Ausländische Küche in Tel Aviv

 

U21-EM: Fußball verbindet, sagt man

u21em_training_1

Das sind Zvika und Chagai. Die beiden Israelis sind mit ein paar anderen zum öffentlichen Training der deutschen U21-Nationalmannschaft in Tel Aviv gekommen. Sie haben extra ihre DFB-Trikots angezogen und können viel erzählen über die Erfolge deutscher Nationalteams und über Borussia Dortmund im besonderen. Weiterlesen

 

Ein offener Himmel?! – Werden Fluege nach Israel billiger?

Am Wochenende hat die israelische Regierung das Open Skies Abkommen mit Europa endgueltig verabschiedet. Vor allem auf Druck des neuen starken Mannes in der Regierung, des Finanzminister Jair Lapid. Es soll jetzt mehr Linienfluege von und nach Europa geben. Israelische Fluglinien duerfen kuenftig dann auch alle EU-Flughaefen anfliegen. Daduch koennte Fluege deutlich billiger werden. Und der Tourismus angekurbelt werden. Bisher war das Fliegen naemlich richtig teuer. Denn der Ben Gurion Flughafen ist eine Art Kopfflughafen, das heisst es gibt keine Anschlussfluege. Auch weil die arabischen Staaten israelischen Fluglinien keine Ueberflugsgenehmigungen geben. Ausserdem sind die Gebuehren fuer Sicherheit usw. sehr hoch.

Die israelischen Fluglinien fuerchten aber, dass Arbeitsplaetze verloren gehen. Zuviel Konkurrenz. Und streikten.

Doch schliesslich fand man einen Kompromiss. Der Staat Israel, der die israelischen Airlines subventioniert, wird in Zukunft den Grossteil der Sicherheitskosten uebernehmen. Immerhin fast 100 Milionen Euro. So waren dann alle wieder zufrieden. Und die maechtigen Gewerkschaften beendeten nach 36 Stunden den Streik.

Umgesetzt werden soll das Open Skies Abkommen aber nicht vor April 2014. Mal schauen, was bis dahin noch passiert.

 

Stereotypen & Rassismus: Palästinenser in israelischen Schulbüchern

03.12.2012/ ARD-Studio Tel Aviv, 07:00/ Peter Kapern

 

E 1 und die Folgen

Wie im militärischen Bereich, so gibt es hierzulande auch im politischen Bereich “roter Linien”, die bewusst eingehalten/ignoriert werden. Die sogenannte “E 1 Zone” – das Gebiet zwischen der großen Siedlungsstadt Ma’ale Adumim (knapp 40.000 israelische Einwohner)  und dem Osten Jerusalems gehört dazu – und zwar für die Amerikaner und Europäer.

Seit Sharon musste jeder israelische Regierungschef dem jeweiligen Amtsinhaber im Weißen Haus versprechen, dieses Terrain nicht zu besiedeln. Warum? Weil es buchstäblich die Zwei-Staaten-Lösung durchtrennen würde. Geographisch den Norden vom Süden der Westbank teilt und somit ein “zusammenhängendes” palästinensischen Staatsgebeit unmöglich machen würde. Sharon und Olmert hielten sich an das US-Verbot, auch Netanjahu gelobte Obama 2009, die E 1 Zone in Ruhe zu lassen. –

Das gilt jetzt nicht mehr: Nach dem UN-Votum ließ Netanjahu am Freitagnachmittag die Entscheidung bekanntgeben: Baugenehmigung für E 1.  Obama schickte nahezu postwendend seinen Sprecher vor die Mikrophone: “We believe these actions are counterproductive and make it harder to resume direct negotiations or achieve a two-state solution. Direct negotiations remain our goal, and we encourage all parties to take steps to make that easier to achieve.” – Das dürfte noch eine gelinde Version dessen sein, wie  innerhalb des Oval Office die ausschließlich innenpolitisch bedingte Vorgehensweise Netanjahus bezeichnet sein dürfte. Nach allem, was Washington in den vergangenen  zwei Wochen und zuletzt vor der UN-Generalversammlung für Netanjahu geleistet hat, wird sich Obama – vermutlich wieder einmal – von Israels Regierungschef hintergangen fühlen.

Netanjau meinte offenkundig, aus seiner innenpolitischen Defensive heraus kommen zu müssen, die für ihn das UN-Votum darstellte. Außenminister Lieberman sprach in den Tagen vor dem 29.11. nicht für sich allein, als er Abbas für dessen “einseitigen” Gang nach New York harsche Reaktionen Israels ankündigte. Im Kreis seiner acht wichtigen Kabinettskollegen habe Netanjahu über die Baugenehmigungen gesprochen, auch über E 1. Allerdings, so berichtet “Yedioth Achronoth” (vgl. http://bit.ly/SkqNCX), sei dem Minsterpräsidenten geraten worden, die 3000 neuen Wohneinheiten in Ost-Jerusalem und Westbank erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand zur UN-Entscheidung bekannt zu geben, nicht direkt danach. Sonst würde dieser Schritt im Ausland als Vergeltung für den Abbas-“Alleingang” gewertet werden.

Well, das ist jetzt wohl eingetreten – und Präsident Obama wird wissen, dass alle seine Warnungen an Netanjahu nichts gefruchtet haben, nach dem UN-Votum nicht zur “doomsday weapon” (ein Zitat von Dani Seideman, israelischer Friedensaktivist gegenüber NTY, vgl. http://nyti.ms/U7agQ8 zu greifen.

