Dies und das und viel Chaos in Nahost

 

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  1. Vielen Dank Herr Schneider für diese Lageeinschätzung. Zwar kann man sich die von Ihnen genannten Informationen in allen Ecken zusammensuchen und selbst seine Rückschlüsse daraus ziehen, doch ist es großartig, dass Sie dieses noch einmal für’s deutsche Publikum tun. Wieder einmal beweist Ihr Studio, dass die Rundfunkgebühren absolut gerechtfertigt sind.
    Weiter so.

  2. Das müsste die ARD in der Hauptsendezeit ausstrahlen als Israel-Spezial, damit es nicht nur eine Minderheit von Menschen erreicht, die die Lage eh schon kennen! Top! Und Erschreckend! Der Wahnsinn auf Raten, nüchtern kaum zu ertragen! Danke! Auch für den kleinen Spaziergang auf dem Rothschild boulevard! Nicht nur Ihr Lieblingsplatz!

    • Ich kann mich diesem Kommentar nur anschließen.
      Diesen und noch weitere Beiträge vom kompletten Team wünsche ich mir als ein “Israel-Palästina-Gaza-Spezial”.
      Zur besten Sendezeit gleich nach der Tagesschau.

      Auch den im Beitrag erwähnten rechtlichen/gesetzlichen, nach Faktenlage und historischen Status des Tempelbergs würde mich sehr interessieren.
      Vielleicht ist dieses in einer Spezial oder Brennpunkt-Sendung möglich??

  3. Die “relative Ruhe im Westjordanland” hat der völlig friedlichen (zur falschen Zeit am falschen Ort) , 26-jährigen, abgestochenen Dalia L. nix genutzt …?

    Die Hamas soll die zweitreichste (nach ISIS) Terrororganisation der Welt sein: Warum fließen schon wieder Milliarden (“mehr als Abbas selbst erwartet hat” … ist nach zu lesen): in den “Regierungsbereich” dieses korrupten Terrorregimes ?

    Der “Tempelberg” :
    Wie wäre es mit einem Bericht (Teil 1) – rein historisch/reine Faktenlage mit Daten ect. – über das Areal “Tempelberg” in diesem Blog, genau jetzt ?
    Teil 2 könnte dann “ideologische Überlagerung” (Missbrauch?) heißen.

    Ansonsten: bin ich gerade den Rothschild Blvd mit gelaufen … wenn Sie wüssten, wie hier das Wetter ist (grau) …

    • Sie erwähnen den abscheulichen Mord an einer Jüdin.
      Wieder wird eine Einzeltat, die ich absolut verurteile!!!

      Warum werden hier IMMER nur die Verbrechen der jeweiligen Gegnerseite aufgezählt?

      Es fehlt mir auf BEIDEN Seiten die Fähigkeit zur Selbstkritik.

      Ein ermordeter Mensch ist IMMER einer zu viel,
      egal ob Jude, Muslim, Christ, Hindu, oder was auch immer!

  4. Indem der Typ VÖLLIG ignoriert dass Juden natürlich ein Recht haben auf den Tempelberg zu gehen, kann er deren Besuch auf dem Tempelberg als Provokation bezeichnen. Dümmer geht es nicht mehr. Das ist ignorant und falsch. So kann man sich alles zurecht legen. So werden Juden schnell zum Problem. Einfacher geht Antisemitismus gar nicht.
    Als nächsten Schritt, nehmen wir Juden das Recht in Israel zu leben, denn das ist für Araber bekannterweise eine Provokation…
    Warum leben diese Juden auch dort, jeder weiß, dass es es eine Provokation ist….
    Und schon hat man erklärt, dass Juden selbst Schuld daran sind, dass sie gehasst werden.

    • @boaz

      sie vergessen, dass es tatsächlich unter den religiösen (juden) mehrere trends gibt: die einen , die behaupten, dass juden den tempelberg nicht betreten dürfen, dei anderen, die unbedingt den 3. tempel errichten wollen.
      hören sie sich vielleicht nochtmal das ganze an, bevor sie behaupten, dieser kommentar sei judenfeindlich….

    • Was Sie alles in diesen Beitrag hineininterpretieren ist schon unglaublich.
      Alle Personen die nicht Ihre Sichtwiese teilen sind dumm und ignorant?!?e und völliges Fehlen von Toleranz gegenüber dem Anderen, kan
      Aus dieser sehr subjektiven Sichtweisn es niemals eine Annährung geben.
      Von Frieden mal ganz zu schweigen.

    • Herr Schneider b e t o n t e x t r a ! – um vorweg Missverständnisse auszuräumen -, das Betreten des Tempelberges wird gezielt als Provokation von bestimmten Personen (rechte Politiker und Siedler) eingesetzt wird. Und dass das Thema, ob denn Juden den Tempelberg betreten dürfen ect., hier in dem Fall, gar nicht zutrifft ist und zur Diskussion steht. Also: das eine vom anderen unterscheiden.

  5. Ja, es knistert ganz schön und die Lage ist brenzlig, doch das von Seiten Netanjahu gezündelt wird, kann ich nicht so nachvollziehen. Seine Entscheidungen, schon im Gaza-Krieg, waren auf Deeskalationskurs und er hat sich bis heute in diese Richtung immer wieder durchsetzen können.
    Was aber war der Auslöser dieses Al Aqsa-Terrors, Herr Schneider? Es ist doch nichts Neues, dass Juden, auch Abgeordnete aus der Knesset, wie Moshe Feiglin z.B., regelmäßig auf den Tempelberg gehen. Ich schaue auf einen offiziellen Guide, herausgegeben 1925 vom Supreme Moslem Council in Jerusalem, wo auch die Besucherzeiten für den Fremden angegeben sind. Dann haben wir davon gehört, dass versucht wurde Rabbi Yehuda Glick zu töten und das geschah nach der Aufhetzung von Abbas, Israelis “mit allen Mitteln” am Besuch des Tempelberges zu hindern. Rabbi Glick ist für das Tempelinstitut tätig und ein Aktivist, der sich für das Gebet auf dem Tempelberg für Juden einsetzt, was bis heute nicht erlaubt wird. Weitere 13 Israelis, hauptsächlich vom Tempelinstitut, wurden auf mehreren arabischen Website auf eine Abschussliste gesetzt. Das Tempelinstitut ist eine apolitische Organisation, die mit Gewalt gar nichts zu tun hat. Niedere Motive hier zu suchen, macht keinen Sinn. Auch die Betonung „rechtsradikal“ oder „Siedler“ hat in meinen Augen keine Aussage. Netanjahu’s Statements nach allen Richtungen waren zu diesem Thema eindeutig. Er hatte sofort mit Jordanien ein Gespräch gesucht und der EU-Aussenmenisterin eine volle Zusage zum Status-Quo gegeben. Nur scheinbar soll gerade dieser von den Palästinensern geändert werden, was nach der Sachlage eher Sinn macht.
    Dann war da noch die Schließung des Tempelberges, welche nach dem Attentat an Rabbi Yehuda Glick mich nicht verwunderte und eben so wenig der von vermummten Palästinensern provozierte Einsatz der Polizei auf dem Tempelberg. Dieses halte ich ebenfalls als Zündelei der Palästinenser. In der Moschee wurden gesammelte Steine und Feuerwerkskörper sichergestellt. Wenn die Wahrung der Sicherheit als Zündelei in der Öffentlichkeit betrachtet wird, dann ist man hier an sich schon an einen unhaltbaren Zustand angelangt. Es ist nicht nur einmal die Polizeistation dort angegriffen und randaliert worden.
    Nein, da hilft auch nicht so oft “Rechtsradikal” und “Siedler” zu betonen, die israelische Bevölkerung sieht in den Aktionen der Hamas und der Fatah schon lange keinen Sinn mehr. Herr Schneider, schauen Sie doch einfach mal nach Deutschland, da ist noch “nichts” passiert und die Auseinandersetzung mit den Moslems hat schon die Schwelle der friedlichen Demonstrationen überschritten. Finden Sie nicht, dass demnach die israelische Bevölkerung nach dem langjährigen entgegengebrachten Hass, Kriege, Intifada und Terror auf Zivilisten im rechten Lager gesehen wird als unfair? Was meinen Sie, was in Köln passieren würde, wenn dort ein Restaurant oder ein Verkehrsbus in die Luft ginge oder Menschen getötet würden?

