Der Zaki – Eine Wasserwanderung

Zaki – auf arabisch “klares Wasser”, heisst die Wanderung am Fuße der Golanhöhen. Und das ist eine Herausforderung. Denn es geht knapp zwei Stunden durch Flüße, Tümpel und kleine Wasserfälle, die nicht immer sauber, sondern oft schlammig sind. Manchmal reicht mir das Wasser bis zum Hals. Was unten ist will ich gar nicht wissen. Wasserfeste Kleidung und ein dichter Rucksack sind dringend nötig! Vor allem auf die scharfen Steine muss man aufpassen. Es ist auf alle Fälle ein Abenteuer. Viele geben schon am Einstieg auf. Was hilft: Es ist jederzeit möglich auszusteigen und dann auf dem Feldweg zurückzugehen. Mit Kindern sollte man die Tour
nicht ausprobieren. Der Zaki ist übrigens einer von fünf Flüßen im Beit Tzaida Tal, nördlich des Sea of Galilee. Wenn man will, kann man danach am See entspannen oder eines der Weingüter oder eine der kleinen Brauereien besuchen.

 

Was wissen Israelis über …

Was kennt man von Bremen. Rechte: apWie man sich München wohl vorstellt. Rechte: ap

Die Frage ist in Deutschland sehr beliebt: Was denkt die Welt eigentlich über uns? Im Fall unseres Studios wird häufig gefragt, was Israelis von Deutschen halten. Was wissen die über uns?

Jetzt in der Urlaubszeit gibt es eine Variation: Was steht in israelischen Reiseführern über … ? Auch diesen Wunsch erfülle ich gern. Für Bremen fragte Radio Bremen aus Bremen.

Für München fragte Bayern 1 aus Bayern

 

Ferien! Ferien?

So, mein letzter Post für ein paar Wochen. Hoffentlich. Dieser Urlaub war schon lange geplant, aber ausgerechnet jetzt in die Ferien zu gehen, ist ein merkwürdiges Gefühl. Hier in Israel sind die Medien voll mit Spekulationen, Netanjahu habe sich für einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen entschieden, ebensoviel liest man jetzt über die Frage, ob Israel möglicherweise einen Angriff vor allem auf die C-Waffenlager Syriens ausüben wird, weil mit dem Fall von Assad die Gefahr bestünde, diese Waffen und noch viel mehr könnten in den Libanon gelangen, sprich: in die Hände der Hizbollah fallen. Verteidigungsminister Barak hat gerade im israelischen Fernsehen entsprechende Äußerungen gemacht. Am Golan hört und sieht man inzwischen teilweise die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Oppositionellen. Der Bürgerkrieg in Syrien ist an Israels Grenzen angekommen. Weiterlesen

 

Urlaubsimpressionen – zweiter Teil

Nein, diesmal kein Bild von mir. Beim letzten mußte ich ja schon ständig Rechtfertigungen geben. Meine Freunde riefen mich an – was denn los sei…. “bist du krank?” – so der allgemeine Tenor. Klar, die sehen ein Foto von mir in der Sonne sitzend gemütlich, im Hintergrund die Frauenkirche… “Richard, machst du etwa Urlaub” – also nein, furchtbar. So ein Stress… Da spar ich mir das Foto, bin ja noch offiziell im Urlaub, das ist mir ja schon fast peinlich….