 

Muhamed Mursi

im augenblick bin ich auf zypern mit meinem team. zypern gehört zu unserem berichtsgebiet und wir sind jetzt zwei wochen hier, um über die finanzkrise der insel zu berichten, über die beginnende eu ratspräsidentschaft zyperns. wir haben einen weltspiegel gedreht, zwei europamagazine stehen an, stücke für’s mittagsmagazin, für die tagesthemen, für’s morgenmagazin und sicher auch für die tagesschau. um 4 uhr bin ich aufgestanden in tel aviv, um 7 mit team hier rübergeflogen und dann haben wir gleich mit den dreharbeiten begonnen. so sitze ich jetzt, sonntag nachmittag, in meinem hotelzimmer und sehe auf cnn, auf al jazeera, auf bbc world die nachrichten vom tahrirplatz in kairo: die muslimbrüder stellen den neuen präsidenten! und schon klingelt mein handy. unsere newsdeskproducerin im studio tel aviv fragt mich, ob unser team in gaza die dortigen jubelfeiern drehen soll. natürlich. natürlich. in gaza schaut es also gerade so aus:

Da wird also gejubelt. in jerusalem wird natürlich gar nicht gejubelt. daß die muslimbrüder keine freunde der zionisten sind, ist ja nichts neues. daß sie so ihre träume haben, was palästina angeht, klar.

Weiterlesen

 

Jetzt geht’s los!

Jetzt geht’s los – so kommentierte ein israelischer Thinktank den gestrigen Terrorangriff, der von Ägypten ausging und bei dem ein Israeli getötet wurde. Jetzt geht’s los, das soll heißen: Jetzt schlagen die Muslimbrüder in Kairo zusammen mit den Islamisten aus Gaza zu und werden die Südgrenze Israels immer weiter “aufheizen”.

Nun, inwieweit die Muslimbrüder bei diesem Anschlag beteiligt waren oder nicht, sei dahingestellt. Tatsache ist – das wissen wir ja spätestens seit dem Terrorangriff im vergangenen Jahr -, daß die israelisch-ägyptische Grenze längst keine “friedliche” mehr ist. Weiterlesen

 

Was ist “Pinkwashing”?

Regenbogen am Hilton Beach. Rechte: ap

In Tel Aviv wummern heute die Bässe durch die Straßen. Die Stadt ist seit Tagen mit Regenbogenflaggen geschmückt. Es ist “Pride Week” und 10-tausende kommen wohl zur Demonstration für die Rechte von Lesben und Schwulen. Doch es gibt Streit. Weiterlesen

 

Wahlen? Iran! Iran! Iran!

Bin soeben von einem beruflichen Kurztrip aus Europa zurück. Erschreckend zu sehen, welchen Erfolg Neonazis in Griechenland haben, welchen Erfolg wohl Le Pen nun in Frankreich einfahren wird. Sie ist die lachende Dritte nach dem Wahlsieg der Sozialisten: die UMP Sarkozy’s dürfte nun wohl zerfallen. Und wer wird das neuen Sammelbecken der Rechten? Genau! Europa in der Krise: Und vielerorts beginnt der Kontinent zu reagieren wie früher, die Antworten, die “Lösungen”, die angeboten werden, die kennt man schon aus der Vergangenheit! Lernt Europa eigentlich mal was aus seiner Geschichte? Das muss dieser blutgetränkte,  in Teilen rassistische Kontinent jetzt beweisen…

Und während in Paris und Athen und Kiel gewählt wurde, kündigt hier in Jerusalem Netanjahu nun tatsächlich Neuwahlen an. 4. September.

Und es wird im Wahlkampf um soziale Fragen gehen, vor allem. Aber in Wirklichkeit stellen sich hier alle nur eine einzige entscheidende Frage:

Was ist mit Iran? Was will Bibi mit den Wahlen?

Drei Theorien liest und hört man hier:

1. Die Wahlen sind Camouflage für einen Krieg, der für den Sommer geplant ist. Nun wird niemand darüber reden, geschweige denn daran glauben, also kann Bibi in aller Ruhe alles weiter vorbereiten

2. Er läßt sich jetzt ein breites Mandat geben, mit einer möglichen Mitte-Rechts-Koalition, um im Oktober zuzuschlagen, noch vor den US-Wahlen.

3. Er will ein breites Mandat, um nach den US-Wahlen, falls Obama gewinnt, im Notfall allein gegen den Iran vorzugehen. Denn davon sind hier viele überzeugt: in dem Augenblick, in dem Obama die Wahlen gewinnt, wird er den Iran vergessen, wird er Israel fallen lassen und all seine Versprechungen, die er zur Zeit abgibt, werden Null und Nichtig sein. Israel befände sich dann allein in Not und müßte reagieren.

Egal ob eine oder keine dieser Theorien stimmt, die Diskussion zeigt, wie hier allmählich die Nerven blank liegen. Nicht wg. der iranischen Nuklearbedrohung, sondern vielmehr wg. der Ungewißheit, was “Bibibarak” tun werden, denen nun auch von Ex-Premier Olmert verantwortliches Handeln öffentlich abgesprochen wird.

Der bislang größte “Erfolg” Bibis: er hat es geschafft, die Palästinenserfrage von der internationalen Agenda zu nehmen. Nicht einmal Obama spricht noch darüber.  Doch falls er die Wahlen gewinnt…..

More to follow, hier an diesem Ort. Demnächst.

 

 

 

Ein Einzelfall? Kein Einzelfall? – Wenn ein Offizier einen Friedensaktivisten angreift