    Zu Abbas und seinen sogenannten moderaten Freunden habe ich weniger zu schreiben, da man auf jegliche Standhaftigkeit bei ihnen verzichten muss und sie somit als Friedenspartner selbst eine Gefahr darstellen. Alles was der Hamas und der Fatah noch helfen kann, ist eine Eskalation mit erneuter Beschuldigung an Israel. Die internationale Stimmung gegen Israel ist noch aufgewirbelt und droht abzuklingen. Genau das versucht man momentan zu verhindern. Die Sympathie der Länder für Abbas einseitige Aktion für seinen Palästinenserstaat hat er dringend nötig.

  6. Auch in Jerusalem trinken die Menschen ihren Cappuccino in aller Ruhe in der Jaffa Street, wie ich dieser Tage feststellen kann. Dennoch ist es erschreckend mit welcher offenbaren Sorglosigkeit Politiker hier ihre eigenen Machtspielchen treiben. Ein paar Menschenleben scheinen da nicht zu zählen, für alle Seiten.

  7. Jerusalem ist eine Frau. Sie ist eifersüchtig. Sie glaubt. Sie hofft. Sie sehnt sich nach Treue.

    Tel Aviv ist ein Mann. Er will frei sein und unabhängig. Er liebt seine Freiheit über alles.

    Ach, wie wär‘ das Leben so schön und unbeschwert, wenn nur Jerusalem nicht wäre, denkt er.

    Sie blickt auf Tel Aviv und seufzt: Würde er sich nicht abwenden, so wäre der Messias längst schon gekommen. Ach, wenn er doch nur ganz fortginge, dass sie nicht mehr warten müsste!

    Tel Aviv könnte glücklich sein, wenn nur Jerusalem nicht wäre, aber eine Heiligkeit umgibt Jerusalem. Er wagt den Gedanken nicht zu Ende zu denken.

    Jerusalem kann nur sie selbst sein. Sie kann Tel Aviv nicht zu sich ziehen.

    Was wäre Jerusalem ohne Tel Aviv? – Was wäre Tel Aviv ohne Jerusalem?

    Kann Tel Aviv ohne Jerusalem sein? O ja. Könnte es aber einen jüdischen Staat im Nahen Osten ohne Jerusalem geben? – Nein!

    Ohne Jerusalem, wäre Tel Aviv „Greater Yaffo“, ein arabischer Ort wie unzählige andere.

    Und Jerusalem? Kann Jerusalem ohne Tel Aviv sein?

    Ja. Jerusalem braucht Tel Aviv nicht. Jerusalem hängt nicht ab von der Zustimmung und dem Beifall Tel Avivs. In ihrem Herzen liegt der Heiligste Ort des Judentums. Sie ist sich selbst genug und doch ewig ohne Frieden, solange, ja, solange sie ihren Auftrag nicht erfüllt hat, das Volk Gottes in ihrer Mitte zu sammeln: Tel Aviv – sowie den Rest der Diaspora.

    Juden wollen auf den Tempelberg. Wie schön! Wunderbar. So soll es sein. Jerusalem strahlt. Ihre Erfüllung naht.

    • Sehr poetisch und fromm! Und was bedeutet das jetzt konkret für die Politik und die Menschen, die dort leben????

    • Wer hat eine Lösung zur Besserung der Lage im Angebot ? Und wer bietet eine realistische Lösung an?

      Der Zyniker? – Nein. – Der Verzweifelte? – Nein. – Der sentimental-melancholisch Nostalgische? – Nein. – Der Verbitterte? – Nein. – Der Sozial- und Friedensaktivist? – Nein.

      Wer denkt in diesem Konflikt überhaupt nach vorne, in eine Zukunft?

      Spontan fallen mir – frei von Wertung – ein: die Hamas, die Tempelberg-Knessetabgeordneten, die Siedler, Abbas, Netanjahu, Yehuda Glick.

      Abbas und Netanjahu gehören nicht wirklich in diese Liste. Sie stehen jeder auf seine Weise in erster Linie für den Erhalt des Status quo und damit den persönlichen Machterhalt, welcher auf sie selbst bezogen natürlich ebenfalls „visionär“ ist.

      Wirklich zukunftsorientiert sind nur die mehr oder weniger gemässigten Islamisten (Palästinenser), zu deren Vision je nach persönlicher Rhetorik die Auslöschung Israels oder ein judenfreies Palästina gehören. Auf der anderen Seite stehen die nationalistischen und/oder frommen Juden, die in der Erwartung des Messias und eines dritten Tempels leben.

      Gibt es andere Zukunftsmodelle? – Die idealistische Idee, Jerusalem unter internationale Verwaltung zu stellen, wird von keiner der beiden Vorwärtsbewegungen gewollt. Die Dynamik nach vorne ist in jedem Fall religiös motiviert. Das ist die Realität. Oder anders: Gott ist nicht tot.

      Die westliche Welt strengt sich sehr an, diesen Sachverhalt zu ignorieren oder zu übergehen als überholt und ewig-gestrig. Das Heilige Land kann ohne Religion nicht gedacht werden. Am Ende bleibt nur die Auseinandersetzung mit seiner religiösen Identität. Dort angekommen, darf sich ein jeder selbst die Frage stellen: In welchem Modell liegt die Hoffnung?

      Im Erhalt des Status quo? – Nein. Das ist auf Dauer nicht möglich und auch nicht wünschenswert (s. Gaza!) – In der arabisch-palästinensischen Vision? – Ja, wirklich?? — Und wenn es nun die jüdische Vision wäre? — Warum will niemand (z.B. hier im Forum) diese Möglichkeit in Betracht ziehen? Nicht einmal Schneider oder die Tel Avivis?

      Eine entsprechende Positionierung der internationalen Gemeinschaft ist möglich, aber sie wird nicht gewollt. Sie sollte gewollt werden. Wir sollten aufhören, den Wunsch einiger (nicht aller) nach freiem Zugang zum Tempelberg als „Provokation“ zu werten. Die Palästinenser empfinden die Provokation. Ist ihr Widerstand gegen das jüdische Gebet gerechtfertigt?

      Zwei kleine Geschichten hierzu: Vor einer Weile riet mein Bruder mir anlässlich eines Familientreffens, am besten keinen Salat zuzubereiten, weil sein Sohn den nicht esse. Das hiess, ich sollte lieber keinen Salat anbieten, um seinen Sohn nicht in Verlegenheit zu bringen, da er keinen Salat esse. Das übrige Dutzend Salatesser sollte entsprechend ebenfalls verzichten. Ich staunte und fuhr mit meinen Vorbereitungen fort.

      Als Teenager war ich einmal im Krankenhaus in einer Station für Privatpatienten, in der der schon ältere und sehr autoritäre Chefarzt dreimal täglich zur Visite kam. Jahre zuvor war er einmal über das Kabel eines Fernsehers gestolpert und hatte das Gerät damit zu Fall gebracht. Seitdem gab es die Order, alle Fernseher vor jeder Visite (dreimal täglich) sicher aus dem Weg zu räumen. Die Krankenschwestern und Pfleger waren extrem gestresst durch dieses Ritual. Ich – nicht schwerkrank – habe das beobachtet und dann einen Zettel zum Zeitpunkt der Visite an der Stationstür befestigt, worauf ich vor Fernsehkabeln warnte, und ich habe rasch in zwei, drei Zimmern die Fernseher wieder zurückgeräumt, ehe der Professor zur Visite erschien. Da ich der einzige junge Patient in dieser Station war, hat man schnell herausgefunden, dass ich dahinter steckte. Ich wurde gerügt, das Ritual fortgesetzt. Und ich wiederholte meine Aktion. Diesmal wurde ich sehr zurechtgewiesen, aber fortan durften die Fernseher stehen bleiben.

