Twilight over Berlin: Bilanz einer der erfolgreichsten Ausstellungen im Israel Museum

50 Kunstwerke – entliehen anlässlich 50 Jahre deutsch-israelischer Beziehungen und des 50. Geburtstags des Israel Museums in Jerusalem – haben die Besucher begeistert.
„Nacht bricht ein über Berlin“ war eine der erfolgreichsten Ausstellungen des Museums. Und hat auch innerhalb Israels eine spannende Debatte verursacht.

 

Zeichen aus dem Iran – in Jerusalem!

Eine Ausstellung mit Plakaten grafischer Künstler aus dem Iran, in Israel: undenkbar und doch gerade eröffnet, im Museum für Islamische Kunst in Jerusalem.

Möglich wurde dies, weil es nicht die (Exil-)Iraner sind, die in Israel ausstellen, sondern die ‘Mährische Galerie’ in Brünn/Brno in Tschechien. Aus deren Fundus stammen die Werke. Manche der iranischen Künstler wissen wohl nicht, dass ihre Kunst erstmals in Israel gezeigt wird. Kunst mit Umwegen. Kuratorin Marta Sylvestrová hofft, dass keiner der Künstler im Iran dadurch in Schwierigkeiten gerät.

In Israel ist durchaus Interesse an den Werken aus dem Iran vorhanden: Museumsdirektor Nadim Sheiban sagt, die israelischen Medien hätten schon vor Ausstellungseröffnung häufig nachgefragt. Und dann wurde Sheiban von Spontan-Besuchern gleich mit Fragen gelöchert …

Hier sind einige der ausgestellten Arbeiten zu sehen:    Weiterlesen

 

Zeitreise: Mit Dalia Lavi ins Jerusalem der 70er Jahre

“Vielleicht kommt bald eine schöne Zeit für Jerusalem” hat Dalia Lavi schon vor über 40 Jahren pessimistisch gesungen. Aber auch von “großen Träumen reicher Vergangenheit”. Gilt das noch immer?      Weiterlesen

 

Israels präziser Chronist – Tom Segev wird 70 Jahre alt

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Montagvormittag in Jerusalem. Tom Segev macht die Wohnungstür auf, im sechsten Stock eines Appartmenthauses nahe dem King David Hotel. “Wenn Sie nicht angerufen hätten, wäre mir gar nicht eingefallen, dass ich 70 werde.” Wir lachen und stellen fest, dass vor vielen Jahrzehnten Leute mit 70 viel viel älter ausgesehen hätten – als diejenigen heutzutage. Er ist gelassen, wohlwollend und erzählt gerne über sein neues Werk, auf das wir aber noch ein wenig warten müssen. Weiterlesen

 

Tanzen bis zum Sonnenaufgang – Der Dead Sea Rave

Vom Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang wird getanzt,. Unterhalb der historischen Festung Masada. Direkt am Toten Meer. 424 Meter unter dem Meeresspiegel. Dead Sea Rave heißt die Veranstaltung. Etwa 20.000 Tanzwütige aus aller Welt kommen in die Wüste,. Per Anhalter, mit Busse, mit ihren Autos.  Schon letztes Jahr gab es einen Rave Party. Und es war ein riesiger Erfolg mit dem Rave-Gigantenr David Guetta. Diesmal sind schon am Nachmittag überall harte Beats zu hören. Und gegen Abend sind dann die Strassen von Jerusalem und Arad, die nach Masada führen richtig verstopft. Die Party geht langsam los und heizt sich dann aber richtig auf. Gruppen wie Dash Berlin, Deep Dish (mit einem iranisch-amerikanischen DJ)., Paul Oakenfold -einer der Pioniere der Elektro-Musik- und viele andere heizen richtig ein. Vorteil: Während es überall in Israel Abends schon richtig kalt ist, sind die Temperaturen unter dem Meeresspiegel sehr angenehm. Ab Mitternacht gehts dann richtig los. Die Party beginnt. Und wird noch lange dauern. Ans Schlafen denkt hier keiner. Wäre auch zu laut. Wir müssen bald aber wieder Richtung Tel Aviv. Die Arbeit ruft. Und vielleicht werde ich auch langsam zu alt für so etwas….

 

Sommer, Strand, Tel Aviv 1980 – Ein Besuch bei Rami Meiri

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Rami Meiri ist der gute Geist Tel Avivs. An jeder Straßenecke kannst du ein Bild von ihm entdecken. Sein erstes Wandbild durfte er am “Gordon”-Strand malen: Szenen, die aus dem Tel Aviv Anfang der 80er Jahre erzählen. Ganz in der Nähe hat Rami sein Atelier, dort habe ich ihn besucht.

Rami erzählt, dass er eigentlich nur mit Kreide malen durfte. Er hat dann doch weiße und schwarze Farbe genommen und ein Jahr lang die Betonmauer bemalt. Seitdem haben die Winterstürme die Bilder immer wieder abgeschliffen, Rami hat sie immer wieder erneuert. Dieses Wandbild und viele andere gehören einfach zur Stadt dazu.

Nicht nur in Tel Aviv, in ganz Israel, in Europa und Südamerika hat Rami Meiri gemalt. In Kassel hat er mal eine Schule verschönert, in Köln ein Wohnhaus. Mit solchen Aufträgen hält er sich über Wasser, wie auch mit seinem Buch, das er gerade fertiggestellt hat. Darin sind seine bekannten und viele versteckte Wandgemälde zu sehen. Erst gestern habe ich einen neuen “Meiri” entdeckt, zwischen Einkaufszentrum und Parkhaus: Dort hat er Leute mit Einkaufstüten auf die graue Wand gemalt.

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Die Menschen sind weg, die Geigen klingen weiter

Amnon Weinstein ist Geigenbauer. In seiner Werkstatt in Tel Aviv ist er allerdings vor allem damit beschäftigt, alte Geigen zu restaurieren. Geigen für Erwachsene, kleinere für Kinder. Hunderte Geigen hängen von der Decke. Wenn man in seine Kellerwerkstatt kommt, kann man gleich die unterschiedlichen Holz-Arten riechen.

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Israels Filmemacher, die Kulturministerin und die Besatzung

Israel ist eine Demokratie. Darauf pochen die Filmemacher und wehren sich gegen Einmischung und Zensur. Aber Kulturministerin Limor Livnat ist der Meinung, dass der Staat keine kritischen Filme mehr unterstützen sollte.

 

Stereotypen & Rassismus: Palästinenser in israelischen Schulbüchern

03.12.2012/ ARD-Studio Tel Aviv, 07:00/ Peter Kapern

 

Warm anziehen für den Winter

Es ist schwül in Tel Aviv wie im Mai, Juni, Juli, August, September. Ein T-Shirt reicht aus, auch am Abend. In Jerusalem ziehen sie abends schon Jacken an, um sich nicht zu erkälten. Tel Aviv feiert den ewigen Sommer. Klimaanlagen kühlen Wohn- und Geschäftsräume wie üblich auf 18 Grad und weniger. Einige Bäume auf dem Rothschild-Boulevard werden schon mal auf den milden Winter vorbereitet.

Ein unbekannter Künstler hat für ein paar Bäume Maßanzüge gestrickt und sie vorzeitig angepaßt.  Nun geht es den israelischen Bäumen wie deutschen Hunden im Winter, die von Frauchen ein Mäntelchen verpaßt bekommen.

Wie die typischen Tel Aviver Ficus-Bäume das wohl finden? Wir werden sehen, wie sie schwitzend durch den Sommer und gewärmt durch den Winter kommen. Jedenfalls sind sie jetzt schick wie die Menschen auf dem Boulevard.