LIVEBLOG zur aktuellen Lage in Nahost

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Israelische Kampfjets bombardieren Gaza

Nach der Ermordung von drei israelischen und einem palästinensischen Jugendlichen eskalierte die Lage in Nahost. Am 8. Juli begannen die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen, nachdem die Hamas Raketen auf Israel abgeschossen hatte. Inzwischen hat Insrael auch eine Bodenoffenssive gestartet. Hinter den Kulissen laufen internationale Bemühungen um ein Ende der Gewalt.

Die ARD-Korrespondenten sind im Dauereinsatz und berichten in Echtzeit via Twitter in unserem Liveblog.

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Hamas – Ihre Talkbacks – Abstand vom Nahen Osten

Zum Jahreswechsel wieder mal weit weg vom Nahen Osten. Kurze Pause. Innehalten, Abstand gewinnen, nachdenken über ein wahnsinniges Jahr in der Region. Über das mögliche und wahrscheinliche Ende der Zwei-Staaten-Lösung, über den Islamismus, der seinen Siegeszug in einigen Ländern antreten durfte und wohl weiter an Fahrt aufnehmen wird. Über die  Hilflosigkeit des Westens auf die Veränderungen im Nahen Osten mit einer echten und vernünftigen Strategie zu reagieren. Über die Fehleinschätzungen und das Schönreden der Realität in den Hauptstädten Europas, in Berlin und Paris und London. Über den Wandel in Israel, das sich allmählich eine neue Identität zulegt, eine, die immer weniger mit dem zu tun hat, was die Gründerväter wollten, über die Unfähigkeit der Palästinensischen Autonomiebehörde, in der neuen arabischen Welt noch echte Unterstützung zu finden, während die Hamas immer weiter hofiert und finanziell gepampert wird.  Es gibt soviel…

Und nachdenken über Ihre Talkbacks. Da gibt es die, die voller Hass und Häme und Verunglimpfungen geschrieben werden. Die meisten davon bekommen Sie gar nicht zu lesen, weil die Redaktion natürlich die Pflicht hat auf die “Netiquette” zu achten. Antisemitisches, Anti-Islamisches kommt nicht auf die Seite – aber das alles ist Teil der Realität hier im Lande, in Europa – es gibt diese Stimmen, da kann man nichts machen.

Und dann gibt es die Stimmen, die “argumentativ” vorgehen, aber den Nahen Osten ganz klar in Schwarz und Weiss einteilen. Weiterlesen

 

Hamas – 25 Jahre

Am Ende dieses Textes finden Sie ein Link, das sie zu meinem heutigen Videoblog “Zwischen Mittelmeer und Jordan” führt. Ich habe mich entschieden, heute “dieselbe” Story im Videoblog und hier zu posten, wenngleich ich hier noch ein paar Anmerkungen machen möchte, die im VBlog nicht vorhanden sind.

Die Hamas, ein Ableger der Muslimbrüder, ist radikal antijüdisch. Nicht nur anti-israelisch! In ihrer Charta findet man Teile der “Protokolle der Weisen von Zion”, dieses antisemitischen Pamphletes aus dem zaristischen Rußland des 19. Jh., das zum ersten Mal in schriftlicher Form der “jüdischen Weltverschwörung” und der “jüdischen Weltherrschaft” faselt, eine der klassischen “Überzeugungen” des modernen Antisemitismus.

Was viele vergessen haben: Ausgerechnet Israel hat die Hamas in ihren Anfangsjahren kräftig unterstützt! Denn damals, zu Beginn der Ersten Intifada, hoffte Israel, mit der Hamas einen Gegenpart zu dem übermächtigen Yassir Arafat, seiner PLO und der Fatah aufbauen zu können, um somit den “Hauptfeind” schwächen zu können. Daß ausgerechnet die Hamas sich dann zum größten und gefährlichsten Feind Israels unter all den palästinensischen Gruppen und Organisationen entwickelte, hatte man in Jerusalem damals nicht gesehen, die PLO, Arafat waren einfach seit Jahrzehnten übermächtig und niemand, niemand hätte damals glauben können, daß neben Arafat noch “andere Götter” existieren könnten in der palästinensischen Welt.

In gewisser Hinsicht, hat Israel allerdings ein Ziel erreicht: Es wurde innerhalb der palästinensischen Gesellschaft ein Keil getrieben. Auch wenn zur Zeit Hamas und Fatah mal wieder Annäherungsversuche machen – die Äußerungen Khaled Meshaals, des eigentlichen Führers der Hamas, man werde Israel niemals anerkennen, wurden von Palästinenserpräsident Abbas bei einem Besuch in der Türkei gleich verurteilt: Man habe doch schon gemeinsam die Oslo-Verträge akzeptiert, Israel nicht anzuerkennen, sei nicht akzeptabel - fraglich also, ob die Differenzen zwischen Fatah und Hamas wirklich überwunden werden können.

Doch die Hamas ist in großen Teilen der pal. Gesellschaft im Aufwind. Viele glauben tatsächlich, daß die Islamisten im letzten Krieg einen “Sieg” gegen Israel errungen hätten. Die Raketen auf Tel Aviv und Jerusalem sind ein großer symbolischer Erfolg, daß die Israelis nicht mit Bodentruppen einmarschierten wird als “Feigheit” vor den Islamisten bewertet und die schiere Tatsache, daß die Hamas auch diesmal de facto nicht besiegt wurde, läßt das Ansehen der Organisation immer weiter wachsen, da hilft es auch nicht, wenn hohe israelische Militärs anonym den Medien erklären, wie groß der Schlag gegen die Hamas und damit der militärische Erfolg der Israelis möglicherweise gewesen war. Abgesehen davon, daß wir das kaum überprüfen können – selbst wenn es wahr wäre. Die Wahrnehmung des palästinensischen Volkes ist auf jeden Fall eine andere.

So – und nun: mein Vblog zur Feier der Hamas in Hebron am letzten Freitag:

http://www.tagesschau.de/videoblog/zwischen_mittelmeer_und_jordan/hamas-hebron100.html

 

 

 

 

 

Netanjahu befürchtet Rechtsruck

25.11.2012/ ARD-Studio Tel Aviv, 12:30/ Clemens Verenkotte

 

 

Wer glaubt eigentlich noch an Siege?

Zerstörtes Auto nahe dem Stadion. Rechte: BR

Nun haben beide Seiten die Konfrontation unter den sogenannten neuen Bedingungen des Nahen Ostens getestet. Die Folgen für Zivilisten im Süden Israels und im Gaza-Streifen sind immer noch die gleichen; brutal und verheerend. Trotzdem ist im Politikersprech von Siegern und Siegen die Rede. Man habe Ziele erreicht, sagen die, die es nicht besser wissen. Weiterlesen

 

Über die Chancen einer Waffenruhe im Nahen Osten

Peter Kapern, ARD-Studio Tel Aviv

“Das Ergebnis der Verhandlungen in Kairo ist noch nicht öffentlich verkündet worden. Allerdings gibt es indirekt Stellungnahmen zu dem, was da gerade abläuft. Der Regierungssprecher der israelischen Regierung hat zum Beispiel als Reaktion auf Meldungen, dass ein Waffenstillstand so gut wie unter Dach und Fach sei, in Kairo schon die Vorbereitungen für die Unterzeichnungen laufen, gesagt, dass dies noch nicht der Fall sei und noch viele Detailfragen geklärt werden müssten.

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“Die nächsten Stunden sind entscheidend”

Peter Kapern, ARD-Studio Tel Aviv, über die nächsten Stunden

“Was den Gazastreifen betrifft, muss man sagen, dass sich die israelischen Luftangriffe in der vergangenen Nacht in unverminderter Zahl fortgesetzt wurden. In Gaza-Stadt wurde die islamische Nationalbank getroffen. Das ist die Bank, die die Hamas gegründet hat, um die Gehälter an ihre Staatsangehörigen auszuzahlen. Auch in dieser vergangenen Nacht gab es wieder Tote und Verletzte im Gaza-Streifen.”

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Die Zeit für eine Feuerpause drängt

20.11.2012 / ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv  12.00  Uhr/ Torsten Teichmann

 

 

“Immer ist irgendjemand schuld”

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Torsten Teichmann berichtet im Gespräch mit Thomas Meyerhöfer in der radioWelt auf Bayern 2 über die aktuelle Lage – und über die gegenseitigen Schuldzuweisung beider Seiten.

 

 

Ashdod.

Plakat in Ashdod. Rechte: BR

Ein Plakat in Ashdod. Oben rechts steht auf Hebräisch “Farbe Rot?” – also Raketenalarm. Darunter auf Arabisch “Genug!”. Und dann auf dem schwarzen Balken: “Lasst es die Armee zu Ende bringen!” Eine Bodenoffensive, wirklich? Mal nachfragen in Ashdod. Weiterlesen