      Die Empfindlichkeit gegen Salat meines Neffen, die TV-Kabel-Neurose jenes Professors oder die Empfindlichkeit der Palästinenser gegen das jüdische Gebet auf dem Tempelberg gehören meiner Ansicht nach alle derselben – korrekturbedürftigen – Kategorie an. Die „Korrektur“ erfolgt durch gewaltlosen Widerstand à la Gandhi.

      Und noch etwas: Innerhalb des orthodoxen Judentums ist umstritten, ob Juden überhaupt ein Recht haben, den Tempelberg zu betreten. Den reformierten Juden ist das alles grundsätzlich sehr viel weniger ein/kein Anliegen. Der Streit entzündet sich an der Frage, wie damit umzugehen sei, dass Juden möglicherweise die „Shechina“, das Allerheiligste des Tempels betreten, das niemand betreten darf, da es der Ort von Gottes Präsenz sei. So war es im Tempel, aber nun steht der Tempel nicht mehr da, und sein genauer Standort ist nicht bekannt. In der Zeit vor dem 1. und dem 2. Tempel wanderten die Israeliten mit einem mobilen Tempel durch die Wüste. Gottes Präsenz „wanderte“ mit. Ich persönlich halte es für höchst zweifelhaft und kleingeistig, die „Shechina“ nun über bestimmten Pflastersteinen zu vermuten. Es gibt viele verschiedene Ideen dazu. Manche glauben auch, dass es keinen Dritten Tempel aus Stein gebaut geben wird, dass der 3. Tempel eher eine geistige Transformation beschreibt. Hierbei handelt es sich in jedem Fall um eine jüdisch-jüdische Debatte. Sie kann den Palästinensern nicht als Argument gegen das Gebet der Juden auf dem Tempelberg dienen. Es gibt palästinensischerseits kein stichhaltiges Argument gegen die Präsenz oder das Gebet von Juden auf dem Tempelberg.

    • Wäre es für uns (den Rest der Welt) nicht langsam besser, sich aus dem israelischpalästinensischen Konflikt herraus zu halten?

      Ich stelle die Frage bewußt, da nur wenige Deutsche heute noch den Wunsch nach einer Rückführung der verlorenen Gebiete (Preußen, …) haben. Man würde den jetzigen (mehrheitlich unschuldigen / da damals nicht dabei) Polen den selben sinnlosen Schmerz und Verlust zufügen wie einst meinen Vorfahren zugefügt wurde.

      Wenn wir also wegschauen würden und Israel reinen Tisch machen würde, was sicherlich nicht mit den Menschenrechten vereinbar wäre und viele Tote zur Folge hätte, könnte diese Anzahl an Toten dann vielleicht deutlich kleiner Ausfallen als ein in alle Ewigkeit fortgesetzter Konflikt?

      Eine böse Frage, aber wie will man das Entwicklungsgebiet mit dem Namen “Naher Osten” sonst befrieden? Die letzten Kriege und Einmischungen (arabischer Frühling, Irakkrieg, Syrien, …) waren eigentlich immer die Auslöser für neue Probleme und von Egoismus geprägt.

      Gerade Israel/Palestina ist ein eigentlich kleiner Konflikt, der aber in die anderen Gebiete dieser Region ausstrahlt (so scheint es mir).

      Vielleicht sollten wir mal etwas Abstand gewinnen und unsere “Moral” gegen Pragmatismus tauschen.

      Ich jedenfalls habe keinen Bock, dass der Konflikt nach Europa überschwappt.

    • @ Schlem – Den Glauben daran, sich in den Konflikt richtungsweisend einmischen zu können, halte ich für eine Illusion. Selbstverständlich wird Europa von einem Religionskrieg unmittelbar mit betroffen sein.

    • Die “Tel Avivis”/Säkularen sollten sich von ihrer kontemplativen und feiernden Behaglichkeit verabschieden und den Anschluss an die heilige Idee des Landes suchen, auf die Frommen zugehen und gemeinsam den unbequemen und umstrittenen Weg der Heiligkeit beschreiten.

      Die Palästinenser, die am drittheiligsten Ort ihrer Religion Fussball spielen, Steine und Molotov-Cocktails werfen, haben den Ort längst entweiht und wissen wahrscheinlich auch nicht, wie sie dem Ort anders gerecht werden könnten. Aus meiner Sicht halten sie an einem Irrtum fest, und sie fürchten sich vor der geistigen, ihren Irrtum entlarvenden Kraft, die die Juden auf den Tempelberg bringen könnten.

      Das ist auch der Grund, aus dem es heisst, aus dem politischen Konflikt dürfe kein religiöser werden. An welcher Stelle ist das Problem denn NICHT bereits jetzt religiös? Ist es nicht lediglich furchtvolle Vernebelungstaktik, wenn der Konflikt auf eine politische Dimension reduziert wird?

      In einer so verfahrenen Situation (genau wie in der TV- und in der Salatfrage) sind Impulse von aussen nötig, Menschen die mehr sehen wollen als die Hand vor Augen. Wenn viele anerkennen, dass jüdische Präsenz auf dem Tempelberg friedenstiftend wirken könnte, so wird vieles möglich, auch wenn es vorübergehend ungemütlich wird.

      Netanjahus durchschaubares Appeasement und sein Festhalten am Status quo verlangen dringend nach Ablösung. Ich denke, Israel sollte auf seine visionären Politiker bauen – die rechts aussen. Sie sollten das Land in seine Zukunft führen und sich nicht mit blossem Krisenmanagement zufrieden geben. Netanjahu neigt zu manipulativer Taktik, die er sich von seinen palästinensischen Gesprächspartnern abgeschaut hat. Es kann keinen Fortschritt geben, wenn alle Seiten um den jeweils eigenen Vorteil bemüht, einander anlügen. Wenn zumindest einer unbequeme Wahrheit spricht, so gibt es Hoffnung.

      Zu Gaza. Je grösser die Solidarität der internationalen Staatengemeinschaft mit Israel, desto leichter wäre es, Hamas in Schach zu halten und den Streifen mit friedlichen Absichten wieder aufzubauen. Das Problem Gazas ist weder Ägypten noch Israel, sondern die Hamas.

    • Anonym, Ihre Vorschläge funktionieren nur mit einer entsprechend platzierten Käseglocke oder dem Übertritt der internationalen Staatengemeinschaft zum Judentum. Da war allerdings was: die Schwierigkeiten mit dem Konvertieren (die ja jetzt ein kleines bisschen entschärft wurden). Wirklich gewollt ist es indes wohl nicht.
      Ja, es ist auch ein Religionskonflikt und solche löst man wohl am schlechtesten, indem man den Absolutheitsanspruch einer der beteiligten Religionen anerkennt. Es geht nämlich nicht, wir sind nicht 6 Milliarden gleich zu schaltende Menschen. Aber alle sind Menschen und somit selbst nach Ihren Vorstellungen Gottes Geschöpfe.
      T

    • “löst man wohl am schlechtesten, indem man den Absolutheitsanspruch einer der beteiligten Religionen anerkennt.”

      Ist dieser “Absolutheitsanspruch” eine menschliche Erfindung oder spirituelle, göttliche Realität?

      Beinhaltet die Sonderstellung einer Religion die Verurteilung (Hölle, Fegefeuer…) aller anderen, oder ist sie inklusive, indem sie alle anderen mit unter ihre Flügel nimmt?

      Massenkonvertierungen zum Judentum sind nicht notwendig. Jemand erklärte es einmal so: Wenn die Menschheit ein Körper ist, so sind die Juden das Herz. Die Hand verdorrt nicht, weil sie anerkennt, dass sie das Herz zum Leben braucht, und das lebendige Herz wird bedeutungslos, wenn der Rest des Körpers abstirbt.

