„Deutschland soll ein freundliches Machtwort sprechen“ – Gespräch mit Reuven Moskovitz

Reuven Moskovitz, Überlebender der Shoah und friedensbewegter Israeli, sieht Deutschland im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern in einer Schlüsselrolle, nämlich in der des Vermittlers. Im Interview wirft er der rechtsgerichteten israelischen Regierung “faschistische Vorstellungen” vor.

Eine krasse Kritik, auf die linke Israelis in jüngster Zeit häufig zurückgreifen, wenn sie ihre Lage schildern. Aber was meint Moskovitz damit?

Reuven Moskovitz wurde 1928 in einem Schtetl im Norden Rumäniens geboren. Er wurde in der Zeit des Nationalsozialismus ins Ghetto verschleppt. 1947 wanderte er nach Palästina aus. Er ist Mitbegründer des Friedensdorfes Neve Schalom in Israel, in dem israelisch-arabische und jüdische Familien zusammenleben. 1974 studierte er für ein Jahr an der Freien Universität Berlin. Er reist bis heute häufig nach Deutschland und engagiert sich im deutsch-israelisch-palästinensischen Gespräch. Er hält Vorträge, tritt in Akademien und Gemeinden auf. 2003 wurde Reuven Moskovitz mit dem  Aachener Friedenspreis geehrt.

 

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  1. Ich hoffe sehr, dass Deutschland sich Machtworte – auch freundliche –
    verkneift und ebenso ein mehrheitlich nicht-jüdischer Staat Deutschland einem mehrheitlich jüdischem Staat Israel keine Hinweise/Auslegungsversuche/Belehrungen bzgl. eines “jüdischen Geistes”
    gibt.

      • ……aber, wenn der jüdische Geist in Deutschland verinnerlicht und nicht verbrannt worden wäre und nebenbei die Pfeiler der Demokratie als Voraussetzung für Menschenwürde und Religionsfreiheit niemals mehr einknicken könnten, weil sie fest verankert sind…. Wenn das alles einmal so tief sitzen würde: die Unantastbarkeit der Menschenwürde, die Liebe zu uns selbst und die zum Fremden, die Akzeptanz der religiösen und geistigen Freiheit jedes Einzelnen, wenn man in Deutschland in der Lage wäre, das Eine vom Anderen zu unterscheiden und undemokratische, rassistische und antisemitische Ströme im Ansatz erkennen und entlarven würde. Wenn wir es wirklich sichtbar besser machen, das Machtwort und sein Anspruch entfällt und die Freundlichkeit übrig bleibt …..dann vielleicht …..würde es helfen können.

        • @ Renate
          Genau das (incl. Ihrer Antwort an Michael) habe ich gemeint.
          Zur aktuellen Lage (Vision und Realität) ist heute noch ein aktualisierter Artikel “Herzls Fantasieland” von Michael Brenner in der “Jüdische Allgemeine”.
          Nebenbei: Die “orthografische Verwirrung” hat mich, mit Stadtplan u.ä. versehen in Israel schon manches Mal an meinem Verstand zweifeln lassen … 🙂

        • Der von Ihnen, Renate, empfohlene Artikel “Mein Herz bleibt dort” von RCS ist mittlerweile über Zeitonline lesbar!

        • @ Renate
          Jetzt bin ich es doch noch mal 🙂
          Auch ein anderer guter Artikel ist mittlerweile über Zeitonline lesbar:
          “Der Holocaust, ein Teil von uns” von Anita Haviv-Horiner.
          Er gehört vielleicht eher als Kommentar zu dem Beitrag von Herrn Rosch am 27.1.2016 – ich befürchte, dann geht er jedoch unter.
          Und: Er schildert sehr gut, was einem “einfach so” in Israel und in Tel Aviv “passieren” kann, was diesen Staat und die Menschen geprägt hat und prägt und immer prägen wird: Und so gehört er vielleicht doch genau hier hin.

    • @Lotte, ist es nicht unsinnig mit jüdischen und nicht-jüdischen Stammeszugehörigkeiten zu argumentieren? Es ist doch nicht jüdischer Geist der Unterdrückung, Enteignung eines schwächeren Volkes befürwortet, sondern einfach primitiver menschlicher Ungeist der sich hier breit macht. Wie Reuven Moskovits doch richtig bemerkt, man sollte rechtzeitig aus dem Zug aussteigen, wenn er in die falsche Richtung fährt. Er fährt in die falsche Richtung, aber man sitzt nun einmal sehr bequem. Man wird zum einfachen Zuschauer, der Bequemlichkeit moralischen Skrupeln den Vorzug gibt. Daher sollte man keine Waffen liefern, sondern besser die richtigen Worte finden. Sie sind mehr als notwendig und vielleicht gerade auch aus deutschem Munde.

  2. Da kann man nur sagen, so ist es, so soll es sein und der Mann hat vollkommen Recht. Die Erosion der Demokratie in Isreal ist so offenkundig, die Bereitschaft faschistischen Vorstellungen nachzuhängen immer offenbarer, dass man sich wirklich wundert, wie es sein kann, dass Deutschland Israel mit todbringenden, modernsten U-Booten beliefert.

    Es ist vollkommen richtig, wenn R.Moskovitz behauptet, dass Deutschland die falschen Kräfte stärkt, anstatt sich als ehrlicher, aber gerechter Vermittler einzubringen. Israels besungenes Sicherheitsbedürfnis ist nichts anderes als der Rauchschleier, hinter dem sich Unterdrückung, Entrechtung und Enteignung als eine als rechtens empfundene Notwehr verleugnet werden soll.

    Die einseitige Sicherheitsgarantie Deutschlands gegenüber einem Apartheidsstaat ist nicht ohne Bedeutung für die Situation im Mittleren Osten. Ich weiss, es klingt in Anbetracht der Situation naiv, aber Liebe, Gerechtigkeit und Frieden, das sollten wirklich die Tugenden und Zielsetzungen sein, die sowohl israelische und deutsche Politik beherzigen und bestimmen sollten. Warum hören nicht mehr Menschen auf einen Reuven Moskovitz? Preise zu verteilen ist schön, handeln wäre besser. Eine solche konstruktive Rolle zu übernehmen, würde Israel nicht nur nicht in Gefahr bringen, sondern wäre auch eine notwendige Bereicherung für die ganze Region.Warum kann nur ein Reuven Moskovitz die Lehren aus der Vergangenheit begreifen?

    • @michael k
      “Warum kann nur ein Reuven Moskowitz die Lehren aus der Vergangenheit begreifen?”

