Am Ende dieses Textes finden Sie ein Link, das sie zu meinem heutigen Videoblog “Zwischen Mittelmeer und Jordan” führt. Ich habe mich entschieden, heute “dieselbe” Story im Videoblog und hier zu posten, wenngleich ich hier noch ein paar Anmerkungen machen möchte, die im VBlog nicht vorhanden sind.
Die Hamas, ein Ableger der Muslimbrüder, ist radikal antijüdisch. Nicht nur anti-israelisch! In ihrer Charta findet man Teile der “Protokolle der Weisen von Zion”, dieses antisemitischen Pamphletes aus dem zaristischen Rußland des 19. Jh., das zum ersten Mal in schriftlicher Form der “jüdischen Weltverschwörung” und der “jüdischen Weltherrschaft” faselt, eine der klassischen “Überzeugungen” des modernen Antisemitismus.
Was viele vergessen haben: Ausgerechnet Israel hat die Hamas in ihren Anfangsjahren kräftig unterstützt! Denn damals, zu Beginn der Ersten Intifada, hoffte Israel, mit der Hamas einen Gegenpart zu dem übermächtigen Yassir Arafat, seiner PLO und der Fatah aufbauen zu können, um somit den “Hauptfeind” schwächen zu können. Daß ausgerechnet die Hamas sich dann zum größten und gefährlichsten Feind Israels unter all den palästinensischen Gruppen und Organisationen entwickelte, hatte man in Jerusalem damals nicht gesehen, die PLO, Arafat waren einfach seit Jahrzehnten übermächtig und niemand, niemand hätte damals glauben können, daß neben Arafat noch “andere Götter” existieren könnten in der palästinensischen Welt.
In gewisser Hinsicht, hat Israel allerdings ein Ziel erreicht: Es wurde innerhalb der palästinensischen Gesellschaft ein Keil getrieben. Auch wenn zur Zeit Hamas und Fatah mal wieder Annäherungsversuche machen – die Äußerungen Khaled Meshaals, des eigentlichen Führers der Hamas, man werde Israel niemals anerkennen, wurden von Palästinenserpräsident Abbas bei einem Besuch in der Türkei gleich verurteilt: Man habe doch schon gemeinsam die Oslo-Verträge akzeptiert, Israel nicht anzuerkennen, sei nicht akzeptabel - fraglich also, ob die Differenzen zwischen Fatah und Hamas wirklich überwunden werden können.
Doch die Hamas ist in großen Teilen der pal. Gesellschaft im Aufwind. Viele glauben tatsächlich, daß die Islamisten im letzten Krieg einen “Sieg” gegen Israel errungen hätten. Die Raketen auf Tel Aviv und Jerusalem sind ein großer symbolischer Erfolg, daß die Israelis nicht mit Bodentruppen einmarschierten wird als “Feigheit” vor den Islamisten bewertet und die schiere Tatsache, daß die Hamas auch diesmal de facto nicht besiegt wurde, läßt das Ansehen der Organisation immer weiter wachsen, da hilft es auch nicht, wenn hohe israelische Militärs anonym den Medien erklären, wie groß der Schlag gegen die Hamas und damit der militärische Erfolg der Israelis möglicherweise gewesen war. Abgesehen davon, daß wir das kaum überprüfen können – selbst wenn es wahr wäre. Die Wahrnehmung des palästinensischen Volkes ist auf jeden Fall eine andere.
So – und nun: mein Vblog zur Feier der Hamas in Hebron am letzten Freitag:
http://www.tagesschau.de/videoblog/zwischen_mittelmeer_und_jordan/hamas-hebron100.html