    • Anonym, der Vorstoß Netanjahus zur Stärkung Israels als jüdischen Staat in der Balance zur Demokratie (wenn ich das nun richtig verstanden habe!), wird bei Ihnen ja offenen Türen einrennen.
      Ich halte das für genau die falsche Richtung! Genau das, wird den Konflikt verstärken und das Zusammenleben der Religionsgruppen noch schwieriger machen, weil man dann noch nicht einmal mehr demokratiebegeisterte Menschen anderer Religionszugehörigkeit mehr mit ins Boot holen kann.
      Wer natürlich daran glaubt, dass die Lösung einen großen Krawumm braucht. Genügend negative Energien haben sich mittlerweile aufgestaut in dieser Welt. Aber: nach dem 2. Weltkrieg sah es oberflächlich auch so aus als würde es jetzt endlich mal besser. Und wo sind wir gelandet?? Wie oft wurde schon gesagt, der Messias käme jetzt!!?? Haben diese Ankündigungen je was Gutes bewirkt? Gott ist in uns und wir sind in Gott. Deswegen ist für mich ganz logisch, der Messias ist schon da, in uns (allen). Jeder kann ihn in sich wecken. Auch ohne Tempelberg, Mekka oder Rom. Diese Orte sind nicht unwichtig! Aber nicht das Entscheidende.

    • Ja, ich weiß, es ist müßig, mit Menschen, für die der Absolutheitsanspruch unhinterfragbar ist, darüber zu diskutieren. Das Weltbild ist geschlossen und es gibt kein Entrinnen. Das ist auf allen Seiten so. Und genau das müsste doch zu Denken geben. Tut es aber nicht.
      Ich ziehe mich mal wieder zurück und konzentriere mich darauf, in meinem Alltag und nächstem Umfeld den Menschen mit Menschlichkeit und Wohlwollen zu begegnen und sie wirklich anzunehmen. Ich hoffe einfach, das ist ansteckend….

    • Sie haben auch einen gewissen Absolutheitsanspruch: Alles ist absolut relativ.
      Der ist ebenso unhinterfragbar.

    • Ich sehe keine politische Lösung und keine ausserhalb der Religion.

      Eine politische Lösung wäre möglich – in meinem religiös-visionären oder in Ihrem säkular-demokratischen Sinn, aber ich fürchte, dass sich hiermit niemand einen Friedensnobelpreis verdienen und dass sich der Konflikt weiter zuspitzen wird, bis es zum wirklich grossen Knall kommt. Ich denke, die meisten von uns wissen/ahnen, dass wir den aktuellen „Zeitenwandel“ (Endzeit, Armageddon, Age of the Aquarius oder was auch immer) nicht schmerzfrei überstehen werden.

      „der Vorstoß Netanjahus zur Stärkung Israels als jüdischen Staat“

      Überzeugender wäre wohl die Identifizierung als nicht nicht-jüdischer Staat. Es herrscht keine Einigkeit darüber, wer das Label „jüdisch“ tragen darf und wer nicht. Netanjahu stemmt sich damit vor allem gegen den Einfluss des Islam. Ich halte dieses Anliegen für angemessen und legitim. Die „jüdische“ Demokratie im Nahen Osten funktioniert, weil sie jüdisch ist. Eine muslimische Mehrheit wäre nicht nur das Ende Israels, sondern auch das Ende der Demokratie im Nahen Osten. Sind Sie anderer Ansicht?

      „Ich halte das für genau die falsche Richtung! Genau das, wird den Konflikt verstärken und das Zusammenleben der Religionsgruppen noch schwieriger machen, weil man dann noch nicht einmal mehr demokratiebegeisterte Menschen anderer Religionszugehörigkeit mehr mit ins Boot holen kann.“

      Das klingt gerade so, als wünschten Sie, mit allen gemeinsam friedvoll Ringel, Ringel, Reihe tanzen zu können… ; das ist doch etwas unrealistisch in Anbetracht der Vorgänge vor Ort.

      An anderer Stelle klagten Sie über die Hürden beim Übertritt zum Judentum. Es handelt sich weder um eine Vereinsmitgliedschaft noch um eine Nationalität. Es gibt Glaubensgrundsätze, die die Gläubigen teilen. Dazu gehört auch, dass die Mehrheit des jüdischen Volkes eins ist in der Frage des Messias. Das heisst, sie (die Juden) werden als Kollektiv wissen, wenn er gekommen sein wird.

      „Deswegen ist für mich ganz logisch, der Messias ist schon da, in uns (allen). Jeder kann ihn in sich wecken.“

      Der jüdische Glaube hat einen universellen Charakter, aber es handelt sich nicht um eine universelle Religion im Sinne der „Unitarian Church“.

      „noch nicht einmal mehr demokratiebegeisterte Menschen anderer Religionszugehörigkeit mehr mit ins Boot holen kann.“

      Der „jüdische“ Staat bzw. das Judentum charakterisiert sich dadurch, dass es den Fremden bei sich einlässt, aber der Fremde darf die Gesetze des jüdischen Hausherrn nicht überwerfen. Christen, Druzen, Muslime, Bahais leben mit der jüdischen Mehrheit gemeinsam in Israel. Das funktioniert, solange der Staat jüdisch demokratiefähig bleibt.
      Unser christlich-liberales Demokratieverständnis ist nicht auf Israel übertragbar.

      “es ist müßig, mit Menschen, für die der Absolutheitsanspruch unhinterfragbar ist, darüber zu diskutieren.”

      Hinterfragen Sie nur, das tue ich auch, und schauen Sie, wie weit Sie mit der Demontierung des “Absolutheitsanspruchs” kommen. Ist ein Tempelberg als religionsfreie Zone denkbar? Beten verboten – für alle !? Vielleicht ist der Berg dem Schöpfer-Gott ja schnuppe, und vielleicht gibt es ihn gar nicht. Fragen über Fragen, die Sie stellen sollen und dürfen.

      Ich habe die Fragen auch alle gestellt und frage weiter, aber ich bäume mich nicht gegen unwiderlegbare Realität auf. Ich staune, empfinde Ehrfurcht und Freude darüber, dass alles einen Sinn hat.

    • Dass das jetzt kommt, war klar. Es soll stumm machen und es macht für den Moment stumm. Mehr aber auch nicht.
      Relation heißt Verhältnis! Relation ist nicht beliebig!
      Jeder wecke den Messias in sich! Aber dann muss man sich ja wieder als “Gutmensch” verspotten lassen. Ich nehm´s hin und gebe nicht auf und warte auf das Jüngste Gericht.

    • “Jeder wecke den Messias in sich! Aber dann muss man sich ja wieder als “Gutmensch” verspotten lassen.” (Olympe)

      Gutmensch? – Ich würde eher sagen, Sie dienen falschen Göttern. Einfach einmal “idolatry in Judaism” oder ähnliches recherchieren, um zu verstehen, wie Götzendienst von den Juden gesehen wird, die den Monotheismus in die Welt gebracht haben.

      Sie machen hier den Zeus, der sich für die grosszügige Aufnahme von Dionysos und Aphrodite einsetzt, weil sie auch gerne demokratisch mitreden wollen.

      Im Judentum sind weder Gaia, Hera, Ares noch Christus oder Mohamed göttlich. Nur Gott ist Gott. Und der teilt sein Boot nicht mit anderen, die ebenfalls göttlichen Anspruch erheben. Israel kämpft wie keine andere Nation um den Absolutheitsanspruch des Einen Gottes, auch wenn sie selbst ebenfalls nicht völlig frei von falschen Göttern sind – weder die Liberalen, deren Gefahr die Relativität ist, noch die Frommen, die drohen, sich im Kleingedruckten ihrer Gesetze zu verlieren und darüber Gott zu vergessen.

      Life is not easy – monotheistic life even less!
      But life is also absolutely beautiful.

    • Herrlich diese Ablenkungsmanöver….
      Nein, ich diene nicht den griechischen Göttern, auch wenn ich mich Olympe nenne. Das geht auf Olympe de Gouges (Marie Gouze) zurück, womit ich jetzt bitte keine Debatte über Feminismus entfachen möchte. Aber Demokratie halte ich in der Tat für etwas Gutes. Die wurde übrigens nicht von Olympe aus eingesetzt.
      Aber ansonsten brauchen wir uns nicht auseinander zu setzen, weil einfach zwecklos. Gegen einen Gott, der Ihnen offensichtlich genau mitgeteilt hat, wo´s lang geht, kann und werde ich nicht an argumentieren, das ist verschwendete Energie.
      Ich empfinde mich übrigens durchaus als Christin, bin Katholikin, gehe meist in den evangelischen Gottesdienst und ich trage einen Davidstern um den Hals, aus Solidarität. Unter mir hat sich noch nicht die Hölle aufgetan, aber das kommt vermutlich noch.

