96 Kommentare

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    Gerschmi 22. Oktober 2014 at 16:04 .

    Die beiden Videos existieren leider nicht mehr!
    Könnt Ihr das reparieren?

    Hier mal ein paar ganz einfache Hinweise auf Gott 😉
    http://www.wo-ist-gott.info/sites/beweise-fuer-gott.htm

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    K.-H.Heidenreich 10. September 2014 at 16:42 .

    Das andere Ich
    alter ego

    Leben durch Zeugung, das Werdende, entsteht aus der Natur und ernährt sich durch die Natur. Leben durch Überzeugung, das Seiende, entsteht durch Bewusstsein, es ernährt sich von der Erkenntnis des Wahren.

    Es gibt zwei Ewigkeiten

    Die erste, die seiende Ewigkeit ist die der Vollkommenheit, der Totalität.
    Sie ist, und zwar durch das Licht der Ewigkeit. In die Seiende Ewigkeit wird man eingeboren. Das Licht der Entwicklung zur Ewigkeit bewirkt unsere physische Existenz, und enthält die Möglichkeit für den Weg des Menschen vom Dasein zum Sein.
    Die werdende Ewigkeit hat durch den Zyklus von Entstehung und Zerfall der Materie Bestand.
    Die seiende Ewigkeit bedeutet Heimkehr, die Werdende – Wiederkehr.
    In ihr vollzieht sich der Kreislauf der Wiedergeburten der Welten und der Seelen
    hier und jetzt im Dasein. Für die Seelen ist der Kreislauf endlich, durch ihre Entwicklung
    zur Vollkommenheit. Integral,(ein Ganzes ausmachend),
    Der Niedergang von Kulturen erklärt sich aus der Tatsache, dass Individuen nach der Vollendung ihres Wesens den Zyklus des Werdens verlassen. Ihre Weisheit und ihr Vorbild fehlen der Nachwelt. Im Zyklus des Werdens wiedergeborene Unvollständige bewirken Stillstand oder Rückgang, selten Aufstieg.
    Zu schön der Gedanke, Bewusstsein existiere einfach. Aber, Unrechtsbewusstsein,
    Sozialbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein, Pflichtbewusstsein, Umweltbewusstsein,
    Selbstbewusstsein und Gottesbewusstsein entstehen erst durch unseren, Erfahrungsschatz
    -Wortschatz, das Erinnerungsvermögen, – Urteilsvermögen, – Konzentrationsvermögen,
    -Empfindungsvermögen und – alle anderen Reichtümer die zur Weisheit führen.
    Alle zusammen bilden das Integral,(ein Ganzes ausmachend), welches das Individuum (lat von individere unteilbar) mit der seienden Ewigkeit verbindet.

    Alternativ „aus dem anderen geboren“ aus alternus und nascere.

    Das alter ego, das andere ich, ist die Kopie ( lat. Reichtum ) des Ich’s, sie muss aber vom
    Individuum erzeugt werden. Nach seiner Vollendung findet der Übergang vom Werden zum Sein statt.
    Anfang der Vollendung ist Erkenntnis, sie ist das Visum (lat. das Gesehene ) zur Ewigkeit.
    Die Kopie (von lat. opus-das Werk ) besteht aus dem Fühlen, Denken und Wollen,
    welches dem Willen entstammt.
    K.-H. Heidenreich

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      Wanda 29. September 2014 at 16:53 .

      – seien wir realistisch: wir selbst haben uns Gott nicht im Kopf erschaffen – er wurde uns ungefragt in den Kopf gesetzt!
      Zuerst von Eltern und Grosseltern (aus guter Absicht) als der „liebe“ Gott, dann später über den Religionsunterricht auch als der strafende Gott, mit dem sich trefflich drohen liess um Wohlverhalten zu erzwingen…
      Als dann allmählich die ersten Zweifel kamen, dass alles doch wohl nicht so gewesen sein kann (oder ist), wie man es von Kleinauf eingebleut bekam, relativierte sich alles mehr und mehr bis die gesunde Skepsis siegte und man aufgrund der eigenen Wahrnehmungen zu eigenen Schlüssen kam und die Sache ad acta legte. Gut so…

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    speedy 19. August 2014 at 21:51 .

    Mir nützt es , weil ich in einem kleinen christlichen Dorf irgendwo Mitteleuropa wohne, einen christlichen Arbeitgeber, christliche Freunde und Kollegen habe und am Wochenende Veranstaltungen besuche, die im christlichen Jahreskreis von traditionell christlichen Vereinen ausgerichtet werden. Irgendwann habe ich einmal angefangen darüber nach zu denken. Was wäre wenn…. ich aus der christlichen Kirche austreten würde. Dann müsste ich mir jetzt wohl einen neuen Job suchen. Also hab ich es nicht getan. Oder wäre ich heute Parteifunktionär wenn ich im SED Sozialismus aufgewachsen wäre? Kann gut möglich sein. Oder, ist der Gott den ich im Religionsuntersicht kennengelernt hab wirklich glaubwürdig und real? „Error“ „Exit“ „Shutdown“!
    Heute denke ich nicht mehr über all das nach, weil es mir zu mühsam und „irre“ ist.
    Es nützt mir eben nicht, über Religion zu diskutieren. Könnte also gut sein das es eine Art „Gemeinschafts-Gottesgen“ gibt.

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      Wanda 2. September 2014 at 01:57 .

      Aber ja, natürlich wurde Gott vom Menschen erschaffen/erfunden:
      Als sich der Mensch mit seinen etwas mehr Hirnwindungen als andere Lebenwesen irgendwann einmal seiner zeitlich begrenzten Existenz bewusst wurde, tat ihm das weh. Er konnte nicht so gut damit abfinden, dass eines Tages alles vorbei sein sollte.
      Einige Clevere, die bereits Gesetzmässigkeiten im Naturverlauf erkannt hatten (dieses Herrschaftswissen aber für sich behielten), nutzten das aus, in dem sie behaupteten, Verbindung zu einer höheren Macht/Gott zu haben, welche günstig oder ungünstig (natürlich nur durch sie selbst) beeinflusst werden könne. War schliesslich alles nur eine Frage der zu leistenden Opfergaben. Dass dabei genügend für diese Mittelsmänner oder Schamanen oder Priester abfiel (heute die Kirchensteuer), versteht sich von selbst.
      Auch der Sehnsucht des Menschen, unsterblich zu sein oder nach dem Tode auf eine andere Art weiter zu existieren, wurde von dieser Priester- oder Schamenkaste Rechnung getragen: ein dem Gott oder der höheren Macht gefälliges (opferwilliges) Erdenleben, deren Kriterien diese Priestermischpoke gewiss nicht zum eigene Schaden definierte, garantierte dem Gläubigen das Weiterleben im Jenseits als Astralgeschöpf. Dass für diese Maklertätigkeit des Priester-Berufsstandes „Gebühren“ fällig wurden – nun ja, so sind eben die Geschäftsbedingungen seit Urzeiten (und bis heute).
      Für Jene aber dem nicht so ganz folgen wollten, wurde ein Drohkulisse aufgebaut, die schliesslich bis zur genialen Erfindung der Hölle und ewigen Verdammnis reichte.
      Als Heilsverwalter mit dem entsprechenden Heilsmonopol etablierte sich die Priesterkaste. Heute streiten sich die verschiedenen Religionen und Konfessionen um diese Monopol. Das jedoch ist eine andere Sache und eher zweitrangig.
      An der genialen Erfindung von Gott und dem ewigen Leben ändert das aber nichts…

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    Opium fürs Volk 7. Juli 2014 at 15:22 .

    @Michael Blume, welche „genetische-Komponente“ ist es denn genau? Die Sequenz würde mir schon als Aussage reichen. Im Video wird doch behauptet, das Religion „festgeschrieben in unseren Genen“ ist.

    Und wenn wir schon dabei sind, dann könnten Sie mir bestimmt die DNA-Sequenz für Musikalität und Kreativität nennen! Ich verstehe es nicht so ganz, wieso meine Zwillingsschwester sehr gut Gitarre spielt und ich nicht mal im Takt trommeln kann. Ah, vielleicht hat sie einfach mehr geübt???

    Danke, würde mich sehr interessieren. Gerne können Sie mir die „starken“ Studien und Veröffentlichungen dazu nennen, wenn die Antwort zu umfangreich ist.

    Religiosität mit Atmung gleichzustellen ist sehr „mutig“.
    Religiosität sitzt hinter dem linken Ohr im Hirn, also bitte. Wen wollen Sie damit verar…?

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    Teacher 2. April 2014 at 15:34 .

    Der Mensch ist bewusstes Leben. Alles Leben trägt in sich durch die Irritabilität, die Anlage zur Bewusstheit. Leben als ein unveränderlich dynamisches Geschehen ist mehr als der physische Stoff, der bekanntlich im Menschen nach jedem 7. Jahr völlig ausgewechselt ist.
    Das Leben ist Gott und so ist es ganz natürlich, dass ein Gottesbewusstsein entsteht.
    Heute kann jeder Mensch wissen, nicht zuletzt durch die Nahtodforschung und die Reinkarnationsbeweise, dass er unsterblich ist. Alles, außer der Lebensgrundlage ist ständiger Wechsel.

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      Wanda 4. September 2014 at 17:33 .

      Opium fürs Volk 07.Juli 15:22
      – tja, manchmal gibt es schon abenteuerliche Behauptungen. Demnach wäre ich genetisch mit einer DNA-Sequenz für einen Atheisten ausgestattet.
      Um es mit einem Bibelwort aus dem NT zu sagen: „mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“…

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        Alex Anders 8. September 2014 at 20:45 .

        Gene … ?

        nur verbrannt …
        stell Dir vor
        Er ist gekommen, am jüngste Tag, einzusammeln Deine Gebeine
        und er geht an Dir vorbei, an Deiner Urne, denn er weiß
        verbrannt in jenem heißen Ofen
        nichts bleibt, keine Gene, welche er wieder erwecken könnte
        keine Auferstehung

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          Wanda 9. September 2014 at 01:56 .

          Alex Anders 20:45
          – wenn, dann lässt ER doch wohl einsammeln. Engelsgleiche Domestiken hat ER ja angeblich mehr als genug.
          Die grosse Frage ist: kommt ER denn überhaupt ? Hatte ja eigentlich seinen Jüngern versprochen, noch zu ihren Lebzeiten das letzte Gericht abzuhalten und wiederzukommen (Parusie). Funktionierte aber nicht, was dann bekannterweise bei der Urgemeinde eine beträchtliche Krise ausgelöste. Nun ja, ein göttlicher Irrtum, da kann man nichts machen…

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    Der Prediger 14. Februar 2014 at 16:04 .

    Natürlich gibt es Menschen, die sich Gott im Kopf erschaffen. Sei es durch soziales Lernen, sei es durch Erklärungen, die wir uns wie verzweifelt im Kopf zusammensuchen, wenn bestimmte Höhen oder Tiefen im Leben erfahren. Diese Menschen glauben dann. Und das ist vorbildlich. Ich, der Prediger, habe das nach meiner Kenntnis nie gemacht. Schon als kleiner Junge wußte ich, dass Gott existiert. Doch habe ich ihn mit dem Teufel verwechselt. Ich dachte immer, Gott wäre wie ein mächtiger Krieger, der seinen Feind den Kopf abschlägt, so wie es die Mächtigen in der Geschichte getan haben. Ja, der Film hat Recht – ich habe mich bekehrt. D.h. ich habe erfahren, dass Gott gut ist. Und nicht schlecht. Doch war das erst nach diesem von mir geäußerten Aus eines neuen möglichen Gerichtstermines.
    Jedenfalls will ich hiermit konkret sagen, dass Gott auch „außerhalb des Kopfes“ erfahren werden kann. Was ich damit meine ist, als kleiner Junge habe ich einfach „Gott“ gewusst. Es war einfach in meinen Kopf. Logisch und klar.
    Mit freundlichen Grüßen,
    der Prediger

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    F.G. 14. Januar 2014 at 17:24 .