      Weil er seine Lehren aus der Vergangenheit gezogen und begriffen hat!
      Und weil er heute in Israel lebt und das Geschehen aus seiner Sicht beschreibt. Diese Sichtweise stimmt für ihn und für die, welche ähnlich denken, aber für andere eben nicht. Was wiederum nicht heißt, dass diese anderen nichts begriffen haben. Deutschland kann in seiner Rolle als Vermittler nicht einseitig Stellung beziehen, sondern muss sich an der Politik der demokratisch gewählten Regierung Israels orientieren. Dazu und ursächlich ist Deutschland verantwortlich für die schlimmste Katastrophe, die jüdischen Menschen von nichtjüdischen Menschen angetan worden ist. Die Folgen spiegeln sich, leider bis heute und darüber hinaus, in der gesamten israelischen Gesellschaft wider. Was wollen Sie (als Vermittler) denen sagen, die anders denken? Dass sie falsch liegen? Dass sie in die falsche Richtung unterwegs sind? Das könnten Sie versuchen, aber besser ist: Versuchen Sie sich doch erstmal reinzuversetzen, wie es sich anfühlt als Betroffener von jemandem Außenstehenden gemaßregelt zu werden, von dem Sie auch noch im tiefsten Innern wissen, dass er der eigentliche Verursacher ihrer Situation ist (kennt man in kleinem Maße vielleicht aus dem persönlichen Bereich) Also, mit all diesem Wissen: Was ist der richtige Weg und wo liegt das Begreifen, dass Ihr (Vermittler) eingeschlagener Versuch nicht noch tiefer in den Wald führt? Herr Moskowitz lebt in Israel und darf genau das sagen, was er sagt. Für die Vertreter der Bundesrepublik Deutschland gelten andere Regeln, an denen es sich zu orientieren gilt, um wiederum die Möglichkeit zum offenen Gespräch erstmal zu finden.

      • @Renate, Deutschland muss nicht einseitig Stellung nehmen. Was heisst denn das? Deutschland nimmt einseitig Stellung. Es liefert U-Boote an einen Unterdrücker, an eine Besatzungsmacht, die Millionen von Menschen kontrolliert, die Menschen vertrieben hat, die Menschen entrechtet und ihnen die Möglichkeir nimmt ein würdiges Leben zu führen. Soll man da Rücksicht nehmen, weil eine Demokratie sich zu einem Apartheidstaat entwickelt hat, der sich nicht zu schade ist, sich über das Recht auf Freiheit anderer hinwegzusetzen. Seit wann muss man sich an irgendeiner Politik orientieren, ja, sie akzeptieren, wenn sie menschenfeindlich ist. Ich kann mich sehr wohl in die Situation der Menschen hineinversetzn, die bequem in ihrem Zug sitzen und sitzen bleiben wollen, obwohl der Zug in die falsche Richtung fährt. Dahinter versteckt sich eine grosse Portion Gleichgültigkeit. Schlimm!

        • @michael k.
          Was das heißt? fragen Sie

          Ich meine, dass Deutschland gewisse Regeln anerkennen muss. Inwieweit man wieviel Waffen liefert und wie die Verhandlungen darüber laufen, das kann ich nicht beurteilen. Davon habe ich schlichtweg keine Ahnung. Es ist ein Punkt, den Herr Moskovitz anspricht und über den man diskutieren kann, wenn man genaueres darüber weiß. Der andere Punkt (der mit dem mit dem Zug) bedeutet nach meinem Verständnis nicht etwa, dass die Menschen in Israel warm und bequem drin sitzen, sondern gemeint ist damit die Regierung und die Politik. Er hat ja auch recht und wie gesagt, er darf das, weil er es beurteilen und kritisieren kann, weil er dort lebt und seine Meinung vertritt. Gut so! Die Diplomatie schreibt der deutschen Regierung aber vor, sich in gewisse Dinge nicht einzumischen, die rein innerisraelisch sind und uns nichts angehen. Es ist und bleibt das Volk des Staates Israel, welches darüber entscheidet welche Vertreter es sich wählt . Dem israelischen Volk und nur ihm, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, sind wir verpflichtet. Und warum, dass wissen wir. Solange wir dies von uns weisen und mit dem Deutefinger auf Israel zeigen stimmt etwas nicht und wir haben nichts verstanden noch verarbeitet. Und nochmal:
          Israel ist kein Apartheidsstaat sondern eine Demokratie mit einem gewählten Parlament. Ich glaube, auch wenn Sie mit Herrn Moskovitz in vielem übereinstimmen, ehrlich gesagt: so ganz haben sie ihn doch nicht verstanden, ich meine, er würde Ihnen sicher in vielem widersprechen. Es ist auch ein Phänomen, was mir hier in Deutschland auffällt: Israelkritik wird gerne geübt, mehr oder weniger undifferenziert und dazu herangezogen werden dann immer irgendwelche Leute aus Israel, die angeblich genau das gleiche sagen. Genau das ist aber garnicht der Fall, weil das Gesagte, genauer betrachtet, sich in wesentlichen Punkten unterscheidet.

          • Trotz aller und vielen Meinungsunterschieden, die dann auch noch diskussionsfreudig offen und direkt geäußert werden (auch das macht eine lebendige Demokratie aus): gibt es Grundsätze, die allen gemeinsam sind: z.B. “Nie wieder wie die Lämmer zur Schlachtbank” (quasi wehr- und waffenlos sein), “Nie wieder Holocaust”(Abschlachten der “Unserigen”).
            Dazu gehört eben auch die Wehrhaftigkeit gegenüber den umliegenden Staaten (und Terrororganisationen). Oder kann sich irgendjemand vorstellen, Hamas/Hisbollah/IS ect. mit reinem Pazifismus entgegen zu treten (Witz von Woody Allen: “Löwe und Lamm werden friedlich beeinander liegen … aber ich fürchte, das Lamm hat nicht lange Freude daran.”)?
            Vor diesem Hintergrund fand ich die Äusserungen von Isaac Herzog und von Yair Lapid – wie man weiss, keine rechten Politiker – in den vergangenen Wochen hochinteressant (wie ich sie einordnen soll, weiss ich allerdings noch nicht).

          • Aber Renate, wes Geistes Kind Herr K. ist, dürfte doch klar sein.

          • @gunther
            Da Michael K. hier sagt was er denkt, und das ist sein gutes Recht, soll er auch klare Stellungnahmen und Antworten erhalten.

            @Lotte
            Ich stimme Ihnen voll zu und möchte hier – auch für Michael – nochmal anmerken:
            Dass ich keine Ahnung habe, wie die Waffengeschäfte zwischen Deutschland und Israel im Einzelnen ablaufen, bedeutet nicht automatisch, dass ich sie ablehne. Pazifismus an dieser Stelle ist nicht das, was ich befürworte.

          • @Renate, wenn Deutschland die richtigen Lehren aus der jüngeren Geschichte gezogen hat, dann ist es das Grundgesetz und die Menschenrechtskonventionen, nach denen sich Deutschland zu richten hat.
            Nein, ich glaube, ich habe Reuven Moskovits sehr gut verstanden. Die Menschen, die komfortabel in ihren Zügen sitzen, sind beileibe nicht Regierung und Politiker alleine, sondern gemeint sind alle Menschen in Israel. Du berichtest des öfteren von Tel-Aviv. Was Dir vielleicht weniger gegenwärtig ist, das ist die Tatsache, dass nur wenige Kilometer entfernt Mauern und Stacheldraht Palästinenser von Israelis trennen. Ist es nicht absurd, dass man in Tel-Aviv das Leben geniessen kann, während nur wenige Autominuten entfernt ein Volk von israelischen Soldaten und einer Militärverwaltung kontrolliert und gegängelt wird? Soll man sich als israelischer Bürger darüber aufregen? Soll man ein schlechtes Gewissen haben, wenn hunderttausende von Menschen in Gaza verarmen, keine ordentlche Wasserversorgung haben, die Elektrizitätsversorgung unzureichend ist? Darüber setzt man sich in Israel hinweg. Man gibt sich zufrieden als unbeteiligter Zuschauer, der es bequem in seinem Zugabteil hat und daher zu faul ist, gleichgültig ist, um die Fahrtrichtung zu ändern. Israel ist in keiner Weise von Nachbarstaaten bedroht. Dass die Palästinenser in Freiheit leben wollen ist wohl ihr Recht. Israelische Politik sieht das nicht so und ist einem Apartheidstaat verpflichtet, der ein Zusammenleben mit Palästinensern ausschliesst oder dieser Möglichkiet keine Minute einen Gedanken schenkt. Und das verteidigst du, weil du meinst es gibt Regeln, die man befolgen sollte? Das eigene Gewissen, Menschenrechte, internationales Recht soll man einfach auf ‘Schlaffunktion’ schalten? Hm!