  8. Das muss sich ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen:
    Hamas könnte den Raketenterror auf Israel neu beginnen, um damit die internationale Gemeinschaft dazu zu bringen, ihnen, den Mördern und Terroristen, zu helfen.

    Das sagt sehr viel über die internationale Gemeinschaft aus. Ohne die internationale Gemeinschaft wäre die Hamas längst entwaffnet und Gaza könnte normal aufgebaut werden.

    • Haben Sie sich auch Richard Schneiders Videoblog von dieser Woche angesehen? Die Menschen in Gaza sind vergessene, verdrängte Geiseln aller Beteiligten!

    • Ja, ich habe den Blog gesehen. Und ich bin nicht bereit, die kausalen Zusammenhänge zu ignorieren.

      Wenn Israel die “Geiselhaft” der Menschen in Gaza beendet (diese Forderung lese ich aus ihren Post heraus), dann gibt es in Israel ein Massenblutbad. Die jüdischen Israelis wollen aber leben!!!!

    • Ja, das lesen Sie falsch. Ich fürchte auch nichts mehr, als eine blutige Eskalation, wenn unüberlegte Schritte in Richtung Grenzöffnung und Gründung eines “freien” Staates Palästina gemacht werden. Ich denke tatsächlich einfach an die Menschen in Gaza! Wenn ich sage “Geiseln aller Beteiligten”, meine ich natürlich auch Israel, aber ich meine das nicht als verklausulierte Sonderschuldzuweisung. Aber auch Israel hat eine Mitverantwortung!

    • es wird Zeit dass die “internationale Gemeinschaft” – (wer immer das ist) der Hamas keinerlei finanzielle und ideologische Unterstützung zukommen lässt. Die europäischen Demokratien sollten sich an Ägyptens Vorgehen ein Beispiel nehmen.

  9. Ja, ich habe bis zum Schluss zugehört, und wenn man Menschen in der Region hat, die einem am Herzen liegen, wird einem noch mehr angst und bange als schon vorher ….
    Was Richard Schneider von dem Fortschreiten des ganz normalen Alltags in Israel berichtet, kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Wo man bei Raketenbeschuss aus Gaza das Haus teilweise nicht mehr verlassen kann, sieht das vermutlich anders aus, aber ansonsten versuchen wohl die meisten Menschen sogar unter solchen Umständen ihren Alltag einfach weiterzuleben. Das ist vermutlich in gewisser Weise überlebensnotwendig. Wenn ich in akuten Krisensituationen nachfasse und meine Sorge zum Ausdruck bringe, werde ich beruhigt, ja ist gerade schlimm, aber das wird bald wieder. Das ist natürlich ein gerüttelt Maß an Verdrängung. Aber auch ich habe im Sommer, als ich dort war, die Zeit unter Raketenbeschuss fast als weniger belastend empfunden, als die Außensicht aus Deutschland. Dort war ich beschäftigt mit dem Leben an sich, zwischen Normalität und Deckung suchen. Von hier sah ich auf die Ausweglosigkeit des Konfliktes und fragte mich ständig, was man denn tun könne, damit das mal endlich aufhört. Gerne lasse ich mich dann auch wieder einlullen von einem, “das beruhigt sich bald wieder”, denn auch ich muss hier einen Alltag bewältigen. Aber ich habe große Sorge, dass jene Menschen dort, mit denen ein Frieden tatsächlich funktionieren könnte, weil sie politisch kein Interesse an Zündeleien haben, weil sie auch noch Mitgefühl mit Palästinensern empfinden können, weil Religion in ihrem Leben keinen Absolutheitsanspruch hat, dass diese Menschen sich zu sehr einlullen, um zu begreifen, dass der Zeitpunkt gekommen ist, dass sie aktiv werden und sich einmischen müssen.

  10. Respekt, Herr Schneider, eine Viertelstunde (wenn auch kurz unterbrochen) frei von der Leber weg und ohne Wiederholungen zu reden, das muss man auch erst mal können. Teilweise unerfreuliche Themen, schöne Hintergrundkulisse, allerdings musste ich den Blog zweimal anschauen, um irgendwas zu behalten. Aber der Kaffee war doch am Schluss sicher kalt, oder?

  11. Bei der Verbissenheit aller Parteien bleibt dem Berichterstatter nur och Kopfschütteln und ironische Distanz. Gratuliere Richard!

  12. Sehr geehrter Herr Schneider,
    Sie sind ein selten naiver und unkritischer Journalist. Da fragen Sie doch, ob die Milliarden für Gaza schon angekommen, aber Sie insistieren nicht darauf, wo sie denn dann geblieben sind. Wofür werden sie verwendet?
    Wovor haben Sie Angst? Wollen Sie ein Gutmensch sein?
    Das ist der mieseste Journalismus, vgl. Weltkrieg 1.

    • Ich werde vorschlagen, dass “Gutmensch” zum Unwort des Jahres erklärt wird!!

    • @ Olympe
      Im Jahr 2011 war’s ja immerhin der 2. Platz, vielleicht klappt’s 2014 ja!

    • Okay, dann vielleicht doch irgendwie kennzeichnen. Der “Gutmensch” ist mittlerweile ein Totschlagargument, wie “Neid” in den Debatten um Managergehälter.

    • @gunther

      “Wovor haben Sie Angst?”

      Z.B. seinen Job zu verlieren. Wenn sich Herr Schneider zu weit aus dem Fenster lehnt, wird sein Vorgesetzter evtl. über einen linientreuen Ersatz nachdenken – Kompetenz hin oder her, die ist zweitrangig – dann werden Sie sich wirklich ärgern. Alle, denen Israel am Herzen liegt, finden sowieso andere (politisch nicht korrekte) Quellen, um sich richtig zu informieren.

    • Wie kann man nur solche Vergleiche ziehen?
      Warum reagieren Sie so?
      Wahrscheinlich ist es Ihre Verbitterung über diese scheinbar ausweglose Lage

    • @gunther…
      Sehen Sie etwa eine Verschwörung am Werke ; )

      Eigentlich ist es ganz normal, dass Gelder, die auf solchen Konferenzen versprochen werden nicht immer so schnell und vollständig ankommen. Ist überall so gewesen, ob bei Naturkatastrophen oder anderen Dingen.

      Ausserdem ist die Hamas nicht gerade der vertrauenswürdigste Empfänger.

      Und die UN Organisationen vor Ort sind auch alle unterwandert. Man muss also erst einmal dafür sorgen, dass das Geld in die richtigen Hände kommt.

      Bitte hören Sie auf, Herrn Schneider zu beleidigen. Er ist wirklich eifrig und versucht alles, um so objektiv wie möglich zu berichten, was nicht einfach ist in einer solch aufgeheizten Stimmung da “unten”.

      Ich bin auf jeden Fall froh, dass Herr Schneider dort vor Ort ist. Es gäbe kaum bessere für diese Arbeit !

    • “Gelder, die auf solchen Konferenzen versprochen werden nicht immer so schnell und vollständig ankommen.”

      Nach 9 (!) Jahren?
      Wofür werden die Gelder verwendet?
      Wie finanziert die Hamas den Tunnelbau? Die Raketenproduktion?
      Was ist derzeit “political correctness”?
      Wer fährt mit Baggern, PKW und LKW in Zivilisten an Haltestellen? Wer feiert die Täter und fordert noch mehr Anschläge? Wer ermordet Menschen beim Gebet? Und spricht gleichzeitig von der Heiligkeit und Unantastbarkeit des eigenen Gotteshauses? Warum hilft die Hamas den Menschen in Gaza nicht, sondern baut lieber neue Tunnel?

