Der Streit ums Wasser

30 Grad im Schatten, und das Wasser im Westjordanland fließt – nicht. Wasserknappheit spielt dabei weniger eine Rolle als – wie so oft in dieser Gegend – der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Eine Reportage von Eva Lell 

Zu Besuch bei Familie Osman in Salfit. Die palästinensische Stadt hat 10.000 Einwohner und liegt im von Israel besetzen Westjordanland. Es ist Mitte Juli, tagsüber ist es mehr als 30 Grad heiß. Aber die Familie hat kaum Wasser.

 

Ali, der Familienvater, zeigt die Küche, in der Spüle steht schmutziges Geschirr. Aus dem Wasserhahn fließt nur ein dünnes Rinnsal. Das Wasser kommt aus dem Tank oben auf dem Dach. Die achtjährige Mira will unbedingt etwas loswerden:

“In der Früh kann ich mir das Gesicht nicht waschen, weil wir kein Wasser haben. Wir müssen warten, bis uns Wasser geliefert wird. Meine Eltern lassen uns nicht mehr draußen spielen, damit wir uns nicht schmutzig machen. Weil wir uns ja nicht duschen und waschen können.”

Mira, 8 Jahre

Miras Tante Rima wohnt gegenüber. Sie versorgt sechs Familienmitglieder. Auch sie haben wenig bis gar kein Wasser zum Trinken, zum Kochen, zum Waschen. Sie kauft Wasser im Supermarkt:

“Ich kaufe Trinkwasser in Flaschen, auch zum Kochen. Wenn ich Hühnchen für sechs Leute koche und das Fleisch vorher wasche, brauche ich über 20 Liter Wasser. Das kostet mich 36 Schekel (neun Euro) und da ist der Abwasch noch nicht mitgezählt.”

Rima, Bewohnerin von Salfit

167 Liter am Tag für eine sechsköpfige Familie 

Nur noch ein- bis zweimal in der Woche pumpen die örtlichen Wasserwerke Trinkwasser in den Stadtteil, in der Familie Osman lebt. Alle Haushalte füllen dann ihre Tanks: Das Wasser muss dann solange reichen, bis die Stadtwerke das nächste Mal den Hahn für diesen Teil der Stadt aufdrehen. In Zahlen heißt das: 167 Liter pro Tag für eine sechsköpfige Familie. In Deutschland liegt der durchschnittliche Verbrauch pro Kopf und Tag bei 126 Litern.

Fathi AlQam ist der Pressesprecher der Stadtverwaltung. Er sagt, mehr könne die Stadt zurzeit nicht liefern:

“Das Problem ist der israelische Wasserversorger Mekarot. Sie haben uns das Wasser gekürzt, um 35 bis 50 Prozent. Und das im Sommer, es was Ramadan, jetzt ist es sehr heiß.”

Fathi AlQam Pressesprecher der Stadtverwaltung

Dabei gilt die Gegend um Salflit – wie weite Teile des Westjordanlandes – als wasserreiche Region. Viel Regen im Winter sorgt für einen hohen Grundwasserspiegel. Das Wasser wäre also vorhanden, die Palästinenser kommen aber nicht dran. Der Deutsche Clemens Messerschmid lebt in Ramallah, er ist Wasserexperte und hat im Westjordanland für viele Hilfsorganisationen gearbeitet:

 

Cogat, die israelische Verwaltung für die besetzen Gebiete, widerspricht dieser Darstellung. Israel würde den Palästinensern fast doppelt so viel Wasser liefern wie vor 20 Jahren in den Osloer Friedensverträgen zugesagt. Aus ihrer Sicht liegt das Problem bei den Palästinensern, weil sie Wasserleitungen illegal anzapften und sich damit selbst schadeten. Und weil sie Gespräche mit den israelischen Behörden verweigern würden.

Jedes Jahr wird wegen der Wasserversorgung gestritten

Jeden Sommer beschuldigen sich Israelis und Palästinenser gegenseitig wegen der schlechten Wasserversorgung. Fakt ist: Jeden Sommer wieder gibt es in den palästinensischen Dörfern massive Probleme mit der Wasserversorgung. In diesem Jahr ist es besonders schwerwiegend, sagt der Hydrogeologe Clemens Messerschmid:

“Die eigentliche Story ist, dass im Juni der Siedlerverbrauch enorm in die Höhe geschossen ist. Die Siedlungen werden aus Israel durch große Leitungen versorgt und dann gehen kleine Stichleitungen in das fünfmal größere Dorf für die Palästinenser. Das ist schon eine sichtbare Apartheid.”

 Clemens Messerschmitt, Wasserexperte

Shilo ist so eine jüdische Siedlung. 25 Kilometer von Salfit entfernt. 400 Familien leben dort. Auch dort ist das Wasser immer wieder knapp. Die Siedler bekommen aber meist sehr schnell Hilfe. Notfalls kommt einmal am Tag das Militär und pumpt aus einem Tanklastwagen Trinkwasser in den hohen Wasserturm, der das Dorf mit Wasser versorgt.

Wasserturm von Shilo

 

Yisrael Midad vor Notfall-Trinkwasserspeicher in Shilo“Frustrierend ist, wenn zu viel Wasser in den Tank gepumpt wird. Läuft er über, versickert das Wasser ungenutzt im Boden. Wir sagen, wir brauchen nicht so viel Wasser. Stop. Aber sie pumpen und pumpen.”

Yisrael Medad, Sprecher der Siedlung Shilo

Yisrael Medad gibt offen zu, dass die Siedler immer mehr Wasser brauchen, weil die Siedlungen wachsen und weil sie Landwirtschaft betreiben. Er schwärmt von den Weinen aus den Weinbergen um Shilo. Für ihn sind die alten und zu kleinen Wasserrohre das Problem:

Es ist genug Wasser da. Aber wir brauchen eine bessere Infrastruktur, für israelische Siedlungen und palästinensische Dörfer. Ich weiß nicht, wie es in Salfit ist, aber in Hebron, da stammen die Rohrleitungen aus der Mandatszeit, also aus den 1940er Jahren.

Yisrael Medad, Sprecher der Siedlung Shilo

Die israelische Regierung solle die Leitungen erneuern, fordern die Siedler. Und: Die Palästinenser sollten aufhören, so ideologisch zu argumentieren und mithelfen, die praktischen Probleme zu lösen.

Doch neue Wasserleitungen sind im besetzten Westjordanland ein Politikum. Mit jeder Maßnahme, die die Siedler unterstützt, untergräbt die israelische Regierung eine mögliche Zweistaatenlösung, zu der sich der israelische Premier Netanjahu ja zumindest offiziell noch immer bekennt.

 

Kommentieren:

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  1. was haben bitteschoen die siedlungen mit dem wasserproblem der palaestinenser zu tun???

    vorwuerfe, die hier gemacht werden, ist reinster antisemitismus! so wie es hier dargestellt wird, kann man verstehen, dass es eine bestimmte wassermenge (grundwasser und regenwasser) gibt, welche unfair verteilt wird. mit anderen worten, die juden bekommen mehr, die araber weniger. oder noch krasser ausgedrueckt, bekommen die juden wasser auf kosten der araber.

    das alles ist totaler unsinn. das meiste trinkwasser in israel, stammt aus ENTSALZUNGSANLAGEN, welche israel fuer miliarden dollar gebaut hat. israel hat seit paar jahren KEIN WASSERPROBLEM mehr. es gibt genug wasser. israel versorgt sogar den gazastreifen mit wasser.

    die siedlungen bekommen wasser, welches aus israelischen entsalzungs- und klaeranlagen stammt. die arabische siedlung sulfit liegt in einer gegen, welche vollstaendig unter der kontrolle der autonomiebehoerde steht. es liegt in verantwortung der autonomiebehoerde die bewohner mit wasser zu versorgen und leitungen zu bauen, wenn noetig richtung israel.

    die autonomiebehoerde muss endlich anfangen fuer die eigenen leute zu sorgen.

    • Sie sind witzig. Israel zapft das Wasser unter dem Westjordanland ab und verkauft es den Palästinensern zu horrenden Preisen. Darüber die Wahrheit zu sagen ist kein Antisemitismus, der Wasserraub den Israel betreibt ist der Skandal!

      Als würde es nicht reichen, dass Israel die Palästinenser vertrieben, ihren Besitz und ihr Land gestohlen hat, nein sie müssen den völlig unschuldigen Zivilisten auch noch mit zig anderen unmenschlichen Maßnahmen das Leben zur Hölle machen.

