Soll Inspektor Clouseau Iran überwachen?

PM Netanjahu auf dem Weg in sein Büro

In Wien wollen heute US-Außenminister Kerry und sein iranischer Kollege Zarif über den Konflikt um Uran-Anreicherung, Zentrifugen und Raketen beraten. Aber aus Jerusalem ruft einer: “So wird das nichts!” Wenn man sich nur auf neue Inspektionen einigt, wer soll die durchführen, Inspektor Clouseau, fragt Netanjahu im Interview im Sommer.

Den Gag haben wir ihm am Ende nehmen müssen, weil das Gespräch recht lang wurde. Was geblieben ist, ist nicht weniger eindeutig. Weiterlesen

 

Irans Atomprogramm – Eine Illusion?

Der Artikel hat es in sich: Der langjährige Chef der israelischen Atom-Behörde General Uzi Eilam ist überzeugt, dass der Iran weit entfernt von der Entwicklung einer eigenen Atombombe ist. Und dass Israels Premier Netanjahu die Situation nutzt, um mit der Angst vor einem nuklearen Programm seine Politik durchzusetzen. Wahrheit oder politische Spielereien? Eilam arbeitet zur Zeit am Institut für für Studien zur nationalen Sicherheit (INSS). Lesen Sie selbst.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4517536,00.html

 

 

Menashe Amir gibt dem Iran eine Stimme

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Das ist Menashe Amir, 73. Vergangenen Sonntag habe ich ihn in seinem Studio in Jerusalem besucht. Er moderiert beim öffentlichen Radiosender “Kol Israel” (Stimme Israels) eine Nachrichten- und Diskussions-Sendung für Hörer im Iran. Über Kurzwelle und Internet erreicht Menashe mutmaßlich ein Millionenpublikum im Iran. Weiterlesen

 

Und jetzt? Bomben auf Natanz und Fordo?

In den letzten Wochen pendelte ich mehrfach zwischen Europa und Israel beruflich hin und her, das ist einerseits lästig, weil ich nicht nonstop in die aktuelle Berichterstattung einsteigen kann, aber andererseits auch wieder mal erhellend, weil man von Europa aus einen anderen Blick auf den Nahen Osten, aber mehr noch auf die Blickweise der Europäer, der Deutschen auf die Region, in der ich lebe, bekommt. Immer wieder interessant die unterschiedlichen Temperamente zu erleben und vor allem: die häufige Unfähigkeit der Europäer, Deutschen, sich auch nur annähernd in die Alltagssituation der Menschen jenseits des Mittelmeers einzufühlen. Nun muß man verteidigend dazu sagen, daß dies ja auch schwer ist, denn es gibt nun schon mehrere Generationen in Deutschland, die Krieg nur noch aus Erzählungen, Filmen und Büchern kennen, die nicht wissen, wie das ist, in einem Restaurant zu sitzen, eine leere, herrenlose Plastiktüte am Nebentisch zu entdecken und befürchten zu müssen, daß sich da eine Bombe darinnen befinden könnte, die nicht wissen, wie das ist, wenn Bomben, Raketen auf die eigenen Städte und Dörfer fallen, die nicht wissen, wie das ist, wenn die Besatzungsarmee nachts plötzlich eine Razzia durchführt und die eigene Wohnung stürmt und und und… Nein, das ist ja auch schwer sich solche Lebenswelten vorzustellen, wenn man sie nicht kennt (wobei es immer so einen Hautgout hat, wenn man den Menschen da unten trotzdem oder gerade deshalb gute Ratschläge zu geben können glaubt…) Weiterlesen

 

Zwischen Hamburg und Syrien

In den vergangenen Tagen habe ich nach fast 7 Jahren endlich mal wieder die Tagesschau-Redaktion in Hamburg besucht. Fast täglich telefoniert man als Korrespondent mit der Redaktion, manche Kollegen kennt man persönlich (von früheren Besuchen) andere aber nicht – nur dem Namen und der Stimme nach. Und so war es dann sehr lustig, wenn wildfremde Gesichter auf einen zukommen und sagen: “Hallo – ich bin….” und man dann herzlich lacht, weil man sich doch seit Jahren “kennt”, aber dann eben doch natürlich gar nicht. Kaum war ich  in der Redaktion angekommen – unmittelbar am Tag als bekannt wurde, daß die Israelis (waren es die Israelis?) Syrien bombardiert hatten – , da wurde ich gebeten, für “Tagesschau 24″ im Studio die Lage zu erklären. Das Interview mit mir ist hier vor ein paar Tagen gepostet worden.

