Ohne viel Hoffnung – Besuch im Flüchlingslager Tulkarm

 

 

Wir haben Europa verloren – müssen wir Deutschland verlassen?

Zwei Reaktionen machen mich in diesen Tagen nachdenklich. Da ist zum einen der Satz “Wir haben Europa verloren”, den ein israelischer Diplomat geäußert hat, natürlich anonym, um zu erklären, wie es kommen konnte, daß fast kein EU-Mitglied mit “Nein” in der UN gegen den Antrag der Palästinenser gestimmt hat.

Und: da sind Anrufe einiger jüdischer Bekannte aus Deutschland, die mich ernsthaft fragen, ob man nun auswandern  müsse, weil doch Deutschland statt mit “Nein”, wie zunächst angekündigt, doch mit einer Enthaltung reagierte, was eigentlich einem “Ja” gleichkomme.

Beides sind hysterische Reaktionen. Beide zeigen, daß sie die Lage völlig verkennen, beide zeigen aber auch, wie sehr noch immer der Holocaust als Parameter für alles, was im Jahr 2012 geschieht, häufig auf jüdischer Seite gesehen wird. In Zeiten der Diaspora, als es noch keinen jüdischen Staat gab, wurde Politik von der jüdischen Minderheit weltweit subsummiert auf die Frage: “Ist das nun gut für die Juden oder schlecht?” – Und diese Frage war berechtigt, hatte man doch über Jahrhunderte keinerlei Einfluß auf die Politik der Länder, in denen man lebte. Man war Spielball der christlichen Mehrheit. Und wenn diese entschied, den Juden mal wieder das Leben zur Hölle zu machen, dann geschah dies.  Also konnte, ja mußte jede politische Entwicklung im jeweiligen Land, in dem man lebte – und nicht nur dort – unter diesem Aspekt gesehen werden: Werden wir jetzt gleich  wieder verfolgt? Geteert, gefedert, abgeschlachtet, vergast?

Das Trauma sitzt tief, so tief, daß immer noch viele Juden nicht begriffen haben, daß sie längst Akteure im politischen Geschehen geworden sind. Zumindest für den jüdischen Staat gilt das. Israel ist ein Akteur, hat – bis zu einem gewissen Grad – die Möglichkeit unabhängig zu entscheiden, was es tut oder nicht. Und muß mit den Konsequenzen leben.

In diesem Fall heißt das: Man verliert die Unterstützung der Europäer. Zumindest wenn es um die Frage geht, ob man einen palästinensischen Staat akzeptiert oder nicht.  Weiterlesen

 

Reaktionen in Ramallah und Israel

Reaktionen in Ramallah und Israel

30.11.12 / Tagesschau  20.00 Uhr / Markus Rosch

 

Katzenjammer in Israel, Genugtuung bei Palästinensern

Ramallah am Morgen nach der UN-Abstimmung: Auf dem Manara Platz im Zentrum der Stadt gehen Passanten an den Zeitungsständen vorbei – alle palästinensischen Blätter zeigen auf ihren Titelseiten die Fotos aus New York, von Mahmud Abbas, wie er die Gratulationen entgegennimmt. Auf frisch gedruckten Plakaten ist die Aufschrift zu lesen: „Das ist illegal besetztes Land.“ Befragt nach ihren Gefühlen gibt Umm Khaled, eine ältere Frau mit Brille und Kopftuch, zurück: “Das ist ein sehr schönes Gefühl, dass es Hoffnung gibt, dass unsere Kinder aufwachsen und eine Nation vorfinden werden, die unabhängig ist und ein bisschen was zu sagen hat. Es ist schwierig, dieses Gefühl zu beschreiben.”

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Israel kritisiert UN-Votum für Palästinenser

30.11.2012/ ARD-Studio Tel Aviv, 10:00/ Clemens Verenkotte

 

radioWelt-Gespräch mit Peter Kapern – Stimmung in Ramallah

radiowelt, 30.11.2012/ ARD-Studio Tel Aviv, 08:30/ Peter Kapern

 

Ramallah feiert die Anerkennung Palästinas durch UN

30.11.2012/ ARD-Studio Tel Aviv, 07:35/ Peter Kapern

 

Richard C. Schneider zur Stimmung in Ramallah

Richard Schneider zur Stimmung in Ramallah

29.11.12 / Nachtmagazin 00.00 Uhr / Richard C. Schneider

 

UN-Vollversammlung stimmt Aufwertung Palästinas zu

UN-Vollversammlung stimmt Aufwertung Palästinas zum Beobachterstaat zu

29.11.12 / Nachtmagazin 00.00 Uhr / Thomas Roth ARD New York

 

Live zur UN-Abstimmung über Palästina

Richard Schneider und Thomas Roth zur UN-Abstimmung über Palästina

29.11.12 / Tagesthemen 22.15 Uhr / Richard C. Schneider; Thomas Roth