    • ariel, warum immer wieder verneinen, dass das West-Jordanland und Gaza besetztes und von Israel kontrolliertes Gebiet ist. Israel kontrolliert alle Wasserressourcen. Israel bestimmt ob und wo neue Bohrungen durchgeführt werden können, wo und ob Leitungen gelegt werden können und macht reichlich von ihrer Macht Gebrauch (Ohne Erlaubnis geht gar nichts und die Erlaubnis wird oft nicht gegeben).Dass Israel palästinensisches Wasser stiehlt, ihre eigene Bevölkerung versorgt und dann das gestohlene Wasser wieder an die Palästinenser verkauft ist nun einmal das Gehabe einer Besatzungsmacht die eine Apartheidpolitik betreibt. Der pro-Kopf Wasserverbrauch in Israel ist doppelt so hoch wie in den besetzten Gebieten. Es wird berichtet, dass sogar Zisternen in denen Palästinenser Regenwasser auffangen und aufbewahren.von der israelischen Armee immer wieder zerstört werden. Brutal!

      Im Prinzip ist es der Besatzungsmacht Israel nicht erlaubt ihre eigene Bevölkeung mit dem Wasser aus den besetzten Gebieten zu versorgen.Auch ist Israel als Besatzungsmacht verpflichtet die Versorgung der besetzen Bevölkerung zu sichern.

      Zu fordern, dass die Autonomiebehörde anfangen muss für ihre eigene Bevölkerung zu sorgen ist der reine Zynismus.Und wieder einmal wird auf Kritik mit der Antisemitismuskeule beantwortet. Irreführend und geschmacklos. Und Gaza? Die haben bald nur noch Meereswasser zum Trinken. Wieder ein Beispiel gelebten Unrechts, Das ist und darf kein bleibender Zustand sein!!!!

  2. In den Oslo-Abkommen hat sich Israel verpflichtet, die Palästinensische Autonomie mit 29 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr zu versorgen. Eine Untersuchung der Organisation NGO Monitor im letzten Jahr ergab, dass Israel tatsächlich fast doppelt so viel Wasser liefert, nämlich 57 Millionen Kubikmeter. Die Untersuchung zeigte auch, dass Israel dieses Wasser an die Palästinenser mit einem finanziellen Verlust liefert. Der Kubikmeter kostet die israelische Wasserversorgungsfirma Mekorot 4,16 Schekel, während von den Palästinensern nur 2,85 Schekel verlangt werden. Israelis zahlen übrigens 8,89 Schekel.

    Die Palästinenser verweigern die Verwendung aufbereiteten Grauwassers aus Israel. Sie lassen ihr Abwasser in die Natur ab, obgleich Deutschland Millionenbeträge für den Bau einer Kläranlage etwa bei Bethlehem bereitgestellt hat. Die Kläranlage müsste östlich von Bethlehem in israelisch-kontrolliertem Gebiet stehen. Nach palästinensischer Vorstellung käme das einer „Anerkennung“ der israelischen Besatzung gleich. Das Ablassen von Schmutzwasser in die Natur führt zu einer unumkehrbaren Grundwasserverseuchung.

    • Tja ich glaube leider lieber dem Wasserexperten Clemens Messerschmid als einer einseitig pro israelischen Organisation wie NGO Monitor. Vielleicht können sie mich ja überzeugen wenn sie mir den Link zur Untersuchung zeigen und mir beweisen, dass NGO Monitor eine unabhängige Organisation ist.

      Aber das wird schwierig: Der on-line communications editor von NGO Monitor, Arnie Draiman, wurde z.B. von Wikipedia gebannt weil er über einen Zweitaccount Artikel über NGO’s verfälscht hat.

      In dem Wikipedia-Artikel über NGO Monitor können sie sich auch angucken, dass bewusst Sachen von NGO-Monitor gefälscht wurden.

      Also besorgen sie sich besser eine glaubhafte Quelle!

    • Die Organisation NGO Monitor ist alles andere als eine glaubhafte Quelle. Laut Wikipedia wurden durch die Organisation schon einige Unwahrheiten über andere NGO’s verbreitet. Zudem wurde ein Mitarbeiter von NGO Monitor von Wikipedia gebannt, weil er nachweislich Artikel über andere NGO’s gefälscht hat. Die Organisation ist sie kein Bisschen neutral, sondern ganz klar pro Israel eingestellt. Tut mir leid, aber da ist der Deutsche Wasserexperte Clemens Messerschmitt um Längen glaubhafter.