    Ich denke auch, dass es mehr als religiöse Gefühle sind, die Menschen das vermitteln, was man in reformatorischer Tradition „Heilsgewissheit“ nennt. Gefühle sind mal so, mal so.. Sie können kein tragendes Fundament bilden. Schaut man sich die Biografien der „großen“ Gottesmänner und -frauen an (und bei all den unzähligen „kleinen“ ist es oft nicht anders), sieht man sehr oft, dass sie religiöse Gefühle in allen Schattierungen kannten, aber sich doch weit davon entfernt fühlten, was die Bibel als ein Leben in der Heiligung beschreibt, mit wirklichem innerem Frieden und einer inneren Gewissheit und Freiheit, die macht, dass man die Welt umarmen möchte…Bis Gott gewissermaßen den Schleier zur Seite nahm…

    Das findet man bei Cyprian wie bei Augustinus, bei Franz von Sales wie bei Theresa v. Avila, bei Franziskus wie bei Tauler, bei Luther wie bei Wesley, Whitefield, Booth, Zinzendorf etc etc
    Der Klassiker ist Pascal, der unbestechliche Realist und Zweifler, der nicht recht glauben konnte bis zu jenem Abend eines Novembertages im Jahr 1654: „Seit ungefähr abends zehneinhalb bis ungefähr eine halbe Stunde nach Mitternacht – Feuer – „Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs“, nicht der Philosophen und Gelehrten. – Gewissheit, Gewissheit … Freude, Friede.“

    Und dann ist da natürlich auch das ganz alltägliche Glaubensleben des Christen. Hätte der Suchtkranke nun nicht unerklärlicher Weise die Kraft von der Droge zu lassen, müsste man an den Zusagen des NT zweifeln.. Bliebe der Neurotiker weiterhin ein Gefangener seiner Ängste, wären Jesu Worte über „die rechte Freiheit“, derer, die „an Seinem Wort bleiben“, leere Worte. Würde man im Gebet wirklich gewiss, dass der krebskranke Neffe, allen ungünstigen Prognosen zum trotz geheilt wird und er es dann trotzdem nicht würde, müsste man sich fragen, ob man sich nicht nur etwas einbildet. Weiß man sich im Gebet konkret zu anderen Menschen gesendet, und man träfe sie gar nicht an, müsste man sich fragen, ob man sich nur in die Tasche lügt…

    Es ist diese „Unmittelbarkeit mit Gott“, wie Kierkegaard es mal ausdrückte, die echtes Christsein, dass sicherlich dünn gesät ist, ausmacht und die keine andere Religion verheißt. Das sollte auch nicht aus den Augen verlieren, wer vielleicht gerade eine Art geistliche Krise durchläuft, oder glaubt, es könne nicht mehr für ihn geben, als ein mehr oder weniger entleertes Traditionschristentum…

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    F.G. 14. Januar 2014 at 17:18 .

    @ Michael Blume .. Vielleicht kann man es mit Sex vergleichen. Sexualität wird von verschiedenen Menschen, u.a. sicherlich genetisch bedingt, unterschiedlich intensiv erlebt. Ist der Intensitätslevel sehr hoch, ist sicherlich zumeist auch das tatsächlich Sexleben sehr ausgeprägt, in welcher Weise auch immer, was sich sicher auch bei getrennt aufgewachsenen eineiigen Zwillingen nachweisen lässt..
    Ich habe mir sagen lassen, dass bildgebende Verfahren praktisch keine Auskunft geben, ob jemand Sex nur fantasiert oder tatsächlich Sex mit einem Partner hat. Die Erregungsmuster seien gleich.
    Was ich sagen will: das bestimmte Hirnareale bei religiösen Vollzügen aktiviert erscheinen, sagt defacto nichts, darüber ob ein tatsächlicher Bezug zu Gott da – bzw. nicht da- ist…

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    Rainer Ostendorf 20. November 2013 at 12:31 .

    „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“ Andre Gide

    Der Blog und der Artikel gefallen mir. Zum Thema Glauben habe ich eine eigene Ausstellung in der Freidenker Galerie. Hier findet ihr viele Zitate und Bilder von mir zum Thema Glauben. Über euren Besuch würde ich mich freuen. http://www.freidenker-galerie.de/acrylbilder-lustige-zitate-politik-und-religion-2/

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      Torsten Schon 13. Dezember 2013 at 20:32 .

      Die Vorstellungen über den Begriff Glauben können unterschiedlicher nicht sein. Es gibt Menschen, für die hat Glauben etwas Spekulatives: Wenn ich glaube, dass morgen schönes Wetter wird, bedeutet dies, dass ich letztendlich natürlich keine Gewissheit haben kann. Ebenso wenn ich glaube, dass Übernatürliche Kräfte existieren, so kann ich dies doch schlussendlich nicht beweisen.
      Für andere bedeutet Glauben die Bejahung einer Ideologie, die sich für einen gewissen Lebensabschnitt manifestieren kann.
      Wieder andere assozieren mit dem Begriff eine tiefe und auf Erfahrung beruhende Gewissheit. Zum Beispiel wenn ein Kind glaubt, dass der Vater es auf den starken Schultern tragen kann. Denn er hat das ja schon oft genug getan.
      Für Christen geht der Glaube noch weiter: Christlicher Glaube beeinhaltet eine tiefe Gewissheit und vor allem Nachfolge. Dabei geht es keineswegs um Ideale, sondern einzig alleine um die Nachfolge im Sinne der Beziehungspflege zu Jesus Christus. Laut Bibel den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit. Letztere passen auch in unser westliches Weltbild, da Glauben außerhalb des sichtbaren Raumes jeglicher menschlicher Logik widerspricht. Ohne das Wirken Gottes wäre dies tatsächlich auch unmöglich, wirkliche Gewissheit zu bekommen.

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    Stefan Wehmeier 13. November 2013 at 17:10 .

    We made the mountains shake with laughter
    As we played hiding in our corner of the world
    Then we did the demon dance and rushed to nevermore
    Threw away the key and locked the door

    R. J. Dio (Children Of The Sea)

    Das Bewusstsein des Menschen arbeitet mit Worten und Zahlen, das Unterbewusstsein mit Bildern und Metaphern. Das Unterbewusstsein lässt sich programmieren und damit der Kulturmensch durch selektive geistige Blindheit an eine noch fehlerhafte Makroökonomie anpassen, indem elementare makroökonomische Zusammenhänge mit archetypischen Bildern und Metaphern exakt umschrieben und diese dann mit falschen Assoziationen und Begriffen verknüpft werden, an die der Untertan glaubt. Der Glaube an die falschen Begriffe erzeugt eine geistige Verwirrung, die es dem Programmierten so gut wie unmöglich macht, die makroökonomische Grundordnung, in der er arbeitet, zu verstehen; noch weniger kann er über die Makroökonomie, die in den Grundzügen seine Existenz bestimmt, hinausdenken. Diese Technik, die in früheren Zeiten – etwa bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert – noch eine exakte Wissenschaft war und die nur von eingeweihten Oberpriestern betrieben werden durfte, nennt sich “geistige Beschneidung von Untertanen”, bzw. Religion = Rückbindung auf künstliche Archetypen im kollektiv Unbewussten. Auch das, was heute “moderne Zivilisation” genannt wird, entstand aus der Religion:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/11/macht-oder-konkurrenz.html

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    Lothar Irrgang 20. September 2013 at 14:50 .

    Wer sich die Frage stellt, ob Religion oder Vorform Religiösität eine biologische Ursache hat, muss sich frragen: Was ist Religösität eigentlich? Ich formuliere es einmal absichtlich unscharf:
    Religiösität (oder Glaube) ist die Vermutung einer Regelhaftigkeit oder einer Ursache eines beobachtbaren Vorgangs, ohne Kenntnis dessen wahrer Wirkungsweise.

    Bauernregeln funktionieren wunderbar nach diesem Prinzip. Horoskope und Homöopathie auch.
    Rein empirische Beobachtungen oder oft auch nur Behauptungen haben oft faszinierende Resultate hervorgebracht.

    Und über mehr sprechen wir hier nicht. Nicht über soziale Phänomene wie Religionsgemeinschaften (die sich auf die Religiösität des Menschen nur aufsatteln wie ein Parasit) oder die Existenz von Götten.

    Wir reden darüber, ob der Mensch eine Neigung dazu hat Muster zu erkennen – und diese ohne Beweis zu akzeptieren, weil sie ihm einen evolutionären Vorteil verschafft haben.

    Ja, hat er. Wenn der Jäger in der Steppe im hohen Gras einen Löwen vermutete und erst einen Beweis verlangt hätte, wäre er nicht mehr nach Hause gekommen, um weitere Nachkommen zu zeugen.
    Natürlich war es besser zu sagen: „Ein Gott hat mich nach Hause geschickt“, wenn man ohne Beute heim kam, als „Ich hatte Schiss dass da ein Löwe im Gras ist!“.

    Aber gibt es einen tatsächlichen, spezialisierten, lokalisierbaren Bereich im Gehirn, der spezielle für die heute (noch) existierende Religiösität verantwortlich ist?
    Dafür habe ich bisher noch keine Beweise gesehen und Michael Blume bleibt diese bisher schuldig.

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      Michael Blume 22. September 2013 at 02:01 .

      Ihre sehr weite Definition würde auch Magie umfassen. Darwin folgend definieren wir Religiosität als Glauben an überempirische Akteure. Und wie in den Beiträgen erwähnt sind auch entsprechende kognitive Funktionen und Hirnregionen längst identifiziert. Kostenfrei im Netz finden Sie z.B. meinen Überblicksartikel “God in the Brain?“

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    Gottmagus 19. September 2013 at 12:46 .

    Natürlich darf auch der Klassiker nicht fehlen. Wenn wir das Monster der Christen mit der Evolution in Verbindung bringen, bekommen wir ein Monster oder einen Gott, wenn man es denn so nennen will, das viel Wert darauf legte, daß Krankheiten den Menschen plagen, daß ein absolut perfektes Wesen Konstruktionsmängel zuläßt, der Mensch ist nicht perfekt konstruiert, und daß Menschen elendig zu Grunde gehen, weil ihnen Arme und Beine abfaulen, sich ihre Organe auflösen, das Imunsystem sich selbst zerstört oder auch nur ein paar Zellen um einen Diabetiker Typ I zu schaffen, der ohne moderne Medizin auch eleding sterben würde. Und ich schreibe da aus Erfahrung, ich wurde Diabetiker und war beinahe tot, als ich es wurde, es ist einfach ein freudiges Ereignis, wenn der Blutzucker steigt und steigt, man abnimmt und nach dem Ende der Fettreserven auch noch die Muskeln abgebaut werden und besonders schön sind die Vergiftungssymptome, die einem das Überwesen der Gott antut, es so richtig schön mehrere Wochen lang zu kotzen und halbtot auf einem Sofa zu liegen und darauf zu warten, daß man an einer Ketonvergiftung stirbt oder verhundert, weil der große Gott es gut findet, daß das Immunsystem lebenswichtige Zellen tötet.