      Einen Friedensprozess wollen weder Hamas noch die derzeitige israelische Regierung. Das widerspricht ihrer eigenen Existenzberechtigung. Nur der Krieg hält beide an der Macht. Und Macht verspricht Fleischtöpfe. Und: Die Hamas sowie andere arabische Staaten (!) und Terrorgruppen sehen ihr vorrangiges Ziel in der totalen Zerstörung Israels. Zu viele wollen Blut sehen, Blut saufen bis zum Erbrechen.

      Dass aber ein Journalist nicht nachfragt, nicht für Aufklärung sorgen will, disqualifiziert ihn restlos.

      Dabei beleidige ich Herrn Schneider keineswegs. Ich fordere ihn nur auf, seiner journalistischen Sorgfaltspflicht und journalistischem Ethos zu genügen. Zu häufig ist von Anschlägen die Rede, ohne die Täter zu benennen.
      Das ist Verdummung und “political correctnes”. Vermeintlich.
      Seine Berichte verkommt zum Mitleidsschicken mit den Palästinensern, ohne zu fragen, wie zynisch die Hamas ihre eigenen Mitbürger missbraucht, um den Konflikt am Kochen zu halten.
      Klare Worte. Nicht Gelaber!

    • @gunther

      HIer geht es nicht um political correctness sondern um eine objektive Einschätzung der Lage.

      Was Sie sich scheinbar wünschen ist eine Art “Gesinnungsjournalismus” a la Fox News (US Sender). Da wird dann Meinung transportiert, aber keine möglichst objektive Einschätzung.

      Bei Herrn Wagner und Herrn Teichmann hier, den beiden Hörfunk”journalisten” merkt man öfters an, dass Sie Meinung transportieren wollen und keine objektive Einschätzung. Aber gerade bei Herrn Schneider und auch bei Herrn Rosch sieht das anders aus.

      Deswegen finde ich, dass Ihre Kritik falsch ist und sich daraus speist, dass Sie einfach Ihre Meinung auch in der Berichterstattung bestätigt sehen wollen. Ich will aber keinen “meine Meinung bestätigenden Journalismus”, sondern einen, bei dem ich manches noch einmal aus einer anderen Perspektive erfahren kann, bzw. aus verschiedenen. Nur so kann ich mir ein möglichst objektives Bild machen !

    • @gunther
      …ah, noch vergessen:

      Die versprochenen Milliarden sind nicht einfach irgendwo versunken, sondern es sind ja Gelder, die aus den Staatshaushalten fliessen.

      Diese Gelder werden einfach dafür eingesetzt die nationalen Projekte im jeweiligen Land zu finanzieren. Die sind also nicht weg, sondern in den jeweiligen Ländern. Ist doch klar. Und in Zeiten der Haushltskonsolidierungen behält man das Geld halt oftmals lieber im eigenen Land. So einfach ist das.

      Wie gesagt, Zusagen machen geht einfacher als sie dann auch zu finanzieren. Ist wie gesagt immer so, nicht nur hier bei Gaza.Man behält halt eigentlich das Geld lieber zu Hause : )

    • Es ist der einfache Weg, persönlich zu diffamieren, statt auf Fragen einzugehen.
      “Objektivität” besteht auch dann nicht, wenn nicht alle Informationen genannt werden.
      An der derzeitigen Regierung Israels gilt es wahrhaft harte Kritik zu üben. Doch sicher ist auch Ihnen bekannt, welches Ziel Hamas und der Iran ganz offiziell verfolgen. Welche Ziele jetzt von Vertretern der Hamas propagiert werden.
      Mörder als Helden zu feiern, ist doch toll, oder?
      Und es sind Mörder. Lesen Sie Brecht, Die List, die Wahrheit unter vielen zu verbreiten.
      Zu den Hilfsgeldern: äußerst schwache Entschuldigung dafür, dass das Geld bei der Hamas zum Tunnel- und Raketenbau landet. Das Geld kommt nicht bei den Menschen an.
      Wovon finanzieren die Hamas-Funktionäre ihre sündhaft teuren Hoteldaueraufenthalte in Dubai?
      Wer Gesinnungsjournalismus will, sind Sie selbst!

  13. Das kenne ich. Da sitzt man bei schönem Sonnenschein in einem Straßencafé in Tel Aviv und die Probleme, die nur wenige Kilometer entfernt sichtbar werden, scheinen irgendwie ausgeblendet und vergessen zu sein. Wahrlich ein kluger und interessanter Beitrag von Richard Schneider. In der Tat, es wird gezündelt in der Region, aber so war das wohl immer und die Frage ist, wie soll es weitergehen. Nur leere Versprechen haben Pausen erlaubt, Hoffnungen erweckt, um sich dann eines Tages als Wunschdenken erkennen zu geben und dass man in keiner Weise einer friedlichen Koexistenz nähergekommen ist. Im Gegenteil, Israel hat sich von Macht und Ideologie leiten lassen. Siedlungen werden unbeirrt weitergebaut. Eine einheimische Bevölkerung wird wahrgenommen, aber sie stört und im Grunde ist es am besten sie hinter Mauern und Grenzzäunen mit eiserner Faust in die Schranken zu weisen. Begehren sie auf, dann ist das anmaßend und unerhört. Egal ob Ein- oder Zweistaaten, man will nicht einmal erkennen, dass es großer Anstrengungen bedarf, um eine Völkerverständigung überhaupt als notwendig und sinnvoll erscheinen zu lassen. Fanatisch beharrt eine Regierung nicht nur als israelischer, sondern auch als jüdischer Staat anerkannt zu werden, – in einem Land, in dem eine einheimische arabische Bevölkerung als Flüchtlinge in ihrem eigenen Land lebt.

    Abbas zündelt und auch die Israelis zündeln? Letzteres ist sicherlich richtig, ersteres finde ich unangebracht. Wer es zulässt, dass rechte Kräfte unter dem Schutze israelischen Militärs sich gegenüber wehrlosen Palästinensern austoben lassen, der zündelt. Wer sich aber gegen permanente Unterdrückung wehrt, der zündelt auch? Wer sich mit feindlichen Sicherheitskräften verständigt, um Ruhe zu bewahren, aber es doch zu keinerlei Zugeständnissen kommt, der muss sich doch eines Tages fragen, was soll das. Je länger die Unterdrückung anhält, je wahrscheinlicher ist die nächst Explosion.
    Es gibt Gerüchte, dass die EU Sanktionen gegenüber Israel erwägt, sollte Israel weiterhin eine Zweistaatenlösung sabotieren und sie zu verhindern versuchen. Es wäre höchste Zeit, dass endlich einmal ein Zeichen gesetzt wird und man sich der universellen Menschenrechte erinnert und sich auch dafür einsetzt. Deutsche Steuergelder für die Finanzierung der Lieferung von U-Booten und Kriegsschiffen an einen Besatzerstaat hätte man sich dann ersparen können. Die Stimmen des Friedens aus Israel sind verstummt und Kritik ist unzulässig geworden. Vor einigen Tagen wollte eine Außenministerin aus Kolumbien von Amman direkt nach Ramallah reisen, ohne Jerusalem zu besuchen. Das wurde ihr von der Besatzungsmacht Israel untersagt. Auch wurde einem norwegischen Arzt, der während der letzten Kriege in Krankenhäusern in Gaza gearbeitet hat und entsprechend kritisch ist, die zukünftige Einreise nach Gaza verweigert. Der Weg zum Frieden ist weit. Und die EU sollte sich jetzt auf ihre Kräfte und Möglichkeiten besinnen. Freiheit und Gleichheit sind kostbare Güter und es ist unverständlich warum Europa sich so lange in Indifferenz und Geschwafel geübt hat.

    • Ich bin mit Ihnen fast überall einverstanden. Ich finde, dass auch Abbas in letzter Zeit zündelt. Damit spielt er aber leider der Regierung Netanjahu in die Hände.

  14. Wieder ein toller Beitrag Herr Schneider. Einfach Klasse wie Sie die verworrene Lage für uns Europäer verständlich zusammenfassen.
    Obwohl es für uns hier eigentlich nicht zu verstehen ist….aber das ist wieder ein anderes Thema.
    Lassen Sie sich nicht entmutigen von einigen Kommentaren hier, die teilweise sehr ungerecht, voreingenommen, intolerant und voller Hass sind.
    Die immer und immer wieder nur eine Sichtweise kennen und sehen.