  3. Man kann nur von Besetztem Gebiet sprechen, wenn das Gebiet von einem Staat weggenommen wurde. Das Westjordanland wurde bis 1967 von den Jordanier verwaltet und nach dem 6Tage Krieg bis heute durch Israel. Es hat nie einen Palästinenser Staat gegeben, wie es auch keine Palästinensische Geschichtsbücher gibt etc etc. Jedoch gibt es Palästinensische Flüchtlinge seit 1948. Komisch nirgends auf der Welt hat es Flüchtlinge welche schon Jahrzehnte Flüchtlingsstatus haben. Die Flüchtlinge werden neu angesiedelt oder in verschieden Länder aufgenommen. Wie dies Israel zum Beispiel mit den Juden aus den Arabischen und Nord Afrikanischen Staaten gemacht hat. Diese Juden wurden vertrieben und verloren Hab und Gut. Israel nahm sie auf und ermöglichte ihnen ein neues Leben. Nicht so die sog. Palästinenser. Die UNWRA der Uno hat eine ganze Maschinerie aufgebaut, Milliarden werden investiert, aber die Flüchtlinge bleiben Flüchtlinge. Komisch nicht?
    Die PAL werden benutzt um Israel Schwierigkeiten zu machen. Seit den 50er Jahren betreiben sie Terror gegen Israel. Dies noch vor eine Siedlung gebaut wurde. Dies noch vor Israel das West Jordantal beherrschte. Komisch nicht?

    • Sie wundern sich, dass die Palästinensischen Flüchtlinge Flüchtlinge bleiben. Na das liegt daran, dass Israel sie daran hindert in ihre Heimat zurück zu kehren. Sie können nicht andere dazu zwingen die Verpflichtung Israels zu übernehmen. Israel hat die Menschen vertrieben. Israel hat ihren Besitzt und ihr Land beschlagnahmt. Jetzt ist es an Israel sie zurück in ihre Heimat zu lassen und sie für Vertreibung und ihren beschlagnahmten Besitzt und Land zu entschädigen!

    • @Pugatsch, gab es keinen palästinensischen Staat? Es gab Menschen. Menschen, die in der Region unter der Herrschaft des osmanischen Reiches dort gelebt haben, die danach im britischen Mandatsgebiet Palästina gelebt haben, die danach darauf hofften, dass sowohl Platz und ein Staat für Palästinenser und Juden im Mandatgebiet sein könnte. Wenn ich dich richtug verstehe, haben Menschen, die von anderen Herrenvölkern beherrscht werden, kein Recht dort ihre Heimat zu haben. Staat oder nicht Staat, Menschen kann man nicht einfach davonjagen und sich einen Dreck darum kümmern, was mit diesen Menschen passiert.

      Brauche ich nicht zu erklären. Aber welcher Zusammenhang existiert wohl zwischen der Staatsgründung Israels, der Vertreibung der Palästinenser und der Umsiedling (Vertreibung, gewollte Vertreibung, inszenierte Vertreibung?) der Juden aus arabischen Ländern nach Israel? Du meinst Vertriebene und Flüchtlinge müssen sich damit abfinden, dass sie nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren dürfen? Ich frage mich immer wieder wo diese Weisheit nur herkommt. Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land war und ist eine Falschmeldung.

      Übrigens gibt es nicht nur eine UNO-Resolution für die Aufteilung des Mandatgebietes, sondern auch eine Resolution, die Flüchtlingen das Recht gibt wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können.Gott sei Dank, dass es Institutionen gibt, die Menschen nicht ganz im Stich lassen.Was meinst du mit sogenannten Palästinensern? Warum diese permanente Dehumanisierung eines Volkes, das übrigens auf ein reiches kulturelles Erbe hinweisen kann. Was ist eigentlich deine Botschaft??

  4. Als erstes habe ich mir mal die “auskunftgebende Fachkraft” sprich den
    Hydrogeologen Clemens Messerschmid “gegoogelt”:
    u.a. sein Interview zum Thema incl. Nahost im “muslim-markt” / “Der Startpunkt zum Islam für deutschsprachige Gläubige “; hier bitte die QuerLinks zu den verschiedenen Boycott-Massnahmen gegen Israel und die QuerLinks zu Imam Chamene’i nicht vergessen !

    Als zweites die Sach – und Fachkompetenz der interviewenden Journalistin
    Eva Lell zum Thema (Fragestellung: Wie viel Vor- Erfahrung, Kenntnisse ect. bzgl. “Nahost” und insbesondere “Israel/Palästina” ist vorhanden ? Wie lange ist sie bereits in Israel vor Ort ?).

    Hier kann sich jeder Blogger selbst ein Bild machen.

