Frieden möglich?! – Eine Vision der Hoffnung

Die hat zumindest Jitzack Herzog, der Vorsitzende der Arbeitspartei, der Awoda. In Jerusalem hat er zum Pressegespräch geladen. Und versuchte sich als Versöhner zu positionieren. Verbindlich im Ton, aber hart in der Sache: Jetzt sei  ein “einmalige Gelegenheit Frieden zu schließen”, die Regierung Netanjahu stehe für eine “Politik der Angst und Einschüchterung” und Naftalie Bennet betreibe eine Kampagne die “realitätsfremd ” sei. Das Ziel Herzogs: Netanjahu ablösen oder zumindest eine mitte-links Regierung bilden. Ein Bericht und ein Porträt.

 

Syrische Verletzte – In Israel

Sie liegen in einem kleinen Zimmer im Western Galilea Hospital in Naharija im Norden Israels. Schwer Verwundete aus dem syrischen Bürgerkrieg. Dem einen fehlen ein Arm und ein Bein, dem anderen ist der Kiefer weggeschossen worden. Erst nach einer langen Diskussion ist der eine bereit uns ein Interview zu geben. Verdeckt. Denn sie haben Angst erkannt zu werden. Denn in Syrien gilt Israel oft noch als der Feind.  Falls man erkannt wird könnten bei der Rückkehr Strafen und sogar der Tod drohen. Es sind keine einfachen Deharbeiten für die NDR-Weltbilder (Sendetermin vermutlich 15.10., ab 23:30 NDR). Vor allem als uns der Arzt Dr. Eyal Sela mit in den Operationsaal nimmt. Der Kiefer muss sofort operiert werden. Kein schöner Anblick. Aber Alltag hier. In drei israelischen Krankenhäusern werden syrische Verwundete behandelt. Doch wie kommen die Verletzten da hin? Das sagt man uns nicht. Nur soviel: Der Transport wird von der israelischen Armee über den Golan organisiert.  Und die Behandlung in den Krankenhäusern von Israel bezahlt. Nach der Genesung werden die Syrer zurückgebracht, egal ob es Männer, Frauen oder Kinder sind.

Die Ärzte und das Klinikpersonal geben ihr Bestes. Religion und Politik ist ihnen egal.  Hier arbeiten Israelis,  Araber und Drusen ohne Probleme zusammen. Das erklärt uns auch Dr. Masad Barhoum, der als erster israelischer Araber, das Krankenhaus in Naharija leitet. “Es ist keine Frage der Ehre, sondern es ist unsere moralische Pflicht zu helfen, ein kleiner Tropfen auf dem heissen Stein” sagt er uns am Ende des Interviews. Und auch der Arzt und Chirug Eyal Selal meint am Ende der Operation: “Bevor man Waffen nach Syrien liefern sollte,  wäre es wichtiger medizinische Unterstützung zu liefern. Dann erst sollten größere Entscheidungen fallen.”

 

 

Von Gaza nach Münster

Nor

Ich will Ihnen heute die Geschichte von Nor Abu Khater erzählen. Mein Kollege Peter Münch von der Süddeutschen Zeitung und ich haben Nor vor etwa einem Jahr kennengelernt. Beide haben wir über ihre traurige Geschichte berichtet. Seitdem ist der Kontakt nicht mehr abgerissen. Und nun planen wir Nor einen Wunsch zu erfüllen von dem sie seit über eine Jahrzehnt träumt. Diese Geschichte und die Schwierigkeiten die damit verbunden sind will ich Ihnen heute erzählen. Weiterlesen

 

Wine and more

Twin heisst das deutsch-israelische Weinprojekt. Hier werden Winzer aus beiden Laendern zusammengebracht. Und hier sind schon viele Freundschaften entstanden. Die Idee hatten Renee Salzmann und ihr Mann. Beide sind seit 2008 die gute Seele und die unermuedlichen Organisatoren des Projektes. Jedes gibt Jahr gibt es Besuch und Gegenbesuch. Wir treffen die Gruppe im Norden Israels im Kibbutz Yiron auf dem Weingut Galil. Insgesamt besucht die Gruppe diesmal 11 Weingueter.