    Erschreckend oft, die Aufrechnungen dieser sehr einseitigen Kommentare, und zwar auf beiden Seiten!!!!
    Die Unzulänglichkeiten und Fehlverhalten auf der jeweiligen eigenen Seite will und kann man dabei anscheinend nicht sehen.
    Ich frage mich nur, was muss passieren, dass diesen Verblendungen – auf beiden Seiten!! – auch nur ein kleines Stück Einsichtigkeit und Toleranz für die jeweilige andere Seite weicht.

  15. Zwei Araber sind gegen 7 Uhr in eine Synagoge im orthodoxen Wohngebiet Har Nof gestürmt, bewaffnet mit Äxten, Messern und mindestens einer Pistole. Sie richteten unter den etwa 20 Menschen, die sich dort zum Gebet versammelt hatten, ein Blutbad an. Vier Menschen wurden ermordet, es gibt zahlreiche Schwerverletzte, darunter ein Polizist, dem in den Kopf geschossen wurde.

    Nach einem rund zehnminütigen Schusswechsel gelang es der Polizei, die beiden Terroristen auszuschalten. Die beiden Männer aus dem Ostteil der Hauptstadt starben noch am Tatort.

    In der Synagoge spielten sich erschütternde Szenen ab. Ein Sanitäter schilderte die dramatischen Minuten so: ,,Wir wurden alarmiert, weil Schüsse aus der Synagoge gemeldet wurden. Wir fanden eine bewusstlose, stark blutende Person. Sie schien tot zu sein, als wir sie ins Freie trugen. Als wir wieder hinein gingen, lagen Schwerverletzte auf dem Boden. Sie waren blutüberströmt und bewusstlos. Sie trugen noch ihre Gebetsmöntel und Gebetsriemen. Es war furchtbar, das zu sehen. Menschen, die sterben mussten, nur weil sie Juden waren.“

    Ein anderer Sanitäter berichtete, wie verzweifelte Menschen versuchten, aus der Synagoge zu entkommen. Dabei stürzten sie die Treppe hinab und brachen sich die Beine.

    Beide Terroristen stammen aus dem Jerusalemer Stadtteil Jabel Mukaber. Es soll sich um zwei Cousins handeln, die der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO nahe stehen. Nach einem Bericht des israelischen Fernsehens arbeitete einer von ihnen in einem Kiosk, nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt.

    Die Hamas-Terrororganisation begrüsste das Attentat in einer offiziellen Stellungnahme. Sie bezeichnete den Anschlag als gerechte Rache für den Tod eines palästinensischen Busfahrers, der erhängt in seinem Fahrzeug aufgefunden worden war. Die Polizei ermittelte, dass er sich selbst umgebracht hatte. Palästinensische Medien hatten jedoch von einem Mord durch Juden gesprochen.

    • Der Terroranschlag auf eine Jerusalemer Synagoge hat ein fünftes Todesopfer gefordert. In der Nacht zum Mittwoch starb der drusische Polizist Zidan Seif (30), der einen Kopfschuss erlitten hatte. Die vier anderen bei dem Blutbad Getöteten, Rabbi Moshe Twersky, Rabbi Avraham Shmuel Goldberg, Rabbi Kalman Levine und Aryeh Kupinsky wurden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt.

      Im Gazastreifen feierten Palästinenser den Terroranschlag und priesen die Täter als Märtyrer und Helden. Sie marschierten mit Äxten, Messern und Fotos der beiden Terroristen durch die Straßen.

      Die Weltgemeinschaft wird ihre Pflicht in Form von “Bestürzung” brav abspulen und dann ganz schnell zur Tagesordnung à la “beide Seiten” übergehen.

    • Bei allem berechtigtem Entsetzen und Empörung:
      Lösungen lassen sich nur finden, wenn man in der Lage ist, sich mit mehr als einer Seite zu beschäftigen. Menschen, die allgemein als “weise” bezeichnet werden, tun dies insbesondere.

    • @Olympe
      Ich habe den obigen Kommentar geschrieben, war nur nicht in der Lage, “Lustig” drüber zu schreiben.

      Ganz Israel träumt davon, dass die Welt sich ENDLICH wirklich mit beiden Seiten beschäftigt, dass sie die wahren Motive von Fatah und Hamas LAUT HÖRBAR beim Namen nennen, dass sie übersetzen, was “Führungskräfte” zu ihrer Bevölkerung auf Arabisch sagen, z.B. dass jegliche Friedensverhandlungen oder Waffenstillstände nur ein Schritt bzw. Täuschungsmanöver auf dem Weg zur Beseitigung Israels sind. Was sie auf Englisch sagen, ist ohne Bedeutung, da sie wissen, was die Gutmenschen hören wollen.

      Was passiert stattdessen? Statt sich darüber zu empören, dass die Hamas ihre Bevölkerung als Schutzschilde und lebendige Bomben eingesetzt hat und unter der eigenen Bevölkerung gezielt so viele Opfer wie möglich verursachen wollte (und ihnen unter Todesstrafe verbot, auf die Warnungen der IDF zu hören), wird jetzt Israel von Amnesty International des Genozids und anderer Kriegsverbrechen beschuldigt. Ein ranghoher Angestellter dieser “Menschenrechtsorganisation” stellte auf Twitter Israel dem Islamischen Staat gleich, also einer Terrorgruppe, die vergewaltigt, Köpfe abschlägt und Völkermord begeht.

      Und die Hamas kassiert Milliarden, baut fröhlich an ihren Tunneln weiter, füllt die Raketenarsenale wieder auf, raubt ihrer eigenen Bevölkerung das Geld für den Wiederaufbau – und, falls irgendwas nicht so klappt, wie sie sich das vorstellen, kann man Israel wieder ja mit Raketen beschießen, “damit die Weltgemeinschaft ihnen HILFT” (Zitat Herr Schneider).

      So sieht die Beschäftigung mit beiden Seiten aus.

  16. Das von mir als Antwort auf R.C.`s Blog “Witzig? Hit&Run” (7.11.2014)
    erwähnte Cartoon ist heute nochmals, diesmal in der “The Times of Israel”zu sehen, unter “Is Mahmoud Abbas blame for the recent terror attacks?” .

    Unter “Hamas affiliated social media abuzz with carttoons glorfying Jerusalem terror attack” sind heute die Cartoons der Hamas in der “Jerusalem Post” zu sehen.

    • Sorry für die zwei Tippfehler:
      “Hamas affiliated social media abuzz with cartoons gloryfying Jerusalem terror attack.”

  17. Ich glaube – für die orthodoxe Gemeinde in Har Nof ist es relativ einfacher mit dem Schock und dem Schmerz umzugehen als für den aussenstehenden Berichterstatter, der neutral berichten muss trotz der eigenen heftigen Emotionen. Es ist keine leichte Lebensaufgabe.
    Die Ultraorthodoxen sind besser gewappnet, um mit Schicksalsschlägen fertigzuwerden als die diesseitigeren Säkularen.

  18. Zu Ihrem Beitrag an Olympe vom 19. 11. 2014 –
    Danke, Lustig –
    Sie haben es mal wieder exakt getroffen in Ihrem Kommentar.

    Weiter – ich finde Schneiders Beitrag sehr einseitig (wie leider auch alle anderen deutschen Medienberichte). Deutsche Medien sprechen sich erneut zugunsten einer enorm antisemitischen Gesellschaft aus, wie sie die Palästinenser bilden – ob in Jerusalem, Westbank oder Gazastreifen.

    Es hat mich von jeher gewundert, dass deutsche Journalisten (auch Schneider) den massiven Judenhass der palästinensischen Gesellschaft so geflissentlich ignorieren. Die Brandstifter in Jerusalem sind aber wie auch sonst Haniyeh mit Hamas, Abbas mit PA und Fatah usw. usf.