    Mit Begriffen wie Landaufteilung / “Landraub”, Wasseraufteilung / “Wasserraub” oder israelische Gesetzgebung im Kernland bzw. in den besetzten Gebieten / “Apartheid” – alles sensible Themen und Begriffe und leider häufig missbraucht – sollte man kritisch, kenntnisreich und vorsichtig umgehen !
    Denn “irgendetwas bleibt immer hängen” …

  5. @Gunther, ich will dir abnehmen, dass Israel doppelt so viel Wasser an die Palästinenser liefert, als das im Oslo Abkommen geregelt ist. Habe keinen Faktencheck gemacht. Aber im Klartext heißt das, dass Israel doppelt so viel Wasser den Palästinensern entwendet, um es ihnen dann wieder zu verkaufen. Das Geschäftsmodell einer Besatzungsmacht.

    Interessant ist immer wieder, dass Lagerdenken einfach nicht zulässt sich mit Fakten zu beschäftigen. Wasser war immer ein Problem und den Eindruck den ich in der Region bekommen hatte, der entspricht diesem ARD-Bericht. Es gibt sehr wahrscheinlich auch Management-Probleme, Probleme der Finanzierung, Infrastrukturausbau, Wasserverluste im Leitungsnetz. Aber zurück bleibt der Eindruck, dass hier mit Wasser auch Versorgungs- und Besatzungspolitik betrieben wird. Der sehr viel größere pro-Kopf Verbrauch in Israel und in den Siedlungen gibt dafür Ausdruck und scheint den wahren Verhältnissen zu entsprechen. Warum wird es dann immer wieder verneint?

    Interessant, dass du es nötig hast, deine Weisheit von der NGO Monitor zu beziehen. Du berufst dich doch immer auf die Wissenschaft. NGO Monitor scheint der Rechtsregierung sehr nahe zu stehen, wird geleitet von rechten Köpfen des öffentlichen Dienstes und ist daher mehr GO als NGO und hat sich zur Aufgabe gestellt gegen „ Verdrehungen und Entstellungen“ von berichteten Menschenrechtsvergehen im Palästina-Israel Konflikt ins Feld zu ziehen. So werden NGOs wie Human Rights Watch (wird u.a. von besten jüdischen Menschenrechtsanwälten vertreten), B’Tselem, Amnesty International und andere HROs beschuldigt, unter dem Deckmantel der Menschenrechte Israel delegitimieren und dämonisieren zu wollen. NGO Monitor wird nachgesagt Tatsachen bewusst falsch oder manipulativ zu interpretieren und eine bewusst verzeichnete Perspektive des Palästina-Israel Konfliktes zu zeichnen. NGO Monitor scheint sich somit als Werkzeug einer rechten Regierungspolitik zu verstehen, die versucht die kritische Stimme einer freien Zivilgesellschaft zu diskreditieren und abzuweisen. Du bist also in guter Gesellschaft.

    Grauwasser wird auch In der West Bank und Gaza benutzt. Aber das löst nicht das Problem einer gerechten Wasserversorgung. Und Deutschland sollte eine Kläranlage finanzieren, die auf israelisch-kontrolliertem Gebiet stehen soll? Entwicklungsgelder sind für ärmere Länder vorgesehen, nicht für Besatzungsmächte.

  6. Clemens Messerschmid ist der neutralste Experte, den man sich vorstellen kann.
    Er arbeitet für die Deutsch-Arabische Gesellschaft und für die Palästinensische Autonomiebehörde.
    Neutral ist also der, der die Position der Palästinenser vertritt.
    Alle anderen sind gesteuert von den zionistischen Faschisten.

    Ich liebe diese intellektuellen Höhenflüge. Bravo.
    Und BlaBla ist der Überflieger.

    • Also ich muss zugeben, dass ich mich nicht über Clemens Messerschmid informiert habe. Man findet auf die Schnelle auch nur wenige Informationen über ihn. Können sie mir sagen wo ich mich über ihn und seine Arbeit informieren kann. Nirgendwo konnte ich etwas darüber erfahren, dass er für die Deutsch-Arabische Gesellschaft oder die Palästinensische Autonomiebehörde arbeitet. Fast überall wird er als Unabhängig bezeichnet. Ich warte auf ihre Belege 🙂

  7. Ich bin begeistert: Sich nicht informieren, aber den Zeugen aufrufen. Um alles, was gegen Israel spricht, angeblich zu “belegen” und die Palis zu Opfern zu machen.
    Das nenne ich geistige Redlichkeit.
    Schon mal was von google gehört?
    Da ist alles über Herrn Messerschmid zu finden. Links sind ja hier nicht erlaubt.