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Wann, bitte, beginnt der Krieg – Urlaubsimpressionen in Deutschland

Richard C. Schneider“Nächste Woche Donnerstag, um 17.35 h” – so lautet meine Standardantwort, die ich mittlerweile hier in Deutschland gebe. Kaum zu fassen, aber wahr: Ich mache mal kurz Urlaub. Urlaub ist für mich eigentlich ein unerträglicher Zustand, denn was heißt schon Urlaub? Am Strand liegen? Am Meer? In der Sonne faulenzen? Nun – ich lebe in einer Stadt mit Strand und Meer und viel Sonne. Und es gibt tatsächlich einige Kollegen daheim im Sender, die meinen, daß wir vom ARD Studio Tel Aviv ja eh nichts zu tun hätten und den lieben langen Tag am Strand, am Meer, na, Sie wissen schon…

Also – nun bin ich im Urlaub und: Ich hasse es! Denn ich arbeite nun mal gerne, aber bitte, es “muss ” ja mal sein. Aber das kann ich Ihnen sagen: Urlaub ist extrem anstrengend, vor allem, wenn man Korrespondent in Tel Aviv ist. Denn ob im Gym oder bei Freunden, im Sender (ja, da gehe ich trotz Urlaub auch hin, um mir noch ein bißchen mehr Arbeit für “danach” zu organisieren), oder beim Friseur oder beim Zahnarzt – jeder, aber auch wirklich jeder fragt mich: “Wann beginnt denn nun der Krieg gegen den Iran?”

Es stimmt schon: Ich lebe im Land der Propheten – aber hey, woher soll ich das denn wissen?? Obwohl wir Journalisten ja gute Kontakte zu diversen Organisationen und Institutionen pflegen –  glauben die Leute denn wirklich, daß mir der Mossad oder das Militär oder gar Barak und Bibi im vertrauten Gespräch (natürlich am Strand, am Meer…  na, Sie wissen schon… siehe oben!) sagen: “Schneider, nächste Woche Donnerstag um 17.35 geht’s los gegen Teheran.” —-

Also wirklich… schön wär’s, dann hätte ich ja einen “Scoop”, wie wir Journalisten sowas nennen. Aber Pustekuchen, nix da. Also, Klartext: Ich weiß nicht, wann der nächste Krieg beginnt. Ich habe -  ja! -  ein paar Zusatzinformationen, die andere vielleicht nicht haben, aber das hilft mir für die exakte Datumsangabe auch nur bedingt, respektive: gar nicht.

Aber noch viel schlimmer: Nachdem mir diese Frage gestellt wurde und ich dann alle Leute enttäuschen muß, weil ich eben nicht genau sagen kann, wann’s losgeht: Da beginnt doch ein jeder, aber wirklich jeder hier in Deutschland mir zu erklären, wie das denn nun so sei mit dem Nahostkonflikt. Ja, kein Witz! Die Leute beginnen mir zu erkären, wer Schuld ist und wer Recht hat, wie “da unten” alles aussieht, und wer wofür wie was und überhaupt steht. Und dann kommt sicher irgendwann auch noch das Thema der “jüdischen Lobby” in den USA auf’s Tapet und sicher auch noch ein wenig der Aspekt, daß eigentlich das mit dem islamistischen Terrorismus sofort aufhören würde, wenn Israel…….

Und dann geht es los: Mit den Stereotypen und Klischees, mit Weltverschwörungstheorien und Antiamerikanismus, mit Friedensbewegtheit und Endzeitsehnsucht und vielem weiteren, was der Mensch so erfindet, um sich in dieser immer komplexeren, bedrohlicheren Welt scheinbar “auszukennen” und für sich einen Kosmos zu erschaffen, der ihm das psychische und emotionale Überleben in diesem Chaos ermöglicht.

Und dann denke ich mir schon jetzt, nach nur einer Woche hier: Puh…. Urlaub ist entsetzlich anstrengend, ich will zurück in meinen Job, zurück in den Nahen Osten – da ist es doch wirklich ruhiger und gemütlicher und weniger anstrengend und so wunderbar unübersichtlich, daß ich mir dann immer wieder freudig denke: “Hey, ich bin hier mitten im richtigen Leben!”

Ach übrigens, für all die, die mich jetzt total ernst nehmen: Das da oben sollte ein kleiner satirischer Einwurf (mit einem wahren Kern) sein – nur damit wir uns hier nicht mißverstehen :-)

Bis zum nächsten Post!