Der ewige Kampf ums Wasser

Im Westjordanland leiden zurzeit viele Palästinenser unter Wassernot – das Wasser wird von Israel rationiert. Kritiker werfen den israelischen Behörden vor, eigene Siedlungen bevorzugt zu versorgen. Israel bestreitet das. Ein Gespräch mit Clemens Messerschmid, der seit über 20 Jahren vor Ort als Hydrogeologe für viele deutsche und einige internationale Organisationen und Stiftungen (GEZ, DED, GTZ, KfW, ZIM; Weltbank usw.) arbeitet . In Artikel unter anderem z.B. für die SZ (10.3.2014, „Wasser und Krieg“) hat er sich mit der Wasserproblematik intensiv auseinandergesetzt.

 

“Seit zwanzig Jahren geht es rückwärts”. Der deutsche Wasserexperte Clemens Messerschmid findet deutliche Worte, wenn es um Wasser und Wasserverteilung geht.

 

 

 

Auf hoher See!

Mit der Dvora, zu deutsch “Biene”, konnten wir auf Patroullienfahrt gehen.  Von Ashdod, vorbei an der  Gaspipeline bei Ashklelon zur Küste des Gaza-Streifens.

 

Der “Meeresgott” – Israels neues U-Boot

Alles was Rang und Namen hat war gestern in Haifa. Die “Rahav”, in Deutschland gebaut,  ausgestattet mit modernster Technologie, wurde eingeweiht. Ein Bericht über das Spektakel und über die deutsch-israelische Zusammenarbeit.

 

10 Jahre nach Arafat

Selten waren die Palästinenser so uneins wie heute. Der 10. Todestag des Rais, so nennt man Arafat bei den Palästinensern, wird in Ramallah gefeiert. In Gaza hingegen nicht. Offizieller Grund: Sicherheitsbedenken. Denn am Freitag waren im Gaza-Streifen 15 Sprengsätze explodiert. Und es machten Gerüchte die Runde, dass Anhänger von Mohammad Dahlan, einem Rivalen des Fatah-Vorsitzenden Abbas dafür verantwortlich sein soll. Weiterlesen

 

Verdächtige. Entführung. Gag Order.

 

Frauenpower an der Sperrmauer

Foto 06Sie nennen sich “Machsom Watch” (Kontrollpunktbeobachter), arbeiten ehrenamtlich und brennen für ihre Überzeugung. Die meist pensionierten Damen von Machsom Watch beobachten und protokollieren seit 2001alles rund um die Checkpoints und die Sperrmauer. Tag und Nacht. Beharrlich, oft unbequemund unabhängig. Oft ecken sie an. Oft haben sie aber auch Erfolg und können zwischen Armee und Palästinensern vermitteln. Ich bin bei einer Tour rund um Jerusalem mitgefahren.  Die Photos sind bei Kalandia und der Siedlung Pisgat Zeev gemacht worden.  Wir haben auch entdeckt wie einfach man über die Sperranlage kletttern kann (Photo: bei Bir Nabala)  und wie schwierig es ist zwischen zwei Siedlungen, in einer Art Käfig zu leben (Photo: bei Bei Jiza). Sehr interessant. Man kann an Touren in die Westbank und Jerusalem teilnehmen. Etwas vier Mal im  Monat geht das. Die Plätze sind aber begrenzt. http://www.machsomwatch.org/ + http://www.ngo-monitor.org/article/machsom_watch

 

Syrische Verletzte – In Israel

Sie liegen in einem kleinen Zimmer im Western Galilea Hospital in Naharija im Norden Israels. Schwer Verwundete aus dem syrischen Bürgerkrieg. Dem einen fehlen ein Arm und ein Bein, dem anderen ist der Kiefer weggeschossen worden. Erst nach einer langen Diskussion ist der eine bereit uns ein Interview zu geben. Verdeckt. Denn sie haben Angst erkannt zu werden. Denn in Syrien gilt Israel oft noch als der Feind.  Falls man erkannt wird könnten bei der Rückkehr Strafen und sogar der Tod drohen. Es sind keine einfachen Deharbeiten für die NDR-Weltbilder (Sendetermin vermutlich 15.10., ab 23:30 NDR). Vor allem als uns der Arzt Dr. Eyal Sela mit in den Operationsaal nimmt. Der Kiefer muss sofort operiert werden. Kein schöner Anblick. Aber Alltag hier. In drei israelischen Krankenhäusern werden syrische Verwundete behandelt. Doch wie kommen die Verletzten da hin? Das sagt man uns nicht. Nur soviel: Der Transport wird von der israelischen Armee über den Golan organisiert.  Und die Behandlung in den Krankenhäusern von Israel bezahlt. Nach der Genesung werden die Syrer zurückgebracht, egal ob es Männer, Frauen oder Kinder sind.