    Damit sind wir beim grundsätzlichen Problem dieses Blogs und der sozialen Medien in Deutschland:
    Inzwischen ist Antisemitismus, nein, gibt es in Deutschland nicht, heißt jetzt Antizionismus, oder Kritik an Israel, eine weitverbreitete Selbstverständlichkeit. Wenn die verehrten Schreiber hier einmal nachlesen würden bei der Bundeszentrale für politische Bildung unter dem Stichwort “Antisemitismus”, so müsste mancher erstaunt sein, wie genau er hier erfasst wird.
    Andererseits: Wissenschaftler sind – na? – Zionisten.

    Der Antisfaschismus gerät zunehmend zum Antismitismus. Aber man hat ja Legitimation.

    Mitten in Berlin werden Juden, nur weil sie Juden sind, auf offener Straße verprügelt.
    Ungehindert können die Freiheits- und Demokratieverfechter in Berlin brüllen: Hamas. Hamas, Juden ins Gas.
    Es gibt wunderbare Fotos von Hisbollah-“Freiheitskämpfern”, die den Hitler-Gruß zeigen.

    • “Ich bin begeistert: Sich nicht informieren, aber den Zeugen aufrufen. Um alles, was gegen Israel spricht, angeblich zu “belegen” und die Palis zu Opfern zu machen.
      Das nenne ich geistige Redlichkeit.
      Schon mal was von google gehört?
      Da ist alles über Herrn Messerschmid zu finden. Links sind ja hier nicht erlaubt.”

      Sie sind ja witzig. Ich habe niemanden als Zeugen aufgerufen. Ich habe ihnen nur gesagt, dass Herr Messerschmid eine glaubhaftere Quelle ist als die von ihnen genannte. Zu Herrn Messerschmid habe ich bei “Google” nichts zu ihren Behauptungen finden können. Sie könnten ja so nett sein und mir sagen wo ich die Belege finde, auch ohne einen Link zu verbreiten. Aber sicherlich haben sie keine Belege, weswegen sie so ausweichend reagieren.

      “Inzwischen ist Antisemitismus, nein, gibt es in Deutschland nicht, heißt jetzt Antizionismus, oder Kritik an Israel, eine weitverbreitete Selbstverständlichkeit. Wenn die verehrten Schreiber hier einmal nachlesen würden bei der Bundeszentrale für politische Bildung unter dem Stichwort “Antisemitismus”, so müsste mancher erstaunt sein, wie genau er hier erfasst wird.
      Andererseits: Wissenschaftler sind – na? – Zionisten.

      Der Antisfaschismus gerät zunehmend zum Antismitismus. Aber man hat ja Legitimation.”

      Sehr interessant, dass sie jegliche Kritik Israels als Antisemitismus bezeichnen. Kritik gegen Israel, ob gerechtfertigt oder nicht, soll so verhindert werden. Jeder der Israel kritisiert ist ihrer Meinung nach Antisemit. Das ist doch lächerlich!

      “Mitten in Berlin werden Juden, nur weil sie Juden sind, auf offener Straße verprügelt.
      Ungehindert können die Freiheits- und Demokratieverfechter in Berlin brüllen: Hamas. Hamas, Juden ins Gas.”

      Ja wirklich schlimm, dass solche Parolen in Deutschland skandiert werden. Wenn ich ihnen jetzt aber erzähle, dass israelische Juden Parolen wie “Gas the Arabs” oder “Death to Arabs” skandieren ist das sicher wieder nicht OK, weil ja jegliche Kritik an Israel oder Juden einen zum Antisemiten macht auch wenn die Kritik völlig gerechtfertigt ist.

      Sorry aber wie sie hier auftreten und jegliche berechtigte Kritik an Israel mit Lügen und Verleumdungen rein waschen wollen ist wirklich beschämend!

    • @Gunther

      Und ich bin begeistert über Ihre Ausdauer. Ich habe es schon lange aufgegeben, die Kommentare von Michael K. und Blabla zu lesen oder darauf zu antworten.

      Ich habe einfach keinen Nerv dazu – mein Kompliment, dass Sie das durchhalten!

  8. @BlaBla
    “Sehr interessant, dass sie jegliche Kritik Israels als Antisemitismus bezeichnen. Kritik gegen Israel, ob gerechtfertigt oder nicht, soll so verhindert werden. Jeder der Israel kritisiert ist ihrer Meinung nach Antisemit. Das ist doch lächerlich!”

