Dreharbeiten in Jenin


Sommerferien in Jenin: Vier deutsche Schüler sind für zwei Wochen nach Jenin ins Westjordanland gereist, um hier mit sechs palästinensischen Schülern einen Film zu drehen. Zwei deutsche Schauspielprofis stecken hinter dem Projekt. Sie wollen den Streifen auf Festivals zeigen. Ihre Botschaft: Tanzen!

Erst mal das Lampenfieber bekämpfen

Die Filmcrew steht im Hof des Kinos der Stadt Jenin im Westjordanland. Ein guter Ort für die Tonaufnahmen, die jetzt anstehen. Alexander Peiler, ein Schauspieler aus Wuppertal, sucht die Location aus. Und Victoria Schmidt, Schauspielerin vom Theater in Marburg, übernimmt die Regie. Ihre erste Aufgabe ist es, den jungen Schauspielern das Lampenfieber zu nehmen:

“Du sagst nur deinen Satz. Bleib einfach ruhig und alles wird ok.”

Victoria Schmidt, Schauspielerin

Und dann legen sich Sima aus Jenin und Lino aus Wuppertal so richtig ins Zeug. Die Szene zeigt, wie die beiden in einem Riesenrad fahren, wo Lino dann erfährt, dass Simas Vater gestorben ist. Ein Dialog, der nicht gleich im ersten Anlauf sitzt.

Hinter der Kamera: zwei Schauspielprofis

Zwei Wochen haben die Dreharbeiten gedauert. Vor der Kamera: zehn jugendliche Laienschauspieler, vier aus Deutschland und sechs aus Jenin. Und hinter der Kamera die beiden Profis Victoria Schmidt und Alexander Peiler.

“Victoria und ich sind in den letzten Jahren öfter durch die Westbank und durch Israel gereist und haben Menschen getroffen. Wir wurden eingeladen zu Cola, Kuchen, Feigen. Und so hat sich eine Liebe zu dem Land und zu den Menschen entwickelt. Und wir haben dann gesagt: Wir müssen hier was machen.”

Alexander Peiler

So ist es dann entstanden, das Filmprojekt, das Lino, Hanne Lisa, Fabia Maria und Cora in ihren Schulferien in die Westbank geführt hat. In die staubige, heiße und arme Stadt Jenin.

“Hier ist jeder so unfassbar herzlich und freundlich, nimmt einen direkt mit so viel Liebe auf, bietet Essen an und will mit einem reden. Viel offener, freundlicher und wärmer als in Deutschland. Das hat mich überrascht und ich werde versuchen, das mitzunehmen.”

Hanne Lisa, 17, Teilnehmerin aus Marburg

Und auch Sima, die im Film eine palästinensische Prinzessin spielt, hat schnell einen Draht zum Besuch aus Deutschland gefunden.

“Wir sind ganz glücklich, weil wir vorher gedacht haben, wir passen vielleicht gar nicht zusammen. Aber jetzt klappt es wirklich gut. Wir haben Englisch miteinander gesprochen. Das wird schwierig, wenn die Deutschen wieder weg sind. Wir werden sie wirklich vermissen.”

Sima, palästinensische Teilnehmerin

Der Film, den sie gedreht haben, erzählt einerseits ein altes palästinensisches Märchen. Andererseits erzählt er aber auch von der Begegnung der deutschen und palästinensischen Jugendlichen. Davon, wie sie sich durch die Arbeit hier kennenlernen. Und von den Träumen, die sie nach dieser Begegnung hegen:

“Ich habe die Leute hier kennengelernt, die alle Frieden wollen. Wir haben es auch geschafft, mit Israelis zu sprechen. Es war interessant, das zu hören. Man hat aber auf beiden Seiten diese Absperrung gegeneinander in den Köpfen gemerkt. Ich denke, das hat sich zu meinem Traum entwickelt, dass da was passiert.