Die Ärzte und das Klinikpersonal geben ihr Bestes. Religion und Politik ist ihnen egal.  Hier arbeiten Israelis,  Araber und Drusen ohne Probleme zusammen. Das erklärt uns auch Dr. Masad Barhoum, der als erster israelischer Araber, das Krankenhaus in Naharija leitet. “Es ist keine Frage der Ehre, sondern es ist unsere moralische Pflicht zu helfen, ein kleiner Tropfen auf dem heissen Stein” sagt er uns am Ende des Interviews. Und auch der Arzt und Chirug Eyal Selal meint am Ende der Operation: “Bevor man Waffen nach Syrien liefern sollte,  wäre es wichtiger medizinische Unterstützung zu liefern. Dann erst sollten größere Entscheidungen fallen.”

 

 

“Die nächsten Stunden sind entscheidend”

Peter Kapern, ARD-Studio Tel Aviv, über die nächsten Stunden

“Was den Gazastreifen betrifft, muss man sagen, dass sich die israelischen Luftangriffe in der vergangenen Nacht in unverminderter Zahl fortgesetzt wurden. In Gaza-Stadt wurde die islamische Nationalbank getroffen. Das ist die Bank, die die Hamas gegründet hat, um die Gehälter an ihre Staatsangehörigen auszuzahlen. Auch in dieser vergangenen Nacht gab es wieder Tote und Verletzte im Gaza-Streifen.”

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Ultraorthodoxe zum Militärdienst?

In Israel herrscht momentan Wehr-Ungerechtigkeit. Alle jungen Männer erhalten mit 17 Jahren Einberufungsbescheide der Armee.  Aber die ultraorthodoxen Juden unter den Israelis müssen darauf nicht reagieren. Sie sind von der Wehrpflicht befreit – obwohl das sogenannte “Tal-Gesetz” seit dem 1. August nicht mehr gilt.  Es war die rechtliche Grundlage für die Befreiung der streng Religiösen vom Wehrdienst. Der Oberste Gerichtshof hat das Gesetz im Februar dieses Jahres für verfassungswidrig erklärt. Nun wartet ganz Israel auf einen Vorschlag der Regierung, wie die Wehr-Ungerechtigkeit künftig beseitigt werden kann. Netanjahus Kabinett zeigte sich unfähig, einen Kompromiß zu finden. Der Ministerpräsident wollte die religiösen Parteien in der Koalition nicht düpieren.  Eine Lösung wird noch Monate auf sich warten lassen. Denn Anfang nächsten Jahres gibt es Neuwahlen. Dann muß sich die Regierung konstituieren. Und erst danach wird sie diese Frage behandeln: Müssen die Männer in Hut und Kaftan künftig zum Militär? Unter dem Foto das Hintergrund-Audio zum Thema – Länge: 9’23

Das Hauptquartier der Israelischen Armee in Tel Aviv. Bild: BR

 

 

Muhamed Mursi

im augenblick bin ich auf zypern mit meinem team. zypern gehört zu unserem berichtsgebiet und wir sind jetzt zwei wochen hier, um über die finanzkrise der insel zu berichten, über die beginnende eu ratspräsidentschaft zyperns. wir haben einen weltspiegel gedreht, zwei europamagazine stehen an, stücke für’s mittagsmagazin, für die tagesthemen, für’s morgenmagazin und sicher auch für die tagesschau. um 4 uhr bin ich aufgestanden in tel aviv, um 7 mit team hier rübergeflogen und dann haben wir gleich mit den dreharbeiten begonnen. so sitze ich jetzt, sonntag nachmittag, in meinem hotelzimmer und sehe auf cnn, auf al jazeera, auf bbc world die nachrichten vom tahrirplatz in kairo: die muslimbrüder stellen den neuen präsidenten! und schon klingelt mein handy. unsere newsdeskproducerin im studio tel aviv fragt mich, ob unser team in gaza die dortigen jubelfeiern drehen soll. natürlich. natürlich. in gaza schaut es also gerade so aus:

Da wird also gejubelt. in jerusalem wird natürlich gar nicht gejubelt. daß die muslimbrüder keine freunde der zionisten sind, ist ja nichts neues. daß sie so ihre träume haben, was palästina angeht, klar.

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