Shimon Peres auf Jobsuche

Erst seit zwei Monaten ist Israels ehemaliger Staatspräsident Shimon Peres im Ruhestand. Doch der 91 jährige scheint rastlos und begibt sich nun wieder auf Arbeitssuche. Fiktiv natürlich, in einem Video produziert von seiner Enkelin. Dabei lässt er nichts unversucht und zeigt Sinn für Humor. Auf dem Arbeitsamt stellt sich heraus, daß Peres berufliche Qualifikationen nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Peres versucht sich als Tankwart, Pizzabote oder auch als Security. Der Videoclip ist gespickt mit Anspielungen auf die Geschichte Israels und seine eigene politische Vergangenheit. Dabei zitiert Peres sich mehrfach selbst.

Die Botschaft des Clips stellt sich allerdings erst zum Schluss heraus: Peres wirbt für Frieden. Er ist der Gründer des Peres Center for Peace, eine Organisation, die sich besonders auch für den Frieden zwischen Israel und den Palästinensern einsetzt.

 

Ben Gurion und Gaza

Gestern ist leider im Nachrichtenfluss ein exzellentes, kleines Stück von Tom Segev in “Ha’aretz” stecken geblieben, das es in jedem Fall verdient, wieder hervorgeholt zu werden:  Segev, zurecht einer der renommiertesten Historiker des Landes, blätterte in den alten Kabinettsprotokollen der Jahre 1948/1949. Was er dort zum Thema Gaza fand, liest nach den  acht Tagen Operation Wolkensäule ebenso aufschlussreich wie nachdenkenswert:  Ministerpräsident Ben Gurion sitzt Mitte Dezember 48 mit seinen Kabinettsmitligeder zusammen und spricht – wieder einmal – über Gaza und ob Israel Gaza  militärisch einnehmen sollte oder nicht.  Israel könnte von der Eroberung Gazas profitieren. “Aber es ist klar, dass Gaza nicht unserer Hand bleiben wird, selbst wenn wir es 1000 Mal erobern.” Das war vor bald 64 Jahren. Zum Glück gibt es Historiker wie Segev, der seine “Ha’aretz”-LeserInnen regelmässig mit tatsächlichen Kabinettstückchen wie diesem versorgt: @ http://bit.ly/TbDrTl