Erinnern an die “Kindertransporte” von 1938/39

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Der Berliner Kaufhaus-Besitzer Wilfrid Israel war der Drahtzieher hinter den “Kindertransporten” von 1938/39. Er rettete 10 000 jüdische Kinder kurz vor Kriegsbeginn aus Nazi-Deutschland. Im Juni 1943 kam er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Zu den Kindern, die Wilfrid Israel gerettet hat, gehörte Frank Meisler. Der heute 83jährige Künstler reiste Ende August 1939 von Danzig nach London und überlebte. Mit seinen Skulpturen in Berlin, Danzig, Rotterdam und London erinnert er an die Rettung der jüdischen Kinder – auch seiner selbst. Meisler erhielt am 29. März in Tel Aviv vom deutschen Botschafter in Israel, Andreas Michaelis, das Bundesverdienstkreuz.

Im Audio geht es um die Lebensgeschichten von Frank Meisler und Wilfrid Israel. Das Video bietet einen Einblick in Frank Meislers Galerie in der Altstadt von Jaffa bei Tel Aviv.

 

Schock in der Fußgängerzone

Fußball und Auschwitz. Bild: BR

Durch die Mamilla-Fußgängerzone in West-Jerusalem kann man normalerweise ganz ruhig schlendern. Es herrscht eine entspannte Stimmung, fernab vom Autoverkehr. Vor ein paar Tagen aber wurde ich von diesem Anblick aufgeschreckt: König Fußball thronte mitten in der Einkaufsstraße, sorgsam mit einer Absperrung umgeben. Daran wäre eigentlich nichts auszusetzen, denn in ein paar Tagen beginnt die Fußball-Europameisterschaft, und offenbar wollen die Ladenbesitzer ihre Kunden darauf einstimmen.

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Kunst in der Stadt

Tel Aviv ist nicht nur die Stadt des Geldes und der Parties, sondern auch der Kunst. Bei einem Stadtspaziergang fällt zunächst die Werbung ins Auge: aggressive Plakate, die ganze Fassaden verdecken und ihrer Größe wegen unübersehbar sind. Auf den zweiten Blick schafft es auch die Kunst, Aufmerksamkeit zu finden. An der Kaplan-Straße, gegenüber vom Verteidigungsministerium, hat die Stadt Tel Aviv diese Reproduktion eines Bildes von Adar Aviam auf einen Bauzaun geklebt. Der 29jährige ist in Israel geboren und lebt in Berlin. Für einen Angriff auf die Atomanlagen des Iran, von dem hier ständig die Rede ist, müßten nach Auffassung US-amerikanischer Experten mindestens 100 Bomber losgeschickt werden. Aviam hat das in seinem Bild schon mal festgehalten.

Adar Aviam - ohne Titel. Foto: BR