Der Kampf um die Häuser

Gestern um acht Uhr am Morgen rücken die Lastwagen und die Arbeitstrupps an:  Nach einem Beschluss des Obersten israelischen Geichtshofes müssen etwa 300 Siedler ihrer Häuser in der Siedlung Beit El räumen. Diese fünf Häuser sind nach dem Hang auf dem sie liegen, nämlich Ulpana, benannt.  Das höchste israelische Gericht hat die Räumung angeordnet, da die Gebäude auf gestohlenem Land liegen. Der Boden gehört nämlich Palästinensern, die im benachbartem Dorf Dura al-Quara leben. Nun darf man gespannt sein, wie das Gericht in ähnlichen Fällen entscheidet. Und ob die israelische Regierung dann ähnlich handelt. Die Siedler haben angekündigt, weitere Räumungen mit allen Mitteln verhindern zu wollen. In Beit El ist es gestern ruhig geblieben.

 

Der Marsch auf Jerusalem

Am “Land Day”, also am “Tag des Bodens” wollten Palästinenser gegen israelische Landenteignungen und auch gegen die Siedlungpolitik protestieren. Hunderttausende Demonstranten wollten letzten Freitag friedlich marschieren. Die Realität sah anders aus. Es war weder friedlich und es kamen weniger Menschen als erwartet. Gleichzeitig zitierte die israelische Tageszeitung Haaretz einen Geheimplan der israelischen Regierung. Inhalt: Der Siedlungsausbau soll massiv ausgeweitet werden. 10 Prozent der Westbank sollen davon betroffen sein. Zur Deeskalation hat das nicht beigetragen.

 

Stolpersteine für den Frieden?

Migron liegt wenige Kilometer entfernt von Jerusalem.

Die illegale Siedlung gibt es seit 1999.

Laut Beschluss des israelischen Obersten Gerichtshofes müsste Migron bis April 2012 eigentlich geräumt werden.

Doch die Siedler sind optimistisch: Sie haben eine starke Lobby (viele Parlamentsabgeordnete leben in Siedlungen, wie kürzlich eine israelische Zeitung herausfand).

Und falls ein Abriss geschehen sollte: Es existieren schon Pläne, die Siedlung einfach wenige Kilometer weiter, auf den nächsten Hügel zu verlegen. Und das ist Alltag im Westjordanland.

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