          • @Michael K.
            “Das eigene Gewissen, Menschenrechte, internationales Recht…..”
            Folgen Sie Ihrem Gewissen Michael, ich folge meinem. Und wer nun die Menschenrechte und das Recht auf dem Gewissen hat, das werden Sie ganz selbstverständlich beurteilen.

  3. Mir hat die Analyse der Pegida/AfD sehr gut gefallen: Sie versuchen, durch Angstmachen die Menschen zu brutalisieren. Besser kann man deren Strategie nicht auf den Punkt bringen.
    Seine Hoffnung, dass Deutschland die Kraft hätte, dem “Sturm” zu widerstehen und auch andere zu retten, kann ich nicht teilen.

      • @gert
        Vermischen Sie bitte nicht die Fakten. Pogrome erfolgen idR nach Aufwiegelung und Hetzkampagnen. So zählen u.a. Brandanschläge auf Flüchtlingsheime dazu. Brandstifter sind die Hetzredner auf den Tribünen der Demonstrationen von Pegida und AfD. Stark fühlen sich dabei die, welche Fahnen schwenken und im Chor brüllen “Wir sind das Volk” und ein paar Schwache unter ihnen lassen sich mitreissen, werden plötzlich mutig und stecken die nächste Asylunterkunft in Brand. Toll gemacht, alles ganz gewaltfrei und in freiheitlicher deutscher Gesinnung. Gert, ich schäme mich dafür und falls Sie diese Veranstaltungen unterstützen sollten, auch für Sie!

        • und nochwas dazu:

          ich kann das nicht mal anschauen, weil ich heulen muss.
          Es hat nicht viel gebraucht um dahin zu kommen!

          Ich weiss, dies ist ein Israel Palästina Blog und eigentlich gehört es nicht hierhin, aber wenn wir dabei schon über Deutschland reden……

          • Hier sollte ein Link eines Videos von Spiegel online stehen. Es zeigt den wütenden “Volks”Mob, der in Sachsen einen Bus daran hindert, Flüchtlinge in ihre Unterkunft zu bringen. Dieser Link war sichtbar als ich den Kommentar abgeschickt hatte, kurz darauf war er verschwunden.
            Naja, wie gesagt, es ist sowieso schwerer Tobak und ging ja auch gestern schon durch die Medien.

        • Renate: “ich schäme mich dafür und falls Sie diese Veranstaltungen unterstützen sollten, auch für Sie!”

          Da bin ich völlig mit Ihnen einverstanden!! Diese Veranstaltungen sind wirklich zum Heulen und zum K…..!

  4. Ich finde gut, dass Herr Moskowitz hier zu Wort kommt, sagt was er denkt und ganz sicher Missverständnisse sofort klarstellt (zB wenn verstanden wird, Israel sei ein faschistischer Staat). Er ist mir sympathisch und erinnert mich an einen gleichaltrigen Mann aus Rumänien der in TLV lebt und mit dem ich mich gerne unterhalte. Seiner, Moskowitz, Meinung, was die Bedrohung angeht, stimme ich persönlich nicht zu, aber das soll hier keine Rolle spielen. Was ich sagen will: Viele Menschen. In Israel denken und fühlen ganz anders und sehr unterschiedlich und ich meine, Deutschland sollte unbedingt zurückhaltend sein, was nicht ausschließt, falls es um Rat gefragt wird, es nicht als Vermittler auftreten kann. Im Gegenteil, ich könnte es mir sehr gut vorstellen, wenn es nicht belehrend, besserwisserisch und moralisch überlegen daherkommt und das Feingefühl für das, was uns getrennt hat und unterscheidet aber auch dass, was uns zusammenführt, spürbar bleibt. Frau Merkel hat das eigentlich schon ganz gut gemacht, ich kenne einige Leute in Israel, die sie sehr mögen, genau aus diesem Grund.

  5. Nachtrag:
    1. Die Waffenlieferungen zwischen Deutschland und Israel kann in allgemein zugänglichen Medien nachgelesen werden.

    2. Herr K. sollte dringend dazu Stellung nehmen, was mit den zig Millionen an internationationalen Zahlungen an die Hamas in Gaza und an die Fatah in Westjordanien geschieht.

    3. Herr K. sollte dringend klären die Geschichte von Westjordanien zwischen 1945 und 1967.

    4. In den allgemein zugänglichen Medien in Deutschland konnte gelesen werden, dass die Hamas derzeit das Tunnelsystem unterirdisch nach Israel ausbaut, um Attentate zu begehen.

  6. Herr K.
    zeigt mit dem folgenden Satz wunderbar seine ideologische Argumentation:
    “Israel ist in keiner Weise von Nachbarstaaten bedroht.”
    Ziele von Iran, Syrien, Libanon?
    Ziele von Hamas, Hisbollah?

    Die Leugnung von Tatsachen zeigt endgültig, dass Herr K. nicht nur Kritik an Israel übt, sondern die Tatsachen verdreht, um Israel anzuklagen.

    Wer in der Lage ist zu lesen, weiß, dass Herr K. Unsinn schreibt.

    • @gunther, ich weiss, das klingt gewagt und vielleicht ist es auch nicht ganz richtig das so zu behaupten. Aber einmal ganz anders gesehen. Wann and warum wurden Hamaz und Hisbollah geschaffen? Reaktion auf israelische Besatzung. Wo kommt die Gefahr von Syrien her? Besetzte Golan-Höhen. Iran? Sind Gegner Israels, weil sie die Palästinenser unterstützen, weil sie schlechte Erfahrungen mit Israel in der Shah-Periode gemacht haben, weil die USA ein enger Verbündeter Israels ist, die USA aber einmal eine demokratische Regierung in Iran gestürzt hat. Und Israel fühlt sich bedroht, weil es selbst Atomwaffen hat, aber annimmt, dass ein Staat der Atomkraft für friedliche Zwecke einsetzen will, wahrscheinlich auch Atomwaffen herstellen will. Und der Libanon ist wohl kaum eine Bedrohung, abgesehen von Hizbollah. Einen kalten Frieden gibt es mit Ägypten und Jordanien. Jetzt kann man allle diese Kräfte und Situationen als bedrohlich empfinden und Feindbilder pflegen. Und das tut man ja auch zur Genüge. Aber stelle dir vor, Israel verhandelt einen Frieden mit den Palästinensern basierend auf den 1967-Grenzen und Israel versucht sich nicht immer nur für den Krieg zu rüsten, sondern sich auch zu überlegen, wie man in Frieden mit seinen Nachbarn leben könnte. Nach einem Friedensschluss mit den Palästinensern, Israel wäre ein gefragter Partner in der Region. Klingt das nicht verheissend?

