Wenn Du im wehrpflichtigen Alter bist …

Ultra-Orthodoxe Kinder protestieren gegen Wehrpflicht. Rechte:ap

Die Kinder hinter dem roten Absperrband gehören zu ultra-orthodoxen Familien. Sie sind in dieser Woche in Jerusalem auf die Straße gegangen. Anlass war eine Demonstration gegen die Pläne der israelischen Regierung, auch sie zum Wehrdienst einzuberufen.

Zum Streit um die Einberufung hat mir ein israelischer Freund einen Spruch erzählt, der gerade kursiert. Der geht so: Als ich klein war, sagte mein Vater zu mir: Wenn Du im wehrpflichtigen Alter bist, muss hoffentlich niemand mehr zum Wehrdienst. Heute sage ich zu meinen Kindern: Wenn Du im wehrpflichtigen Alter bist, muss hoffentlich jeder zum Wehrdienst.

“Die Wehrpflicht-Krise” – am Sonntag auf SR2 Kulturradio in “Kirche und Welt”. Und natürlich hier:

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

 

 

Neuwahlen in Israel – wer hat welche Chancen?

Israel steuert auf vorgezogene Wahlen im Spätsommer oder im Herbst zu. Die Rechts-Koalition unter der Führung von Ministerpräsident Netanjahu steht vor einer Zerreißprobe. Denn bis zum August muß sich die Regierung auf eine Reform des Wehrdienstes einigen. Israels Oberster Gerichtshof hat das sogenannte „Tal-Gesetz“ im Februar für nicht verfassungsgemäß erklärt. Das Gesetz nimmt Ultraorthodoxe von der Wehrpflicht aus. Die religiösen Parteien in der Koalition wehren sich gegen eine künftige Wehrpflicht auch für Ultraorthodoxe. Dagegen fordert vor allem die säkulare Rechts-Partei „Unser Haus Israel“ Wehrgerechtigkeit. Zum ersten mal seit mehr als drei Jahren droht Netanjahus Koalition nun zu zerbrechen. Der Regierungschef will sich von den religiösen Parteien nicht erpressen lassen. Die erste Abstimmung über die Reform des Wehrdienstes steht schon am 9. Mai bevor. Bis dahin wird der Wahltermin wahrscheinlich schon feststehen. Die Oppositionsparteien nutzen die Uneinigkeit im Regierungslager und fordern Neuwahlen.

Vorgezogene Wahlen sind in Israel nichts Besonderes. Sie gehören zum politischen Alltag. Wie schaffte es Netanjahu, sich dennoch ziemlich lange, mehr als drei Jahre, als Regierungschef im Amt zu halten? Wie bringen sich die Oppositionsparteien in Stellung? Und welche Aussichten haben sie? Die Antworten darauf finden Sie in diesem Audio.

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.