In Birzeit wählen die Studenten – und das ganze Land schaut zu

In den palästinensischen Gebieten hat es schon seit zwölf Jahren keine Parlamentswahlen mehr gegeben. Nur die Studenten können ihre Vertreter bestimmen, zumindest im Studentenrat ihrer Universität.  Weiterlesen

 

Obdachlos auf Befehl

Im Westjordanland sind seit Jahresbeginn hunderte Palästinenser obdachlos geworden. Die israelische Militärverwaltung zerstört Zelte und Hütten, die Lebensgrundlagen der Familien sind betroffen. Gemessen wird dabei aber nach zweierlei Maß.

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“Tag des Bodens” – Impressionen aus 40 Jahren

1976 organisieren palästinensische Israelis Protestmärsche gegen geplante Landenteignungen im Norden Israels. Sechs Demonstranten werden während eines massiven Einsatzes der israelischen Sicherheitskräfte getötet. Seither begehen Palästinenser am 30. März mit Protest-Kundgebungen den “Tag des Bodens”.

“Wie ein Fremder im eigenen Land”

Interview zu 40 Jahre Tag des Bodens mit dem Politikwissenschaftler Amal Jamal, Universität Tel Aviv.

 

Held oder Mörder? Israels Politik streitet über tödlichen Schuss auf Attentäter

Es ist eine politisch schwierige Situation für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Er sucht nach einer vertretbaren Haltung und findet sie nicht.

Am vergangenen Donnerstag hat in Hebron ein Sanitäts-Soldat, 19 Jahre alt, einen am Boden liegenden, verletzten Attentäter aus nächster Nähe in den Kopf geschossen. Die Szene wurde von einem palästinensischen Anwohner gefilmt, die israelische Menschenrechts-Organisation B’Tselem hat das Video veröffentlicht.     Weiterlesen

 

Kreuzung der Angst

Die Etzion-Kreuzung im Westjordanland ist seit Monaten immer wieder in den Schlagzeilen: An dieser Stelle im Westjordanland treffen Siedler, Palästinenser und Soldaten aufeinander. Seit Beginn der jüngsten Gewaltwelle sind dort 13 Menschen gestorben.  Weiterlesen

 

70 Tage Hungerstreik

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert die Freilassung von Mohammed al-Qiq genauso wie diese Demonstranten. Die EU-Vertretungen in Ramallah und Jerusalem äußern sich “sehr besorgt” über den schlechten Gesundheitszustand des Hungerstreikenden. Aber eine Entscheidung der israelischen Justiz lässt auf sich warten.      Weiterlesen

 

Weihnachten in Bethlehem

Jedes Jahr zu Weihnachten machen sich tausende auf den Weg nach Bethlehem. Christliche Palästinenser, Touristen und Pilger haben jedes Jahr ein Ziel, die Geburtskirche. Auch wenn dieses Jahr deutlich weniger Besucher kamen, sie alle erleben ein besonderes Weihnachtsfest im Heiligen Land.

 

Yussuf hat einen neuen Arm!

Es ist fast eine Weihnachtsgeschichte. Mitte des Jahres habe ich für den Weltspiegel eine Geschichte über Yussuf aus Hebron gemacht. Der Junge lebt mit seiner tauben Mutter alleine in einem Haus in der Shuada-Strasse in Hebron. Seit einer Geburt hat er nur einen Arm. Die Geschichte hat offenbar vielen Zuschauer gefallen. Die Hilfsbereitschaft war riesig. Mit Hilfe der NGOs Grünhelme und Lifegate konnten wir die Hilfe bündeln. Der israelische Arzt Yaron Dozet hat dann im Tal HaShomer Krankenhaus in Tel Aviv eine Prothese angefertigt. Nun hat Yussuf wieder zwei Arm!!!

Hier der Beitrag von Juni:

 

Maria und Josef, 700 mal am Tag

 

Kennzeichnungspflicht!

In Israel ist man entsetzt, der Energieminister bezeichnet die Entscheidung als „empörend und unfair“, nicht nur hinter vorgehaltener Hand wird von „Antisemitismus“ gesprochen. Heute hat die EU nach langen Beratungen die Kennzeichnungspflicht von Produkten aus israelischen Siedlungen in allen 28 Mitgliedstaaten beschlossen. Diese Richtlinie geht zurück auf eine Entscheidung der EU-Außenminister von 2012. Waren aus dem Westjordanland, Ost-Jerusalem und dem Golan sollen gekennzeichnet werden. Betroffen sind die Gebiete, die von Israel 1967 im Sechs-Tage Krieg besetzt worden sind. Konkret bedeutet das: Für diese Waren ist ab jetzt Zoll fällig. Schlecht für die Unternehmen, denn: Seit 1995 gewährt die EU in einem Assoziierungsabkommen Israel Zollvergünstigungen. Und die EU ist Israels wichtigster Handelspartner: 2014 exportierten israelische Unternehmen Waren im Wert von 30 Milliarden Euro in die EU. Etwa 1,5 Prozent davon kamen aus Siedlungen. Viele Israelis befürchten nun auch, dass durch die Kennzeichnung diese Produkte boykottiert werden können. Auch wenn es in wie bei technischen Gütern und chemischen Waren in einigen Fällen Ausnahmen geben soll, ist das Entsetzen bei den Firmen groß. Viele befürchten durch die Zusatzkosten den wirtschaftlichen Kollaps. Und auch ein weiteres Problem beschäftigt die Menschen vor Ort: Arbeitsplätze. 25.000 Palästinenser sollen in den etwa 1000 betroffenen israelischen Firmen arbeiten. Viele der Arbeiter wie zum Beispiel bei der Firma Lipski Plastik im Barkan Industrie Park in der Nähe der Stadt Ariel im Westjordanland, 25 Kilometer östlich von Tel Aviv. sind Palästinenser. Sie fürchten um ihren Job. Denn damit ernähren sie ihre Familien in der strukturschwachen Westbank. Eine Firma hat schon die Konsequenzen gezogen. Soda Stream, Hersteller von nachfüllbaren Mineralwasserflaschen. Das Weltunternehmen schloss seine Fabrik in Maale Adumim. Fast 800 Arbeiter verloren dort ihren Job.  Doch es gibt Schlupflöcher: Eine Weingut aus dem Golan kennzeichnet seine Flaschen mit dem Label „Galil“. Also produziert im Norden Israel, in Galiläa. Ein Trick um die Bezeichnung „Golan“ zu umgehen. Ziemlich clever.

Dennoch: Israel will gegen den Beschluss kämpfen. Das Außenministerium bestellt seinen EU-Botschafter ein. Und der Dialog mit der EU ist vorerst auf Eis gelegt worden.