Hanne Lisa, 17, Teilnehmerin aus Marburg

Ein paar Monate wird es jetzt dauern, bis der Film geschnitten ist. Dann will Alexander Peiler ihn auf Festivals in Deutschland vorstellen – in der Hoffnung, einen Verleih zu finden, der den Streifen in die Kinos bringt. Denn schließlich, so sagt der Schauspieler, hat der Film eine sehenswerte Botschaft.

“Wenn die ganze Gruppe am Tanzen ist und palästinensische Popsongs hört, die teilweise ganz gut sind, das bringt uns alle zum Tanzen und dazu, dass wir zusammen Glück empfinden. Und diese Message bringen wir durch den Film an die Öffentlichkeit.”

Alexander Peiler, Schauspieler

 

Kommentieren:

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  1. Dieser Bericht hat mich, der ich in Nürnberg in einem Arbeitskreis Palästina engagiert bin, sehr berührt. Ich wünsche den jungen Leuten, daß diese wunderbare Harmonie, die sie in den Film übertragen, große Wellen schlägt.
    Jürgen Stappenbeck

    • Sind Sie Vorsitzender der CSU-Erlangen/Tennenlohe?
      Sind Sie über Ihre Arbeit im “Arbeitskreis Palästina”:
      Eigentlich Mitglied der NEFF (Nürnberger Evangelisches Forum für den Frieden), die zusammen mit Pax Christi von der katholischen Seite, im Raum Bamberg bis Nürnberg: äußerst aktiv und engagiert in der antiisraelischen BDS-Bewegung ist?

    • @Lotte, die BDS- Bewegung ist nicht antiisraelisch, sondern richtet sich gegen eine nicht endende Besatzung, gegen Enteignung eines Volkes, gegen das Unrecht der israelischen Apartheidspolitik. Wo Unrecht herrscht, da sollte man nicht schweigen. Das müssten wir aus unserer Geschichte gelernt haben.

    • Palästina? Was für ein Palästina? Der römische Kaiser Hadrian gab der Provinz diesen Namen, um die Juden zu demütigen. Palästina kommt von Philister, den Erzfeinden der Juden. Das Land gehört seit ewigen Zeiten den Juden. Niemals gab es ein Land Palästina, schon gar nicht mit Jerusalem als Hauptstadt

  2. Na na na.
    Deutsche, kauft nicht bei Juden.
    Wird man ja wohl mal sagen dürfen.
    Der beliebteste Satz von Rechtsstehenden, Antisemiten und Rassisten.

    • @gunther, der recht unschuldige Bericht verbreitet eine positive Stimmung und alles was du zu sagen ist irrelevanten Unsinn in die Welt zu blasen, um Täter als Opfer erscheinen zu lassen. Der Einzige der immer wieder mit antisemitischen Phasen auftischt, der bist du. Nur du sagst ‘kauft nicht bei Juden’ und willst damit alte Vorurteile auffrischen und am Leben erhalten, damit ein nicht existierender Antisemitismus das Unrecht einer Besatzung und mitfolgender Enteignung überschatten soll. Das ist seit langem auch offizielle Politik. Über Unrecht sollte man sich schämen, es rückgängig machen und nicht versuchen es zu verteidigen oder eine falsche Wahrheit vortäuschen.

    • michael, man sollte tatsaechlich das unrecht rueckgangig machen und die palaestinenser in ihre heimatlaender (irak, aegypten, saudi-arabien, libanon, syrien und sogar marokko und sudan) zurueckschicken. auf die heimatlaender muss druck gemacht werden, dass diese die eigene buerger endlich aufnehmen.

    • Also wenn dann erwarte ich Beweise von ihnen, dass die Menschen in diesen Ländern geboren wurden und dann würde ich verlangen, dass jeder Israeli der Vorfahren hat die nicht in Palästina geboren wurden auch das Land verlassen muss.
      Aber das passt ihnen sicher nicht, weil ihre Doppelmoral einfach viel zu groß ist.

