Warten auf die Sicherheitskonferenz

Am Wochenende beginnt in München die Internationale Sicherheitskonferenz. Natürlich wird der Nahe Osten auch Thema sein, die “Big Players” werden erwartet: der amerikanische Außenminister Kerry und sein russischer Amtskollege Lavrov, der iranische Außenminister Zarif, aus Israel Zipi Livni und Moshe Yaalon und viele andere. Was werden sie alle uns erzählen? Werden wir Neues zum Friedensprozess erfahren? Wird Zarif vom Westen hofiert oder doch unter Druck gesetzt? Jörg Armbruster und ich werden vor Ort sein, wir wollen für unser Filmprojekt Interviews führen, aber auch uns informieren, was sich da so alles abspielt hinter den Kulissen. Was wird aus Syrien? Fragen über Fragen….
Was die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinenser angeht, hört man Widersprüchliches. Hiess es vor kurzem noch, Kerry werde das Rahmenabkommen Ende Januar vorstellen, so wird jetzt über “in den nächsten Wochen” gesprochen. Abbas und sein Team wollen es sowieso ablehnen, weil es zu sehr die Bedingungen der Israelis akzeptiere. Netanyahu hat am Wochenende mal einen Versuchsballon gestartet und gesagt, Siedler, die nicht abziehen wollten, könnten ja in einem Staat Palästina leben, so wie ja auch Palästinenser in Israel leben. Zwei Aufschreie: von den Palästinensern, die schon vor einiger Zeit erklärt hatten, dass im Staat Palästina kein einziger Jude leben dürfe (nicht nur kein Israeli, sondern Juden!), der zweite Aufschrei, natürlich, von Naftali Bennett und seiner Siedlerpartei, einem wichtigen Koalitionspartner Netanyahus. Warum hat Bibi das also gesagt? Um jetzt zu zeigen, dass die Palästinenser an keiner Lösung interessiert seien und rassistische argummentieren, vor allem zutiefst undemokratisch? Denn warum sollen keine Juden im “Staat Palästina” leben dürfen, wenn er demokratisch ist (ob Juden da leben wollen, ist ein anderes Thema) – oder versucht Bibi hier schon mal “Habayit Hayehudi” (“Das Jüdische Haus”) zu zeigen, dass das jüdische Haus eben nicht das ganze Gebiet Palästina beinhalten wird? Bennett hat natürlich gleich gesagt, er werde die Koalition verlassen, wenn es soweit käme – und “Bujie” Yitzhak Herzog, Chef der oppositionellen Arbeitspartei freut sich schon mal, bald in der Koalition zu sitzen und Friedenspolitik als Minister machen zu können…
Abbas hingegen besteht auf das palästinensische “Rückkehrrecht” (nach Israel), ein No-Go für j e d e n Israeli, denn dies würde das Ende des jüdischen Staates bedeuten.
Was also treiben da Bibi und Abbas? Sind das letzte Zuckungen, ehe die USA, ehe Kerry den Showdown einläutet und die beiden Männer endgültig Farbe bekennen müssen: ob sie denn wirklich Frieden wollen, ob sie bereit sind, Kerry und die USA als Big Looser hinzustellen und dann den ganzen Zorn der Regierung Obama auf sich ziehen zu wollen? Oder zeigen sie gerade Kerry seine Grenzen auf, die Unfähigkeit der USA – wieder einmal – den Konflikt zu lösen, die Ungähigkeit der USA, den Konflikz zu begreifen?
Ich bin sehr gespannt, was ich dazu auf der Sicherheitskonferenz bei Hintergrundgesprächen erfahren werde…. Mal sehen…

 

Abendvergnügen in Gaza

Es ist ziemlich duster in der Omar el-Muhtar-Straße in Gaza, abends um sechs. Die meisten Straßenlaternen sind aus. Die Häuser ringsum haben gerade für zwölf Stunden keinen Strom, das E-Werk hat kaum noch Diesel. Umso erstaunlicher, wie bunt es plötzlich blinkt.

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Weibliche “Terroristen”

Nur mal schnell ein Phänomen hier angetippt: In letzter Zeit häufen sich mal  wieder die Meldungen von  palästinensischen Frauen, die mit Messern an Checkpoints von den israelischen Soldaten gefasst und festgenommen werden. Weibliche Terroristen? Weiterlesen

 

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten

 

Richard C. Schneider zur Stimmung in Ramallah

Richard Schneider zur Stimmung in Ramallah

29.11.12 / Nachtmagazin 00.00 Uhr / Richard C. Schneider

 

UN-Vollversammlung stimmt Aufwertung Palästinas zu

UN-Vollversammlung stimmt Aufwertung Palästinas zum Beobachterstaat zu

29.11.12 / Nachtmagazin 00.00 Uhr / Thomas Roth ARD New York

 

Live zur UN-Abstimmung über Palästina

Richard Schneider und Thomas Roth zur UN-Abstimmung über Palästina

29.11.12 / Tagesthemen 22.15 Uhr / Richard C. Schneider; Thomas Roth

 

Aufwertung von Palästina zum Beobachterstaat erwartet

UN-Abstimmung- Aufwertung von Palästina zum Beobachterstaat erwartet

29.11.12 / Tagesthemen 22.15 Uhr / Richard C. Schneider

 

Was geschieht mit “Kollaborateuren”

Spät liefern wir hier die Geschichte nach, was mit 6 “Kollaborateuren” geschah in Gaza in diesen Tagen. Das Wort “Kollaborateur” ist deswegen in Anführungszeichen gesetzt, weil wir nicht wissen, ob sie wirklich mit Israel zusammengearbeitet haben – eine Todsünde natürlich, wenn man Palästinenser in Gaza ist. Aber ist die Exekution dieser Menschen das, was man von einer “Regierung” erwartet?

Hier der Bericht aus Haaretz. Uns wurde in Gaza bestätigt, wie diese Menschen getötet wurden.

 

Im Gaza überwiegen Zweifel und Verzweiflung

Es gab für die Journalisten im Vergleich zu dem Krieg vor vier Jahren überhaupt keine Schwierigkeiten bei der Arbeit. Die israelische Armee hat Journalisten immer durchgelassen und die Hamas auch. Das Ganze passierte in den vergangenen Tagen koordiniert: Man muss bis zu einem Punkt auf israelischer Seite fahren. Dort wurde man von der Armee zum Grenzübergang gebracht. Danach muss man drei Kontrollpunkte passieren und dann sind wir mit Mitarbeiter und Fahrer in Gaza. Dort können wir uns alles ansehen, vor allem was in den letzten Tagen passiert ist.

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