Menashe Amir gibt dem Iran eine Stimme

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Das ist Menashe Amir, 73. Vergangenen Sonntag habe ich ihn in seinem Studio in Jerusalem besucht. Er moderiert beim öffentlichen Radiosender “Kol Israel” (Stimme Israels) eine Nachrichten- und Diskussions-Sendung für Hörer im Iran. Über Kurzwelle und Internet erreicht Menashe mutmaßlich ein Millionenpublikum im Iran. Weiterlesen

 

Und jetzt? Bomben auf Natanz und Fordo?

In den letzten Wochen pendelte ich mehrfach zwischen Europa und Israel beruflich hin und her, das ist einerseits lästig, weil ich nicht nonstop in die aktuelle Berichterstattung einsteigen kann, aber andererseits auch wieder mal erhellend, weil man von Europa aus einen anderen Blick auf den Nahen Osten, aber mehr noch auf die Blickweise der Europäer, der Deutschen auf die Region, in der ich lebe, bekommt. Immer wieder interessant die unterschiedlichen Temperamente zu erleben und vor allem: die häufige Unfähigkeit der Europäer, Deutschen, sich auch nur annähernd in die Alltagssituation der Menschen jenseits des Mittelmeers einzufühlen. Nun muß man verteidigend dazu sagen, daß dies ja auch schwer ist, denn es gibt nun schon mehrere Generationen in Deutschland, die Krieg nur noch aus Erzählungen, Filmen und Büchern kennen, die nicht wissen, wie das ist, in einem Restaurant zu sitzen, eine leere, herrenlose Plastiktüte am Nebentisch zu entdecken und befürchten zu müssen, daß sich da eine Bombe darinnen befinden könnte, die nicht wissen, wie das ist, wenn Bomben, Raketen auf die eigenen Städte und Dörfer fallen, die nicht wissen, wie das ist, wenn die Besatzungsarmee nachts plötzlich eine Razzia durchführt und die eigene Wohnung stürmt und und und… Nein, das ist ja auch schwer sich solche Lebenswelten vorzustellen, wenn man sie nicht kennt (wobei es immer so einen Hautgout hat, wenn man den Menschen da unten trotzdem oder gerade deshalb gute Ratschläge zu geben können glaubt…) Weiterlesen

 

Zwischen Hamburg und Syrien

In den vergangenen Tagen habe ich nach fast 7 Jahren endlich mal wieder die Tagesschau-Redaktion in Hamburg besucht. Fast täglich telefoniert man als Korrespondent mit der Redaktion, manche Kollegen kennt man persönlich (von früheren Besuchen) andere aber nicht – nur dem Namen und der Stimme nach. Und so war es dann sehr lustig, wenn wildfremde Gesichter auf einen zukommen und sagen: “Hallo – ich bin….” und man dann herzlich lacht, weil man sich doch seit Jahren “kennt”, aber dann eben doch natürlich gar nicht. Kaum war ich  in der Redaktion angekommen – unmittelbar am Tag als bekannt wurde, daß die Israelis (waren es die Israelis?) Syrien bombardiert hatten – , da wurde ich gebeten, für “Tagesschau 24″ im Studio die Lage zu erklären. Das Interview mit mir ist hier vor ein paar Tagen gepostet worden.

Die Moderatorin stellte mir am Ende des Gesprächs die Frage, ob Israel nicht fürchte, daß solch ein Angriff die Lage eher destabilisieren könnte – ob es also nicht gefährlicher sei, Ziele in Syrien zu bombardieren als die Hizbollah welche Waffen auch immer hinüberbringen zu lassen in den Libanon. Weiterlesen

 

Israel gefährlicher als der Iran?

Ich bin wieder mal auf Dienstreise in Deutschland. Und was erlebe ich? Jeder, aber auch wirklich jeder spricht mich auf die vergangenen Wochen an, als Netanjahu gedroht hatte, den Iran anzugreifen. Und jeder, aber auch wirklich jeder erklärt mir, wie gefährlich dieser Netanjahu für den Weltfrieden sei.

Das ist wohl alles, was “Bibi” in den Köpfen der Menschen erreicht hat: Nicht der Iran mit seinen nuklearen Ambitionen wird als drohende Gefahr wahrgenommen, sondern Israel und sein Ministerpräsident.

Auch in Israel gibt  es mittlerweile Kommentatoren, die meinen, er habe die “Drohschraube” eine Umwindung zuviel “gedreht”. Und nun?

Denn das Problem mit  einer möglichen nuklearen iranischen Bombe bleibt. Nur wer wird jetzt noch auf Bibi hören in Zukunft?