    Gott und Evolution bedeutet, daß er Biowaffen produziert und diese gegen alles, was leibt und lebert, einsetzt. Jede Krankheit, jedes Virus, jede Bakterie und jeder Parasit sind seine Schöpfung und sein Werk. Das heißt, der Gott der Christen ist ein Verbrecher, der verurteilt und eingesperrt werden muß. Und etwas, auf das sich das Grundgesetz Dank der Erpressung durch CSU und Bayernpartei bezieht, kann man verklagen, anzeigen und einsperren. Wir können niemanden frei herumlaufen lassen, der Biowaffen gegen das Leben auf diesem Planeten einsetzt.

    Und dann haben wir da noch das Problem mit der Logik. Es ist wider den Grundlagen der Naturwissenschaft den christlichen Gott als existent anzusehen. Immerhin gab und gibt es noch andere Überwesen, die verehrt wurden und das Recht haben Anspruch auf die absolute Wahrheit zu haben, nur weil deren Anhänger von Christen, Muslimen und co ausgelöscht wurden, tilgt das nicht diesen Anspruch. Wenn jemand die Evolution als Werk seines Gottes verkaufen will, dann muß er in die Geisteswissenschaften abwandern, die erlauben mehrere Antworten auf eine Frage, wenn diese Antworten gut genug begründet sind. Es ist ein Armutszeugnis für die Wissenschaftlichkeit eines Naturwissenschaftlers, wenn er seinen Gott als einzigen Maßstab ansieht, obgleich er nur einen Theismus von vielen vertritt. Und selbst Geisteswissenschaftler bräuchten für so eine Argumentation gewisse Vorbereitungen.

    Die alten Griechen glaubten, daß Zeus dem Titan Prometheus den Befehl gab die Menschen zu schaffen. Und wir jeder, der ein wenig belesen ist, weiß, gab der gute Prometheus alles für seine Schöpfung und deren Kampf gegen die Götter und selbst griechische Tragiker und Komödiendichter haben fleißig neue Geschichten erfunden, die zeigen, wie Prometheus seiner Schöpfung gegen die Götter beisteht. Er litt eine halbe Ewigkeit für seine Schöpfung, während der Heiland der Christen schon nach ein paar Stunden meinte, daß das Kreuz keinen Spaß machte und feige in den Tod floh. Für gewöhnlich war das Kreuz ja eine lange unangenehme Erfahrung und kein kurzer Ausflug.
    Die Hindus glauben nicht nur, daß die Welt alle 6.000.000 jahre untergeht und neu entsteht, sie glauben auch, daß Menschen als Götter wiedergeboren werden können. Das ist interessant, nicht wahr ,und macht den Versuch den Menschen als Werk eines Gottes anzusehen ziemlich lächerlich.

    Was zeigt uns das, Theisten habe unterschiedliche Meinungen, wer als Theist das ignoriert macht sich lächerlich, lächerlicher, als wenn er versuchen würde alle Theismen unter einen Hut zu bekommen, um uns die Mär zu erzählen das Göttliche würde sich den Menschen in verschiedenen Formen zeigen. Zudem ist das „Mein Gott ist der einzig wahre Gott, dein Gott bzw. deine Geister/ Loas/ Götter/ … sind nur diabolische Einbildungen und dämonische Götzen (und wenn die doofe Aufklärung, der doofe Liberalismus, der doofe Humanismus und die doofe Säkularisation gewesen, die uns zwingen friedlich und zivilisiert zu tun, würde ich dir gerne zeigen, was man mit Ungläubigen bei uns macht …)“
    einfach nur lächerlich, der Antike Polytheismus kannte den Unsinn nicht, der kannte nur, „Die nennen unseren Mars Thor und Zeus Odin, ist schon eine verrückte Welt!“ und „Isis, von uns aus baut halt einen Isis-Tempel, sie ähnelt ein wenig X und Y und solange sie nicht das römische Reich bedroht …. .“ und „Nein, Dionysos ist nicht der Gott des Kampftrinkens, er ist der Gott der Unsterblichkeit, des Rausches und der Jugend …“.

    1. avatar
      david 19. September 2013 at 20:54 .

      „Was zeigt uns das, Theisten habe unterschiedliche Meinungen, wer als Theist das ignoriert macht sich lächerlich, lächerlicher, als wenn er versuchen würde alle Theismen unter einen Hut zu bekommen, um uns die Mär zu erzählen das Göttliche würde sich den Menschen in verschiedenen Formen zeigen.“

      Welcher Theist will denn alle Theismen miteinander versöhnen? Die verschiedenen theistischen Positionen widersprechen sich doch in vielen Punkten. Daraus folgt, dass entweder alle falsch sind, oder eine Postion wahr ist. Anders ausgedrückt. Jeder mit Überzeugungen glaubt, dass er Recht hat und alle, die ihm widersprechen, nicht. Das liegt in der Natur der Sache. Auch Sie glauben, dass sie Recht haben und alle diejenigen, die ihnen widersprechen, Unrecht haben. Die einzigen die alle theistischen Glaubensvorstellungen vereinen wollen, sind ein paar weniger Akademiker, die auch meinen Recht zu haben und dabei aber ach allen anderen Theisten widersprechen!

      Zum Polytheismus: der klassische Theismus, der Gott als den Urgrund allen Wirklichen ansieht, als Bedingungen aller Existenz hat wenig mit dem Polytheismus zu tun. Auf der einen Seite das perfekte Wesen, welches das Absolute – der Urgrund allen Seienden ist. Auf der anderen Seite die antike Version von Marvel Comics. Superhelden, die sich verehren lassen. Das sind gravierende weltanschauliche Unterschiede.

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    Monas Lustmann 19. September 2013 at 10:59 .

    Lieber Michael Blume, liebe Kommentatoren, Ihr dreht Euch im Kreis. Die Frage ob Gott existiert, lässt sich vom Verstand her nicht beantworten. Meine Erkenntnis ist die, dass es nichts gibt, das nicht Gott ist.

    1. avatar
      Michael Blume 19. September 2013 at 20:36 .

      @Monas Lustmann

      In der Tat geht es ja bei der Evolutionsforschung zur Religion gerade nicht um die Frage, ob Gott “existiert“, sondern wie sich Religion entwickelte. Und DIESE Frage lässt sich sehr gut wissenschaftlich erkunden. Aber beim Thema Religion fahren bei einigen halt gleich die Emotionen hoch – was ein sachliches Verständnis naturgemäß erschwert… 😉

    2. avatar
      Lothar Irrgang 20. September 2013 at 14:52 .

      Mit Verlaub: Das ist deistisches Geschwurbel. 😉

      1. avatar
        Michael Blume 22. September 2013 at 02:03 .

        Nö, der grundlegende Unterschied zwischen Religionswissenschaft und Theologie. Wenn Sie das nicht erfassen, kommen Sie nicht über das erste Semester. 😀

  14. avatar
    david 18. September 2013 at 19:11 .

    Lieber Michael,

    Ich habe in meinem Beitrag behauptet, dass sich Erkenntnis nicht auf wissenschaftliche Erkenntnis reduzieren lässt, da Wissenschaft immer auch philosophischen Annahmen beruht. Der sogenannte Positivismus gilt in der Philosophie als überwunden, da er logisch inkohärent ist. Inwiefern führt das zu einer Verabsolutierung des Rationalismus?
    Vielleicht denken Sie aber auch an die Problematik Rationalität auf Grundlage einer materialistisch-darwinistischen Weltanschauung zu begründen? Ein Problem, was schon Charles Darwin kannte, den ein schrecklicher Zweifel plagte, ob er seinem Verstand trauen könnte, wenn er seiner Nützlichkeit wegen selektiert worden wäre. Thomas Nagel hat jetzt ein Buch drüber verfasst. Er wendet sich dabei nicht gegen den Mechanismus der Evolution, sondern gegen die materialistisch-philosophische Implikationen des „orthodoxen“ Darwinismus.
    http://www.amazon.com/Mind-Cosmos-Materialist-Neo-Darwinian-Conception/dp/0199919755/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1379523101&sr=8-1&keywords=thomas+nagel

    Desweiteren interessiert mich inwiefern der „Rationalismusvorwurf“ meinen Vorwurf berühren soll, dass jede Behauptung Religion sei bloß das Resultat evolutionärer Vorgänge kein Argument ist. Es ist nur zutreffend, wenn der Atheismus wahr ist.

    Zu klären wäre auch die Frage, was hier unter „Religion“ verstanden wird, da keine einheitliche und wissenschaftlich anerkannte Definition derselben vorliegt. „Religion“ ist ein inflationär gebrauchtes Wort für einen Einheitsbrei sehr unterschiedlicher und sich widersprechender Traditionen, Glaubenssätze und Praktiken.
    Als Anhänger der christlichen Tradition glaube ich, dass der Glaube mehrere Aspekte hat. Es gibt Aussagesätze mit Wahrheitsanspruch – dies ist die kognitive Seite. Wir müssen uns dann aber auch noch einmal zu diesen Aussagen existentiell verhalten – d.h. vertrauen und verstehen, was das „für mich“ bedeutet. Paulus, Augustinus, Thomas von Aquin oder John Locke hatten alle die Überzeugung, dass Glaubenssätze philosophisch und historisch nachvollziehbar sein müssen. Dies steht der heute weit verbreiteten Meinung entgegen, dass der Glaube eine nicht weiter definierte irrationale Zugangsweise zur Wirklichkeit ist, welche diffus mit dem Gefühlsleben korreliert.

    Ich denke ferner nicht, dass Musik, Kunst und Liebe „irrational“ sind. Wenn sie etwas sind, dann wohl „nicht rational“ .

    V

    1. avatar
      Florian 18. September 2013 at 19:47 .

      Es ist schade zu sehen das mein Beitrag anscheinend nicht gelesen, oder dieser nicht verstanden wurde. Auch hier benutzen Sie wieder die eigenartige Formulierung „wenn der Atheismus wahr ist.“. Ich sehe nicht wie das Sinn machen soll. (Siehe Erklärung in Antwort auf Ihren letzten Beitrag)

      „…, dass jede Behauptung Religion sei bloß das Resultat evolutionärer Vorgänge kein Argument ist. Es ist nur zutreffend, wenn der Atheismus wahr ist.“
      Das klingt für mich nach nichts anderem als würden Sie zugeben das Argumente für Gott nur funktionieren wenn man bereits an Gott glaubt. Was, wie sie sicher wissen, ein ganz gutes Zeichen dafür ist das etwas nicht wirklich existiert/funktioniert.

      1. avatar
        david 19. September 2013 at 12:04 .

        Nirgendwo habe ich von Argumenten für Gottes Existenz geredet. Ich habe lediglich gesagt, dass eine Behauptung kein Argument ist.

    2. avatar
      Michael Blume 18. September 2013 at 20:51 .

      Lieber David,

      @Florian hat Ihnen ja schon vorgehalten, dass Sie eher gegen Strohmänner anzuargumentieren scheinen – und das kann ich bestätigen.