      • @ Herrn K.

        Die “Opfer” Israels, die ja die “Freiheitskämpfer” für die Palästinenser sind, zeigen momentan in Syrien, wie ihr Kampf für Freiheit aussieht:
        Iran und Hisbollah metzeln gemeinsam mit Russland Zivilisten ab.
        Auch das gehört zum Thema Naher Osten und Israel-Palästinenser.
        By the way: Es gibt keine Palästinenser. Historisch betrachtet.
        Es sind Araber, die in dem von Römern (eann waren die dort?) so genannten Gebiet lebten und leben.
        Wie viele Juden wurden 1948 in den arabischen Staaten vertrieben, enteignet, beraubt?
        Waren nur 850.000.
        Nicht der Rede wert.

      • Michael, an einem Punkt haben Sie absolut unrecht: Die Probleme mit Syrien sind keine Folge der Besetzung der Golanhöhen. Ich war 1965 nördlich des See Genesareth, und habe die Detonationen gehört und manche sogar gespürt, als die syrische Armee israelisches Territorium beschossen hat. Sie verwechseln hier ganz klar Ursache und Wirkung. Und damit machen Sie ihre beiden anderen Aussagen angreifbar.

  7. „Deutschland soll ein freundliches Machtwort sprechen“ Da gebe ich Herrn Moskovitz recht. Das hat nichts mit Belehrungen oder sonst was zu tun. An Waffen- und U- Boot Lieferungen kann und sollte Deutschland Bedingungen knüpfen.

  8. Interessant, dass man in der Vorstellung der Vita von Herrn Moskovitz zwar erwähnt, dass er “für ein Jahr an der Freien Universität Berlin” studiert habe und sein Metier jetzt “Vorträge” und Auftritte “in Akademien und Gemeinden” sind nicht aber, dass er dabei regelmäßig als “Dr.” angekündigt wurde, aber es ihm angeblich nie gelungen sei, seine Gastgeber davon zu überzeugen, dass er gar keinen Titel darf, da er seine Promotion nicht abgeschlossen hat. So hat er auch den Aachener Friedenspreis als “Dr. Reuven Moskovitz” entgegen genommen.
    Gefragt nach seiner Dissertation, die er vorlegen wollte, verbreitet er die Räuberpistole, dass seine Arbeit ihm bei einem Einbruch aus seiner Abstellkammer entwendet worden sei.
    Solche Storys zu erzählen, scheint genau die Qualifikation zu sein, die man benötigt um beim BR als Experte für den Nahostkonflikt gehört zu werden.

  9. Folgendes bedenken Moskovitz und manch andere hier im Forum nicht:

    1. In Deutschland, in Europa und weltweit ist Antisemitismus latent immer vorhanden.

    Für das jüdisch-christlich geprägte westliche Abendland ist die wachsende muslimische Präsenz, bereits seit langem in Frankreich, problematisch. Das Einströmen weiterer vor allem muslimischer Flüchtlinge nach Europa führt die verschiedenen europäischen Nationalstaaten in eine Identitätskrise, die vom einen Staat zum anderen anders aussieht und für die unterschiedliche Antworten oder „Antworten“ gefunden werden. Deutschland bildet keine Ausnahme. Es ist innenpolitisch angespannt.

    Darüber hinaus hat Deutschland in Nahost handfeste wirtschaftliche Interessen.

    Das Interesse am Wohlergehen Israels ist dabei immer nur Ein Faktor von Vielen. Wir können deutsches Geschichtsbewusstsein und Verantwortung erwarten, und doch kann bzw. wird Deutschland nie neutraler Unterstützer Israels oder Vermittler zwischen Israel und anderen Partnern sein.

    2. Menschen mit feinen Sensoren für antisemitische Tendenzen, werden immer anführen, dass „Israelkritik“ heute gerne als Deckmäntelchen für offenen Antisemitismus benutzt wird. Denn Israelkritik fällt unter das Recht auf freie Meinungsäusserung, sie ist politisch motiviert und richtet sich nicht persönlich gegen Juden.

    Diese Sicht ist doppelt problematisch. Es ist wohl richtig, dass Antisemitismus sich heute vielfach als „Israelkritik“ tarnt, und solches muss angeprangert werden. Zugleich aber darf Israelkritik nicht kategorisch tabuisiert werden. Man wird nun einwenden: Na, dann kritisiere doch erst einmal Assad oder Erdogan oder Putin und deren Politik. Danach kannst Du dann an Bibi herumnörgeln. Man sollte aber Äpfel und Birnen nicht verwechseln.

    Das kleine Israel mit seinen 6+ Mio. jüdischen Einwohnern und weiteren 6+ Mio. Juden in der Diaspora, die insgesamt 0,2% der Weltbevölkerung und in den USA 2% der Gesamtbevölkerung ausmachen, hat den Status von „Prominenz“. Für Israel ist es eine Ehre und eine grosse Last, immer im Rampenlicht des Weltinteresses zu stehen. Religiös spricht man von der Auserwählung, aber auf der Weltbühne ist Israel ganz einfach ein „Promi“. Israel verdient sich Preise und grossen Ruhm und steht zugleich immer mit einem Fuss am Abgrund und in der Kritik.

    Es trifft weder jener, der hysterisch kreischt: „Bah, Du antisemitischer Israelkritiker!“ noch jener, der an Israel überhaupt nichts kritikwürdig findet, ins Herz der Dinge.

    Was ich wahrnehme, liebe, kritisiere, lobe ich. Ich kann nicht meinungsfrei sein. Ich empfinde tausend Dinge. Nichts zu empfinden würde Gleichgültigkeit bedeuten, und nach Elie Wiesel, ist Gleichgültigkeit [und nicht der Hass] das Gegenteil der Liebe.

    3. Ich tausche mich viel mit anderen aus, und vor kurzem erzählte ich von eher negativen Erfahrungen in meinem jüdischen Umfeld, und da meinte mein Gesprächspartner: „Also, ich habe grosses Mitgefühl für das Leiden des jüdischen Volkes, und ich weiss, Israel hat es nicht leicht, aber bei dem, was Du mir erzählst, werde ich glatt zum Antisemiten!“ –

    Die Person war aufgebracht, und das sicher zu Recht. Das hat sie jedoch nicht zum Antisemiten gemacht, denn Kritik IST berechtigt, und sie soll es immer sein. Kritik kann der erste Schritt sein, um einem anderen das Existenzrecht abzusprechen, aber Kritik aus Interesse kann auch wohlgemeint und Ausdruck von Liebe sein. Kritik per se ist nicht negativ.