 

Weihnachtswanderung fuer einen guten Zweck

,Ich trage Deinen Namen in der Heiligen Nacht nach Bethlehem’ – so heisst die Weihnachtsaktion der Moenche der Dormitio-Abtei in Jerusalem. Die Moenche und jeder der moechte wandern dann nach der Christmette von der Heiligen Stadt nach Bethlehem zum Geburtsort Jesu Christi. Mit dabei: Eine grosse Schriftrolle! Und auf diese Schriftrolle kann jeder seinen Namen schreiben lassen. Die Roll mit den Namen wird dann in der Geburtsgrotte abgelegt. Wenn man will kann man etwas spenden. Die eine Haelfte der Spenden geht in die Sozialarbeit der Dormitio-Abtei. Damit werden Beduerftige in Jerusalem und Bethlehem unterstuetzt. Die andere Haelfte der Spenden geht an das Familienprojekt ,Franciscan Family Center’ in Bethlehem. Im Jahr 2011 wurden ueber 15.000 Namen auf die Rolle geschrieben! Also wer gutnzu Fuss ist und ein unvergessliches Weihnachtserlebniss will, sollte mitwandern. Man sollte aber gut zu Fuss sein! Und gute Kleidung mitnehmen!

 

Palästinensische Versöhnung. Und dann?

Abbas und Maschaal proben Einheit.dpa

Fragt man Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen derzeit nach ihrem größten Wunsch für 2013 hört man natürlich: Sicherheit, Stabilität, Wachstum, Perspektiven für die Kinder. Man hört aber auch immer wieder und zwar als einen der ersten, der wichtigsten Wünsche: Versöhnung zwischen den verfeindeten Lagern von Hamas und Fatah. Hamas-Führer Chaled Maschaal hört die Signale. Ständig reden er und andere Führer der radikal-islamischen Bewegung von einer Aussöhnung mit der Fatah um Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, von palästinensischer Einheit.

Wie künftig umgehen mit Hamas?

Hamas richtet sich derzeit neu aus, will künftig stärker politisch agieren, eine größere Rolle auf der politischen Bühne spielen. Das Lager um Maschaal betont aber auch immer wieder, dass Hamas am bewaffneten Kampf gegen Israel festhalten müsse. Hamas will auf eine Mischung aus Politik und Kampf setzen. Für den Westen ist Hamas Terrororganisation und kein Partner. Das hat der deutsche Entwicklungsminister Niebel zuletzt auch wieder betont. Die USA, Deutschland und die EU setzen auf die Autonomiebehörde, setzen auf Abbas aber was wenn der nächste palästinensische Präsident Chaled Maschaal heißt? Wenn man sie abseits ihrer Wünsche für 2013 nach ihren Erwartungen für das kommende Jahr fragt erklären viele Palästinenser übrigens, dass sie nicht mit einer Entspannung im Nahostkonflikt und einer Besserung ihrer Lage rechnen.

 

Warum die palästinensische Versöhnung nicht vorankommt

Vor genau einem Jahr, am 4. Mai 2011, unterzeichneten die verfeindeten palästinensischen Parteien Hamas und Fatah in Kairo ein Versöhnungsabkommen. Sie planten eine Übergangsregierung der nationalen Einheit und gesamtpalästinensische Wahlen für Anfang Mai 2012. Umstritten blieb, wer Ministerpräsident einer Übergangsregierung aus parteilosen Fachleuten werden sollte. Ein Dreivierteljahr später, am 6. Februar, schien es so, als hätten Palästinenserpräsident Abbas von der Fatah und Khaled Meshaal, der im Exil lebende Chef des Politbüros der Hamas, das Problem gelöst. Sie unterzeichneten in Katar das Abkommen von Doha. Danach sollte Abbas selbst übergangsweise auch den Posten des Ministerpräsidenten übernehmen. Unter seiner Führung sollten Neuwahlen organisiert werden. Aber Meshaals Parteifreunde in Gaza stellten sich quer. Warum geht es im Versöhnungsprozeß keinen Zentimeter voran? Dazu dieses Audio aus Gaza.