      Das geht schon bei der Frage nach Evolution und Atheismus los. Nun, ich selbst bin begeisterter Evolutionsforscher und zugleich praktizierender, evangelischer Christ (per Erwachsenentaufe in die württembergische Landeskirche eingetreten). Auch z.B. Harald Lesch hat kein Problem, sein wissenschaftliches Weltbild und sein Christ-Sein zu vereinbaren. Recht verstanden gibt es die Unvereinbarkeiten nicht, die Sie befürchten oder behaupten.

      Danke auch für Ihren Hinweis auf Darwin. Zufällig habe ich zu ihm sogar eine Biografie geschrieben: „Evolution und Gottesfrage. Charles Darwin als Theologe“, Herder 2013. Darin stelle ich dar, wie vielfältig und komplex sich der studierte Theologe sowohl zur Gottes- und Wahrheitsfrage wie auch zur Evolution von Religion äußerte. Darwin ist auch heute noch mehr als lesenswert!

      Die sehr konkrete Definition von Religiosität – Glauben an überempirische Akteure -, die wir heute in der Evolutionsforschung verwenden, findet sich übrigens ebenfalls bereits in Darwins „Abstammung des Menschen“ von 1871.

      Falls die Forschungen, Definitionen, Belege etc. Sie wirklich interessieren sollten, darf ich hier einführend auf die kostenlos herunterladbare Titelgeschichte von Gehirn & Geist „Homo religiosus“ verweisen.
      http://www.gehirn-und-geist.de/alias/religiositaet/homo-religiosus/982255

      Ihnen alles Gute und vor allem so viel Vertrauen in den Schöpfer, dass Sie die empirische Erforschung der Schöpfung nicht mehr zu fürchten brauchen! 🙂

      1. avatar
        Lothar Irrgang 18. September 2013 at 20:55 .

        Ohje… ich bin auch einen dieser christlichen Schwätzer hereingefallen.

        1. avatar
          Michael Blume 18. September 2013 at 21:03 .

          Ohje… In den USA beschimpfen uns die religiösen Kreationisten und hier in Europa die ebenso engstirnigen Antitheisten. Ihr seid Euch so ähnlich, wenn die Argumente ausgehen, wird es beleidigend… 😉

          Damit muss und kann ich leben! Bitte lasst das unbedingt stehen, BR-Team! 😀

      2. avatar
        david 19. September 2013 at 20:29 .

        Lieber Michael,

        ich glaube Sie haben mich missverstanden. Wenn sie glauben falsch dargestellt zu werden, warum teilen Sie mir dann nicht mit wo das passiert sein soll? Ansonsten ist der Strohmann-Vorwurf ironischerweise selbst ein Fehlschluss – er zielt ad hominem. Ich denke aber, dass kein gewinnbringender Austausch möglich ist, wenn man so miteinander interagiert.

        Leider sind sie gar nicht auf die inhaltlichen Punkte eingegangen.

        a) Die Verwechselung von Wissenschaft und Philosophie
        b) Die Verabsolutierung empirischen Wissens – und das logische Problem
        c) die Problematik von der (angeblichen) Genese des Glaubens auf die Irrationalität des Glaubens zu schließen, wie Feuerbach das gemacht hat. Ich habe dann noch angemerkt, dass ich in erster Linie Feuerbach kritisiere und der Beitrag nicht so weit zu gehen scheint. Aber viele werden ihn so verstehen. „Ach, Gott macht keinen Sinn, weil wir über das Higgs-Teilchen wissen. Das ist nichts rationales. Wieso glauben wir dann? Wegen der Evolution“?

        Des Weiteren möchte ich klarstellen, dass ich nirgendwo gegen die Evolution argumentiert hab, sondern – insofern sie rein materialistisch (philosophische Position) verstanden wird – erhebliche Probleme hat für Rationalität und Bewusstsein Erklärungen zu finden.

        Religion als Glaube an „überempirische Akteure“ zu verstehen, halte ich für problematisch. Dann wären alle diejenigen, die nicht Naturalisten sind religiös. Deisten, wie Antony Flew, sind aber kaum religiös, sondern haben philosophische Positionen. Losgelöst von einem persönlichen „Glauben“, und ohne Riten, Traditionen usw.

        1. avatar
          Michael Blume 19. September 2013 at 20:51 .

          Lieber @David,

          von keinem Ihrer drei Punkte sehe ich uns berührt – es wirkt auf mich eher, als wollten Sie der inhaltlichen Befassung mit der Evolutionsforschung via Grundsatzdebatten ausweichen.

          1. Auch Philosophie ist eine Wissenschaft. Aber deswegen ist nicht jede Wissenschaft Philosophie.
          2. Wer “verabsolutiert“ hier Empirie? Ich habe doch sogar Recht persönlich deutlich gemacht, dass es kein Problem ist, empirisch zu forschen und dennoch darüber hinaus z.B. an Sinn, Menschenrechte, Gott usw. zu glauben. Jeder ordentliche Kollege weiß, dass auch empirisches Forschen auf nicht-empirischen Annahmen beruht.
          3. Dass Befunde einer Wissenschaft falsch verstanden werden können ist kein Argument gegen die Forschung. Ob Gott eine Projektion ist oder umgekehrt die Evolution ein Entdeckungsprozess bleibt zu debattieren.

          Und wenn Sie eine bessere Definition von Religion haben – nur her damit! In der Evolutionsforschung ist jede Definition ein Werkzeug, das durch präzisere Alternativen ersetzt werden kann.

          Ihnen die besten Wünsche auch für einen angstfreien Umgang mit Evolutionsforschung! 🙂

          1. avatar
            david 19. September 2013 at 21:09 .

            Lieber Michael,

            1) Ob Philosophie eine „Wissenschaft“ ist, ist höchst umstritten, da es ein wissenschaftstheoretisches Problem ist „Wissenschaft“ zu definieren. 😀
            2) Ich freue mich das zu hören!
            Ich fand nur diese Abschnitt etwas unglücklich ausgedrückt und irreführend.
            „Wir wissen heute aus welchen Partikeln das Universum besteht, kennen das Higgs-Teilchen, sind uns sicher, dass der Mensch vom Affen abstammt. Warum glauben wir dann noch an Gott? Weil der Mensch dazu gemacht ist, sagen Evolutionsforscher wie Michael Blume “
            Es hört sich so an als ob empirische Forschung den Glauben an Gott obsolet macht. „Wir wissen so viel Details über die Natur, wieso glauben wir dann noch an etwas Überempirisches?“ Verzeihen sie mir das Missverständnis.
            3) Auch das freut mich zu hören. Schade, dass dies nicht klarer im Beitrag herausgestellt wurde.

            Ich habe keine bessere Definition von Religion, ich frage mich ob es überhaupt eine gibt, die angemessen ist. Vielleicht ist der Gegenstandsbereich auch viel zu widersprüchlich und uneinheitlich.

            Vielen Dank für die besten Wünsche! Ihr Wunsch hat sich aber schon erfüllt, bevor er entstehen konnte. 😀

  15. avatar
    Sven 18. September 2013 at 15:03 .

    Nicht Gott erschuf die Menschen, der Mensch erschuf die Götter. Warum? Weil er etwas brauchte, an das er glauben konnte, das ihm vermeintliche Gerechtigkeit wenigstens nach dem Leben zuteil lassen würde, wenn es im Leben selbst schon manchmal sehr ungerecht zugeht.

    Allein die ganzen Gräueltaten die im Laufe der Geschichte „im Namen Gottes“ begangen wurden, lassen für mich nur den Schluss zu, dass Gott
    a) nicht existiert
    oder
    b) einfach völlig bescheuert ist

    Denn NIEMAND der noch alle Sinne beisammen hat, würde es doch wohl zulassen, dass ein anderer in seinem Namen derartige Verbrechen begeht oder behauptet von demjenigen angestiftet worden zu sein.

    1. avatar
      david 18. September 2013 at 19:22 .

      Im ersten Abschnitt findet sich eine Behauptung, die nicht weiter begründet wird. Ich kann genauso gut *behaupten*: Wieso glauben viele Menschen heute nicht mehr an Gott? Weil ihnen vor der Vorstellung einer höchsten Autorität graute, haben sie Gott – quasi aus psychologischer Notwendigkeit – kollektiv verdrängt. Fällt was auf?

      Ferner folgt aus der Beobachtung, dass Menschen in Namen Gottes viel Mist verzapft haben erst mal gar nichts für Gottes Existenz. Es folgt nur daraus, dass unser Gottesbild korrigiert werden muss.

      1. avatar
        david 18. September 2013 at 19:34 .

        Ein Nachtrag: Unser Gottesbild muss korrigiert werden, wenn wir annehmen, dass er immer sofort eingreifen muss. Er lässt Leid, nicht nur dasjenige, welches von selbsternannten Anbetern verursacht wird, in einem größeren Maße zu als wir es uns vorstellen können.
        Man kann auch den Glauben an eine bessere Welt positiv sehen. Wenn es kein Nachleben gibt, dann haben für viele Menschen Hitler, Stalin und Pol Pot das letzte Wort gehabt. Das Universum ist dabei nicht einmal ungerecht – wir können am besten stoisch hinnehmen, dass letztlich kein Menschenleben objektiven Wert hat und wir und Recht und Gerechtigkeit nur – biologisch bedingt – eingebildet haben.

        1. avatar
          Florian 18. September 2013 at 19:50 .

          Da haben Sie es dem Strohmann aber gezeigt.
          Ihre Schwarz-/Weißmalerei argumentiert komplett an echten Atheistischen Weltanschauungen vorbei.

          1. avatar
            Michael Blume 18. September 2013 at 20:40 .

            Und ich finde es immer wieder spannend, dass die Evolutionsforschung zur Religion sowohl von sehr religiösen wie von entschieden atheistischen Kritikern unter Feuer genommen wird. Für beide extremeren Seiten scheint es schwer vorstellbar zu sein, Religion einfach so zu erforschen wie andere biokulturelle Veranlagungen (Sprache, Musik etc.) auch…

            Wir sind schon eine faszinierende Spezies. 🙂

          2. avatar
            Lothar Irrgang 18. September 2013 at 20:46 .

            Was bitte ist Ihre Defintion einer „biokulturelle Veranlagungen“?

            Religion ist ein kulturelles Produkt. Ein, wenn man so will, kognitives Artefakt, das sicherlich interessant zu studieren ist – wenn man Soziologe oder Ethnologe ist. Aber einen biologischen Hintergrund kann ich beim besten Willen immer noch nicht erkennen.

          3. avatar
            Michael Blume 18. September 2013 at 21:01 .

            Von biokulturellen Veranlagungen und Fähigkeiten sprechen wir dann, wenn sie biologisch veranlagt sind und kulturell ausgeprägt werden müssen.

            Klassische Beispiele sind Sprachen und Musik: Menschen haben die Anatomie, Gehirnregionen und zugrundeleliegenden Gene dafür, aber die Fähigkeiten können sich nur umfassender entwickeln, wenn sie kulturell früh gefördert werden. Nur dann stellen sich auch die evolutionären Effekte ein.

            (Ein besonders krasses Beispiel ist übrigens auch das Kochen, das dominant kulturell weitergegeben wird, aber unsere menschliche Biologie – Darm, Gehirn, Zähne etc. – tiefgreifend verändert hat!)

            Hier nochmal der Link zu „Homo religiosus“, einem Einführungstext in die Evolutionsforschung zur Religion:
            http://www.gehirn-und-geist.de/alias/religiositaet/homo-religiosus/982255

            Und hier ein Blogpost mit Schaubild zur biokulturellen Evolution bzw. Gen-Kultur-Koevolution genannt:
            http://www.scilogs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/fa-von-hayek/2009-11-22/biokulturelle-evolution

            Danke für Ihr wissenschaftliches Interesse!

          4. avatar
            david 19. September 2013 at 20:33 .

            @Florian
            Ich behaupte, dass es für die Opfer von Hitler und Pol Pot keine Gerechtigkeit geben wird, wenn es kein Leben nach dem Tod gibt. Ferner behaupte ich, dass aus dem Naturalismus ein Nihilismus bezüglich der Moral und der Werte folgt. Ich habe bei dieser Aussage überhaupt nicht einen anderen Schreiber dargestellt, sondern versucht einen Gedanken auszuführen. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Wen habe ich wo falsch dargestellt?

          5. avatar
            david 19. September 2013 at 20:41 .

            @Florian

            Meine Sie ich würde sagen, dass alle Atheisten quasi bitterböse Nihilisten wären? Das habe ich nicht gesagt. Mein Post hatte nicht den Anspruch zu zeigen, wie Atheisten ihr Leben führen. Ich habe persönlich privat gute Erfahrungen mit netten Atheisten gemacht.
            Die Behauptung ist eher, dass aus dem theoretischen Naturalismus der Nihilismus folgt.
            Richard Dawkins würde zustimmen: „The universe we observe has precisely the properties we should expect if there is, at bottom, no design, no purpose, no evil, no good, nothing but blind, pitiless indifference.“

            Man kann mir (und R. Dawkins :D) meines Erachtens vorwerfen, dass aus dem Naturalismus nicht die philosophische Position (NICHT Lebenseinstellung!) des Nihilismus führt. Denn nicht alle Atheisten würden dem zustimmen. Den Strohmann-Vorwurf kann ich nicht nachvollziehen.

  16. avatar
    Alex Anders 18. September 2013 at 12:55 .

    nur natürlich …- begann es ?

    Irgendwann früher war es, es blitzt und donnert
    Menschen fürchten, verstecken sich, verstehen nicht und suchen Ursachen
    Unheimlich und unerklärlich für sie brauchten sie einen Verursacher für die unverstandenen Dinge und der erste Gott wurde erfunden, er ist verantwortlich – wer sonst.
    “ Opfere mir ein Lamm, gebe mir Deine Dinge um Dich zu retten sprach er “
    Wer Gott ? … nein einer dieser ersten findigen Mensch – dieser Erfinder.
    Und sie gründeten Tempel und man erteilt Verbote erfanden die Sünde “ Du darfst nicht “

    “ Du hast noch eine Hand voll Korn versteckt gib es uns den Vertretern Deiner Götter “
    Das letzte Korn brauchte er doch zum Überleben – und er log das Nein – um mit “ ja ich habe gelogen “ zu beichten … und jene im Beichtstuhl wussten nun alles – warum nur … ?
    Gefangen die Masse der Menschen mit Ihren Gefühlen, Wünschen, Hoffnungen und – Bedürfnissen
    und damit das gesetzte und provoziert Ziel erreicht.
    Schuldgefühle – Schuldkomplexe wurden erweckt welche nach Sühne schreien.
    Natürlich gehört zur Zielsetzung ein weit geöffnetes vertrauenerweckendes Tor welches man durchschreitet um reuig Buße zu tun – und verkauft sich selbst, seine Gedanken seine Geheimnisse die Privatsphäre und begibt sich in die Gewalt derer, welche den Weg zur Macht kannten und ihn ohne zu zaudern beschritten
    Und mögen sich die Zielsetzer nun Kirche Staat nennen,ihrem MultiImperium sonstige
    Namen gegeben haben – Sie haben Ihr Ziel erreicht.
    Macht über jene, welche sie jetzt als Untertanen, Unterwürfige zu gebrauchen wissen.?

    Wir brauchen den Glauben zweifelsohne doch …
    den Glaube an uns selbst
    Sagte doch Jener vor langer Zeit ; “ Nicht ich habe Dir geholfen – Dein Glaube war es “
    war er aussergewöhnlich – doch ein Mensch …
    Die katholische Kirche – eine der reichsten Institutionen dieser Erde noch immer
    Priester Bischöfe und wie sie sich alle nennen in ihren furcht – oder freudeerregenden Märchenverkleidung
    ” beeindruckt sollt ihr sein ob unserer Größe und Macht “ gaukeln sie vor denn nur Menschen sind sie auch wenn sie Kutten tragen
    und kein Ende absehbar geschah es, geschieht es weiter sich verbreitend in der Heutzeit
    und vieles wird noch immer nicht verstanden
    Das ein Wesen existiert ausserhalb dieser Kirchen welchem man je nach Volksgruppe und
    Gesellschaft diverse Namen gab
    Gott – Allah und Hunderte mehr davon weil sie nicht verstanden.
    .. und wir verstehen heute noch nicht – was ? …
    Das Wesen welche alle nie verstanden
    Vereinigt alle Götter und gebt ihnen einen Namen, den der gemeint ist .. Natur – sein Name

    Abgelenkt jedoch durch die Nebengötter der neuen Art – Popstars – Politiker – Fußball –
    DieSchönen – Millionäre – abgelenkt durch Discos und sonstige Selnstbefriedigungsorte ..
    “ Geht zu diesen Orten habt Fun und amüsiert euch und denkt nicht das tun wir schon für euch –
    propagandieren sie diese Politiker, Institutionen und sonstige Machbesessenen … “

    Unwissend noch immer erkennen wir nicht – den Donner – den Schein – des Blitzes ?

  17. avatar
    Sina 18. September 2013 at 11:12 .

    Sabine,
    eigentlich wollte ich mich nicht einmischen, da Florian schon alles mE Wichtige und Richtige vorgetragen hat, aber du schreibst:
    „Seit 28 Jahren glaube ich an Jesus Christus und lebe bewusst mit ihm. Er hat mich von Essstörungen befreit und ich habe immer mehr inneren Frieden bekommen. Das ist so entlastend. Ihn zu kennen ist der größte Reichtum meines Lebens.“
    Wer oder was ist Jesus? Ein Gottessohn? Du meinst, daß die Ergebnisse der Genetik und Bedingungen der Fertilität auf ihn nicht anwendbar sind? Und was ist es genau, was dich entlastet? Du hast eine Art Liebesbeziehung zu ihm?

  18. avatar
    david 16. September 2013 at 22:17 .

    Der Beitrag suggeriert, dass Glaube an Gott nicht rational sein könne, da man heute ein besseres Verständnis der empirischen Wirklichkeit habe als in vergangenen Zeiten. Wie das eine aus dem anderen folgt ist rätselhaft.
    Naja, daher sei Glaube wohl etwas für das Gefühl – nicht rational begründbar. Wie kann man denn dann den Glauben erklären? Der Glaube ist quasi eine Krücke für die psychisch Schwachen! Er ist „nützlich“.
    Das ist eine Variante des religionskritischen Arguments von Feuerbach, welches auch von Sigmund Freud vertreten wurde. Freud hat den Szientismus vertreten, der naiv rationale Erkenntnis mit der Naturwissenschaft gleichsetzt. Das gleiche klingt in diesem Beitrag an. (vgl. Hinweis auf das Higgs-Teilchen)
    i) Glaube an Gott ist nicht naturwissenschaftlich zu beweisen
    ii) Was nicht naturwissenschaftlich zu beweisen ist, ist irrational
    iii) Daher ist Glaube irrational
    iv) Wenn sich keine rationale Erklärung finden kann, müssen wir dennoch den Glauben als Phänomen erklären, welches prima facie nicht plausibel ist, wenn es Gott nicht gibt.
    v) Der Glaube ist nützlich, angenehm -> psychologische Notwendigkeit.

    Zu i) Richtig! Gott ist nicht empirisch zu erfassen, da er der Ursprung der Natur ist. Er transzendiert sie.
    zu ii) diese Aussage ist selbst nicht empirisch zu beweisen; ferner fußt die NW auf vielen philosophischen Annahmen. Rationalität erschöpft sich keineswegs mit der NW.
    zu iii) Also folgt daraus nicht, dass Glaube irrational ist oder man keine Argumente für diesen finden könnte.
    zu iv) Diese Argumente sind oft (da sie oft isoliert vorgetragen werden) eine versteckte petitio principii, insofern sie voraussetzen, dass der Atheismus wahr ist.
    zu v) Das ist durchaus plausibel, wenn es Gott nicht gibt. Derartige Argumente sind Harmonisierungen (!) mit einem naturalistischen Weltbild. Allerdings sollte dies nicht als Beweis oder Erkenntnis vorgetragen werden. Vielmehr könnte man formulieren: Wenn meine philosophischen Annahmen zutreffen, dann könnte/müsste man die Tatsache des Glaubens so erklären.

    Mir ist bewusst, dass der Beitrag etwas vorsichtiger als Feuerbach ist. Ich habe aber die Sichtweise kritisiert, die er letztlich im „schlimmsten Fall“ nahezulegen scheint.

    1. avatar
      Michael Blume 17. September 2013 at 22:04 .

      Lieber @David,

      zumindest aus meiner Sicht kann ich sagen, dass es eher anders herum ist: Ich halte die Verabsolutierung des Rationalismus für eine ideologische Engführung, die gerade auch aus evolutionärer Sicht gar keinen Sinn macht.

      Ja, Religion ist auch irrational. Das sind die Liebe, die Musik, die Kunst und die (glückliche) Familie auch! Wenn wir Rationalität als einziges Güte- und Wahrheitssiegel anerkennen, landen wir in einer tristen, ja bedrohlichen Weltsicht.

      1. avatar
        Lothar Irrgang 18. September 2013 at 10:18 .

        Lieber Michael Blume,

        das ist aber sehr dünnes Eis, da mit Wahrheit zu argumentieren. Und es klingt danach, als würden Sie Rationalität auf reine Logik reduzieren. Oder auf Messbarkeit. Wobei Liebe durchaus messbar ist. Musik auch.

        Religion? ich weiss nicht. Musik zumindest, die Kunst im Allgemeinen ist zumindest für jeden Menschen erfahrbar. Wenn auch die Erfahrungen sehr unterschiedlich beschrieben werden – und vielleicht auch sind. Religiöse Erfahrungen mögen für den, der sie macht vielleicht real sein. Auswirkungen oder Ursachen dieser Erfahrung ausser dem Einfluss auf die Handlungsweise des Erfahrenden sind aber jenseits des Erfahrenden nicht feststellbar.
        Insofern kann man religiöse Erfahrungen von aussen betrachtet durchaus durch ihre Symptomatik in die Reihe der psychischen Erkrankungen einordnen. Sie ist der Schizophrenie wohl nicht unähnlich.
        Würde ich mit der Liebe das auch tun? In dem Moment wo der Liebende sich oder anderen damit schadet wohl auch.
        ich finde Ihren Verweis auf den Goodwin viel zu leicht herbeigeholt. Und das die Welt trist, wäre, wenn man sich auf das reale reduziert, mag ihre Einschätzung sein, ich kann sie aber nicht teilen. Allein ein Blick in den nächtlichen Sternenhimmel entlockt mir maßloses Staunen. Ganz ohne Religion.

        Viele Grüße
        Lothar Irrgang

    2. avatar
      Florian 17. September 2013 at 23:58 .

      Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach das nicht ausreichend zwischen dem Glauben, der Religion, und der Behauptung das es eine Übermenschliche Intelligenz gibt die einen Einfluss auf die Welt hat, unterschieden wird.

      Glaube: Menschen glauben. Ganz unterschiedliche Dinge aus unterschiedlichen Gründen. Es gibt Menschen die an einen Gott glauben, unabhängig davon ob sie einer Religion angehören.

      Religion: Menschen die halbwegs das gleiche über einen Gott glauben tun sich zusammen und nutzen das um einerseits Rituale auszuführen und Gemeinschaft zu finden, allerdings auch als Machtinstrument um eigene Vorstellungen durchzusetzen.
      Religionskritik, wenn richtig formuliert, kritisiert diese Machtstrukturen.

      Gott: Zu diesem gibt es so viele Vorstellungen wie gläubige, sowohl Glaube als auch Religion ist möglich ohne das dieser wirklich existiert. Menschen sprechen ihren Göttern gewisse Eigenschaften zu, falls diese Einfluss auf die Welt nehmen sind sie auch überprüfbar.

      Zur Irrationalität:
      Es gibt drei Möglichkeiten zur Gott Frage:
      1) Er existiert und hat Einfluss auf unsere Welt.
      Konkrete Behauptungen sind überprüfbar, wenn sich diese nach Überprüfung als nicht haltbar herausstellen ist ein weiteres Bestehen auf diesen Gott irrational. Oft ist auch bereits die Art und Weise wie das Wissen über die angeblichen Eigenschaften erlangt wird als irrational anzusehen. (Typischer Gott wie er z.B. laut Christentum existiert, keine der Behauptungen über Wirksamkeit von Gebeten oder Echtheit von sogenannten Wundern ist tragbar.)

      2) Er existiert, doch hat keinen Einfluss auf die Welt.
      Ein Gott wie er gerne von in Argumenten vorgehalten wird, auch wenn selbst an einen Gott der Version 1) geglaubt wird.
      Glauben an einen Gott ohne Einfluss ist irrational, da nicht unterscheidbar von…

      3) Einem Gott der nicht existiert.

      Noch als Anmerkung zum Atheismus:
      Atheismus ist nicht wahr oder falsch. Der Begriff „Atheist“ beschreibt eine Person die von keiner der vorgebrachten Göttergeschichten überzeugt ist und daher an keine dieser glaubt. Es geht darum das ein existierender Gott von einem nicht existierenden Gott unterscheidbar sein muss um Relevanz zu haben. Ob ein Gott existiert oder nicht bleibt dabei offen.

      1. avatar
        Michael Blume 18. September 2013 at 09:33 .

        @Florian

        Zustimmung, aber noch einen Schritt weiter: Glauben (Religiosität) bezieht sich ja nicht erst auf Gott, sondern schon auf weiterwirkende Ahnen, auf Geister, Außerirdische, (niedere) Gottheiten usw. Der Monotheismus ist laut Darwin die „höchste“, aber nicht die erste und keinesfalls die einzige Glaubensform.

      2. avatar
        Daniel Fink 18. September 2013 at 17:23 .

        Die von Ihnen gelisteten Unterscheidungen sind zwar wichtig… aber was für ein „Hauptproblem“ lösen Sie damit?
        Ich für meinen Teil denke das das Problem mit der institutionalisierten Religion erst durch den Glauben entsteht.
        Wer nicht bereit ist irrationales zu Glauben, auf den haben auch die Machtstrukturen der Kirche keinen Einfluss.
        Wann ist Religionskritik „richtig formuliert“? Ich finde kritikwürdig ist schon der Glaube an sich, die Wurzel allen übels, überspitzt ausgedrückt.

        1. avatar
          Florian 19. September 2013 at 10:43 .

          Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach das nicht gut genug differenziert wird. Es führt in meiner Erfahrung oft zu Argumentationen die kulturelles mit übernatürlichem vermischen und das eine als Argument für das andere verwenden.

          Ich denke auch das Glaube an sich kritikwürdig ist, doch ist das dann eben Glaubenskritik. Ich denke eine Differenzierung macht Sinn um das allgemeine Bewusstsein dafür zu erhöhen was logisch zusammen hängt und was nicht.

          In Diskussionen wie wir sie heute führen ist es schwer an die „Wurzel“ zu kommen, da oft angenommen wird das Kritik an Glauben gleichzeitig auch Kritik an Ethik, Gemeinschaft, Wohltätigkeit, etc ist. Dinge die generell, ob nun zu recht oder nicht, direkt mit Gott und Religion gedanklich verbunden sind.

          Gerade streng/fundamentalistisch Gläubige machen sich diese Vermengung von Themen zum Schutz.

  19. avatar
    Lothar Irrgang 13. September 2013 at 14:26 .

    Ich halte es da mit Micheal Shermer: Götter sind nicht mehr als das Produkt fehlerhafter Mustererkennung. Nämlich das vermeintliche Erkennen von angeblichen Mustern, wo keine sind. Sicher gibt es auch noch andere Begründungen die plausibel wären, nämlich: Gott als Schuldiger, wenn der Mensch vor seiner Eigenverantwortung flieht. Und so weiter.

    Im Kern als sind Götter das Resultat begrenzten Wissens oder begrenzter geistiger Fähigkeiten.

    1. avatar
      Michael Blume 13. September 2013 at 18:13 .

      Natürlich steht es jedem frei, weiterhin das Seine „zu meinen“ – Wissenschaft ist ja immer nur ein Angebot. Es mangelt ja auch nicht an Leuten, die die ganze Evolutionstheorie ablehnen oder ignorieren, um ihre religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen zu schützen.

      Wenn Sie aber für sich eine wissenschaftliche Haltung in Anspruch nehmen, dann lohnt es sich, Darwin folgend zu fragen und zu forschen: Aus welchen Gehirnfunktionen ging Religion hervor? Und wenn es nur ein kostspieliges Fehlprodukt wäre – wie wären dann seine evolutionäre Erhaltung damals und der höhere Kinderreichtum heute zu erklären? Wenn aber Religiosität doch adaptiv ist – wofür alle Daten sprechen -, was bedeutet das dann für unser Verständnis von Wissen, Erkennen und Glauben?

      Mir steht es nicht zu, Ihnen das wissenschaftliche Denken aufzuschwätzen. Ich kann nur und gerne herzlich dazu einladen – für den Verlust mancher (Vor-)Urteile werden wir durch neue Entdeckungen dabei mehr als entschädigt.

      1. avatar
        Florian 13. September 2013 at 18:38 .

        „…was bedeutet das dann für unser Verständnis von Wissen, Erkennen und Glauben?“

        Was bedeutet es dann Ihrer Meinung nach? Bisher haben sie zu diesem Thema noch keine Frage beantwortet und auch hier wieder nur eine Gegenfrage formuliert.
        Ich würde gerne wissen wie Sie einen logischen Zusammenhang zwischen Adaption und Übernatürlichem begründen.

        1. avatar
          Michael Blume 13. September 2013 at 18:46 .

          Ganz ehrlich, @Florian: Ich weiss es einfach noch nicht. Die Befunde sind ja noch ganz frisch, vieles hat sich in den letzten Jahren ja geradezu überschlagen und es fehlt nicht zuletzt am Abgleich der Erkenntnisse mit klaren Definitionen. So haben wir allein zum „Wissens“-Begriff in Barcelona eine internationale Tagung gehabt, ohne dass es schon zu klaren Ergebnissen gekommen wäre.

          Die o.g. Fragen sind daher ebenso ernst gemeint wie die Einladung zum Mit-Denken, ja Mit-Forschen. Die Evolutionsforschung zur Religion hat zwar in den letzten Jahren stark an Dynamik und Wahrnehmung gewonnen, steckt aber in mancherlei Hinsicht noch immer in den Kinderschuhen…

  20. avatar
    vera 12. September 2013 at 14:28 .

    Dass religiöse Gemeinschaften mehr Nachwuchs hervorbringen und somit längerfristig (über Jahrhunderte) existieren, finde ich ein doch recht aussagekräftiges Forschungsergebnis von Michael Blume.
    Karriereorientierte Menschen konzentrieren sich wohl oft nicht auf die Gesellschaft, sondern primär auf sich selbst. Egozentrismus führt aber auch dazu, die Welt sehr beschränkt wahrzunehmen. Natürlich hat dieses „Scheuklappendenken“ seine Vorteile – zumindest denken das wahrscheinlich die meisten beruflichen Überflieger: man kann Probleme sehr zielorientiert und schnell lösen, wenn man sich von anderen Dingen nicht ablenken lässt. Andererseits ist der Mensch aber auch keine Maschine … und irgendwann geht ihm oder ihr die Puste aus… spätestens dann, wenn im Beruf nicht mehr alles nach Plan läuft.
    In manchen Berufen benötigt man wiederum Kreativität und Neugierde (also nicht nur Künstler, sondern etwa auch Forscher/Entwickler brauchen diese). Wie ist das nun: Besteht ein Zusammenhang zwischen Kreativität und Religiosität? Sind kreativere und vielseitig interessiertere Menschen tendenziell religiöser? Oder kann man das so nicht sagen?
    Es gibt ja auch die Gruppe der Autisten… die ja Hervorragendes leisten können (auch in der Forschung).
    Wenn ich schon dabei bin: Wie sieht es mit der Religiosität von Autisten aus?
    Viele Grüße

    1. avatar
      Michael Blume 12. September 2013 at 15:18 .

      Vielen Dank, @Vera, für Rückmeldung und Interesse!

      Auch mit der Frage nach Autismus sind Sie auf der richtigen Spur: Tatsächlich zeigen Studien, dass Autisten (mit oft hoch effektiver rationaler, aber geschwächter sozialer Kognition) signifikant seltener religiös sind. (Und wenn, dann häufiger im Sinne eines logisch-abstrakten Gottesbildes wie wohl bei K. Gödel). Hier ein Blogpost mit Links dazu:
      http://www.scilogs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/sakularstudien/2012-06-01/autismus-und-atheismusforschung.-religion-zwischen-rationaler-und-sozialer-kognition

      Übrigens sind Männer viermal so häufig von Autismus betroffen wie Frauen – und Frauen weisen im Durchschnitt höhere Religiosität auf. Dies ist eines der starken Indizien für eine auch genetische Basis von Religiosität – und eine bislang sehr unterschätzte Bedeutung der Frauen in der Evolution des Menschen insgesamt und seines Glaubens im Besonderen. Dazu hier ein kostenfreier Artikel:
      http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/FrauEvolutionReligionBlume.pdf

      1. avatar
        vera 12. September 2013 at 21:41 .

        Hallo Herr Dr. Blume,

        leider konnte ich den ersten Link (der mich sogar noch mehr interessiert hätte) nicht abrufen (Sie wissen ja… Frauen und Technik 🙂 )
        Aber zu zweitgenanntem Aufsatz möchte ich doch noch etwas anfügen:
        Erst einmal finde ich es schlichtweg einen Wahnsinn, dass man in der Schule im Biounterricht nur von Darwin hört, aber nichts von Antoinette Brown Blackwell… gerade auch, weil mittlerweile mehr Mädchen ihr Abitur und Studium absolvieren als Jungen.

        Dann noch von zwei Zitaten in Ihrem Aufsatz:

        1. Der antike Dichter Strabo meinte: „Die Anführerinnen und Beispiele jeder Form von Aberglaube sind die Frauen. Sie reizen die Männer zu Anbetung und Opfergaben und zur Beachtung religiöser Tage.“
        Da muss ich an einen Schulfreund denken, der einmal meinte, dass Männer nur deshalb so ehrgeizig wären, weil sie die Frauen beeindrucken müssten und dass folglich die wirklich großen Werke und Erfindungen im Grunde nur wegen den Frauen entstanden wären.

        Und dann 2.: Natürlich das abschließendes Zitat von der schmunzelnden Charlotte Knobloch, die in der Synagoge nicht auf den Ehrenplätzen sitzen darf und nicht die religiös sichtbaren Ämter ausüben darf, weil sie eben eine Frau ist:
        „Die jüdische Tradition weiß: Die Frau, die ihre Pflicht erfüllt, die ist schon bei Gott. Es ist der Mann, der sich hier erst beweisen muss.“

        Mich stimmt das alles ein bisschen traurig. Offensichtlich hat dann doch Darwin Recht: Der Stärkere gewinnt… obwohl (oder vielleicht weil) er ein Trottel ist.
        Nur weil die Frau – also ich meine, diejenigen Frauen, die ihr Frausein wirklich noch leben und sich nicht aus berufstechnischen Gründen an die Männerwelt angepasst haben – keinerlei Ehrgeiz entwickelt, jemanden etwas beweisen zu müssen, ist unsere Welt so furchtbar gewalttätig bzw. testosterongeschwängert und folglich auch, nimmt man Ihre Beweisführungen ernst, gottlos.
        Das ist ein Teufelskreis.
        P.S.: Vielleicht könnten Sie mir noch einmal den ersten Link korrekt angeben? Das wäre sehr freundlich. Vielen Dank und beste Grüße

        1. avatar
          Michael Blume 12. September 2013 at 23:10 .

          Hallo @Vera,

          wow, Sie haben sich ja wirklich gleich richtig reingelesen! Vielen Dank!!! 🙂

          Bei mir tut der erste Link. Sonst können Sie das Thema finden, wenn Sie in der Suchmaschine „Autismus Atheismus scilogs“ eingeben.

          Ja, Antoinette Brown Blackwell bewundere ich auch sehr. Ich habe auch eine erste deutschsprachige Biografie über ihr spannendes Leben als bewusst günstiges eBook (1,99 €) vorgelegt. Theoretisch finden das fast alle gut – leider wird sie aber bislang kaum gelesen… Aber ich hoffe sehr, dass sich das einmal ändert und Frauen nicht nur in Gegenwart und Zukunft, sondern auch in der Geschichte mehr Wahrnehmung und Chancengleichheit finden.

          Generell wäre es aber sehr hilfreich, wenn sich noch viel mehr Frauen in der Evolutionsforschung einbringen würden – denn oft unbewusst herrscht noch immer eine sehr männer- und konkurrenzdominierte Lesart vor. Auch in der Wissenschaft gilt leider, dass allzu gleichförmige Gruppen dazu tendieren, bestimmte Aspekte zu betonen und andere auszublenden. Umso mehr bewundere ich Kolleginnen wie Jane Goodall, Sarah Blaffer Hrdy oder Joanne Roughgarden, die der Evolutionsforschung sehr viel bringen und noch mehr wissenschaftliche Wahrnehmung verdient hätten. Ich hoffe ja, auch meine Tochter weiterhin für die Wissenschaft begeistern zu können! 🙂

          1. avatar
            vera 13. September 2013 at 13:03 .

            Hallo Herr Dr. Blume,

            ja, so gings… aber sehr ausführlich war der Artikel ja nicht. Nun, für meine Zwecke reicht’s aber auch.
            Aber sagen Sie mal, wenn Sie schon Ihre Tochter für die Wissenschaft begeistern können (was Respekt verdient), dann schreiben Sie doch einmal ein Kinderbuch über die Evolution. Wenn Sie keinen Illustrator dafür finden, könnte sogar ich hierfür unentgeltlich Zeichnungen anfertigen 🙂

            Naja, nur so ein Gedanke…
            Beste Grüße und viel Erfolg weiterhin!

        2. avatar
          Michael Blume 13. September 2013 at 13:46 .

          Ja, @Vera, Blogpost können natürlich immer nur eine Einführung in ein Thema sein, idealerweise mit Verlinkungen zu den Originalquellen. 🙂

          Das mit dem Kinderbuch finde ich eine sehr feine Idee; als Grafikerin würden Sie aber selbstverständlich mit-bezahlt! 🙂

          1. avatar
            vera 13. September 2013 at 15:51 .

            Wissen Sie was, wen Sie keines schreiben – was sehr schade wäre-, dann mach‘ ich das eben selbst (inklusive Illustrationen). Da könnte man wirklich ein sehr anspruchsvolles und dekoratives Büchlein anfertigen und somit die Kinder schon auf Brown Blackwell und Co aufmerksam machen.
            Alles was ich benötigen würde, wäre verständliches Quellenmaterial: Also die Biographie von relevanten Forschern, die aktuellen Forschungsergebnisse und was es da sonst noch gibt und Kinder besonders anspricht (irgendetwas Skurriles vielleicht).
            Also, je länger ich mir das überlege, um so interessanter find‘ ich’s.
            Vielleicht kommen wir ja ins Geschäft 🙂 🙂
            Ihre Tochter könnte etwa das Endprodukt dann kritisch begutachten… sie ist ja offensichtlich eine kleine Expertin in Sachen Evolution.
            Überlegen Sie sich das Ganze mal ernsthaft! Man kann ja heute alles sehr gut übers Internet abwickeln!
            Viele Grüße

          2. avatar
            Michael Blume 13. September 2013 at 18:06 .

            @Vera, ja, mir gefällt die Idee auch immer besser! 🙂

            Mit dem sciebooks-Verlag, in dem auch eBooks und Papierbücher von mir erscheinen, ließe sich da ggf. reden.

            Wenn Sie sich ein paar Gedanken gemacht und Buchformate angeschaut haben, melden Sie sich doch bitte über das Kontaktformular meiner Homepage. Vielleicht wird ja wirklich etwas daraus – einen Versuch ist es wert! 🙂

          3. avatar
            vera 13. September 2013 at 20:41 .

            Hallo Herr Dr. Blume,
            ich will Ihnen ja keine Angst machen, aber mir selbst gefällt das alles auch immer besser und immerhin habe ich Kunsterziehung an der Uni im Nebenfach belegt – und war ziemlich gut darin… und besonders in dem Teilbereich der Illustration. Also ich melde mich sicher! Das ist echt eine grandiose Option, um junge Menschen mehr für die Evolution /und besonders die sozialen Aspekte der Evolution interessieren zu können (vielleicht könnten Sie zudem Gott auch noch in Ihrem Text berücksichtigen). Gerade auch Mädchen sollte man ansprechen!!!! (Sie müssten halt den Text schreiben… vielleicht 5- 10 Seiten lang?) Wenn das klappen sollte, wäre das phänomenal und wir müssten den Erlös unbedingt an eine Hilfsorganisation spenden!
            Das fände ich sehr sehr sehr gut!!!! Das ist echt super-cool!
            Viele Grüße auch an Ihre kleine Tochter! Wie heißt die Lady, die am Ende alles bestimmen wird, der eigentliche Chef des Projekts und die Person, der die Arbeit unbedingt gewidmet wird?
            Und wissen Sie was, ganz ehrlich wie ich bin, das ist keine Anmache – also Ihre Frau braucht keinerlei Angst zu haben-, das Projekt gefällt mit einfach so gut. Ich bin ein Kumpeltyp (ich habe nämlich lange Zeit überlegt Lehrerin zu werden und mir gefällt ein solches Projekt einfach im Prinzip supergut… ich mag Kinder gern und sehe darin schlicht und einfach unsere Zukunft!!!!! Also keine Scheu, packen wir’s an! Würde mich freuen!

          4. avatar
            vera 13. September 2013 at 21:25 .

            Cool, Sie haben ja sogar drei Kinder… habe das gerade im sciebooks-Verlag gelesen…. Dann müssten die das Büchlein alle durchgehen und Tipps geben. Das ist ja super schön!!!! Cooll!!!!!
            Da würde ich mich gleich dreimal so gut anstrengen! Süß!
            Viele liebe Grüße!!!!! 🙂 🙂 🙂

    2. avatar
      Florian 12. September 2013 at 15:26 .

      Herr Blumes Forschungsergebnisse haben sicherlich ihre Berechtigung. Es ist nachvollziehbar das Verhalten mit rituellem Character durch den relativ hohen Schutz vor Veränderung durchaus gut für einen kulturellen evolutionären Prozess geeignet ist, doch muss man hier beachten das Evolution als Prozess nicht zu einer Wahrheit oder einem vorherbestimmten Ziel führt, sondern lediglich zu für den Fortbestand einer Gruppe vorteilhaften Veränderungen. Daher ist dieses Ergebnis nicht geeignet um die Existenz eines Gottes zu bestimmen, sondern nur die Auswirkung von geordnetem, geregeltem verhalten auf eine Population.
      Dieses rituelle Verhalten wurde für einen Großteil unserer Geschichte als Rahmen der Gesetzgebung genutzt, mit Göttern als unsichtbarer Polizei. Das Gesetze und Aufrechterhaltung der zivilen Ordnung wichtig sind für eine Zivilisation (Sie ja schon fast definieren), ist auch kein Punkt an dem man viel Kontroverse erntet. Doch hat sich im Laufe der Entwicklung und weiteren Zivilisierung diese gesetzgebende Funktion auf säkulare Regierungsorgane verlagert, was wohl auch die meisten Menschen hier begrüßen.
      Die Idee das Religiosität notwendig wäre für das Fortbestehen unserer heutigen Zivilisation lässt sich deswegen denke ich nicht aus der Geschichte ableiten.

      Ihren weiterem Text kann ich leider nicht so richtig Folgen. Ich verstehe nicht wie sie die Verbindung zwischen Karriere, Leistungsorientierung und Religion/Gottesglaube, oder gar der Existenz eines solchen aufbauen. Das erscheint mir ein Thema zu sein bei dem sich die Meinungen nicht an der Grenze von Religionen trennen.

      1. avatar
        Michael Blume 12. September 2013 at 15:46 .

        @Florian

        Es stimmt, dass der säkulare Staat heute immer mehr Funktionen erfüllen kann, die früher religiös organisiert wurden: Von der Rechtspflege über die Gesundheitsversorgung bis zur Bildung. Schon bei Letzterer zeigt sich freilich, dass religiöse Träger – wie konfessionelle (Privat-)Schulen – auch aufgrund der höheren Motivation der Beteiligten im Wettbewerb sehr gut bestehen.

        Die Frage der „Notwendigkeit“ wird derzeit vor allem im Hinblick auf die Demografie diskutiert: Noch JEDE bekannte nicht(-mehr)religiöse Population brach bislang mangels Geburten (wieder) ein. Deutschland ist ja nur ein Beispiel für ein säkularisiertes Land, das sich nur noch durch (häufiger religiös geprägte) Zuwanderung über Wasser halten kann.