    • Für mich ist die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus und Aufdeckung der “Mäntelchen” eine ganz entscheidende Sache. Der latent vorhandene Antisemitismus in Deutschland/Europa verhindert den bedingslosen Rückhalt unter dem sich Juden hier wirklich sicher fühlen könnten.
      Wenn wir es nicht durchschauen, und nicht wirklich Kritifähigkeit und Vorurteil auseinanderhalten können, werden wir weder in der Lage sein dem europäisch geprägten noch dem muslimisch und arabisch geprägten Antisemitismus entgegenzutreten. Es wird dazu führen, dass wir uns an der falschen Stelle solidarisieren. Ganz entscheidend finde ich, dass wir uns dem Fremden und dem Hilfesuchenden nicht verschließen, ihm bei der Integration behilflich sind wo immer es nur geht und dabei unsere eigenen freiheitlichen Werte verteidigen, welche Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ausschließen. Wir hätten eben auch dann ein Problem damit, wenn ein Grossteil der Deutschen und viele Europäer auf Dauer weniger rassistisch und fremdenfeindlich denken würden, daneben aber weiterhin (latent) antisemitisch. Dieses Deutschland und Europa wird die Grundvoraussetzung nicht haben um sich bedingungslos vor und hinter ihre jüdischen Bürger zu stellen.

  10. @ Renate
    Teil 1/3

    Es gibt nicht Eine Antwort auf den Antisemitismus. Die Antwort der Juden fällt anders aus als die von (nicht muslimischen) Nichtjuden.

    Ich teile Ihre Ansichten nicht und empfinde Ihre Vorstellungen undifferenziert sowie unlogisch und aus diesem Grund oberflächlich. Sie verfolgen eine Absicht: gegen Fremdenfeindlichkeit und dabei besonders gegen Antisemitismus ankämpfen, aber Sie argumentieren an der Oberfläche, geben Schlagworte weiter: „sich nicht ander falschen Stelle solidarisieren“, „sich dem Fremden nicht verschliessen“, „Kritikfähigkeit von Vorurteil unterscheiden“, „freiheitliche Werte verteidigen“.

    Was verbirgt sich konkret hinter diesen Phrasen?

    Darüber hinaus haben Sie ein wichtiges Stichwort in meinem Kommentar, den Sie beantworten, ignoriert: jüdische „Prominenz“; dazu gleich mehr.

    Es ist bedauerlicherweise in der Regel kaum zielführend, wenn Juden das Denken für Nichtjuden übernehmen, wenn Sie vordenken, wie sie wünschen, dass Nichtjuden denken und handeln sollten. Das gleiche gilt im umgekehrten Fall, wenn Nichtjuden erklären, wie Juden sich verhalten sollen, damit der Antisemitismus aufhört.

    Mir ist die Trennung dieser beider Perspektiven wichtig, wobei ich mit Nichtjuden nun vor allem (nach dem 2. Weltkrieg geborene) nicht jüdische Europäer meine. Muslimischer Antisemitismus ist ein anderes Thema, aber im Grunde eher plump und unkompliziert sowie die erforderliche Antwort darauf. „Spannender“ ist die Betrachtung des altbekannten latenten europäischen Antisemitismus.

    DIE JÜDISCHE PERSPEKTIVE

    Da ist dieser Gedanke: Das Monster soll für immer schweigen, soll nie wieder erwachen! Und die Angst geht um. Man ist auf der Lauer. Nimmt die Fremdenfeindlichkeit zu, nimmt auch der Antisemitismus zu. Wer jüdisch ist und nicht gehasst werden will, wird auch selbst den Fremden mit offenen Armen aufnehmen. Vielleicht sollte man sich besser verstecken (tarnen?) oder doch eher besonders fromm leben?

    Es gibt noch eine andere Überlegung. Die Angst einmal wegschieben und sich fragen: Wer bin ich? Warum werden wir Juden gehasst? Welches ist meine Aufgabe? Vielleicht auch, was will Gott von mir? — Nicht, damit ich besser, mehr und sicherer geliebt werde, sondern weil „wir Juden“ offenbar einen besonderen Auftrag in der Welt haben. Geht es darum „freiheitliche Werte“ zu verteidigen? – Zu allen Zeiten ging es darum, die Werte der Thora zu verteidigen, auch wenn jeder etwas anderes darunter versteht.

    Jeder muss am Ende, die eigene Aufgabe und den eigenen Sinn selbst finden.

    Will Gott, dass Juden es sich zur Aufgabe machen, „die Mäntelchen“ des Antisemitismus „aufzudecken“ oder auf den Unterschied zwischen der Kritikfähigkeit von Nichtjuden und deren Vorurteil hinzuweisen? –

    Mir ist nichts davon bekannt, und es schliesst sich die Frage an, ob solche Mühe ggfs. wirklich lohnt. Haben Juden Antisemitismus JEMALS aufhalten können? – Mir scheint, dies ist vergebene Liebesmüh‘.

  11. @ Renate
    Teil 2/3

    ZWISCHEN VORURTEIL UND FAKTEN

    Ein Beispiel. Es gibt das antisemitische Klischee vom (ich lasse alle erforderlichen Gänsefüsschen weg) raffgierigen Juden mit der jüdischen Hakennase, dem typischen Geldjuden. Falls Sie jüdisch sind, bekommen Sie spätestens jetzt Gänsehaut und wollen nichts mehr hören.

    In meiner Schulzeit habe ich mich gefragt, WARUM Nichtjuden Juden so sehr gehasst haben, dass sie es in Ordnung fanden, dass sie ermordert würden. Die offizielle Antwort des Schulbuchs lautete, dass man Juden seit dem Mittelalter in bestimmte Berufe gedrängt habe, dass sie selbst kein eigenes Land hatten, das sie hätten bewirtschaften können. Sie waren also in das Geldgeschäft quasi hineingeschlittert, aber selbst das wurde so nicht offen ausgesprochen. Im Privaten wurde dann schon einmal gesagt, sie seien schon sehr verschlagen und teilweise korrupt gewesen. (Präteritum, versteht sich, denn es war ja niemand mehr da…) Laut gesagt werden durfte dies freilich nicht.

    Warum? Selbst wenn diese Juden tatsächlich mehrheitlich habgierig, korrupt und verschlagen waren/gewesen wären, so ist dies !!KEINE RECHTFERTIGUNG!! dafür, einem ganzen Volk den Tod beizubringen (was zumindest die Absicht war).

    Tja, die Juden und das liebe Geld. Das Thema lebt fort: Die Mehrheit der reichsten Oligarchen der Ukraine sind – jüdisch. Jüdische Brillanz in Geldgeschäften ist legendär. Juden haben den grössten Anteil an Nobelpreisen insgesamt, angeführt von über oder ca.? 40% im Bereich Wirtschaft. An dieser Stelle könnte ich weiter fortfahren.

    Der wesentliche Punkt: Es ist Unsinn, dass Juden sich wünschen, diese Wahrheit würde nicht ausgesprochen und dass nicht erwähnt würde, dass Juden keine Berührungsängste mit Geld haben. ‚Das Klischee vom „Geldjuden“ ist unbedingt immer ein VOR-UR-TEIL!! – Das muss so gesagt werden. Man muss es anprangern, sollte jemand etwas anderes behaupten.‘ – Soo???

    Ich denke ganz anders darüber, und daher sitzt mein Sohn wohl als einziger Nichtjude in einem Masterprogramm im Bereich Finanzwesen in Israel. Die stolze Oma wurde von einer Bekannten schwer gerügt und gefragt, wie sie „stolz“ sein könne, da der Enkel nun auch so ein korrupter, fieser Finanztyp werde.

    An dieser Stelle nicht zurückschlagen, sondern weiterdenken! Worin unterscheidet sich die Beziehung zum Geld zwischen Juden und (christlich geprägten) Nichtjuden? – Ich möchte nun dies nicht im Detail ausführen, aber die Grundidee ist die, dass Wertschöpfung im jüdischen Sinn nicht prinzipiell mit Ausbeutung u.ä. einhergeht, sondern Gottes Schöpferkraft ist unendlich, und Wertschöpfung schafft Mehrwert, so wie dem Baby an der Brust der Mutter die Milch nie ausgeht, weil es mit seinem Trinken mehr erzeugt, bis der Hunger gestillt ist.

    Finanzielle Schöpferkraft hat natürlich auch eine Schattenseite. Wenn sie nicht begleitet ist von Ethik/Moral (gute Taten, sich für wohltätige Zwecke einsetzen, einen Teil dessen, was man hat abgeben), so ist sie stets gefährdet, in Korruption und krummen Geschäften zu enden.

    Wie oft ist die Welt in den letzten 50 Jahren schon zu Ende gegangen, weil unsere Ressourcen zur Neige gingen? – Und dann werden wieder neue Energiequellen, neue Ölfelder usw. gefunden. So geht es weiter, auch wenn wir uns auf ein Ende bzw. Ziel zubewegen.

    Ich nenne dieses konkrete Beispiel, weil daran deutlich wird, dass Antisemitismus auch (vor allem) auf mangelnder Kenntnis und mangelndem Wissen beruht und dass es daher wichtig ist, jedes „Vorurteil“ und jede Kritik offen auszusprechen. Vorurteile beschreiben gelegentlich Fakten. Wenn wir die Vorurteile als Frage lesen, werden wir Antworten suchen, konkrete, inhaltliche Antworten, mit denen das Gegenüber sich auseinandersetzen und umgehen kann. In dem Mass, in dem der andere an jüdischem Denken teilhaben kann, wird sein Antisemitismus geschwächt, und er könnte schliesslich ganz vergehen.

  12. @ Renate
    Teil 3/3

    DIE NICHT JÜDISCHE PERSPEKTIVE

    … ist in jedem Fall deutlich zurückgelehnter als die jüdische, vor allem, was nun das Wohl und die Sicherheit der Juden betrifft. Ja, ja, wir tragen historische Verantwortung. Nie wieder! Wir sind gegen Fremdenfeindlichkeit, und dazu gehört natürlich auch Judenfeindlichkeit.

    Wie gross ist das Interesse von Nichtjuden jedoch letztlich, „die Mäntelchen“ des Antisemitismus aufzudecken? Sind Juden aus der Sicht von Nichtjuden in der Masse der Fremden eine besonders schützenswerte Minderheit? Können Nichtjuden die jüdische Angst vor importiertem muslimischem Antisemitismus verstehen? Wie wichtig ist nichtjüdischen Deutschen, die besonders aktuell die einrollende Flüchtlingswelle selbst als Bedrohung empfinden, das spezielle Sicherheitsbedürfnis der Juden? – Lippenbekenntnisse von Politikern mag es dazu geben, aber im Kleinen, im Alltag? Wem ist es ein Herzensanliegen, den Juden Rückhalt zu sein?

    Diese Gleichgültigkeit, die ich mit meinen Fragen umschreibe – ist leider der Nährboden, auf dem Antisemitismus, auch der importierte, wunderbar gedeihen kann, und dagegen ist konkret kein Kraut gewachsen, abgesehen von der Zivilcourage Einzelner im Kleinen, wie zu allen Zeiten.

    FAZIT

    Die Last und Verantwortung liegt wie immer bei den Juden selbst… Können wir uns noch sicher fühlen? Wie sollen wir leben? Wie können wir uns schützen und Wo? – Persönlich denke ich, dass in Europa kein neuer Holocaust in Aussicht steht trotz ‚vereinzelter Anschläge‘ (ein Trost?). Zur Alternative Israel: Das Leben dort ist auch nicht sicher, aber dort stellt die in Europa gefährdete Minderheit die Mehrheit, und psychologisch verleiht diese Tatsache ein auf dieser Welt für Juden einmaliges Gefühl von Sicherheit und zumindest die Illusion, den Antisemitismus ein bisschen besiegt zu haben. Wenn da nicht die kleine Messerintifada wäre sowie die latente Angst vor der nächsten gewaltsamen Eruption an einer der Grenzen Israels.

    • @Heike
      Zum Allgemeinen und zur Info über mich: Ich bin nach dem Krieg in Deutschland geboren und nichtjüdisch. Ich spreche aus dieser, meiner, Perspektive, über meine Erwartungen an mich selbst und die nichtjüdische Gesellschaft.

      Zu der Frage:
      “was verbirgt sich konkret hinter den Phrasen”?
      Ich versuche zu erklären was ich meine, wenn es den Kern ihrer Frage nicht trifft, fragen Sie, wenn Sie mögen, ruhig nochmal nach:

      1) Sich nicht an der falschen Stelle solidarisieren:
      Ich meine, dass mit der Einwanderung muslimischer und arabischer Menschen, der bei diesen Bevölkerungsgruppen vorhandene und gesellschaftlich tolerierte Antisemitismus, zum (latent) vorhandenen europäischen Antisemitismus hinzukommt. Es ist notwendig, sich damit zu befassen, es nicht zu ignorieren, entsprechende Äusserungen zu hinterfragen und nicht aus falsch verstandener Rücksichtnahme oder Solidarität zu schweigen, offene Gespräche, Information sowie klare Distanzierung sind dazu notwendig.

      2) Sich dem Fremden nicht verschließen:
      Damit meine ich, dass wir dem Fremden helfen müssen, sich integrieren zu können, ihn unterstützen und dabei klar die Werte der Freien und aufgeklärten Gesellschaft vermitteln.

      3) Kritikfähigkeit und Vorurteil unterscheiden: dazu später, zum zweiten Teil Ihrer Ausführungen.

      Zu 1/3
      “……und es schliesst sich die Frage an…….Haben Juden Antisemitismus JEMALS aufhalten können?”

      Nein, ich glaube nicht, dass Juden es JEMALS aufhalten können, meine aber dass sich Nichtjuden darum kümmern müssen, jeder einzelne auch für sich selbst und mit sich selbst, ich meine, dass man sich selbst mit den eigenen verinnerlichten unbewussten und bewussten Gefühlen und Gedanken zum Thema beschäftigen sollte.