    Hier geht es um doppelte Standards in Bezug auf den israelischen Staat, die nicht nur von Ihnen gepflegt werden. Wo ist die Kritik am autoritären, schon lange nicht mehr demokratisch legitimierten Regime von Mahmud Abbas wenn es um die fehlende Entwicklung in den palästinensischen Gebieten geht? Hier versickern EU-Steuergelder in den Taschen einer Kleptokratie ohne das dieser Missstand kritisiert wird. Dafür wird von PA-Seite Hetze gegen israelische Bürger betrieben, wo es nur geht und u.a. mit US- und EU-Geldern finanziert. Familien von Selbstmordattentätern beziehen wie selbstverständlich “Renten” von der Autonomie-Behörde. Warum wird das nicht kritisiert? Passt nicht ins Opfer-Narrativ oder liegt es daran, dass sich kein Journalist in Ramallah dauerhaft aufhält, um zu recherchieren und solche Umstände zu bennen? Wo sind die Berichte auf SPON dazu? Warum darf Abbas vor dem EU-Parlament unwidersprochen die klassiche Lüge von der “Brunnenvergiftung durch gewisse Rabbiner” verbreiten und keiner regt sich auf? Weil das alles schon mainstream in der EU ist und keinen mehr interessiert, ob und wofür Israel kritisiert oder angefeindet wird.

    Im übrigen bin ich der Meinung, dass Antisemiten auch Antisemiten genannt werden dürfen. Es macht eh keinen Unterschied mehr…

    • @ il signor Nudelman

      Danke. Genau darum geht es.
      Der mit dem sprechenden Namen “BlaBla” soll mal versuchen, mir eine einzige Lüge nachzuweisen.

      Sein Problem: Er nimmt nur das wahr, was Israel, besser gesagt “die Juden” angreift.

      Klar, nur so ist die Existenz von Terroristen und Attentätern gerechtfertigt. Dabei legitimieren die üblichen Verdächtigen das Prinzip der Selbstjustiz (Selbstjustiz bezeichnet das außergesetzliche Vorgehen von nicht dazu Berufenen gegen eine Straftat oder eine andere als rechtswidrig oder ungerecht empfundene Handlung. Die Selbstjustiz widersetzt sich dem Gewaltmonopol des Staates).

      Oder anders ausgedrückt: Jede von irgendeinem als falsch verstandene Tat rechtfertigt Mord.

      Moralisch befinden sich diese üblichen Verdächtigen nun einmal im Stadium der Steinzeit. Dabei negieren sie jegliche Entwicklungen der ethisch-moralischen Begründung menschlichen Verhaltens, insbesondere auch Regeln des sozialen Zusammenlebens.

    • @gunther; Ich finde deinen Vorschlag bei der Bundeszentrale für politische Bildung fündig zu werden, um Inhalt und Bedeutung des Begriffes “Antisemitismus” zu ergründen großartig und an der Zeit. Es freut mich für dich, dass du mit der gelieferten Definition und der Genauigkeit des beschriebenen Begriffes zufrieden bist. Wir andere wussten schon längst was das ist. Dein Nachsatz, dass Wissenschaftler Zionisten sind, verstehe ich nicht ganz, aber du wohl auch nicht. Ich würde überhaupt bei deinen jetzigen Versuchen nicht stehen bleiben wollen und versuchen noch viele weitere Quellen zu erforschen. Vielleicht wirst du dann eines Tages endlich verstehen, was Antisemitismus wirklich ist. Dein Kopf scheint voll davon zu sein und Seh- und Auffassungsvermögen zu beeinträchtigen. Solange das so ist, ist für dich Kritik an Unrecht gleichzusetzen mit Antisemitismus, ja auch mit Rassismus. Empathie für andere Menschen scheint auch nicht gerade deine Stärke zu sein.

      In deiner Welt sind Palästinenser Terroristen und Attentäter. Da redest du dich rot und grün. Die Tatsache, dass der größte Teil Palästinas für die einheimische Bevölkerung verloren ging, dass ein Großteil dieser Menschen vertrieben wurde, dass man ihr Land illegal besiedelt und kolonialisiert und die Bevölkerung von einer Besatzungsmacht kontrolliert wird, das sind Gegebenheiten, die du irgendwie nicht wahrhaben willst. Und das sind keine Banalitäten. Gründe für Frustration, Wut und Hass.

