31 Kommentare

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    Ingrid Ullmann-Bammer 15. Juli 2014 at 21:07 .

    Nicht Glauben heisst Wissen. Es ist nicht einfach zu glauben, dass man weiss und dieses Wissen in Frage stellt. Jedoch es ist wird bestätigt.
    Es existiert eine unendliche geistige Macht und die Bezeichnung oder der Name ist ENERGIE. Geistige Energie. Diese Energie manifestiert sich im Schlaf rechts eines Menschen.
    Religionen verhindern den Weg zur Wahrheit da sie Macht und Geld suchen um Kriege zu führen. Indianer glaubten an einen grossen Geist und waren der Wahrheit am nächsten.

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    Chrissie 11. Dezember 2013 at 14:00 .

    Ich habe ein wenig Probleme mit dem Wort „glauben“. Wenn ich sage „ich glaube“, dann bedeutet das für mich, dass ich mir bezüglich eines Themas nicht sicher bin, ob meine Meinung die richtige ist. In anderen Zusammenhängen setze ich dieses Verb gar nicht ein. Ich vertrete meine Meinung, ich argumentiere, ich höre anderen Argumenten zu und ändere in Diskussionen auch mal meinen Standpunkt, wenn solche Argumente mich zu einer neuen Sichtweise führen. Ich bin nicht unfehlbar, kein Mensch ist das. Ich bin mir meiner Fehler bewusst und arbeite daran. Mir sind Menschen wichtig, die Umwelt ebenso, ich versuche nachhaltig zu leben und meine größte Freude ist es, anderen Menschen eine Freude zu machen. Ich halte es für unabdingbar, jedem Menschen mit dem höchsten Maß an Freundlichkeit und Respekt entgegen zu treten. Das bedeutet aber nicht, dass ich mir alles gefallen lasse. Wenn ich oder jemand anderer ungerecht behandelt wird, werde ich wütend und drücke dies auch aus. Kunst und Kultur sind des Weiteren für mich wichtige Inhalte meines Menschseins, ohne Kreatitvität wäre das leben mir öde. Und nicht zu vergessen Humor und Liebe, die Fähigkeiten, die den Menschen vom Tier unterscheiden.
    Das alles hat nichts mit Glauben zu tun, das ist meine Philosophie, die ich über die 49 Jahre meines bisherigen Lebens entwickelt habe. Und wenn ich eines Tages sterbe, habe ich entweder ein Werk hinterlassen, das mich überdauert oder ich bin eben weg. So wichtig bin ich nicht, dass ich ein Jenseits benötige.

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    Karl 3. Dezember 2013 at 22:10 .

    Ja ich meine schon, dass ein Unterschied zwischen dem „Glauben “ eines Wissenschaftlers und dem eines religiösen Menschen besteht: der Wissenschaftler hat Hypothesen (kann man vielleicht Glauben nennen), aber sein ganzes Tun und Trachten gilt der Frage, ob das sein kann und wenn ja, wie?(Wissenschaftstheoretisch können Hypothesen nur falsifiziert und nicht verifiziert werden!) Damit bietet die Wissenschaft natürlich keine absolute Gewissheit und das kann für manche Menschen emotional schwierig sein. Und es wird zwangsläufig zu schnelleren Veränderungen des Weltbildes kommen wie im religiösen Bereich. Aber genau da liegt das Problem fast aller Religionen: sie sind anfällig für Fundamentalismus (speziell die sogenannten „Hochreligionen“ – allesamt monotheistisch – mit dem einzig richtigen Gott). Hier sammeln sich auch die Menschen, die die Unsicherheit des Seins nicht ertragen ( bis zu der Haltung : und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein). Und wenn wir z. B. die Geschichte des Christentums betrachten, so ist diese Lebensangst zentrales Thema und es haben sich genügend schwer gestörte Menschen zu Führern dieser Religionen hochgearbeitet: das fängt an mit Apostel Saulus/Paulus (schwere manische Persönlichkeitsstörung – soweit die Überlieferungen ok sind), geht weiter mit „Kirchenvater“ Augustinus bis zu einer langen Reihe von Päpsten (ein Panoptikum der Psychiatrie). Atheismus ist sicher auch keine 100 % Hilfe gegen eine persönliche Instabilität (wenngleich der Entschluß auf das religiöse Korsett zu verzichten schon eine gewisse Stabilität andeutet.)
    Ein evolutionärer Humanismus (wie von der Giordano-Bruno-Stiftung gezeigt) hat jedenfalls bisher noch keine solchen Greuel wie die Religionen hervorgebracht, sondern im Gegenteil die Wissenschaft und der Humanismus haben in einem schweren Kampf (mit vielen Verlusten auf Seiten der Humanisten) das Christentum leidlich akzeptabel geschliffen.

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    Fred FRENZEL 2. Dezember 2013 at 18:28 .

    Als KONFESSIONSLOSER(*1944) glaube ich an den SPIRIT der HUMAN RIGHTS(*1948),der über den ATLANTIK nach rund 1/2 Jahr als GEIST das GRUNDGESETZ(*1949) schuf. Ich glaube,daß
    SÄUGLINGEN bei TAUFEN mentale GEWALT angetan wird: Den TÄUFERN können sie noch NICHT
    WIDERSPRECHEN;aber so ist leicht die jeweilige KIRCHENMITGLIEDSCHAFT INITIIERT!
    H.U.K. Ich habe gesprochen! (H.umor U.nglaube K.reativivität)

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      Streptopelia 2. Dezember 2013 at 04:53 .