      Zu 2/3
      Ich meine weder, dass Vorurteile keine Fakten beinhalten können, noch dass man diese Fakten als solche nicht betrachten sollte. Ich meine, dass man eine Tatsache gerecht- oder ungerechtfertigt nicht verallgemeinern darf, ohne Differenzierung und nähere weitere Betrachtung. Warum sollte die Tatsache, dass ein Mensch, der sich auf dem Gebiet des Geldhandels auskennt und entsprechende Geschäfte ausübt in irgendeiner Form zur Rechtfertigung dienen können, dass dieser verfolgt und getötet werden darf und warum sollte eine religiöse oder soziale Gemeinschaft, der mehrere Leute angehören, die sich mit Geld und Handel beschäftigen, als Gruppe insgesamt oder als einzelner Zugehöriger dieser Gruppe dafür verfolgt werden? Das meine ich mit Vorurteil. Man kann den Einzelnen, sollte er jemanden bestohlen oder betrogen haben kritisieren oder bestrafen, aber eben nur aus dem Grund, dass er sich eines Verbrechens schuldig gemacht hat, und nicht weil er einer Gemeinschaft angehört und auch nicht den anderen aus der gleichen Gruppe, der gut rechnen kann und einen Gewinn erwirtschaftet hat und die Gruppe schon gleich garnicht. Ich kann weder der ganzen Gruppe noch dem Angehörigen derselben unterstellen, das sie a) alle Diebe noch und b) alles schlaue Leute sind. Das meine ich u.a. mit Unterscheidung von Vorurteil und Kritikfähigkeit. Ich hoffe ich habe es verständlich ausdrücken können.

      Dieser von Ihnen beschriebene Abschnitt “zwischen Vorurteil und Fakten” ist nicht ganz einfach und ich werde mich weiter damit befassen. Ich bin z.Zt. im Urlaub und kann nur auf dem iPhone lesen und tippen, das erschwert die Sache etwas. Ich müsste parallel zum Schreiben den Text vor mir haben. So erfahren Sie zwar von mir wie ich grundsätzlich denke, der Bezug zu Ihrem Text geht aber möglicherweise und teilweise verloren.

      Zu 3/3
      Ich würde Ihre als erste gestellte Frage mit “gering” , die darauffolgenden mit “nein” und die nach dem “speziellen Sicherheitsbedürfnis” mit “es interessiert nicht wirklich” beantworten und ich bin mit Ihnen der Meinung, dass diese Gleichgültigkeit der Nährboden für Antisemitismus ist.

      Fazit: ich glaube schon, dass die Konsequenz aus diesem Grund nur von Betroffenen selbst gezogen werden kann, denn der Rückhalt wird wohl immer zu gering sein und kaum einer der nie betroffen war wird es wirklich nachempfinden. Dennoch meine ich, kann ich es versuchen. ich kann mich annähern und ich muss mich auseinandersetzen. Antisemitismus ist ein Thema, welches in ganz verschiedenen Formen, die ich “Deckmäntelchen” nenne auftritt. Sie hochzuheben, zu schauen was drunter ist, finde ich wichtig. Und sollte sich herausstellen, dass sich kein Antisemit versteckt, ist es ja um so besser. Ich stelle mich nicht hin und nenne jeden Kritiker der israelischen Politik einen Antisemiten. Warum auch? Ist er ja nicht! Es ist mir selbst ganz wichtig, dass ich mich mit dem Land, dass ich gerne besuche, indem ich ab und zu ein bisschen volunteere, wo ich FreundInnen habe, kurzum das ich ziemlich gerne mag, kritisch auseinandersetzen kann. Aber wenn es klischeehaft, undifferenziert und ungerecht beurteilt wird, spreche ich es an, ich für meinen Teil kann garnicht anders.
      Ich danke Ihnen für die Auseinandersetzung, wenn auch, wie schon gesagt, hier und jetzt nicht ganz glücklich und unzureichend. Eine gute Eiche wünsche ich Ihnen!

  13. Hallo Heike,
    Eine kurze Rückmeldung, da ich gerade (als Beifahrerin) mit dem Auto unterwegs unterwegs bin. Habe angefangen Ihre interessanten Ausführungen zu lesen und in Anbetracht dieser, ist mein Kommentar bzw. meine kurze Antwort auf den Ihren, wirklich oberflächlich und undifferenziert. Es war allerdings auch nicht meine Absicht auf alle Punkte einzugehen. Trotz alledem meine ich das, was ich sage, dass es die alleinige Antwort ist, sage ich nicht. Phrasen sind meine geschriebenen Worte für mich auch nicht. Ich danke Ihnen aber für Ihre detaillierten Ausführungen, die ich mir gerne noch ausführlicher durchlesen werde, als ich es hier gerade kann.

  14. @ Renate

    Was Sie weiter oben gesagt haben, hat mich zum Weiterdenken, Vertiefen und Formulieren meiner Gedanken inspiriert. Vielen Dank dafür.

    Ihre weiteren Ansichten dazu interessieren mich nicht. Erklärung: Ich müsste sicher wissen, ob Ihre Persona jüdisch oder nicht jüdisch ist und was oder wer Sie selbst sind und Sie entsprechend antreibt, @Renate sagen zu lassen, was sie sagt.

    Es ist Ihnen sicher ein Anliegen, „die Idee“ von der Person bzw. voreingenommenen Erwartungen zu trennen. Sie gehören jedoch untrennbar zusammen, auch wenn es Ideen gibt, deren Wertigkeit über die persönlichen und manchmal niederen Beweggründe des Denkers hinausgehen.

    Ich versuche selbst, übergeordnet zu denken und zu abstrahieren, und doch ist mir wohl bewusst, dass ich mit jeder Faser meines Seins in jedem Wort stecke, das ich schreibe. Andere, in der Regel Männer.., glauben, über den eigenen Worten zu schweben, um ihnen zuschauen zu können, wie sie ihre Wirkung in der Welt entfalten. Dies ist eine Illusion. Sie ist eitel und vergänglich. Die Welt ist bereits voll genug der Illusionen und Betrügereien. Was uns nottut, ist Austausch, der authentisch ist.

    Dennoch schreibe ich hier, ganz einfach um der Themen willen. Es inspiriert mich ungemein zu wissen, dass zumindest Eine Person (danke @Moderation!) unsere Ergüsse liest (lesen muss), und zugleich diszipliniert die Tatsache, dass theoretisch die gesamte ans Internet angeschlossene Welt mitlesen *kann*, die Formulierung der Gedanken.

  15. @ Renate

    Zu Ihren Ideen: Ich möchte meine Antwort knapp [hat nicht ganz geklappt] halten, da ich denke, dass sich Ihre Ansichten (die Ausführung der „Phrasen“ :-)) und meine im Wesentlichen decken.

    Wir unterscheiden uns in diesem einen Punkt, dass ich wenig von Nichtjuden erwarte, und Sie selbst widerlegen und widersprechen genau dieser Perspektive, d.h. meiner Minimalerwartung. Sie stehen da als positives Beispiel dafür, dass es auch anders geht: Sie spüren und leben Verantwortung Juden/Fremden gegenüber. Sie haben eine Verbindung zu Israel und offenbar nicht die Absicht, was bei Israelfreunden immer wieder der Fall ist, Juden zum rechten Glauben zu bringen, sprich sie zu missionieren.

    Unter der „Oberflächlichkeit“, die ich Ihnen unterstellt hatte, verbirgt sich wohl dies: Das genaue Hinsehen und die Verantwortung führen kaum vorbei an der Beschäftigung mit der Religion. „Was glaube ich, und woran glauben die anderen?“ – Ich finde es persönlich etwas suspekt, wenn jemand für sich selbst nicht das Bedürfnis verspürt, sich religiös zu verorten (aber das tun Sie ja vielleicht) und dann munter und ohne Berührungsängste eine andere Gruppe inklusive ihrer religiösen Identität so selbstlos und tolerant zu unterstützen.

