Mein palästinensischer Kameramann war nach dem Dreh völlig außer sich. So etwas Schreckliches habe er schon lange nicht mehr gesehen. In einem palästinensischen Dorf in der Nähe von Nablus wurde in einem ganz normalen Haus ein unterirdisches Gefängnis der islamistischen Hamas gefunden. Der Zugang zu dem unterirdischen Knast ist unterhalb einer Toilette versteckt – in unserem Videoclip zeigen wir das.
Für wen dieses Gefängnis bestimmt war, ist nur zu vermuten: Für einen israelischen Soldaten, der entführt werden sollte? Für Fatah-Leute, die entführt werden sollten?
Das Gefängnis ist der pure Alptraum. Eine nur unzureichende Luftzufuhr, entsetzliche hygienische Verhältnisse, Vorrichtungen an der Decke, um Gefangene aufzuhängen und sie zu foltern. Es soll mehrere solcher Gefängnisse geben im Westjordanland geben, heißt es. Ob das stimmt, ist nicht zu überprüfen. Dieser Fund aber bestätigt, daß die Islamisten im Westjordanland operieren, daß sie ihre eigenen Ziele verfolgen, jenseits der Palästinensischen Autonomiebehörde, jenseits der israelischen Besatzungstruppen, die Teile des Westjordanlands noch kontrollieren. Das Dorf befindet sich in der sogenannten Area B, die sicherheitstechnisch von den Israelis und – in Koordination mit ihnen – den palästinensischen Sicherheitskräften verwaltet wird. Und hier nun unsere Aufnahmen aus dem Gefängnis. Die Bilder sprechen für sich:


