70 Tage Hungerstreik

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert die Freilassung von Mohammed al-Qiq genauso wie diese Demonstranten. Die EU-Vertretungen in Ramallah und Jerusalem äußern sich “sehr besorgt” über den schlechten Gesundheitszustand des Hungerstreikenden. Aber eine Entscheidung der israelischen Justiz lässt auf sich warten.      Weiterlesen

 

Die Bäcker in Gaza backen so lange es eben geht

Es duftet nach Mehl und Hefe in der Bäckerei Makhbaz el-Chuli im Norden von Gaza-Stadt. Aus den prallen Broten, die aus dem Ofen ins Schaufenster purzeln, dampft es. Wie viele der weißen Brote sie denn machen am Tag? Der Chef kann’s nicht sagen, sie backen einfach nach Bedarf und so lange der Strom da ist.
Wenn der Strom im Viertel nach zwei oder drei Stunden schon wieder abgestellt wird, können die Bäcker noch den Generator anwerfen. Aber der frisst 16 Liter Diesel in der Stunde, das lohnt sich kaum. Es ist ein sonniger Sonntagmorgen in Gaza.

 

Weihnachten in Bethlehem

Jedes Jahr zu Weihnachten machen sich tausende auf den Weg nach Bethlehem. Christliche Palästinenser, Touristen und Pilger haben jedes Jahr ein Ziel, die Geburtskirche. Auch wenn dieses Jahr deutlich weniger Besucher kamen, sie alle erleben ein besonderes Weihnachtsfest im Heiligen Land.

 

Yussuf hat einen neuen Arm!

Es ist fast eine Weihnachtsgeschichte. Mitte des Jahres habe ich für den Weltspiegel eine Geschichte über Yussuf aus Hebron gemacht. Der Junge lebt mit seiner tauben Mutter alleine in einem Haus in der Shuada-Strasse in Hebron. Seit einer Geburt hat er nur einen Arm. Die Geschichte hat offenbar vielen Zuschauer gefallen. Die Hilfsbereitschaft war riesig. Mit Hilfe der NGOs Grünhelme und Lifegate konnten wir die Hilfe bündeln. Der israelische Arzt Yaron Dozet hat dann im Tal HaShomer Krankenhaus in Tel Aviv eine Prothese angefertigt. Nun hat Yussuf wieder zwei Arm!!!

Hier der Beitrag von Juni:

 

Kennzeichnungspflicht!

In Israel ist man entsetzt, der Energieminister bezeichnet die Entscheidung als „empörend und unfair“, nicht nur hinter vorgehaltener Hand wird von „Antisemitismus“ gesprochen. Heute hat die EU nach langen Beratungen die Kennzeichnungspflicht von Produkten aus israelischen Siedlungen in allen 28 Mitgliedstaaten beschlossen. Diese Richtlinie geht zurück auf eine Entscheidung der EU-Außenminister von 2012. Waren aus dem Westjordanland, Ost-Jerusalem und dem Golan sollen gekennzeichnet werden. Betroffen sind die Gebiete, die von Israel 1967 im Sechs-Tage Krieg besetzt worden sind. Konkret bedeutet das: Für diese Waren ist ab jetzt Zoll fällig. Schlecht für die Unternehmen, denn: Seit 1995 gewährt die EU in einem Assoziierungsabkommen Israel Zollvergünstigungen. Und die EU ist Israels wichtigster Handelspartner: 2014 exportierten israelische Unternehmen Waren im Wert von 30 Milliarden Euro in die EU. Etwa 1,5 Prozent davon kamen aus Siedlungen. Viele Israelis befürchten nun auch, dass durch die Kennzeichnung diese Produkte boykottiert werden können. Auch wenn es in wie bei technischen Gütern und chemischen Waren in einigen Fällen Ausnahmen geben soll, ist das Entsetzen bei den Firmen groß. Viele befürchten durch die Zusatzkosten den wirtschaftlichen Kollaps. Und auch ein weiteres Problem beschäftigt die Menschen vor Ort: Arbeitsplätze. 25.000 Palästinenser sollen in den etwa 1000 betroffenen israelischen Firmen arbeiten. Viele der Arbeiter wie zum Beispiel bei der Firma Lipski Plastik im Barkan Industrie Park in der Nähe der Stadt Ariel im Westjordanland, 25 Kilometer östlich von Tel Aviv. sind Palästinenser. Sie fürchten um ihren Job. Denn damit ernähren sie ihre Familien in der strukturschwachen Westbank. Eine Firma hat schon die Konsequenzen gezogen. Soda Stream, Hersteller von nachfüllbaren Mineralwasserflaschen. Das Weltunternehmen schloss seine Fabrik in Maale Adumim. Fast 800 Arbeiter verloren dort ihren Job.  Doch es gibt Schlupflöcher: Eine Weingut aus dem Golan kennzeichnet seine Flaschen mit dem Label „Galil“. Also produziert im Norden Israel, in Galiläa. Ein Trick um die Bezeichnung „Golan“ zu umgehen. Ziemlich clever.

Dennoch: Israel will gegen den Beschluss kämpfen. Das Außenministerium bestellt seinen EU-Botschafter ein. Und der Dialog mit der EU ist vorerst auf Eis gelegt worden.

 

#Hashtag-Intifada: Auf Hass folgt Gewalt?

Zwei Palästinenser stechen auf einen Sicherheitsbeamten in der Straßenbahn von Jerusalem ein. Die Angreifer sind 12 und 13 Jahre alt. Einer der Täter erliegt später Schussverletzungen, der andere ist verhaftet worden. Ursache der Gewalt sei Hass im Internet, ist oft zu hören. Was ist da eigentlich los?

  • Facebook entfernt Videos, zu palästinensische Angriffe verherrlichen
  • Flut der Bilder: Zu sehen sind Angriffe, Opfer und verblutende Attentäter
  • Hass kam nie nur von einer Seite

Und ab hier wird’s ausführlich Weiterlesen

 

Spekulation am Tempelberg

Die Frage, wie entstehen Spekulationen, Gerüchte und Ängste um das Heiligtum, den Tempelberg in Jerusalem, ist uralt. Der US-Journalist Jeffrey Goldberg erinnert in seinem Artikel im Magazin TheAtlantic an das Jahr 1928. Damals galt moslemischen Führern der Stadt das Aufstellen einer Parkbank nahe der Klagemauer als Teil einer angeblichen, jüdischen Konspiration.

Der Status-Quo schien also schon immer in Gefahr. Der israelische Fernsehsender Channel10 hat darüber hinaus versucht zu klären, ob sich auf jüdisch-israelischer Seite die Einstellung zum Tempelberg verändert hat. Weiterlesen

 

Bethlehem Banksy unterm Hammer

Straßenkunst, also Graffiti lassen sich nur mit Betonfräsen vereinnahmen. Die bemalte, kostbare Oberfläche wird aus der Steinmauer herausgeschnitten. Das Vorgehen ist umstritten. Die Versteigerung dieser Werke verpönt. Trotzdem kommt in Los Angeles jetzt ein Banksy-Werk aus Bethlehem unter den Hammer  Weiterlesen

 

Duma: Aufklärung oder Schutz für V-Leute?


Was wiegt schwerer? Die juristische Aufarbeitung eines Gewaltverbrechens oder der Schutz der eigenen V-Leute? Aktueller Anlass für die Frage: Israels Verteidigungsminister Yaalon soll in kleiner Runde erklärt haben, dass die Ermittler die mutmaßlichen Täter des tödlichen Brandanschlags von Duma kennen. Sie könnten sie aber nicht festnehmen, zitiert die Tageszeitung Haaretz den Minister.  Weiterlesen

 

Gaza-Blockade: Junger Arzt macht Stethoskope mit 3D-Drucker