      Die Frage ist nun, woher denn dieser Spirit der Human Rights, der Geist der das Grundgesetz schuf denn kommt? 1949 ist schon recht fortgeschritten in der langen Geschichte des Menschengeschlechts. Gab es davor kein Gesetz? Na wohl, wir wissen, dass es das gab. Und nicht nur eines. Es gab/gibt Buecher von Gesetzen, so viele, dass sie unmoeglich zu ueberschauen sind; und jedes einzelne ist von einem Geist geschaffen. Aber ja, das Grundgesetz ist ein ganz besonderes…und somit auch von einem ganz besonderen Geist geschaffen. Nicht 1949 jedoch, und auch nicht zur Zeit Mose, der auf Steintafeln ein ganz wunderbares Gesetz erhielt, sondern noch viel weiter zurueck – und zwar ganz an den Anfang unserer Zeit. Unsere eigene Geschichte beginnt mit einem Gesetz, einem einzigen, ganz einfachen Gesetz. Doch schon dieses zu halten waren wir nicht faehig…

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    Kathi 2. Dezember 2013 at 14:52 .

    @Matthias Krause
    wenn Du nicht alles weißt, alles wissen willst oder denkst, dass man alles wissen kann. Dann musst du doch glauben, oder etwa nicht? Zwar nicht an einen Gott und von mir aus an etwas, das aus Deiner Sicht auf logischen Argumenten aufbaut. Mir gefällt zum Beispiel die Aussage von Peter und Paul, der an das Aufgehoben im Universum glaubt (und dabei glaube ich ausdrücklich Atheist ist).

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      Matthias Krause 3. Dezember 2013 at 15:35 .

      Hi Kathi!

      Ich sehe nicht, wie aus dem Umstand, dass ich etwas nicht weiß, folgen soll, dass ich glauben müsse.

      Ich gebe mich damit zufrieden, dass ich bestimmte Dinge nicht weiß, oder dass bestimmte Fragen allgemein nicht (ggf. noch nicht) geklärt sind.

      Wenn umgekehrt etwas logisch folgt, dann handelt es sich dabei nicht um Glauben, sondern um Wissen. Deshalb lässt sich ja auch mit Sicherheit sagen, dass es zumindest keinen Gott geben kann, der zugleich allmächtig, allwissend und allgütig ist.

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    Matthias Krause 2. Dezember 2013 at 04:10 .

    Interessant, was Kathi da schreibt:

    >>So ein Blödsinn, was vor allem Matthias Krause da schreibst. “Glauben lehne ich ab”. Als ob man wirklich alles wissen könnte! Das zeigt, dass er keine Ahnung von Wissenschaft hat. Denn jeder Wissenschaftler gibt zumindest zu nicht alles zu wissen und bestimmte Annahmen einfach zu glauben. Dass hat dann nicht zwangsläufig was mit Gott zu tun – aber eben mit glauben.<<

    Ich hatte bei dem Interview großen Wert darauf gelegt, dass es nicht so aussieht, als ob ich der Ansicht sei
    a) alles zu wissen
    b) alles wissen zu wollen oder
    c) dass man alles wissen kann.

    Deshalb war ich doch etwas überrascht, dass gleich im ersten Kommentar Kathi mir genau das vorwirft.

    Ich vermute, sie bezieht sich auf meine Aussagen, Gläubige hätten argumentativ nichts zu bieten und der Glaube stehe im Widerspruch zur Realität.

    Um dies feststellen zu können, braucht es aber keine übernatürlichen Fähigkeiten, sondern nur ein wenig Logik. Es gibt keine überzeugenden Argumente für die Existenz Gottes. (Wer anderer Meinung ist, kann ja hier posten. Dann können wir ggf. noch einen Artikel über meinen Sinneswandel machen.) Das heißt nicht, dass es keinen irgendwie gearteten Gott geben könnte. Aber es bedeutet, dass es keinen Grund gibt, an einen zu glauben. Wenn es einen Gott gibt, dann ist er von einem nicht-existierenden Gott nicht zu unterscheiden. Folglich kann und sollte man sich diese Annahme sparen.

    Auch die Feststellung, dass der christliche Glaube im Widerspruch zur Realität steht, ist offensichtlich. Ein allmächtiger, allgütiger und allwissender Gott würde nicht so viel unverschuldetes Leid auf der Welt zulassen. Einen Gott, der zugleich allmächtig, allgütig und allwissend ist, ist nicht mit der Realität vereinbar. Deshalb KANN es ihn nicht geben. Das zu erkennen, bedeutet nicht, dass man sich selbst für allwissend hält.

    Verteidiger des christlichen Glaubens entgegen darauf oft, Gottes Wege seine eben „unerforschlich“. Das ist ein Taschenspielertrick, denn wenn sie „unerforschlich“ sind, dann verbieten sich eben auch Behauptungen, er sei gütig, insb. allgütig. Dann weiß man es eben nicht und kann keine Aussagen darüber machen.

    Die Behauptung, auch Wissenschaft gehe von unbewiesenen Voraussetzungen aus, übersieht, dass Wissenschaftler

    a) ihre Annahmen vernünftig begründen müssen,
    b) versuchen, mit so wenig Annahmen wie möglich auszukommen,
    c) ihre Annahmen überprüfen und nur überprüfbare Annahmen machen.

    Wissenschaft ist somit das genaue Gegenteil von Glauben, wo eine unbegründete Annahme die nächste gebiert und das Ganze dann durch weitere willkürliche Behauptungen à la „Gottes Wege sind unerforschlich“ unüberprüfbar gemacht wird.

    Die bisherigen Kommentare hier bestätigen genau das, was ich im Interview gesagt habe: Gläubige haben außer logischen Fehlleistungen und manipulativer Rhetorik argumentativ nichts vorzuweisen.

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    Gottmagus 1. Dezember 2013 at 19:42 .

    Gemäß unseren Christen, Jüngern eines Messias, der forderte, daß Kritiker ersäuft werden und sich aller Hand Barbarei ala „Tod den Ungläubigen!“, „Tod der Hexe!“, „Tod dem Homo!“ und „Versklavt die Weibchen der Ungläubigen!“ aus dem alten Testament auch für die Zunkunft wünscht, und dessen Apostel den Tod für Homos und Apostaten einfordern, entspricht der Glaube, obgleich Glaube im Deutschen einfach nur Glaube ist und damit sehr frei definierbar, dem englischen faith, religiöser Glaube. Und wenn man sie darauf hinweist, daß Glaube eben nicht religiös ist, immerhin glauben Menschen auch Gerechtigkeit, die keinen Kult hat, dann reagieren die ziemlich aggressiv. Der Gläubige ist einfach zu ignorant zu akzeptieren, daß Deutsch nicht Englisch ist und der deutsche Glaube eben nicht der englische faith, vielleicht ist der Christ auch nur zu faul das Adjektiv „religiöser“ zu verwenden, wer mit Widersprüchen wie „Ehre Vater und Mutter!“ und „Jage Vater und Mutter zum Teufel, denn ich Jesus bin gekommen um Kinder und Eltern einander an die Gurgel gehen zu lassen“ leben muß, hat einfach nicht mehr die Kapazitäten um seine Muttersprache zu beherrschen. Man kann Atheisten nun wirklich keinen Vorwurf machen, wenn sie es nicht riskieren wollen, von Christan verbal an einem Baukran aufgehängt zu werden, wenn sie denen in ihrer geistigen Überlegengeit erzählen, wie die deutsche Sprache funktioniert und was Worte bedeuten.

    @Kathi

    Ein Wissenschaftler glaubt nicht, er versucht seine Meinung zu beweisen, wenn er wissenschaftlich tätig ist. Auch atheistische Übermenschen sind nicht immer in der Lage immer die rechten Worte zu wählen,.

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      Christiane 1. Dezember 2013 at 23:44 .

      Lieber Gottmagus,

      danke für Deinen Kommentar. Du schreibst, Glaube muss nicht religiös sein. Man kann auch an die Gerechtigkeit glauben. Woran glaubst Du?

      Viele Grüße
      Christiane

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    Gottmagus 1. Dezember 2013 at 19:28 .

    @Hahaha

    Das ist ja aber putzig, wir missionieren also schlimmer als ihr Abrahamiden, aber sich doch, wir schicken gleich ein paar atheistische Helfer nach Afrika und folgen dem christlichen Vorbild und brüllen freudig „Laß dich bekehren, dann bekommst du auch etwas zu essen!“ oder „Laß dich bekehren, dann erzählen wir dir, welches deiner Kinder ein böser Schwarzmagier ist und wie du ihn die Magie mit ein paar Verätzungen austreibst!“ oder „Laß dich bekehren, dann gehen wir uns ein paar Homos schießen!“ oder „Laß dich bekehren, dann waschen wir dir das Hirn und treiben dir deine Individualität, Vernunft und Weisheit aus.“

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      Hahaha 2. Dezember 2013 at 23:51 .

      @Gottmagus

      zunächst – ich bin kein Abrahamid. Wie kommst Du darauf? Und missionieren bedeutet nicht nur Missionare nach Afrika zu schicken (was ich übrigens auch nicht gut finde). Missionieren kann schon bedeuten im Internet sehr aktiv zu sein und seine Meinung mit einer solchen Wut zu vertreten wie ich es auch aus Deinen Worten lese. Auch wenn ich selber eigentlich keiner Religion mehr zugehörig bin – es stimmt doch auch nicht dass Religionen Gehirnwäschen sind, Individualität, Vernunft und Weisheit austreiben? Selbstverständlich können religiöse Menschen vortrefflich denken! Das eine schließt das andere doch nicht aus? Warum bist du so auf Kriegsfuß mit allem religiösen?

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    666 1. Dezember 2013 at 14:40 .

    Ich glaube an gar nix, bin Nihilist und fühle mich ganz wohl damit. Denn Glauben fordert unterwerfung unter ein Weltbild, ich jedoch will einfach nur frei sein.

    D.h selbst wenn es Gott tatsächlich geben sollte wollte ich nicht daran glauben.

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      Streptopelia 1. Dezember 2013 at 04:30 .