        Vielleicht kann sich das in Zukunft – etwa durch optimierte Kinderbetreuung – ändern, bislang jedoch noch nicht. Hier ein Interview mit dem humanistisch-nichtreligiösen diesseits-Magazin zum Thema:
        http://www.diesseits.de/schwerpunkt/demografie/1346450400/kinderflaute-bei-saekularen-uebernehmen-religioesen

        Danke für Ihr bereits sehr informiertes und durchdachtes Interesse!

  21. avatar
    Florian 12. September 2013 at 13:24 .

    Der Beitrag ist schön gemacht für das was er ist, doch habe ich mit dieser hier genutzten Betrachtungsweise grundsätzlich ein Problem.
    Ich denke um näher an den Kern des „Problems“ zu kommen muss man noch einen Schritt weiter gehen und versuchen das Gott Konzept erst einmal komplett außen vor zu lassen.

    Ich weiß das das nicht einfach ist, doch stellen wir uns für einen Moment vor wir hätten in unserem Leben noch nie etwas von einer höheren Kraft gehört und die Idee so einer Kraft Ereignisse zuzuschreiben ist uns fremd. Wir sind auf einer abgeschotteten Insel und wissen nichts von fremden Kulturen, von Christen, Muslimen und Buddhisten (oder den vielen anderen, die ich nicht alle aufzählen kann).

    In dieser Ausgangslage gibt es Dinge die wir aus der Natur lernen können wie z.B. Gravitation, Optik, Evolution (Typisch klassische Physik). Aber auch unvorstellbar (im wahrsten Sinne des Wortes) exotische Dinge wie das uns sehr fremd wirkende Verhalten von Quantenphysikalische Vorgängen. Unglaublich komplexe und für normale Menschen ungewöhnliche Konzepte.
    Unter diesen Voraussetzungen, wo finden sich die positiven Beweise (wie es das Fallen von Gegenständen zum Erdmittelpunkt für die Gravitation ist) für das einwirken einer göttlichen Kraft?
    Ich denke es ist sehr schwierig ohne den Verweis auf kulturelle Einflüsse und eine gewisse Grundannahme das ein Gott ein mögliches Konzept ist, rein aus den Fakten und Beobachtung der realen Welt zu dieser Schlussfolgerung zu kommen. Ich habe jedenfalls bisher noch keinen in dieser Weise belastbaren Beweis finden können, oder vorgestellt bekommen.

    Das lässt natürlich Philosophischen Spielraum, doch muss man ganz klar sagen das selbst wenn es etwas geben sollte was auf die Beschreibung eines Gottes im weitesten Sinne passt (Auch wenn wie gesagt bisher nichts dafür spricht, viel dagegen) ist das kulturelle Konzept das wir meinen wenn wir von „Gott“ sprechen eben nur das, ein Konzept. Daher ist auf die Frage „Erschaffen wir uns Gott im Kopf?“ ein klares „Ja“ zu antworten.

    Ich denke es wird zu oft nicht unterschieden zwischen Konzept, Wunschdenken, Nutzen (Was im Beitrag auch angesprochen wurde) und Beweisen. Zu oft entsteht dadurch bei Menschen der Eindruck das Nutzen eines Konzeptes als Beweis für Existenz herangezogen werden kann, oder der Wunsch das es etwas gibt dadurch wahrscheinlicher in Erfüllung geht das es ein etabliertes Konzept gibt was sich mit dem Wunsch deckt.

    Mir liegt nichts daran Menschen Glauben zu nehmen oder gar Hoffnung (Wobei ich gerne deutlich mache das Hoffnung natürlich auch ohne Glaube funktioniert), doch ich möchte das der öffentliche Diskurs ehrlicher und differenzierter geführt wird und dem Thema möglichst sachlich begegnet wird. Ohne verschiedene Bereiche des sozialen Miteinanders an „Gott“ zu binden und so zu tun als würde das Überleben einer Gesellschaft oder Soziales Engagement daran hängen das diese über die Autorität eines übernatürlichen Dritten laufen.

    Für nähere Erläuterungen, Nachfragen und Diskussion stehe ich gerne zur Verfügung.

    1. avatar
      Michael Blume 12. September 2013 at 15:11 .

      @Florian

      Tatsächlich ging schon Charles Darwin davon aus, dass die spontane, intuitive Religiosität unserer Vorfahren nicht bei „Gott“ begonnen habe, sondern sehr viel einfacher bei Ahnen-, mensch- und tierförmigen Geistern. Sowohl die archäologischen wie ethnolgischen und heutigen Befunde deuten tatsächlich in diese Richtung.

      So sind beispielsweise Vorstellungen von Engeln – geflügelte Begleiter der Menschen – sehr viel älter und eingängiger als abstrakte Gottesvorstellungen. Deswegen bekunden heute auch viele Menschen den „intuitiven“ Glauben an Engel – selbst wenn sie mit der Vorstellung eines höchsten Gottes nichts (mehr) anfangen können.

      Wie es Darwin selbst formulierte: „Die Idee eines universellen und wohlwollenden Schöpfers des Weltalls scheint im Geiste des Menschen nicht eher zu entstehen, als bis er sich durch lange fortgesetzte Kultur emporgearbeitet hat.“ Genau von diesem historischen Prozess berichten u.a. auch Bibel und Koran, etwa in der Auseinandersetzung Abrahams mit dem umgebenden Alltags-Polytheismus.

      1. avatar
        Florian 12. September 2013 at 15:39 .

        Dazu hätte ich einige Fragen:
        Welche Folgerungen ziehen sie für Ihren eigenen Glauben aus diesem Prozess der Veränderung?
        Ich weiß das sie auch im inter-Religiösen Dialog aktiv sind, in Angesicht all dieser Einflüsse, wie hat dies Ihre Gottesvorstellung verändert und wie würden sie Ihren Gott heute einem außenstehenden vermitteln?
        Welchen Stellenwert schreiben sie der Religiösen Praxis, des Rituals und der Gemeinschaft zu, welchen Stellenwert der Wahrheit ihres Glaubens?

        1. avatar
          Michael Blume 12. September 2013 at 16:09 .

          Knapp gesagt habe ich durch die Wissenschaft und insbesondere die Evolutionsforschung gelernt, auch mich selbst und meinen Glauben stärker als Prozess zu begreifen – als kleiner Prozess, eingebettet in den unfassbar-universalen Gesamtprozess, sozusagen. Auch Aspekte, die ich früher eher gering schätzte (wie Rituale oder subjektive Erfahrungen) haben dadurch für mich neue Relevanz gewonnen.

          Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass ich aus einem konfessionslosen Elternhaus stamme und auch nicht getauft, konfirmiert etc. war. Entsprechend hatte ich nie das Gefühl, dass die Begegnung mit der Wissenschaft oder mit anderen Religionen und Weltanschauungen meinen Glauben bedrohen würde – vielmehr trat die Religion zu einem bereits wissenschaftlichen Weltbild hinzu.

  22. avatar
    Konni Kumpmann 11. September 2013 at 23:35 .

    Ich glaube an Gott, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
    Ich glaube, dass Gott der Schöpfer unserer Welt, einschließlich allem, auch dem uns noch Unbekannten, ist. Ich glaube aber nicht, dass dieses in 7 Tagen geschehen ist, zumindest nicht was wir darunter verstehen. Unsere Zeitrechnung ist da wohl nicht anzuwenden.
    Und ich meine, dass unsere Welt noch gar nicht fertig ist, sondern dass wir Menschen an der Schöpfung beteiligt sind. Die Evolutionsgeschichte ist noch nicht zu Ende.

    Lieben Gruß,
    Konni

    1. avatar
      Michael Blume 12. September 2013 at 15:21 .

      So ist es, @Konni: Schon weil die Evolution immer auch Neues (im Sinne von Vielfalt und neuen Emergenzen, Erfahrungen, Wahrnehmungen) hervorbringt, ist der Prozess „nach oben offen“. Wir dürfen da also individuell wie auch als Menschheit insgesamt neugierig und hoffnungsvoll sein… 🙂

  23. avatar
    Dietmar Hilsebein 11. September 2013 at 22:48 .

    „Woran glauben Sie?“
    Es gibt da einen Witz: wenn man zu Gott spricht, dann nennt man das Gebet. Wenn er antwortet, eine Psychose. Selten werden Menschen angetroffen, zu denen Gott spricht. Früher nahm man an, daß es Offenbarung sei. Heute ist es dem Menschen bewußt, daß es ein Selbstgespräch sein könnte. Vielleicht ein Austausch zwischen den Hirnhemisphären. Es ist wohl egal. Wir haben heute mehr Probleme mit dem „Bodenpersonal“ als mit Gott. Gott kann uns aufrichten, wenn wir am Boden sind und gleichzeitig in die Schranken weisen, wenn wir hochmütig zu werden in Gefahr sind. Eine Art Psychohygiene.

  24. avatar
    Michael Blume 11. September 2013 at 21:12 .

    Von mir erst einmal ein Kompliment für den gut gemachten Beitrag!

    Als jemand, der ja nun seit vielen Jahren in diesem Bereich forscht, schreibt und vorträgt, habe ich erlebt, dass die Auseinandersetzung mit der Evolutionsforschung die jeweilige gläubige oder nichtgläubige Haltung selten verändert – aber vertiefen. Das heißt: Auch (aufgeschlossene) Gläubige entwickeln ein tieferes Verständnis von Wissenschaft, und auch (aufgeschlossene) Nichtglaubende ein tieferes Verständnis von Religiosität.

    1. avatar
      Johannes 11. September 2013 at 22:37 .

      Ein paar Gedanken dazu…

      Unsere tägliche Erfahrung…
      …zeigt: Das Ich erkennt keine Zeit….

      Es kann sich beliebig in die Vergangenheit, zum Beispiel in die eigene Kindheit, hineindenken oder auch in eine virtuelle Zukunft…

      Das Ich altert auch nicht…

      Ich fühle mich im Prinzip immer gleich alt an. Nur der Spiegel und meine Umgebung signalisieren, dass ich älter werde und sich mein Aussehen entsprechend verändert…

      Die Zeit kommt also erst über die BEOBACHTUNG ins Spiel…

      Wir sind also Projektor und Zuschauer gleichzeitig…

      Wir erzeugen die Realität der Dinge, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten, zeitlos… und wir nehmen die Realität, die wir erzeugt haben, im Ordnungsschema von Raum und Zeit war…

      Unsere Realität existiert nur in unserer Wahrnehmung…

  25. avatar
    Sabine 11. September 2013 at 19:40 .

    Meiner Meinung nach ist Gott auf keinen Fall eine Kopfgeburt. Je länger ich die Natur um uns betrachte, unsere hochkomplizierten, fein abgestimmten Vorgänge in unserem Körper und unserer geistigen und seelischen Verarbeitung verstehe, desto weniger glaubwürdig ist für mich die Evolutionstheorie. Seit 28 Jahren glaube ich an Jesus Christus und lebe bewusst mit ihm. Er hat mich von Essstörungen befreit und ich habe immer mehr inneren Frieden bekommen. Das ist so entlastend. Ihn zu kennen ist der größte Reichtum meines Lebens.

  26. avatar
    Madame x 11. September 2013 at 19:20 .

    Yes, meine Worte. Klar ist Gott eine Kopfgeburt, spricht einfach viel mehr dafür. Früher wusste man das nicht besser aber heute brauchen wir ihn nicht mehr…zumindest nicht mehr mit ständig Ave-Maria beten, kein Sex vor der Ehe und so was. So als eine Art personifizierte innere Stimme von mir aus.

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