    Eine Gesellschaft wie die palästinensische Gesellschaft – von ihren politischen Führern seit rund 100 Jahren aufgehetzt zum Judenhass und aufgerufen zum Judenmord – führt eben genau zu solch bestialischen Morden wie dem in der Jerusalemer Synagoge.
    Schon die paläst. Kinder werden in Elternhaus, Kindergarten und Schule mit Hetze gegen Juden indoktriniert.

    Noch etwas zu Jerusalem: Ich finde die Bezeichnung “Siedler” für die Jerusalemer Juden einfach skandalös – abgesehen davon ist Jerusalem keine “Siedlung”, sondern die israelische Hauptstadt.
    Ich schlage vor, dass ab jetzt alle Palästinenser in Jerusalem als “Siedler” bezeichnet werden.

  19. Danke @Deborah. Kommentare wie den Ihren würde ich gerne auch auf der Hauptseite der TS im dortigen Kommentarbereich lesen. Haben Sie’s mal versucht?
    Die jüdische Gemeinde ist nicht nur sehr betroffen wegen des bestialischen Mordes in einer ihrer Synagogen, sondern auch von der antisemitisch anmutenden, sehr einseitig propalästinensischen Berichterstattung in allen nicht israelischen Medien. Der Umgang der Betroffenen mit diesem Drama geht sehr zu Herzen.

  20. @Deborah
    Den Beitrag von Herrn Schneider als einseitig zu bezeichnen kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
    Der Hass der Palästinenser kommt auch nicht von ungefähr.
    Versetzen Sie sich doch mal in Ihre Lage.
    An diesem Umstand ist der Staat Israel auch nicht unschuldig.
    So wie ich es sehe, sind die Brandstifter sehr wohl die Hamas, zumindest große Teile davon sowie auch die extremen Splittergruppen einzelner Organisationen und Gruppen.
    Sehr schockierend und widerlich empfand ich Jubelstimmung in Teilen der palästinensischen Bevölkerung über die abscheulichen und feigen Morde.

    Ebenso gibt es auch die gemäßigte Personen wie Abbas.
    Aber, es gibt sie auch:
    Die ewig und immer zündelnden auf jüdischer Seite, wie die Regierung von Benjamin Netanjahu, extremen Rechten und Nationalreligiösen Siedlern.
    Die ein Weiterkommen in Richtung friedlicherer Zukunft gänzlich unmöglich machen.
    Auch in diesen Kreisen ist eine Art Hassstimmung auf die Palästinenser unverkennbar.
    Woher nehmen Sie Ihre Erkenntnis mit der Indoktrinierung?
    Diese mag es zweifelsfrei geben, aber bestimmt nicht die Allgemeinheit und Masse darstellen.
    Einen Palästinenserhass findet man bestimmt auch in einigen jüdischen Familien.
    Jerusalem ist nicht die Hauptstadt Israels. Sie ist international nicht anerkannt.
    Jerusalem besteht nun mal auch aus verschiedenen jüdischen Siedlungen.
    Die Bevölkerung=Siedler!
    Einige Tatsachen passen eben nicht in Ihre subjektive Ansicht bzw. Anschauung.

    • “Jerusalem ist nicht die Hauptstadt Israels. Sie ist international nicht anerkannt. Jerusalem besteht nun mal auch aus verschiedenen jüdischen Siedlungen. Die Bevölkerung=Siedler!”
      Aber man darf auch nicht vergessen, dass ein Teil von Jerusalem schon seit 1948 zu Israel gehört, d.h. nie jordanisch war. Leute die in diesem Teil wohnen sind nach keiner Definition Siedler. Übrigens liegt Har Nof, der Stadtteil in dem der Terroranschlag auf die Synagoge stattgefunden hat in diesem Teil Jerusalems (können Sie in Google Maps überprüfen, dort ist die Waffenstillstandslinie eingezeichnet).

    • @ Raymond –

      Schneider hat in der Tagesschau den Juden die Schuld für den Terroranschlag gegeben, als er sagte, das Attentat auf die betenden Juden in ihrer Synagoge sei die Antwort der Palästinenser auf die Aktionen jüdischer “Extremisten”, die den Tempelberg besuchten.

      Ich bin eine säkulare Jüdin, aber ich würde trotzdem weder Muslimen noch Juden verbieten, den Tempelberg zu besuchen. Wenn es ihnen aus religiösen Gründen wichtig ist – von mir aus herzlich gerne.
      Merkwürdigerweise diskreditiert Schneider die Muslime auf dem Tempelberg jedoch NICHT als “Extremisten”. Diese Beschimpfung behält er sich ausschließlich für die Juden vor.
      Und die Juden in der Synagoge hatten friedlich in ihrer Synagoge am Morgengebet teilgenommen. Wieso Schneider daraufhin die Juden beschuldigt, einen “Religonskrieg” hochzuschaukeln, erschließt sich mir nicht. Aber der Jude hat eben immer Schuld – so denken ja leider auch viele “linksliberale” Juden.

      Weiter – die paläst. Gesellschaft ist durch und durch antisemitisch. Seit 100 Jahren läuft diese Indoktrination – begonnen vom Jerusalemer Großmufti Husseini, der ab 1917 immer umfassender und schärfer gegen die Juden hetzte und zu Massakern und Pogromen an den Juden im Mandatsgebiet aufrief.
      Husseini verbündete sich später erfolgreich mit Nazideutschland/Hitler, um die Juden im Nahen Osten ebenfalls ausrotten zu können. Auch er bezog sich mit seiner Judenhetze u.a. auf die “Protokolle der Weisen von Zion” – ein Bestseller auch in der paläst. Gesellschaft.
      Der Judenhass der Palästinenser existiert also seit fast 100 Jahren.

      Und damals gab es, wie Sie wissen, weder einen israelischen Staat – den gab es ja erst an 1948 – noch gab es damals sogenannte “jüdische Siedlungen”, denn die entstanden ja erst in den 70er Jahren.
      Der Terror der palästinensischen Seite hat seine Ursache allein im Antisemitismus.

      Zum paläst. Judenhass reicht ein Blick auf die täglichen antisemitischen Cartoons in den Hamas-Medien und den PA/Fatah-Medien unter Abbas – die deutschen “Stürmer”-Karikaturen von damals sind dagegen fast noch harmlos ( googeln hilft).
      Es reichen auch die Youtube-Videos von Hamas und Fatah mit ihren bizarren Verschwörungstheorien über die Juden, bzw. über die “Affen und Schweine”, wie Juden dort häufig genannt werden. Dazu gibt es die paläst. Pop-Songs voller Hass über die Juden – und auch die paläst. Kindersendungen präsentieren ihre tägliche Judenhetze.

      Und Abbas ist ganz bestimmt NICHT “moderat”.
      Abbas hatte gerade sein Volk offiziell dazu aufgerufen, die Juden “mit allen Mitteln” daran zu hindern, den Tempelberg zu besuchen. Er leugnet die jüdischen Bindungen an Jerusalem – er feiert, preist und ehrt paläst. Terroristen als “Märtyrer” und stellt sie den paläst. Kindern und Jugendlichen als leuchtendes Vorbild hin – er zeigt sich mit einer Palästina-Landkarte, auf der Israel ausgelöscht ist – er erlaubt, dass in seinem PA-TV immer mal wieder erklärt wird, dass Tel Aviv und Jaffa besetztes Gebiet ist, das von den Juden befreit werden muss und so weiter und so fort.

      Wie jemand Abbas als “moderat” bezeichnen kann, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar.

  21. Noch ein Nachtrag:
    O-Ton von Ami Ayalon,
    ehem. israelischer Geheimdienst-Chef:
    “Wir werden keine Sicherheit haben, solange sie – die Palästinenser – keine Hoffnung haben.”

  22. Wie so oft – ein guter Beitrag von Ihnen, Herr Schneider! Da Sie mich nachdem Sie mir ein Frage gestellt haben, von Ihrer fb Seite gesperrt haben auf diesem Weg die Antwort – ich war noch nicht in Gaza aber bin immerhin bis Sderot gekommen.
    Shabbat Shalom!
    Tobias Schmitt.