      Du willst frei sein? Frei von was? Neben Selbstverstaendlichem, wie deinem Koerper, bist du v.a. ein Sklave deines Willens.
      Der christliche Glaube, die christliche Religion fuehren zu Freiheit.

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    LuLa 1. Dezember 2013 at 14:35 .

    Ich glaube auch, dass es gar keine Wissenschaft ohne Glaube geben kann. Alles stützt sich immer zuerst auf Annahmen, auf Thesen, die fast immer etwas von einer Blackbox haben. Mehr als die Welt zu beschreiben wie wir sie wahrnehmen, ist doch sowieso nicht drin.
    Und – Hand aufs Herz – wer will schon wirklich alles wissen…

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    Hahaha 1. Dezember 2013 at 12:13 .

    Aber das ist doch genau das, was mich an Atheisten oft ärgert. Sie tun so als seien sie etwas besseres, weil sie ja alles wissen. Dabei stützen sie ihr Leben genau wie andere auf innere Glaubenssätze, die ihr Leben bestimmen und die sie letztendlich nicht beweisen können. Sie externalisieren diese nur eben nicht an eine höhere Kraft, wie Menschen die an Gott glauben. Aber sie haben genau so wenig Ahnung was diese Welt wirklich im Kern zusammen hält, wie andere eben auch. Und im missionarischen Eifer sind sie manchmal nicht besser wie sehr religiöse Menschen. Aber es gibt ja unterschiedliche Facetten – Aussagen wie „Ich glaube an das Gute im Menschen“ finde ich wenigstens ehrlich.

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      CFM 1. Dezember 2013 at 21:47 .

      @ Hahaha

      Ich glaube 🙂 der Unterschied liegt auf der Hand:
      In dem Moment, in dem ich meine inneren Überzeugungen externalisiere und einem übergeordneten Wesen zuschreibe, passieren zwei Dinge: Erstens „kristallisieren“ sie sozusagen, es wird schwerer, sie zu verändern und kritisch zu hinterfragen – insbesondere, wenn hinter der Externalisierung die ganze Wucht religiöser Institutionen steht. Natürlich ändern sich auch Religionen, aber eben eher langsam… Zweitens: Da es sich ja nun um Überzeugungen mit „höheren Weihen“ handelt, ist der Schritt dazu, die betreffende Überzeugung als „allein selig machend“ auch anderen aufzuzwingen leider nicht weit. Es gibt natürlich auch politische Ideologien, die denselben Charakter haben.
      Atheisten, die glauben, alles zu wissen, mag es geben – sie würden mich auch ärgern – begegnet bin ich noch keinem, außer ein paar halbstarken Kommentatoren im Internet. Auch die meisten Gläubigen, die ich kenne, sind eher reflektiert. Grundsätzlich ist dem religiösen Glauben aber der Gedanke, „die Wahrheit“ zu vertreten eher inhärent als dem Atheismus als bloßer Verneinung der Existenzbehauptung einer „höherem Macht“.

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    Kathi 1. Dezember 2013 at 12:06 .

    So ein Blödsinn, was vor allem Matthias Krause da schreibst. „Glauben lehne ich ab“. Als ob man wirklich alles wissen könnte! Das zeigt, dass er keine Ahnung von Wissenschaft hat. Denn jeder Wissenschaftler gibt zumindest zu nicht alles zu wissen und bestimmte Annahmen einfach zu glauben. Dass hat dann nicht zwangsläufig was mit Gott zu tun – aber eben mit glauben.

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    CFM 1. Dezember 2013 at 10:40 .

    Ich finde die Eingangsfrage spannend, gerade auch als Atheistin, würde mir aber eine klarere Definition dessen wünschen, was hier unter „an etwas glauben“ verstanden wird:
    Der Glaube an „Übernatürliches“ (der sich etwa im obigen Beispiel der Glücksbringern u.a. ausdrückt) oder an „unbewiesene/ unbeweisbare/ gar widerlegte Tatsachenbehauptungen“? Ich denke, es ist klar, dass nicht jeder Atheist auch Rationalist ist. Und dass so mancher „Gläubige“ in ANDEREN Lebensbereichen durchaus Rationalist sein kann.
    Der „Glaube“ an eine spezifische Weltanschauung, im Sinne unhinterfragter Übernahme einer Ideologie? Ideologien gibt es viele, religiöse, religiös-politische, politische..? Ein Atheist ist nicht zwangsläufig generell ideologiekritisch. Und so mancher Gläubige kann ANDERE Ideologien sehr scharfsinnig dekonstruieren.
    „An etwas glauben“ im Sinne von Idealen, Werten u.a.m.?
    Oder wird „etwa glauben“ schlicht im Sinne der Relativierung einer Aussage verwendet („ich glaube, morgen wird das Wetter schön“ )?
    Im Sinne der letzten beiden Punkte „glaubt“ wohl jeder Mensch, aber ist es sinnvoll diese Formen des „Glaubens“ mit den ersten beiden in einer solchen Fragestellung zu vermischen?
    Ist dies nicht allzu oft eher ein Versuch, auf Basis der Polysemie des Glaubensbegriffes ein „tu quoque“-Argument zu errichten?

    1. avatar
      Christiane 1. Dezember 2013 at 15:12 .

      Liebe CFM,

      danke für Deine Gedanke. Eine Definition haben wir in diesem Artikel gewagt http://blog.br.de/woran-glauben/2013/09/05/wasistglaube/

      Wir leiten glauben vom mittelhochdeutschen g (e) louben ab, was so viel heißt wie vertraut machen. Glauben ist also ein Vertrauen in etwas und der Glaube im Singular verwendet das Vertrauen in das eine für uns übergeordnete Prinzip, das uns Sinn und Halt gibt. Mit anderen Worten: der innere Glaubenssatz, der unser Leben bestimmt und antreibt.

      Kannst Du damit etwas anfangen? Und woran glaubst Du?

      Viele Grüße
      Christiane

      1. avatar
        CFM 2. Dezember 2013 at 21:31 .

        Liebe Christiane,

        danke für Deine Antwort!

        „Glaube“ als Bezeichnung für „innere Überzeugungen“? Für das „Vertrauen“ in sinnstiftende Prinzipien? Das geht stark in Richtung meines Punktes 3, oder?

        Ehrlich gesagt finde ich es problematisch, ein Projekt wie das eure auf Basis einer Definition zu starten, die im allgemeinen Sprachgebrauch nur eine untergeordnete Rolle spielt. Missverständnisse sind da meines Erachtens vorprogrammiert – insbesondere als Atheist ist man es gewohnt, sich ständig entweder mit dem Vorwurf auseinandersetzen zu müssen, an „gar nichts zu glauben“ (kurz: es fehle einem an einem Wertefundament) oder „doch auch nur zu glauben“ (womit der Versuch unternommen wird, sozusagen einen erkenntnistheoretischen Gleichstand zwischen (religiösen) Glaubenssätzen und z.B. Aussagen der Naturwissenschaften herbeizureden).

        Ich möchte trotzdem versuchen, Deine Frage zu beantworten.
        Meine innersten Überzeugungen? Ich sehe mich selbst als jemand, der humanistische Werte vertritt, die m.E. auf den drei Säulen Evolution (moralische Intuitionen, Empathiefähigkeit), Sozialisation (deren gesellschaftliche Überprägung) und Reflexion (rationale Überlegungen zu ethischen Fragen) aufbauen. Deshalb „glaube“ ich auch, dass eine liberale, pluralistische Gesellschaftsordnung, eine demokratische Ordnung, die zugleich die Menschenrechte aller – auch der Minderheiten – schützt, die beste Form des menschlichen Zusammenlebens ist. Zugleich sehe ich mich als Rationalistin, die bzgl. Tatsachenbehauptungen immer erst einmal fragt: Wie wird diese Behauptung begründet? Gibt es dafür Belege? Kritisches Denken und Hinterfragen ist mir wichtig.
        Beides zusammen macht mich als Persönlichkeit – so hoffe ich – aus, beides möchte ich meiner kleinen Tochter gerne weitergeben.
        Atheistin bin ich, weil religiöse „Tatsachenbehauptungen“ der kritischen Hinterfragung m.E. nicht standhalten. Und religionskritisch „engagiere“ ich mich, weil die realweltlichen Konsequenzen des Glaubens an diese Behauptungen leider nicht selten mit meiner Vorstellung eines „menschlichen“ Miteinanders in Konflikt geraten.
        Mir ist allerdings bewusst, dass ich im Alltag leider nicht selten gegen meine eigenen Prinzipien handele – Vor-Urteile, irrationales Denken und Handeln.
        Sinn stiften, für Lebens-Motivation sorgen für mich aber letztlich Partnerschaft, Familie -v.a. meine Kleine, Freundschaften, politisches Engagement.

        Kannst Du damit etwas anfangen :-)?

        Ich bin mal gespannt, was euer Projekt so alles zu Tage fördert!

        Beste Grüße

        (ebenfalls) Christiane

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          Christiane 2. Dezember 2013 at 17:01 .

          Liebe Christiane ;),

          ja – ich glaube Punkt drei trifft es ganz gut – aber ich finde nicht, dass diese Definition im allgemeinen Sprachgebrauch eine untergeordnete Rolle spielt. Wie oft hört und liest man z.B. den Satz – du musst nur an Dich glauben! Oder: Ich glaube an das Gute im Menschen. Und Glauben kommt tatsächlich von Vertrauen oder vertraut sein und ich finde das passt eigentlich ganz gut.
          Dass Du Dir als Atheistin anhören musst, dass Du an nichts glaubst, ist eine andere Frage. Auf unserer Seite vertreten wir ja genau die entgegengesetzte These – jeder Mensch glaubt an etwas, jeder Mensch hat innere Überzeugungen und Werte. Und darüber lohnt es sich zu diskutieren.
          Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich verstanden habe was Deine innersten Überzeugungen sind. Deshalb frage ich nochmals nach: Glaubst Du, dass ein „menschliches“ Miteinander das wichtigste ist im Leben, dass dieses gegenseitige aufeinander achten dem Leben Sinn gibt – und deshalb ist Dir alles was dazu gehört auch sehr wichtig: Demokratie, Menschenrechte, Minderheitenrechte etc.?

          Habe ich das richtig erfasst? Es würde mich freuen, noch etwas genauer zu hören, was das für Dich konkret bedeutet. Wenn wir nun doch das Wort glauben verwenden (eben wie oben definiert) – wie sich dein Glaube, deine innere Überzeugung konkret in Deinem Leben äußert?