    • blabla, gib mir die nachnahmen. und ich werde dir sagen, wo sie herstammen. du kannst auch viele videos in youtube finden, wo bekannte araber zugeben, dass die palaestinenser eingewanderte araber sind. arafat wurde z.b. lange vor der staatsgruendung und flucht in aegypten geboren. schau dir auch das video in youtube an “palestinians are a myth says hamas member “they are just saudis and egyptians””.

      mit den juden hat das nichts zu tun. juden duerfen einwandern, weil der staat israel es erlaubt und regelt. aber es ist voellig unklar, wieso eingewanderte und danach zurueck geflohene araber, sich als fluechtlinge betrachten.

      zwei zitaten:

      „ … ”

      Anmerkung BLOG-Redaktion: Dieser Kommentar wurde aufgrund der Kommentarrichtlinien gekürzt.

  3. ” ein nicht existierender Antisemitismus”

    Herr K.,
    endlich outen Sie sich.
    Diese Bemerkung zeigt, wie aktuell Sie sich informieren.
    Sie sind auf dem neuesten Stand.
    Brauchen Sie aktuelle Statistiken?
    Nein, brauchen Sie nicht, Sie sind ja kein Antisemit.

  4. Deutschlands Strafverfolgungsbehörden haben 2015 fast 1400 antisemitische Straftaten erfasst.
    So veröffentlichte im vergangenen Jahr das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld eine Umfrage, wonach rund 15 Prozent der Bürger die Auffassung vertreten, Juden hätten zu viel Einfluss in Deutschland.
    (Der Tagesspiegel, 13.05.2016)

    Bei etwa 20 Prozent der Bevölkerung gebe es diesen latenten Antisemitismus, konstatieren die Wissenschaftler und Fachleute.
    (Deutscher Bundestag 2012)

    • @gunther, zugegebenermassen habe ich keine Statistiken studiert. Auf den Begriff latenter Antisemitismus bin ich gestossen. Aber wie schon einmal gemeint, wo soll latenter Antisemitismus herkommen. Die Generationen, die damit aufgewachsen sind, die gibt es kaum noch, nur noch die die über 75 Jahre alt sind. Und davon bestimmt nicht alle, also wo soll der Antisemitismus herkommen, der NICHT aus dem Palästinakonflikt gespeist wird. Selbst die in der DDR geführte Politik nahm entscheidend Partei für die Palästinenser (glaube ich, bin nicht in der DDR aufgewachsen). Gut, an Neonazis, AfD habe ich nicht gerade gedacht und die in den Statistiken aufgeführten Straftaten sind nicht gerade auf meinem Radar. Aber ich finde trotzdem dass du mit deinen Kommentaren oft völlig daneben liegst. Hier geht es in erster Linie um den Israel-Palästina Konflikt. Eine Besatzung und ungerechte Behandlung eines Volkes zu kritisieren, das hat nichts mit Antisemitismus zu tun.

  5. Herr K.,
    wenn Ihnen (wie bleiben doch bei “Sie”, nicht wahr?) nicht in den Kram passen, dann weisen Sie diese damit zurück, sie hätten in diesem Blog nichts zu suchen.
    Die Behauptung, es gebe keinen Antisemitismus, stammt von Ihnen. Und darauf habe ich reagiert. Also? Gehört doch hierher.

    Sie haben insgesamt eine ausgesprochen verzerrte Wirklichkeitswahrnehmung (vgl.es gibt keinen Antisemitismus). Sie reduzieren alles auf ausschließlich einen einzigen Aspekt, wie der Wasserexperte Messerschmid ebenfalls.

    Zu einem Israel-Palästina-Blog gehört sehr wohl die Thematisierung der Frage, inwieweit Menschen in den Gesellschaften im arabisch-moslemischen Raum als Bestandteil ihrer Kultur den Antisemitismus verinnerlicht haben. Daraus muss dann die Frage erlaubt sein, ob dies maßgeblich zu dem Konflikt beiträgt.

    Dies alles leugnen Sie.
    Darum darf ich Ihnen zur Lektüre empfehlen: Ahmad Mansour: Generation Allah, 2015.
    Mansour ist MOslem, ehemaliger Dschidaist, lebt seit 2004 in Berlin, arbeitet als studierter Prychologe vor allem mit moslemischen Jugendlichen.
    Bei ihm können Sie ab S.140 nachlesen, dass Antisemitismus bei Moslems Bestandteil der alltäglichen Kultur ist. In Schulen, Moscheen, Familien, Fernsehsendern, Chat-Rooms.