Die Moderatorin stellte mir am Ende des Gesprächs die Frage, ob Israel nicht fürchte, daß solch ein Angriff die Lage eher destabilisieren könnte – ob es also nicht gefährlicher sei, Ziele in Syrien zu bombardieren als die Hizbollah welche Waffen auch immer hinüberbringen zu lassen in den Libanon. Weiterlesen

 

Israel gefährlicher als der Iran?

Ich bin wieder mal auf Dienstreise in Deutschland. Und was erlebe ich? Jeder, aber auch wirklich jeder spricht mich auf die vergangenen Wochen an, als Netanjahu gedroht hatte, den Iran anzugreifen. Und jeder, aber auch wirklich jeder erklärt mir, wie gefährlich dieser Netanjahu für den Weltfrieden sei.

Das ist wohl alles, was “Bibi” in den Köpfen der Menschen erreicht hat: Nicht der Iran mit seinen nuklearen Ambitionen wird als drohende Gefahr wahrgenommen, sondern Israel und sein Ministerpräsident.

Auch in Israel gibt  es mittlerweile Kommentatoren, die meinen, er habe die “Drohschraube” eine Umwindung zuviel “gedreht”. Und nun?

Denn das Problem mit  einer möglichen nuklearen iranischen Bombe bleibt. Nur wer wird jetzt noch auf Bibi hören in Zukunft?

 

 

Ferien! Ferien?

So, mein letzter Post für ein paar Wochen. Hoffentlich. Dieser Urlaub war schon lange geplant, aber ausgerechnet jetzt in die Ferien zu gehen, ist ein merkwürdiges Gefühl. Hier in Israel sind die Medien voll mit Spekulationen, Netanjahu habe sich für einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen entschieden, ebensoviel liest man jetzt über die Frage, ob Israel möglicherweise einen Angriff vor allem auf die C-Waffenlager Syriens ausüben wird, weil mit dem Fall von Assad die Gefahr bestünde, diese Waffen und noch viel mehr könnten in den Libanon gelangen, sprich: in die Hände der Hizbollah fallen. Verteidigungsminister Barak hat gerade im israelischen Fernsehen entsprechende Äußerungen gemacht. Am Golan hört und sieht man inzwischen teilweise die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Oppositionellen. Der Bürgerkrieg in Syrien ist an Israels Grenzen angekommen. Weiterlesen

 

Die Kriegstrommeln werden geschlagen

jetzt also der anschlag in bulgarien.

ist das terror? ja, ist es, nach der internationalen definition für terror: terror = anschläge auf zivilisten.  anschläge auf soldaten = guerillakrieg.

ok, also terror, keine frage. große aufregung, entsetzen hier in israel, auch keine frage. auch verständlich. ebenso wie das wehklagen und entsetzen auf der anderen seite, wenn dort die liebsten bei angriffen der israelis sterben.  und natürlich wird dann immer und jeweils nach rache und vergeltung gerufen. im ersten schmerz, auch das verständlich.

aber jerusalem rief gestern sofort: Weiterlesen

 

Der iranische Außenminister und die Israelis

Sehen sie sich das mal kurz an:

So und nun die Geschichte zu diesen Bildern: Wie Sie ja wissen, bin ich derzeit mit einem Teil unseres Teams auf Zypern, weil wir hier über die Finanzkrise und die EU Ratspräsidentschaft berichten. Zypern gehört zum Berichtsgebiet des Studios Tel Aviv.  Und vor ein paar Tagen läuft uns der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi vor die Kamera. Er war nach Nikosia gekommen, um den zukünftigen Ratspräsidenten, eben Zypern, in Sachen EU-Boykott Irans zu sprechen. Die Iraner sehen dem neuen Embargo ab 1. Juli nicht wirklich gelassen entgegen.

Und da kommt er also und mein israelisches Team dreht.

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Interview mit Israels Starjournalistin Dana Weiss

Dana Weiss ist eine der schärfsten und kritischsten Journalistinnen des israelischen Fernsehens. Mit ihr konnte ich über die politische Lage in Israel sprechen….