          Herzliche Grüße
          Christiane

          1. avatar
            CFM 13. Oktober 2013 at 10:02 .

            Ergänzung – sorry, lang:

            Ich bin immer noch der Ansicht, dass eure Verwendung des Glaubensbegriffes für Missverständnisse sorgt.

            Das beginnt schon im obigen Artikel, der Deine Definition zwar nennt, aber dann von vor allem von Atheisten berichtet, die irgendwie doch Charakteristika religiösen Glaubens zeigen.

            Nein, eigentlich beginnt es bei der Fragestellung.
            Denn, Hand auf’s Herz: Konkreten Lebensinn dürften die meisten „normalen (deutschen) religiös Gläubigen“ in fast denselben Dingen finden wie Agnostiker oder Atheisten, sie streben, zumindest wenn man den deutschen Feld-, Wald-und Wiesen-Gläubigen nimmt, ähnliche Ideale bzw. Werte an, schätzen Familie und Freunde (was ja auch Befragungen zeigen). Die Religion ist da oft nur ein add-on.

            Noch einen Schritt nach oben: Götter, Quanten, Wirtschaftswachstum, so euer Untertitel. Nur: Eines ist hier nicht wie die anderen – oder doch?
            Einerseits kann man die drei Schlagworte gleichsetzen, denn ihr fragt ja nach dem subjektiven Sinn, den Individuen in ihrem Leben sehen, nach individuellen Motivationen. Auf dieser Ebene ist ein Gottesbild nebst religiösen Vorstellungen aller Art natürlich ebenso als sozio-kognitives Konstrukt wirksam wie die Vorstellungen, die sich Menschen von wissenschaftlichen oder ökonomischen oder auch politischen Zusammenhängen machen.
            Andererseits existieren Wirtschaftswachstum und Quanten – bzw. das, auf was (manche :-)) Menschen mit diesen Begriffen referieren – eben auch empirisch belegbar, intersubjektiv nachvollziehbar (um nicht zu sagen objektiv) in der „Welt da draußen“.

            Ideale und Werte wiederum sind offensichtlich menschengemachte Vorstellungen, die außerhalb menschlichen Denkens und Handelns überhaupt keine Existenz besitzen.

            Götter hingegen sind nicht nur empirisch nicht belegt (manche sagen, nicht belegbar), sie erheben zugleich sozusagen per definitionem Anspruch auf eine „reale“ Existenz.

            An sie zu „glauben“ mag also auf sozio-kognitiver Ebene vergleichbar sein mit dem „Glauben“ an Ehe oder Wirtschaftswachstum, nicht aber wenn man eine übergeordnete Perspektive einnimmt. Aus atheistischer Perspektive ist es der Unterschied zwischen dem Vertrauen in „Reales“ und „Irreales“ bzw. zwischen dem Bewusstsein für die Subjektivität des Lebenssinns, dem Konstruktcharakter der „Geglaubten“, und dem Anspruch auf Objektivität desselben. Aus religiöser Perspektive ist es der Unterschied zwischen objektiver Sinnvorgabe und verfehlten Lebensentwürfen.

            Darin liegt auch der Unterschied begründet, was die realweltlichen Konsequenzen des Glaubens an diese Dinge angeht: Religiöser Glaube versteht sich – zumindest im Falle der bei uns verbreitesten Religionen – als auf eine objektive Wahrheit bezogen. Diese liefert einen „objektiven“ Lebenssinn, der letztlich für alle Menschen derselbe ist. Wer nicht glaubt, verfehlt diesen also. Wenn „Gott“ sagt, die Homo-Ehe ist falsch, dann ist sie auch für die falsch, die nicht an diesen Gott glauben. Es genügt nicht, sich selbst an dessen Regeln zu halten, man muss dafür sorgen, dass es ALLE tun. Wie schon geschrieben gleicht der religiöse Glaube darin politischen Ideologien.
            Pluralismus kann vor diesem Hintergrund immer nur pragmatisch begründet werden, echte Toleranz für Lebensentwürfe, die dem eigenen Glauben widersprechen, ist schwer vorstellbar. Die Toleranz-Grenzen nichtreligiöser Formen des „Glaubens“ in eurem Sinne hingegen liegen erst dort, wo das „Ausleben“ des subjektiven Lebenssinnes des einen die Freiheit anderer Menschen, IHREN Sinn auszuleben beeinträchtigt.

            Exemplarisch zum Thema Missverständnisse: Lies doch nur mal die Kommentare von Kathi und Hahaha. Kathi verwendet Glauben ganz offensichtlich in meinem vierten Sinn, im Gegensatz zu „Wissen“. Dies kollidiert mit den Interviewtexten, die darunter größtenteils religiösen Glauben verstehen. Und Hahaha stellt genau die „Gleichheit“ zwischen nichtreligiösen „inneren Überzeugungen“ und religiösen Vorstellungen her, die ich angesprochen hatte. Nach dem Motto: Alles nur „innere Überzeugungen“, also selbe Ebene.

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            Christiane 14. Oktober 2013 at 17:45 .

            Liebe CFM,

            das stimmt, der Begriff „Glaube“ wird von Menschen unterschiedlich verstanden und verwendet – nur glaube ich liegt das eher an einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft, die immer weniger gemeinsame Begriffe mehr hat. Und ich finde gerade deswegen lohnt es sich ja darüber zu sprechen – oder auch wie wir hier darüber zu diskutieren. Und weißt Du einen Begriff mit dem Christen, Muslime, Juden, Atheisten und Agnostiker gemeinsam diskutieren können – woran sie glauben, was ihnen Sinn und Halt gibt?

            Was ich sehr interessant finde, ist Deine Beobachtung: „Denn, Hand auf’s Herz: Konkreten Lebensinn dürften die meisten “normalen (deutschen) religiös Gläubigen” in fast denselben Dingen finden wie Agnostiker oder Atheisten, sie streben, zumindest wenn man den deutschen Feld-, Wald-und Wiesen-Gläubigen nimmt, ähnliche Ideale bzw. Werte an, schätzen Familie und Freunde „Worauf du nun (sage ich) dein Herz hängst und verlässest, das ist eigentlich dein Gott.“ Die Frage ist nun – glauben die Feld-, Wald- und Wiesen-Gläubigen nicht auch wirklich an etwas ganz Diesseitiges – wie die Freundschaft zum Beispiel? Kann man nicht auch an mehreres auf einmal glauben?
            Und was mich interessieren würdest: Welche konkreten Studien hast Du gelesen?

            Viele Grüße
            Christiane

          3. avatar
            CFM 15. Oktober 2013 at 21:14 .

            Liebe Christiane,

            „Und weißt Du einen Begriff mit dem Christen, Muslime, Juden, Atheisten und Agnostiker gemeinsam diskutieren können – woran sie glauben, was ihnen Sinn und Halt gibt?“

            Warum nicht einfach fragen, was ihnen Sinn und Halt gibt, was sie motiviert? Wenn man es an einem Schlagwort aufhängen muss, warum nicht „Sinn“?

            Gerade der Ausdruck „Glaube“ ist nicht nur besonders vieldeutig, sondern auch umstritten – ja umkämpft. Du schreibst, woran man sein Herz hängen würde, das sei eigentlich der jeweilige „Gott“. Aber auch diese Gleichsetzung ist nicht „unschuldig“.

            In der Religionsdebatte gehört es – interessanterweise – zum Standardrepertoire der religiösen Seite, Nichtgläubigen vorzuwerfen,

            – sie würden „auch nur glauben“
            – sie würden sich selbst/ Materielles/etc. vergotten/ vergötzen
            – Atheismus sei „auch nur eine Religion“
            etc.

            Ich finde das eher lustig, denn warum verwendet man einen Ausdruck, der auf einen selber zutrifft, offensichtlich in pejorativer Weise?

            Was dieser Sprachgebrauch verschleiert ist m.E., dass religiöser Glaube, das der „Gottesbegriff“, für viele religiöse Menschen eben sehr viel mehr bedeutet das etwas, das ihnen bloß subjektiv Sinn gibt oder an das sie ihr Herz hängen. Und dieses „mehr“ hat enorme Folgen. Ganz offen gesagt: Wäre religiöser Glaube wirklich nur eine individuelle Form der Sinnstiftung hätte ich keinerlei Problem damit…

            Was die Studien betrifft: Viele, und teils ist das länger her. Ich muss jetzt in mein Bett (meine Kleine weckt mich sicher wieder um 5 Uhr :-)), aber ich bemühe mich, in den nächsten Tagen ein paar Verweise zusammenzustellen, OK?

            Liebe Grüße

            Christiane

          4. avatar
            Christiane 15. Oktober 2013 at 23:32 .

            Liebe Christiane,

            sehr gerne. Und viele Grüße an Deine Tochter.

            Herzliche Grüße
            Christiane

          5. avatar
            CFM 3. Dezember 2013 at 07:23 .

            Liebe Christiane,

            ich bin nicht zu viel gekommen, nachdem ich nun auch noch erkrankt bin, habe aus dem Gedächtnis aber ein paar Quellen rekonstruieren können und so ein paar Links wiedergefunden:

            Ähnliche Werte und Ideale:

            http://fowid.de/fileadmin/datenarchiv/Religiositaet_und_Wichtigkeit_von_Wertorientierungen%2C%202002.pdf

            http://fowid.de/fileadmin/datenarchiv/Verhaltensbeurteilungen_Religionszugehoerigkeiten%2C%202000.pdf

            Lebensauffassungen:

            http://fowid.de/fileadmin/datenarchiv/Homogenitaet_von_Lebensauffassungen__2007.pdf

            Weltanschauung:

            http://fowid.de/fileadmin/datenarchiv/Weltanschauung_folgt_keiner_religioesen_Lehre_2002.pdf

            Auch interessant zum Thema Werte und Ideale:
            http://religionsmonitor.de/pdf/Religionsmonitor_Deutschland.pdf

            Zitat: „verläuft hier offenbar ein Graben zwi-
            schen der christlich bzw. säkular geprägten
            Mehrheitsbevölkerung auf der einen Seite,
            die hier „liberale“ Positionen einnimmt
            (eine Ausnahme bilden die Katholiken beim
            Schwangerschaftsabbruch), und der Bevölke-
            rungsgruppe mit muslimischem Hintergrund
            auf der anderen Seite“

            Zum Sinnthema eine (auch vergleichende) Studie:

            http://www.sinnforschung.org/wp-content/uploads/2011/07/Schnell_Keenan_Atheist_Meaningmaking.pdf

            Das ist insgesamt eine interessante Seite mit spannenden Links!

            Noch nicht veröffentlicht, aber vielleicht spannend für euch, v.a. das Fragenfeld „Existenzdeutungen“:

            http://www.risp-duisburg.de/index.php?article_id=140&clang=0&prj_id=70

            lg

            Christiane

          6. avatar
            CFM 3. Dezember 2013 at 21:17 .

            Liebe Christiane,

            wenn man zum Kern des Ganzen vorstösst hast Du wohl recht: Ja, menschliches Miteinander ist für mich das, was meinem Leben Sinn verleiht. Ich glaube aber nicht :-), dass das ein Alleinstellungsmerkmal ist.

            Menschliches Miteinander gibt es ja in vielerlei Form, auch für religiöse Menschen spielt der Gemeinschaftsaspekt „des Religiösen“, wenn man einschlägige Befragungen oder auch religionssoziologische/-psychologische Texte heranzieht, oft eine sehr große Rolle.

            Nach „innersten Überzeugungen“ gefragt, habe ich sozusagen eine „Reflektionsstufe“ darüber geantwortet. Letztlich geht es darum, was „gutes“ menschliches Miteinander ausmacht – was es für mich bedeutet, habe ich versucht zu beschreiben. Und hier scheiden sich die Geister. Denn so fern mir dies sein mag – für einen Taliban stellen seine Vorstellungen von Gesellschaft eben auch die „bestmögliche“ Form menschlichen Miteinanders dar.

            Du bittest mich, konkreter zu werden. Interessanterweise habe ich über den „Sinn“ meines Lebens in den Monaten seit der Geburt meiner Tochter verstärkt nachgedacht. Nie schien mir das Leben so viel Sinn zu ergeben wie jetzt..

            Insofern „lebe“ ich meine Überzeugungen, indem ich versuche, eine liebevolle Mutter zu sein. Ich möchte mein Kind zu einer empathiefähigen und kritischen Persönlichkeit heranziehen, sofern dies in meiner Macht steht. Ich lebe meine Überzeugungen, indem ich für die Menschen um mich herum da bin, ob es Familie oder Freunde sind – auch darin erfahre ich Sinn. Zugleich erfahre auch ich Liebe und Unterstützung, was mich trägt und glücklich macht. Und ich lebe meine Überzeugungen, indem ich mich engagiere – in humanistisch ausgerichteten Vereinen, in einer politischen Partei, also sozusagen den Kreis derer erweitere, für die ich versuche, da zu sein. Dabei treffe ich Gleichgesinnte, und ja, ich genieße das Gemeinschaftsgefühl – auch dies gibt mir Sinn.

            Wenn ich darüber so nachdenke, dann gibt es aber noch eine zweite Säule, die meinem Leben Sinn verleiht. Man könnte sie wohl am ehesten mit „Wissensdurst“ umschreiben: Der Wunsch zu verstehen, wie „die Welt funktioniert“, Zusammenhänge zu erkennen. Aus diesem Antrieb heraus bin ich (Sozial)-Wissenschaftlerin geworden, auch wenn ich inzwischen nicht mehr als solche arbeite (tja, die Realitäten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf), suche mich ständig weiter zu informieren, was mir sehr viel Freude bereitet. Diese Faszination bzgl. meiner Umwelt – ob Kosmologie, Biologie, Geologie, Geschichte oder Soziologie, Psychologie u.a.m. – ist mir sehr wichtig, sie mit anderen Menschen teilen zu können wunderbar. Hier liegt denke ich auch der Kern der Tatsache, dass mir kritisches Denken und Hinterfragen so wichtig ist. Und interessanterweise lag hier der Ausgangspunkt meiner Auseinandersetzung mit Religion: Es waren Kreationisten, die den Denk-Prozess angestossen haben, der mich schließlich zur Atheistin machte.

            Noch ein schönes Wochenende

            Christiane

        2. avatar
          Christiane 3. Dezember 2013 at 20:39 .

          Liebe Christiane,

          vielen Dank für deine vielen Studien. Sehr interessant. Arbeitest Du im wissenschaftlich in dem Bereich oder interessierst Du dich einfach nur so für das Thema? Wir freuen uns für unsere Dokumentation immer über Tipps in dieser Art – wir sollten also unbedingt in Kontakt bleiben. Ich melde mich via Email.

          Lg
          Christiane

          1. avatar
            CFM 4. Dezember 2013 at 20:48 .

            Liebe Christiane,

            wenn Du mich anmailen möchtest, schreib an die Adresse, die ich in DIESEM Kommentar nenne, die andere ist inaktiv, wenn auch existent. Ich bin immer lieber vorsichtig :-).
            Ich bin zwar ausgebildete Sozialwissenschaftlerin, diese Thematik interessiert mich aber ganz persönlich und privat. Die Gewohnheit, sich zu interessanten Themen erstmal die Datenlage bzw. einschlägige Studien anzusehen, kann man wohl nicht abstreifen..

            Sorry, dass ich erst jetzt antworte, Arbeit und Kind haben mich auf Trab gehalten.

            Alles Gute

            Christiane

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