34 Kommentare

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    aurora 30. September 2014 at 11:25 .

    Ich bin der absoluten Überzeugung, dass Spiritualität niemals krank oder unglücklich machen kann, wenn es eine echte, wahrhaftige Spiritualität ist. Wenn sie es tut, dann liegt ihr ein Fehler zugrunde. Der Großteil der spirituellen Menschen, die ich beobachte, sind solche, die ich „Pseudo-Spirituelle“ nenne. Sie sind auf einem Weg, der irgendwie mehr oder weniger verwirrt und verirrt ist und voll von Unwahrhaftigkeiten, falschen Überzeugungen, Ego-Strukturen- und Abhängigkeiten, usw…
    Die Studien, die hier genannt werden, sind etwas irreführend. Meist sind es Menschen, die in irgendeiner Weise Schwierigkeiten im Leben und mit sich selbst haben, die sich auf die Suche nach Lösungen und Hilfen begeben und dann so zur Spiritualität gelangen. Das habe ich oft beobachtet. D. h. diese Menschen sind nicht durch die Spiritualität unglücklich, krank oder sonst was geworden, sondern WAREN ES SCHON VORHER. Ein Mensch, der mit sich und seinem Leben glücklich ist, dem es gut geht usw. wird selten anfangen sich zur Spiritualität zu wenden, weil es keine dringende Not-wendigkeit gibt. Menschen, die aus einem glücklichen und gesunden Leben heraus aus dem inneren Bedürfnis nach mehr Tiefe , Bewusstheit oder Transzendenz sich mit Spiritualität beschäftigen, werden durch sie niemals unglücklich der krank werden! Das wäre wie ein Widerspruch in sich.

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      Julia R. 30. September 2014 at 11:52 .

      Ich halte es für äußerst fragwürdig zu unterscheiden, was ist richtige und was ist falsche Spiritualität. Woran will man das festmachen und wer mag sich anmaßen dies zu beurteilen?

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        Wanda 30. September 2014 at 17:47 .

        Julia 11:52
        – teile Deine Meinung: was sollen solche Kategorien (richtig und falsch) in Zusammenhang mit dem Begriff der Spiritualität ?
        Auch diese vielfach geäusserte Gleichsetzung von Spiritualität mit Religion: überflüssig wie ein Kropf und zudem absolut unzutreffend. Wenn schon, dann hat sie eher was mit philosophieren oder Kontemplation zu tun.
        Jeder Mensch der sich mit seiner eigenen begrenzten biologischen Existenz und der Welt die ihn umgibt beschäftigt (ich verweigere hier das Wort „auseinandersetzt“) und sich immer wieder Fragen stellt, ist spirituell tätig, ob er will oder nicht. Da gibt es weder richtig noch falsch. Und das ganz unabhängig von den Ergebnissen, wenn man denn überhaupt zu welchen gelangt…
        Grüsse

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          Julia R. 30. September 2014 at 18:23 .

          Wanda 17.47

          Du hast das, finde ich, sehr schön ausgedrückt!
          -Philosophisch tätig sein
          -sich beschäftigen, statt auseinandersetzen
          -Kontemplation
          -sich mit der biologischen Existenz beschäftigen
          -kein Richtig oder Falsch – egal welches Ergebnis

          Danke!

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          Wanda 30. September 2014 at 18:39 .

          – P.S. kann nicht anders: dieses nebulöse Drumherum als meist „geschäftliche Reaktion“ ist für mich dermassen unseriös und fast lächerlich (wenn’s nicht so traurig wäre), weil es menschliche Probleme ausnutzt, sich aber eben auch einem In-Trend anhängt. Allein diese Begriffe: Klangbeterin, Trance-Healerin, Jenseits-Medium, Aura-Coach, Wandler zwischen den Welten…
          Du liebe Güte, die amerikanischen Couch-Therapeuten lassen grüssen

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            Julia R. 30. September 2014 at 19:06 .

            Dieses Phänomen kannst Du auch in andere Bereiche übertragen, z.B. in die Medizin und da vor allem in die alternative Medizin. Da gibt es so Begriffe wie: Ausleiten, Entgiften, Entschlacken, Übersäuern, Blockaden lösen und und und. Keine einzige seriöse Studie belegt dies. Es gibt weder „Schlacken“ noch eine einzige übersäuerte Zelle in uns. Auch die Schulmedizin betreibt mitunter „rituelle Verstümmelung“. Da wird uns erzählt, wir brauchen Bandscheibenprothesen oder andere Rückenoperationen um unsere Schmerzen los zu werden. Da wird uns Hyaluronsäure ins Knie gespritzt, weil das angeblich den Knorpel regeneriert. Alles Leistungen, die uns als beste Medizin verkauft werden und doch meist nur dem Geldbeutel des Therapeuten helfen. Was viel Geld kostet, muss also gut und heilsam sein!? Wer viel leiden muss, den liebt Gott am meisten!? Ein Prinzip, welches beim Menschen gut funktioniert. Letztlich basiert all dies auf den Placebo Effekt, und den können wir aus meiner Sicht billiger haben. In dem wir eine gesunde Skepsis entwickeln, erwachsen werden und die Fülle der Möglichkeiten in uns selbst entdecken….

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            Herbert Turetschek 1. Oktober 2014 at 15:37 .

            Hallo Julia, hab immer gedacht, wir Sozialpädagogen, bin ja selbst einer, wir wursteln da drin rum und richten manchmal Schaden an, weil wir nur ein Halbwissen besitzen und uns in Therapie eigentlich gar nicht richtig auskennen – aber was die „Geisterheiler“, „Wunderheiler“ und selbsternannten „Gurus“ usw. machen, das ist noch tausendmal schlimmer finde ich und sowas gehört in die Kategorie „unseriöse Hilfen“!

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    Herbert Turetschek 18. Juni 2014 at 14:53 .

    Kann Spiritualität auch schädlich sein, vielleicht sogar krank machen? Ich glaube ja. „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“, wie Paracelsus sagte. Ich versuche immer das Richtige Maß zu finden und von nichts zu viel zu machen, mich in nichts hineinzusteigern und auch einmal den nötigen Abstand zu finden.

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      Herbert Turetschek 19. Juni 2014 at 08:09 .

      Ich habe gestern Paracelsus erwähnt und möchte heute noch einen Satz von Soschenizyn hinzufügen: „Jene Menschen haben immer ein schönes Gesicht, die im Einklang mit ihrem Gewissen leben.“ Wenn wir die Natur ausbeuten, Lebensmittel wegwerfen, nicht im Einklang mit der Natur leben, dann sind wir hässlich; schonen wir aber die Ressourcen, vermeiden Müll, sparen Energie, dann haben wir ein schönes Gesicht, egal was und wer wir sind.

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    Gaston 23. März 2014 at 18:51 .

    Ich hab‘ einen meiner Lieblingssätze zum Thema:
    „Der Mensch ist unheilbar religiös.“
    Sagenhaft, oder? Nicht Spiritualität macht krank, sondern unsere Weigerung, uns mit dieser letztlich unausweichlichen Richtung, in die das Leben sich bewegen will, einverstanden zu erklären. Unser Dagegen-Ankämpfen führt zum Konflikt mit unserer innersten Natur und macht krank. Spirituell sein heißt nichts anderes als Heilsein, im Frieden mit sich sein. Wäre das kein „gesundes“ Ziel? Zweifelt hier irgendwer ernsthaft an, dass eine friedliche Geisteshaltung der Gesundheit förderlich ist?

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    Anja 22. März 2014 at 09:00 .

    Super, dass Ihr Euch mit dem Thema beschäftigt!
    Ja, Spiritualität kann krank machen. Dann, wenn man sie nicht lebt!
    Spätestens am Ende seines Lebens wird der Mensch merken, dass ihm etwas Entscheidendes fehlt, wenn er die spirituelle Ebene seines Seins ausgeklammert hat. Die Seele ist die Ursubstanz, aus der alles Weitere hervorgeht, der göttliche Same, der Geist und Körper erst hervorbringt. Wer die Verbindung zur eigenen Seele nicht bewusst sucht, wird niemals das Glück erfahren, mit wahrhaft geöffnetem Herzen durch die Welt zu gehen.

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    elfe 21. März 2014 at 09:36 .

    Engelbildermalerin, transkonfessionelle Klangbeterin und eine Trance-Healerin mit BWL-Studium ;-), das kann doch nicht euer Ernst sein. Da kommt einem ja das kalte Grausen, oder seit ihr am Umsatz beteiligt?

    elfe

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      Redaktion 21. März 2014 at 09:44 .

      Liebe Elfe,

      wir wollten Euch verschiedene Positionen aufzeigen, spiritiuelle und nicht-spirituelle, diejenigen, die in ihrer Spirituatlität Halt finden und anderen helfen und denjenigen, der die Spiritualität kritisch sieht. Natürlich wollen wir diese Positionen mit Euch besprechen: kann Spiritualität krank machen oder gibt sie Kraft. Wie siehst Du das?

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

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    Julia 20. März 2014 at 15:11 .

    Ich finde es sehr schön, dass Bahar und Giannina Sicherheit in der Spiritualität gefunden haben. Mir fällt es allerdings schwer daran zu glauben, dass es ein Medium gibt oder dass mich Musik Gott näher bringt. Bahar und Giannina, habt ihr einen Tipp, wie ich an das glauben kann, was ihr tut? Oder hattet ihr ein Erlebnis, das Euch zu Eurer Spiritualität gebracht hat?

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    Jochen Blumenthal 20. März 2014 at 12:32 .

    Vielen, vielen Dank für diesen Artikel!

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    Frank G. 20. März 2014 at 11:48 .

    Ich glaube potentiell eher nicht. Es gibt wie überall Scharlatane. Was viel schlimmer ist, ist der Glaube an Profit und die Aufopferung der Menschen fuer bedrucktes Papier.

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