    Es ist zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach so, dass kaum jemand Israel aus ~neutralen Beweggründen unterstützt. Das heisst, der eine will die eigene christliche Botschaft verkünden, der andere hat den Drang, Geschichte wieder gut zu machen, noch ein anderer sieht in Israel die Erfüllung christlicher Eschatologie oder er mag einfach das israelische Lebensgefühl (o kay..), und schliesslich wird es immer jene geben, die offen an Israel und den Juden Anstoss nehmen, aus vielen Gründen, die alle daran erinnern, dass „sie sich stur stellen“, wenn es darum geht, die christliche „Wahrheit“ zu „akzeptieren“.

    Sie scheinen solche Befindlichkeiten gar nicht zu haben.

    Das wird auch an folgendem deutlich:

    „Warum sollte die Tatsache, dass ein Mensch, der sich auf dem Gebiet des Geldhandels auskennt und entsprechende Geschäfte ausübt in irgendeiner Form zur Rechtfertigung dienen können, dass dieser verfolgt und getötet werden darf und warum sollte eine religiöse oder soziale Gemeinschaft, der mehrere Leute angehören, die sich mit Geld und Handel beschäftigen, als Gruppe insgesamt oder als einzelner Zugehöriger dieser Gruppe dafür verfolgt werden? Das meine ich mit Vorurteil.“

    Ich bin ganz Ihrer Ansicht: Warum? – Wie können diese Geldgeschichten einen kriminellen Akt „rechtfertigen“??

    Ich weiss zugleich wohl, dass es zum christlichen Gedankengut gehört, dass Geld „schlecht“ und notwendiges Übel (Betonung auf: Übel!) ist. Es schickt sich in bestimmten Kreisen nicht, überhaupt über Geld zu sprechen, egal ob man welches hat oder ob es fehlt. Geld und Geldgeschäfte sind schmutzig.

    Und wenn nun Menschen, die die im Land vorherrschende Religion ablehnen, sich obendrein dem Handel und den Geldgeschäften hingeben (aus welchen Gründen auch immer), dann multipliziert sich das eine Negative mit dem anderen, und aus dem christlichen Narrativ kommend (ganz tief drinnen) kann dann „der Nichtjude“ (ich karikiere) nicht anders, als „das Übel“ beseitigen zu wollen, und da ist er dann schon mittendrin im Antisemitismus, aber er wird es nicht so nennen, weil er es nicht so empfindet. Seine Gründe sind echt, ehrlich und aufrichtig.

    Heute geht es selten so kleinlich zu. Der Blick ist auf Israel gerichtet, und die Kritik an Israel ist ebenso echt, ehrlich und aufrichtig…

    Was die Welt Israel vorwirft und Israel anlastet, geht viel tiefer als die Vorurteile an der Oberfläche. Und auch die Lösung des Problems kann eigentlich nicht an der ESSENZ des Jüdischen vorbei- und darüber hinweggehen. Ich denke, dass es wichtig ist, Israel in seiner Besonderheit und in seiner Heiligkeit anzuerkennen und kennenlernen zu wollen, d.h. in dieser speziellen religiösen Eigenschaft. Volunteeren und Land und Leute lieben sind schön und gut für beide Seiten und sicher ein wichtiges Zeichen der Unterstützung, aber damit werden nicht die Fragen (oder das Unverständnis) geklärt, die dem Antisemitismus zugrunde liegen.

    Ich denke nun auch an das Beispiel von Tom Franz, dem deutsch-israelischen „Chefkoch“, für den es (auch) mit der Liebe zu Land und Leuten angefangen hat, und am Ende hat er sich dazu entschlossen, in Israel zu bleiben, und er ist zum Judentum konvertiert. – Er ist der Sache „Israel“ auf den Grund gegangen und nicht an der Oberfläche geblieben.

    Israel beinhaltet immer diesen Ruf gegen die Gleichgültigkeit…

    Wenn jeder ihn hört, offenbart sich Gott, und der Konflikt, den die Welt mit Israel und den Antisemiten mit Juden haben, kann ein Ende finden. Es wäre jedoch auch wichtig, dass die Juden untereinander und mit sich selbst einig würden und Frieden schlössen.

    • @Heike
      Danke Heike, ich lese auch diesen Kommentar sicher mehrmals um ihn für mich zu beantworten. Für dieses Forum soll es vorerst genug sein. Nur eines möchte ich noch sagen zu Ihrem Satz:
      “Ich denke, dass es wichtig ist, Israel in seiner Besonderheit und in seiner Heiligkeit anzuerkennen und kennenlernen zu wollen, d.h. in dieser speziellen religiösen Eigenschaft. Volunteeren und Land und Leute lieben sind schön und gut für beide Seiten und sicher ein wichtiges Zeichen der Unterstützung, aber damit werden nicht die Fragen (oder das Unverständnis) geklärt, die dem Antisemitismus zugrunde liegen.”

      Dadurch, dass ich Israel seit fast 40 Jahren, hin und wieder, und in den letzten Jahren ziemlich oft bereise, bin ich ich seiner Besonderheit immer näher gekommen. Durch das Volunteering im Reuth Medical Center komme ich mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen, deren Wesen, deren Schicksale, deren Lebensform und ihre mehr oder weniger zugrundeliegende Religion mich viel erfahren lässt. Ich bin sehr froh darüber und danke meinem Gott, dem dreieinigen christlichen, und dem am Anfang stehenden jüdischen (wenn man das so sagen kann) sehr. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht besonders religiös bin, Glaube und Gottvertrauen mir aber gegeben sind, dafür bin ich dankbar.

      Ach, und doch noch was:

      “Israel beinhaltet immer diesen Ruf gegen die Gleichgültigkeit…”

      Dieser Satz gefällt mir und inspiriert mich.

      • @ Renate

        “… dass ich nicht besonders religiös bin, Glaube und Gottvertrauen mir aber gegeben sind, dafür bin ich dankbar.”

        At the end of the day… haben wir hier einen gemeinsamen Nenner.

        Die Frage, die mir gerade noch nachgeht (muss hier nicht weiter erörtert werden), ist, was überhaupt unter “religiös” zu verstehen ist. Ich denke, man meint, Sie meinen, “religiös praktizierend” entsprechend dem, was die jeweilige Religion vom Gläubigen erwartet.

        In diesem Sinne habe auch ich Schwierigkeiten mit Religiosität, der mein intuitiver, spontaner Glaube/meine lebendige Spiritualität ständig in die Quere kommt. Dennoch begleitet mich die lebenslange Suche nach “Wahrheit” immer und in allen Dingen. Im Grunde ist auch das Religiosität, aber nicht im Sinne etablierter Religion.

        Hinter jedem Antisemitismus, auch im säkularen Mäntelchen, stecken nach meiner Ansicht immer fixe tradierte religiöse Vorstellungen, die nur die eigene Wahrheit gelten lassen können bzw. ganz sicher nicht die jüdische.

        Da Sie nicht sehr “religiös” sind, haben sie auch mit fundamentalistischen Ideen jeder Couleur nichts am Hut, aber das Wissen um diesen Zusammenhang zwischen Religion und Antisemitismus hilft auch beim Aufdecken…

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