Ein offener Himmel?! – Werden Fluege nach Israel billiger?

Am Wochenende hat die israelische Regierung das Open Skies Abkommen mit Europa endgueltig verabschiedet. Vor allem auf Druck des neuen starken Mannes in der Regierung, des Finanzminister Jair Lapid. Es soll jetzt mehr Linienfluege von und nach Europa geben. Israelische Fluglinien duerfen kuenftig dann auch alle EU-Flughaefen anfliegen. Daduch koennte Fluege deutlich billiger werden. Und der Tourismus angekurbelt werden. Bisher war das Fliegen naemlich richtig teuer. Denn der Ben Gurion Flughafen ist eine Art Kopfflughafen, das heisst es gibt keine Anschlussfluege. Auch weil die arabischen Staaten israelischen Fluglinien keine Ueberflugsgenehmigungen geben. Ausserdem sind die Gebuehren fuer Sicherheit usw. sehr hoch.

Die israelischen Fluglinien fuerchten aber, dass Arbeitsplaetze verloren gehen. Zuviel Konkurrenz. Und streikten.

Doch schliesslich fand man einen Kompromiss. Der Staat Israel, der die israelischen Airlines subventioniert, wird in Zukunft den Grossteil der Sicherheitskosten uebernehmen. Immerhin fast 100 Milionen Euro. So waren dann alle wieder zufrieden. Und die maechtigen Gewerkschaften beendeten nach 36 Stunden den Streik.

Umgesetzt werden soll das Open Skies Abkommen aber nicht vor April 2014. Mal schauen, was bis dahin noch passiert.

 

Bei den heißen Wasserquellen

Gan ha Shlosha oder Sakhne heißt der Nationalpark im Norden Israel, inmitten der Gilboa Berge und nahe der Stadt Afula. Eine Gegend die man besuchen muss. In der Nähe gibt es auch ein tolles römisches Amphitheater. Wir haben das iPhone ausgepackt!

 

Der Wüstentripp – Jericho!

Teil drei des Wüstentripps. Und eigentlich der Anfang.

Jericho: Die wohl älteste bewohnte Stadt der Welt. Dort gibt es ein Seilbahn und ein wunderschönes Kloster.

 

Der Winter kommt- fast.

Beim Strandspaziergang am fruehen Morgen faellt es einem sofort auf: Bagger am Strand. Sandbarrikaden werden vor den Bars und Restaurants gebaut. Da schiesst es mir sofort durch den Kopf: Ist was passiert? Habe ich gar was verpasst? Ist aber gar nicht so schlimm. Denn es sind: Wintervorbereitungen. Klingt etwas komisch bei 20 Grad. Ist aber so! Man will gewappnet sein gegen Stuerme und Unwetter aller Art. Kommen vor, aber sehr selten. Anfang Januar gab es einen solchen Tag, da hats richtig geweht. Da gab es dann eine Art Sturmtourismus. Vor allem die verwegenen Kite-Surfer waren da die Attraktion. Winter im Nahen Osten halt.

 

Atem holen auf den Spuren Jesu

Die drei bekanntesten christlichen Pilgerwege führen zum Grab des Apostels Jakob ins spanische Santiago de Compostela, nach Rom und nach Jerusalem. Nun hat ein israelischer Geschäftsmann einen weiteren Pilgerweg entdeckt: den “Jesus-Weg”. Er führt durch Galiläa – von Jesu Heimatstadt Nazareth nach Kapernaum am See Genezareth, wo Jesus Wunder wirkte, Gleichnisse erzählte und den Anbruch des Reiches Gottes predigte. Jesus dürfte den Weg mit den bekannten Latschen und ohne Wasserflasche gegangen sein. Ich rate zu festen Schuhen und drei Litern Wasser im Rucksack.

Blick vom Weg aus auf den Berg Arbel am See Genezareth. Bild: BR

Hier nun das Audio zum Thema:

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

 

 

 

Ferien! Ferien?

So, mein letzter Post für ein paar Wochen. Hoffentlich. Dieser Urlaub war schon lange geplant, aber ausgerechnet jetzt in die Ferien zu gehen, ist ein merkwürdiges Gefühl. Hier in Israel sind die Medien voll mit Spekulationen, Netanjahu habe sich für einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen entschieden, ebensoviel liest man jetzt über die Frage, ob Israel möglicherweise einen Angriff vor allem auf die C-Waffenlager Syriens ausüben wird, weil mit dem Fall von Assad die Gefahr bestünde, diese Waffen und noch viel mehr könnten in den Libanon gelangen, sprich: in die Hände der Hizbollah fallen. Verteidigungsminister Barak hat gerade im israelischen Fernsehen entsprechende Äußerungen gemacht. Am Golan hört und sieht man inzwischen teilweise die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Oppositionellen. Der Bürgerkrieg in Syrien ist an Israels Grenzen angekommen. Weiterlesen

 

Wann, bitte, beginnt der Krieg – Urlaubsimpressionen in Deutschland

Richard C. Schneider“Nächste Woche Donnerstag, um 17.35 h” – so lautet meine Standardantwort, die ich mittlerweile hier in Deutschland gebe. Kaum zu fassen, aber wahr: Ich mache mal kurz Urlaub. Urlaub ist für mich eigentlich ein unerträglicher Zustand, denn was heißt schon Urlaub? Am Strand liegen? Am Meer? In der Sonne faulenzen? Nun – ich lebe in einer Stadt mit Strand und Meer und viel Sonne. Und es gibt tatsächlich einige Kollegen daheim im Sender, die meinen, daß wir vom ARD Studio Tel Aviv ja eh nichts zu tun hätten und den lieben langen Tag am Strand, am Meer, na, Sie wissen schon…

Also – nun bin ich im Urlaub und: Ich hasse es! Denn ich arbeite nun mal gerne, aber bitte, es “muss ” ja mal sein. Aber das kann ich Ihnen sagen: Urlaub ist extrem anstrengend, vor allem, wenn man Korrespondent in Tel Aviv ist. Denn ob im Gym oder bei Freunden, im Sender (ja, da gehe ich trotz Urlaub auch hin, um mir noch ein bißchen mehr Arbeit für “danach” zu organisieren), oder beim Friseur oder beim Zahnarzt – jeder, aber auch wirklich jeder fragt mich: “Wann beginnt denn nun der Krieg gegen den Iran?”

Es stimmt schon: Ich lebe im Land der Propheten – aber hey, woher soll ich das denn wissen?? Obwohl wir Journalisten ja gute Kontakte zu diversen Organisationen und Institutionen pflegen –  glauben die Leute denn wirklich, daß mir der Mossad oder das Militär oder gar Barak und Bibi im vertrauten Gespräch (natürlich am Strand, am Meer…  na, Sie wissen schon… siehe oben!) sagen: “Schneider, nächste Woche Donnerstag um 17.35 geht’s los gegen Teheran.” —-

Also wirklich… schön wär’s, dann hätte ich ja einen “Scoop”, wie wir Journalisten sowas nennen. Aber Pustekuchen, nix da. Also, Klartext: Ich weiß nicht, wann der nächste Krieg beginnt. Ich habe -  ja! -  ein paar Zusatzinformationen, die andere vielleicht nicht haben, aber das hilft mir für die exakte Datumsangabe auch nur bedingt, respektive: gar nicht.

Aber noch viel schlimmer: Nachdem mir diese Frage gestellt wurde und ich dann alle Leute enttäuschen muß, weil ich eben nicht genau sagen kann, wann’s losgeht: Da beginnt doch ein jeder, aber wirklich jeder hier in Deutschland mir zu erklären, wie das denn nun so sei mit dem Nahostkonflikt. Ja, kein Witz! Die Leute beginnen mir zu erkären, wer Schuld ist und wer Recht hat, wie “da unten” alles aussieht, und wer wofür wie was und überhaupt steht. Und dann kommt sicher irgendwann auch noch das Thema der “jüdischen Lobby” in den USA auf’s Tapet und sicher auch noch ein wenig der Aspekt, daß eigentlich das mit dem islamistischen Terrorismus sofort aufhören würde, wenn Israel…….

Und dann geht es los: Mit den Stereotypen und Klischees, mit Weltverschwörungstheorien und Antiamerikanismus, mit Friedensbewegtheit und Endzeitsehnsucht und vielem weiteren, was der Mensch so erfindet, um sich in dieser immer komplexeren, bedrohlicheren Welt scheinbar “auszukennen” und für sich einen Kosmos zu erschaffen, der ihm das psychische und emotionale Überleben in diesem Chaos ermöglicht.

Und dann denke ich mir schon jetzt, nach nur einer Woche hier: Puh…. Urlaub ist entsetzlich anstrengend, ich will zurück in meinen Job, zurück in den Nahen Osten – da ist es doch wirklich ruhiger und gemütlicher und weniger anstrengend und so wunderbar unübersichtlich, daß ich mir dann immer wieder freudig denke: “Hey, ich bin hier mitten im richtigen Leben!”

Ach übrigens, für all die, die mich jetzt total ernst nehmen: Das da oben sollte ein kleiner satirischer Einwurf (mit einem wahren Kern) sein – nur damit wir uns hier nicht mißverstehen :-)

Bis zum nächsten Post!