      Die vielen und täglichen Übergriffe, die von IDF Soldaten und Siedlern getätigt werden, können hier aus Platzgründen nicht aufgeführt werden. Es gibt Verzeichnisse darüber. Siehe z.B.Palaestina.org. Hier sind die monatlichen Übergriffe in den besetzten Gebieten aufgeführt (willkürliche, tägliche Razzien und Festnahmen, Zerstörung von EU-Projekten, Zerstörung von Häusern, bewusste Zerstörung von Brunnen, von Zisternen und Wasserbehältern!!!!, usw.) Die Liste ist lang und die Quelle palästinensisch. Nur ruhig, sie ist ziemlich plausibel.

      Im Grunde weißt du um das Unrecht, das den Palästinensern zugefügt wird. Das Bekenntnis dazu hätte schwerwiegende Folgen. Um dem zu entgehen und In deiner Verzweiflung soll dich die Flucht in die Antisemitismusanschuldigen retten. Doch du wirst die Kurve nicht kriegen. Unterdrückung kann nie Recht haben. Es ist einfach grotesk, Kritiker aufklären zu wollen, dass die Besatzungsmacht das alleinige Gewaltmonopol besitzt und du den Widerstand der Unterdrückten als Selbstjustiz anklagst. (Selbstverständlich möchte ich nicht dass gemordet wird, aber Terror hat Ursachen, die man bekämpfen soll). Ich weiß um die Empfindlichkeit von Vergleichen, aber trotzdem, der Aufstand im Warschauer Ghetto war auch Selbstjustiz?

  9. Ich fände einen Bericht über die von der Kreditanstalt für Wiederaufbau geförderten Wasserprojekte in den palästinensischen Gebieten und deren Zusammenarbeit mit den palästinensischhen Behörden mal ganz interessant. Trotz Investitionen und Bereitstellung von technischem Know-how klingt es in diesem Bericht so, als wären die Palästinenser ganz hilflos und vollkommen abhängig von Israel. Wie läuft die Zusammenarbeit Zwischen der KfW und der PA zur Zeit, was geschieht mit den Investitionen?

  10. Ich habe mir viel Mühe gegeben für einen Kommentar
    als Antwort auf eine Antwort von Renate (“Facebook und Terror”)
    aber auch als Antwort zu Gunther und Nudelmann genau hier !
    Ohne jeglichen Verstoss gegen die Kommentarrichtlinien.
    Er wartete auf Freischaltung.
    Jetzt ist er einfach verschwunden: WARUM ?

    • Auf solche Fragen bekommt man hier leider keine Antwort. Ich habe auch mal gefragt, warum mir die Redaktion im April erklärt hat, ich könnte hier zitieren, und jetzt Zitate aus Kommentaren gelöscht werden – natürlich aufgrund von Kommentarrichtlinien.

      Man darf dieses Wort nicht zu wörtlich nehmen.

  11. Anmerkung zum objektiven Zeugen auf der Seite der Deutsch-Arabischen Gesellschaft:
    Clemens Messerschmid, 49, ist Hydrogeologe und arbeitet seit 17 Jahren in verschiedenen Wasserprojekten der Westbank und Gazas, unter anderem für die deutsche GIZ und die palästinensische Wasserbehörde.

    Noch Fragen?

    • @gunther, nein, warum sollten einigermassen offene und intelligente Menschen noch Fragen haben. Der Mann ist Wasserexperte. Die Palästinenser haben Probleme mit dem Wasser. Also hat er jahrelang Dienste für verschiedene Organisationen geleistet (GIZ wird vom deutschen Staat finanziert, wie auch U-Bootslieferungen an Israel) um den Palästinensern zu helfen. Wo soll dennn da das Problem sein? Wer in der West Bank und Gaza arbeitet, dem werden die üblen Besonderheiten einer Besatzung nicht entgangen sein. Man mag nicht mögen, was Menschen gesehen haben und darüber berichten. Aber die Welt, auch die eigene, wird nicht besser, wenn man plausible Wahrheiten einfach leugnen will.

  12. Anmerkung zum Bericht des ARD-Studios: Autoren werden nicht mjehr genannt?

  13. Herr K.,
    es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass Sicherheitsfragen von Atomkraftwerken von Mitarbeitern von RWE, Vattenfall und ENBW beurteilt werden.
    Da sind Sie doch bestimmt dafür, oder?
    Merken Sie eigentlich noch, wie abartig und zwiegespalten Sie argumentieren?