Verbotene Liebe? – Zwischen Skandal und Normalität

Yair Netanjahu, Sohn des israelischen Premierminister, hat anscheinend eine Freundin. Eine Norwegerin. Eine Christin. Und dagegen laufen sofort einige ultrareligiöse Israelis Sturm: “Unglücklich”, “Not kommt über das jüdische Volk”, “Sofort beenden”, so lauten nur einige der Kommentare.

 

Wahlkampf in Jerusalem

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In Jerusalem läuft der Kommunalwahlkampf. Als Frau für den Stadtradt der israelischen Hauptstadt zu kandidieren, das erfordert allerdings besonders viel Hartnäckigkeit. Rachel Azaria beispielsweise tritt für die Partei Yerushalmim an; ihre Wahlplakate werden jetzt nur deshalb auf einige der vielen Stadtbusse geklebt, weil sie sich dieses Recht vor dem Obersten Gerichtshof erstritten hat. Die orthodoxen Juden in Jerusalem hatten eigentlich durchgesetzt, dass auf Bussen überhaupt keine Werbung mit Fotos von Frauen mehr angebracht wird.     Weiterlesen

 

Ultra-Orthodoxe in Panik?

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Bei den Ultra-Orthodoxen herrscht Panik, sagt der emeritierte Soziologie-Professor Menachem Friedman von der Bar-Ilan-Universität. Denn zum ersten Mal seit langer Zeit müssen sie ernsthaft um eine Regierungsbeteiligung fürchten. Weiterlesen

 

Ultraorthodoxe zum Militärdienst?

In Israel herrscht momentan Wehr-Ungerechtigkeit. Alle jungen Männer erhalten mit 17 Jahren Einberufungsbescheide der Armee.  Aber die ultraorthodoxen Juden unter den Israelis müssen darauf nicht reagieren. Sie sind von der Wehrpflicht befreit – obwohl das sogenannte “Tal-Gesetz” seit dem 1. August nicht mehr gilt.  Es war die rechtliche Grundlage für die Befreiung der streng Religiösen vom Wehrdienst. Der Oberste Gerichtshof hat das Gesetz im Februar dieses Jahres für verfassungswidrig erklärt. Nun wartet ganz Israel auf einen Vorschlag der Regierung, wie die Wehr-Ungerechtigkeit künftig beseitigt werden kann. Netanjahus Kabinett zeigte sich unfähig, einen Kompromiß zu finden. Der Ministerpräsident wollte die religiösen Parteien in der Koalition nicht düpieren.  Eine Lösung wird noch Monate auf sich warten lassen. Denn Anfang nächsten Jahres gibt es Neuwahlen. Dann muß sich die Regierung konstituieren. Und erst danach wird sie diese Frage behandeln: Müssen die Männer in Hut und Kaftan künftig zum Militär? Unter dem Foto das Hintergrund-Audio zum Thema – Länge: 9’23

Das Hauptquartier der Israelischen Armee in Tel Aviv. Bild: BR

 

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Neuwahlen in Israel – wer hat welche Chancen?

Israel steuert auf vorgezogene Wahlen im Spätsommer oder im Herbst zu. Die Rechts-Koalition unter der Führung von Ministerpräsident Netanjahu steht vor einer Zerreißprobe. Denn bis zum August muß sich die Regierung auf eine Reform des Wehrdienstes einigen. Israels Oberster Gerichtshof hat das sogenannte „Tal-Gesetz“ im Februar für nicht verfassungsgemäß erklärt. Das Gesetz nimmt Ultraorthodoxe von der Wehrpflicht aus. Die religiösen Parteien in der Koalition wehren sich gegen eine künftige Wehrpflicht auch für Ultraorthodoxe. Dagegen fordert vor allem die säkulare Rechts-Partei „Unser Haus Israel“ Wehrgerechtigkeit. Zum ersten mal seit mehr als drei Jahren droht Netanjahus Koalition nun zu zerbrechen. Der Regierungschef will sich von den religiösen Parteien nicht erpressen lassen. Die erste Abstimmung über die Reform des Wehrdienstes steht schon am 9. Mai bevor. Bis dahin wird der Wahltermin wahrscheinlich schon feststehen. Die Oppositionsparteien nutzen die Uneinigkeit im Regierungslager und fordern Neuwahlen.

Vorgezogene Wahlen sind in Israel nichts Besonderes. Sie gehören zum politischen Alltag. Wie schaffte es Netanjahu, sich dennoch ziemlich lange, mehr als drei Jahre, als Regierungschef im Amt zu halten? Wie bringen sich die Oppositionsparteien in Stellung? Und welche Aussichten haben sie? Die Antworten darauf finden Sie in diesem Audio.

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Der Messias in Tel Aviv

Ein bärtiger Messias blickt von einigen Plakaten auf die Bewohner der Stadt Tel Aviv.  “Es lebe der König, der Messias”, steht unter dem Bild des Mannes an der Ausfahrt der Stadtautobahn, die direkt zu den drei “Azrieli-Türmen” führt, einem der Wahrzeichen der Stadt. Unter den streng religiösen Juden in Israel verehren etwa 50 000 den Rabbiner Menachem Schneerson. Ein Teil seiner Anhänger hält ihn für den Messias, ein anderer verehrt ihn nur als einen besonders charismatischen Gelehrten und als Vorbild.

"Es lebe der König, der Messias" - im Hintergrund die Azrieli-Türme in Tel Aviv. Bild: BR

Das wichtigste Zentrum der Anhänger Menachem Schneersons in Israel ist Kfar Chabad, ein Dorf direkt neben dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Es ist benannt nach Schneersons weltweiter ”Chabad”-Bewegung. Das Wort ist eine Abkürzung für “Weisheit”, “Verstand” und “Wissen”. Der Weg zum innigen Gefühl des Glaubens führt nach Ansicht Schneersons über das Verstehen der Thorah und der rabbinischen Schriften. Weiterlesen

 

Eine Woche nur Matzen

In diesem Jahr fallen das jüdische Pessach-Fest und das christliche Osterfest zusammen.  Wenn bei den Christen die Trauer am größten ist, am Karfreitag, feiern die Juden ein Freudenfest: Den Seder-Abend, den Beginn des Pessach-Festes. Sie erinnern an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten zur Zeit des Mose. Sie feiern die Befreiung ihrer Vorfahren aus der Sklaverei unter dem ägyptischen Pharao. Zur Erinnerung daran essen sie eine Woche lang, vom 6. bis zum 13. April, nur ungesäuertes Brot, also Matzen, auf Hebräisch “Matzot”. Denn als sie aus Ägypten auszogen, hatten sie keine Zeit, wie sonst den Teig gehen zu lassen, Sauerteig herzustellen. Sie waren auf der Flucht, es mußte schnell gehen. Tatsächlich dauert es nur zehn Minuten, bis aus Mehl und Wasser eine Matze wird. Wie das geht, zeigt dieser kleine Film, den ich in Kfar Chabad aufgenommen habe, einem Dorf von Ultraorthodoxen in der Nähe des Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv.