LIVEBLOG zur aktuellen Lage in Nahost

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Nach der Ermordung von drei israelischen und einem palästinensischen Jugendlichen eskalierte die Lage in Nahost. Am 8. Juli begannen die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen, nachdem die Hamas Raketen auf Israel abgeschossen hatte. Seit Wochen läuft auch eine Bodenoffensive. Hinter den Kulissen laufen internationale Bemühungen um ein Ende der Gewalt.

Die ARD-Korrespondenten sind im Dauereinsatz und berichten in Echtzeit via Twitter in unserem Liveblog.

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VIDEOS & AUDIOS zur aktuellen Lage in Nahost

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Tage voller Gewalt, Trauer, Wut und Hass. Unser Liveblog hält Sie in Echtzeit auf dem Laufenden – via Twitter. Hier finden Sie alle Video-& Audio-Beiträge unserer Korrespondenten: Weiterlesen

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Rivlin gewählt – und nun was?

 

Das Tote Meer stirbt

Ein Salzgehalt von über 30% –  fast zehn Mal so viel wie das Mittelmeer. Im Toten Meer überleben nur Mikroben und Touristen. Aber auch letztere sind in Gefahr: Ertrinken können sie nicht, aber sie könnten auf dem Weg vom Hotel zum Ufer von der Erde verschluckt werden. Der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt jedes Jahr um circa einen Meter. Da, wo sich das Salzwasser zurückzieht, kann nach Regenfällen Frischwasser in die Erde eindringen und Salzschichten ausspülen, die sich hier überall im Boden befinden. Hohlräume entstehen, die Erde gibt nach und da, wo gerade noch ebener Grund war, ist plötzlich eine Grube mit bis zu zwölf Metern Durchmesser.

Wasser abzapfen

Die Senkgruben zeigen es anschaulich: Das Ökosystem ist durcheinander. Schuld sind die Anliegerstaaten. An den Zuläufen des Toten Meeres werden im Jahr eine Milliarde Kubikmeter Wasser abgeschöpft. Dazu kommt die Mineralindustrie in Jordanien und Israel. Sie lässt Wasser in quadratkilometergroßen Becken verdunsten, um die mineralhaltigen Rückstände, vor allem Kali, abzubauen.

Eine eigenwillige Lösung des Problems

Obwohl die Anlieger wissen, was das Problem verursacht, denkt keiner daran, den Wasserverbrauch zu drosseln. Letzten Dezember haben sich die Regierungen von Israel und Jordanien sowie die palästinensische Autonomiebehörde in einem Abkommen darauf geeinigt, Wasser durch eine 180 Kilometer lange Pipeline vom Roten zum Toten Meer zu pumpen. Immerhin diplomatisch bemerkenswert, aber was das für die Öko-Systeme an beiden Enden des Kanals bedeutet, weiß keiner so genau. Umweltschützer warnen jedenfalls vor unabsehbaren Folgen des Mammutprojekts.

 

Warten auf die Sicherheitskonferenz

Am Wochenende beginnt in München die Internationale Sicherheitskonferenz. Natürlich wird der Nahe Osten auch Thema sein, die “Big Players” werden erwartet: der amerikanische Außenminister Kerry und sein russischer Amtskollege Lavrov, der iranische Außenminister Zarif, aus Israel Zipi Livni und Moshe Yaalon und viele andere. Was werden sie alle uns erzählen? Werden wir Neues zum Friedensprozess erfahren? Wird Zarif vom Westen hofiert oder doch unter Druck gesetzt? Jörg Armbruster und ich werden vor Ort sein, wir wollen für unser Filmprojekt Interviews führen, aber auch uns informieren, was sich da so alles abspielt hinter den Kulissen. Was wird aus Syrien? Fragen über Fragen….
Was die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinenser angeht, hört man Widersprüchliches. Hiess es vor kurzem noch, Kerry werde das Rahmenabkommen Ende Januar vorstellen, so wird jetzt über “in den nächsten Wochen” gesprochen. Abbas und sein Team wollen es sowieso ablehnen, weil es zu sehr die Bedingungen der Israelis akzeptiere. Netanyahu hat am Wochenende mal einen Versuchsballon gestartet und gesagt, Siedler, die nicht abziehen wollten, könnten ja in einem Staat Palästina leben, so wie ja auch Palästinenser in Israel leben. Zwei Aufschreie: von den Palästinensern, die schon vor einiger Zeit erklärt hatten, dass im Staat Palästina kein einziger Jude leben dürfe (nicht nur kein Israeli, sondern Juden!), der zweite Aufschrei, natürlich, von Naftali Bennett und seiner Siedlerpartei, einem wichtigen Koalitionspartner Netanyahus. Warum hat Bibi das also gesagt? Um jetzt zu zeigen, dass die Palästinenser an keiner Lösung interessiert seien und rassistische argummentieren, vor allem zutiefst undemokratisch? Denn warum sollen keine Juden im “Staat Palästina” leben dürfen, wenn er demokratisch ist (ob Juden da leben wollen, ist ein anderes Thema) – oder versucht Bibi hier schon mal “Habayit Hayehudi” (“Das Jüdische Haus”) zu zeigen, dass das jüdische Haus eben nicht das ganze Gebiet Palästina beinhalten wird? Bennett hat natürlich gleich gesagt, er werde die Koalition verlassen, wenn es soweit käme – und “Bujie” Yitzhak Herzog, Chef der oppositionellen Arbeitspartei freut sich schon mal, bald in der Koalition zu sitzen und Friedenspolitik als Minister machen zu können…
Abbas hingegen besteht auf das palästinensische “Rückkehrrecht” (nach Israel), ein No-Go für j e d e n Israeli, denn dies würde das Ende des jüdischen Staates bedeuten.
Was also treiben da Bibi und Abbas? Sind das letzte Zuckungen, ehe die USA, ehe Kerry den Showdown einläutet und die beiden Männer endgültig Farbe bekennen müssen: ob sie denn wirklich Frieden wollen, ob sie bereit sind, Kerry und die USA als Big Looser hinzustellen und dann den ganzen Zorn der Regierung Obama auf sich ziehen zu wollen? Oder zeigen sie gerade Kerry seine Grenzen auf, die Unfähigkeit der USA – wieder einmal – den Konflikt zu lösen, die Ungähigkeit der USA, den Konflikz zu begreifen?
Ich bin sehr gespannt, was ich dazu auf der Sicherheitskonferenz bei Hintergrundgesprächen erfahren werde…. Mal sehen…

 

Israel, Iran und die USA – ein Gespräch mit Alon Pinkas

Vielleicht haben manche schon das gekürzter Interview mit Alon Pinkas mit deutscher Übersetzung am Montag in meinem Videoblog “Zwischen Mittelmeer und Jordan” gesehen. Nun stelle ich hier das gesamte Interview mit Alon Pinkas in Netz, ungekürzt und – unübersetzt, auf Englisch. Weiterlesen

 

Der Zaki – Eine Wasserwanderung

Zaki – auf arabisch “klares Wasser”, heisst die Wanderung am Fuße der Golanhöhen. Und das ist eine Herausforderung. Denn es geht knapp zwei Stunden durch Flüße, Tümpel und kleine Wasserfälle, die nicht immer sauber, sondern oft schlammig sind. Manchmal reicht mir das Wasser bis zum Hals. Was unten ist will ich gar nicht wissen. Wasserfeste Kleidung und ein dichter Rucksack sind dringend nötig! Vor allem auf die scharfen Steine muss man aufpassen. Es ist auf alle Fälle ein Abenteuer. Viele geben schon am Einstieg auf. Was hilft: Es ist jederzeit möglich auszusteigen und dann auf dem Feldweg zurückzugehen. Mit Kindern sollte man die Tour
nicht ausprobieren. Der Zaki ist übrigens einer von fünf Flüßen im Beit Tzaida Tal, nördlich des Sea of Galilee. Wenn man will, kann man danach am See entspannen oder eines der Weingüter oder eine der kleinen Brauereien besuchen.

 

Australisch-israelischer Mossadagent begeht Selbstmord

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: ein angeblicher Mossad-Agent, der sowohl einen israelischen als auch einen australischen Pass besaß, beging 2010 in einem israelischen Gefängnis Selbstmord. Sehen Sie hier meinen Bericht dazu, der auch gestern im Nachtmagazin lief:

 

Zusätzlich möchte ich Ihnen hier das ganze Gespräch mit Alon Ben David zeigen. Alon Ben David ist einer der bekanntesten Journalisten Israels, er arbeitet für den Fernsehsender Channel 10. Er gilt als einer der führenden Militär- und Geheimdienstexperten Israels. Wie schon neulich im Videoblog, möchte ich auch hier wieder den Versuch machen, das Interview einfach mal auf Englisch ohne Übersetzung zu senden. Sollten Sie Probleme haben (und beim letzten Mal kam nur eine einzige Mail dazu), liefer ich die Übersetzung gerne nach. Doch ich denke, daß es interessant sein könnte, Ben David quasi im Original zu hören. Da er in den USA studiert hat, ist sein Englisch perfekt. Vielleicht nur noch soviel: Der Begriff “Gag order” bedeutet “Nachrichtensperre”. In Israel kann das Gericht Nachrichtensperren für sensible Informationen verhängen, so daß die israelische Presse darüber nicht berichten darf. Hier also Alon Ben David:

 

 

Syrien und Iran drohen mit Vergeltung

Markus Rosch, Tagesschau 20:00 Uhr, 31.01.2013

 

Syrien droht Israel nach Luftangriff mit Vergeltung

Markus Rosch, Tagesschau 17:00 Uhr, 31.01.2013