    Doch all das weigern Sie sich wahrzunehmen. Weil all das nicht in Ihr Bild passt von den einzig Bösen in dieser Welt, den Juden.
    Gemeinhein nennt man ein solches Weltbild antisemitisch.
    Es scheint, als ob Ihnen der Begriff vollständig unklar ist.
    Der Antisemitismus, in der arabischen Welt, in Deutschland, hat keineswegs seinen Ursprung in der Existenz Israels. Vielleicht machen Sie sich doch einmal kundig.

    Andererseits ist Ihre Sach- und Fachkenntnis im Nahost-Konflikt ohnehin äußerst eingeschränkt. Sie blenden alles aus, was Ihren einseitigen Schuldzuweisungen widerspricht und denunzieren es als “daneben”.
    Schuld sind die Juden.

  6. Ich bin irritiert.
    Meinen Beitrag vom 20.08. um 17:39 Uhr habe ich heute, Sonntagmorgen, 21.8., freigeschaltet gesehen. Nicht gestern.
    Herr K. antwortet mir aber am 20.8. um 19:43 Uhr.
    Bitte die Redaktion um Aufklärung.

  7. Herr K.
    Sie (immer noch) sind in Ihrer absurden Penetranz nicht ernst zu nehmen.
    Deshalb gehen mit Ihre Beiträge endgültig links und rechts vorbei.

  8. Ich finde es schade , daß es so viele Kommentare gibt , die als antisemitisch gegen arabische Semiten , bezeichnet werden können .
    Ob UNO , Friedensnobelpreisträger (Mandela,Tutu ,Carter), alternative Nobelpreisträger , ob Internationaler Gerichtshof , Papst , Kirchen , Holocaust-Überlebende , die neuen israelischen Historiker (neu , weil nach Zugang zu Archiven des israelischen Militärs nicht mehr von einem Unabhängigkeitskrieg gesprochen werden kann ), Schriftsteller wie Hannah Arendt , Erich Fried , Uri Avnery , Henning Mankell uvm., Stephen Hawkings , Rabbis und religiöse orthodoxe Juden und Organisationen , sowie alle Menschenrechtsorganisationen auf der einen Seite ,- und auf der anderen Seite ? : Ultranationalisten , Militaristen , Groß-Israel-Kolonialisten , die jede normale Kritik im Sinne des kategorischen Imperativs , der internationalen Gesetzgebung und der Menschenrechte als antisemitisch bezeichnen , sind totalitär und machen leider die Bezeichnung “Antisemit” durch ihre totalitären Diffamierungen bald zu einem Begriff der positiv für “Menschenrechtler” steht , wenn das nicht bald aufhört . Beispiel ? Hedy Epstein uvm . Einfach mal bei zochorot.org oder Illan Pape oder Moshe Zuckermann lesen oder im Netz zuhören und dann mal Gissin oder Avidgor Liebermann oder Netanjahu , der in guter PR-Manier Hitler in Schutz nimmt und die Palästinenser für den Holocaust verantwortlicht
    macht . Wer steht hier in wessen geistigerTradition ? Wann entstand der Zionismus ? Welche Überzeugungen waren der erdrückende Zeitgeist dieser Zeit ? Man kann es psychisch gut aufgrund der Jahrhunderte von klassischem Antisemitismus , deutlich überwiegend im Christentum , verstehen , daß gerade auch ein jüdischer Nationalismus entstanden ist .
    Aber aus Nationalismus oder jeglichem Glauben an die eigene Auserwähltheit , angeborenen Überlegenheit oder sonstiger Überhöhung im Vergleich zu Anderen ist noch nie etwas Gutes entstanden . Neben Israel ist Myanmar ja auch zur Zeit ein schönes Beispiel dafür . Oder China.
    Aber buiseness as usual entschuldigt auch unsere Regierungen einfach nicht .