tatsächlich vieeeeel besser läuft.
    Gehen mit Kameras bewaffnet in den Drogerien und Supermärkten, zeigen die Preise in den Regalen, sowie die vollen Tüten Einkäufen samt Kassenzetteln. Und dann gehen sie in Italien einkaufen, selbstverständlich mit der Kamera…..!
    Manche machen sie sich verbittert “Lustig”, über die “armen Deutschen” die eben “soviel” zum Leben/Essen zahlen “müssen”…

    Unzählige Leuten bieten Deutsch-Kurse und klären die Zuschauer auf, über den “Sozialstaat” Deutschland und bieten selbstverständlich ihre “Beratung” an, “falls” jemanden dann doch es versuchen möchte, nach Deutschland “zu kommen”.

    Aber immerhin, habe ich noch nie gesehen, dass da komplett Offen zum Auswandern ausgerufen wird.

    Würde sich soetwas im Radios oder Fernsehen-Sendugen abspielen, was meinen Sie wie die Politiker in Italien UND vorallem Deutschland reagieren würden?

    Und da geht es eben NICHT um einen lächerlichen Pudding mit Sahne sondern u.a. um das Mittags- und Abendessen!

    • Das Problem ist ein ganz anderes als Schokopudding. Vielmehr geht es darum aus der Ferne kann man erkennen was für ein absurdes Land Israel ist. Die ständigen Konflikten mit irgendwelchen Nachbarn. Viele Menschen finden gerade in Berlin Frieden, denn sie zu hause nicht finden. Doch dieser Frieden trügt. Gerade letztens hat mir jemand ein Handyvideo gezeigt. “So gehe die Deutsche”, singt da jemand. Dabei wird gezeigt wie ein SS-Regiment bei Parade marschiert. Deutschland sieht friedlich aus, doch das täuscht.

    • @Axel Stolpe

      Ich weiss, dass es tatsächlich nicht um den Pudding geht.

      Ich wollte eher auf etwas anderes hinweisen, und zwar auf die Instrumentalisierung der Medien der ganze Geschichte. Also wiedereinmal ein gefundenes Fressen, um gegen die israelische Regierung zu wettern und sie verantwortlich für den Ausnahmenzustand (eigentlich Kriegszustand!) zu machen.
      Und dafür kommt eben selbst einen Schokopudding-Vorwand gerade wie gerufen. Oder versucht vielleicht jemand, die von Ihnen wirklichen Hintergründe zu hinterfragen oder gar zu erorten/verstehen?
      Mit nichten…! In den Schlagzeilen steht nur etwas wie “Ausrufe aus Berlin zum Auswandern”, “Unmut bei der Israelis” usw.

      Von “Exil-Israeli” ist gar die Rede….

      Niemand will sich ja nicht einmal die Frage stellen, wie es eigentlich ist unter solche Umstände zu leben und nebenbei einen demokratischen Rechtsstaat am Leben und auf die Erlfolgspur zu halten.
      Worüber aber jeder – Kompetent oder nicht – sich berufen fühlt ist, jederzei und für alles Israel (ungefragt) “Lösungsvorschläge” zu unterbreiten und ständig auf den noch so kleinen Mißstand hinzuweisen. Denn darüber haben sie ja reichlich Ahnung, dank unermüdliches Recherchieren…

      Ganz nebenbei eignen sich solche Meldungen hervorragend um auf das sich “Wohlfühlen” der Juden in Berlin (DE) hinzuweisen bzw. zu betönen, nach den gaaanz bööösen Ereignissen in letzter Zeit und den Demonstrationen der Juden gegen den Hass.

      Im Beitrag hieß es ja, dass im Israel die Einkommen vergleichsweise Niedrig sind und, dass für viele Menschen sehr schwierig ist über die Runde zu kommen.
      Und solche Menschen sollen da etwa, ausgerechnet nach Berlin auswandern (wollen)?

      Oder sind nicht etwa gut situierte aus Tel Aviv, die sich in ihrer Partystimmung bedrück und gestört fühlen, und eben mal nach “reichliche Überlegungen” und “maßvollen PR-Gerechtfertigunsaktionen” direkt in der Berliner Szene auswandern wollen? Und nebenbei den echten Protesten für ihre “Bedürfnissen” und Ideologien missbrauchen?

      Denn mal ehlich, ich auch würde gerne “nach Berlin” auswandern…. Ob ich aber auf Harz IV-Niveau dort einen “Platz” finde, Willkommen hiesse oder überhaupt hinkommen könnte?

      So etwas kann ja nur der in Erwägung ziehen, der sich es leisten kann und erst garnicht auf den “Pudding” angewiesen ist. Der jenige der im Elfenbeinturm sitzt und nicht einmal im Ansatz weiss, was es gekostet hat, ein Land vom Grund auf und aus dem Nichts aufzubauen, zu verteidigen und auf dem Erfolg zu bringen den er gerade im vollen Zügen genießt, und im gleichem Atemzug irgendwie verachtet…

      So jemanden zieht es ja da wo er mit gleichgesinnten – die auch keine Ahnung mehr haben von der Vergangenheit – unter sich im Ruhe “leben” kann ohne sich großartig über das Leben auf der Straße gedanken zu machen.