19 Kommentare

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    Erwin Scherer 27. Juni 2014 at 07:07 .

    ..och, „Mann“..diese Sendung ist rausgeworfenes Geld, mehr nicht.

    Monotheistische Religionen allein zur Diskussion zu stellen, oder dieser weit-entfernte-Hinduismus….. bei uns gibt es eine eigene Naturreligion. Der ganze Alltag ist noch voller Spuren davon, ob das die Namen der Wochentage oder kirchliche umgedeutete Feste des germanisch/keltischen Heidentums ist. Ob das die Kartenlegerin, das Horoskop oder die Handwerkerinnung ist, alles wurzelt darin. Und ihr versaut einem spirituell-interessierten Menschen dieses interessante Thema, in dem ihr euch auf das „Wie weit kann man den Bibel-Stuß verbiegen, ohne als Depp vor seinen Kindern zu stehen“ durchfragt. Wenn also nicht langsam diese Bibelwerberei hier aufhört, habt ihr mich hier gesehen!!!

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    Wolfram Fischer 17. Mai 2014 at 23:39 .

    Liebe Christiane,
    ich habe mich darüber gefreut, einige meiner Aussagen beim Typ 2 wiederzufinden. Das ist ok. Den „Gottesgeist“ sehe ich aber noch viel konkreter. Hierzu ein ganz simples Beispiel: Der elektrische Strom nimmt immer den Weg des geringsten Widerstandes (=Naturgesetz). Das heißt, dass ich mich beim Gewitter nicht im freien Feld bewegen darf. Wenn mich deshalb der Blitz erschlägt, habe ich „Gottes Wort“ missachtet. Dieses Gesetz hat nicht Georg Simon Ohm erfunden sondern eben dieser unbegreifliche Schöpfergeist.
    Herzliche Grüße
    Wolfram Fischer

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      Christiane 20. Mai 2014 at 09:56 .

      Lieber Wolfram,

      danke für Deine Konkretisierung Deines Glaubens. So kann jeder, der sich dafür interessiert hier in den Kommentaren nachlesen, was genau Du damit meinst.

      Herzliche Grüße
      Christiane

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    lilalisa 16. Mai 2014 at 09:52 .

    Das mit dem Glauben hab ich jetzt schon verstanden. Aber Spiritualität, Transzendenz? Für mich war das bisher immer an etwas überirdisches geknüpft.

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    Wolfram Fischer 15. Mai 2014 at 23:41 .

    Liebe Blogautorin Eva,
    wo bleiben in den Kategorien die Realisten? Sie erkennen einen Schöpfergeist, den sie zwar nicht begreifen aber dessen Geist sie in den „Wundern der Werke“ , in den Naturgesetzen erkennen. Zu ihnen spricht Gott über die erkenn- und erlernbaren Naturgesetze, die nicht nur rechnerische, sondern auch philosophische Aussagen enthalten. Die Realisten versuchen auch die Aussagen der Bibel in die heutige Zeit zu übersetzen (z.B. Werner Küstenmacher). Sie erkennen auch die von der Bibel und vom Glauben ausgehenden heilsamen Wirkungen an.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfram Fischer

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      Christiane 16. Mai 2014 at 00:30 .

      Lieber Wolfram,

      ich finde das, was du beschreibst klingt für mich nach einer Unterkategorie der „Spirituellen“. Spiritualität bedeutet zunächst ja einfach nur Geistigkeit oder inneres Leben. Der Religionswissenschaftler Michael von Brück definiert Spiritualität zum Beispiel als „bewusste Beschäftigung mit dem eigenen Bewusstsein“ (und natürlich einem Schöpfergeist darin). Ich hab Deinen Vorschlag mal oben in den Text eingebaut. Bist Du einverstanden?

      Herzliche Grüße
      Christiane

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    Agnes 15. Mai 2014 at 22:33 .

    Ist Indifferenz nicht vor allem eine Art Schutzschild, das jemand aufbaut, um sich nicht verwundbar zu machen, um nicht von anderen enttäuscht zu werden oder um sich den eigenen (Selbst-)Zweifeln nicht stellen zu müssen? Ein „existentiell Indifferenter“ wäre für mich jemand, der aufgrund von nicht verwundenen Enttäuschungen oder ungeklärten emotionalen Konflikten eine Distanz zwischen sich und der Welt bzw. zwischen sich und anderen Menschen schafft, so, als stünde er hinter einer Plexiglasscheibe, die jede emotionale Beteiligung am Leben unterbindet. Aber vielleicht weniger aus tatsächlicher Indifferenz, als aus Angst, sich abhängig zu machen bzw. sich einzugestehen, dass er als Mensch nicht autonom und selbstgenügsam, sondern auf andere angewiesen ist?

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      Christiane 16. Mai 2014 at 00:01 .

      Liebe Agnes,
      das hast Du sehr poetisch ausgedrückt – „als stünde er hinter einer Plexiglasscheibe, die jede emotionale Beteiligung am Leben unterbindet.“ Ich glaube so kann man sich das vorstellen. Fallen Dir konkrete Menschen ein, die so sind? Ich glaube Camus beschreibt in „Der Fremde“ so jemanden, oder?
      Und: Welchem Glaubenstyp würdest Du Dich zuordnen?

      Herzliche Grüße
      Christiane

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    elfe 15. Mai 2014 at 16:06 .

    „Sie haben keinen Sinn in ihrem Leben, nichts für das sie kämpfen oder brennen würden. Tatjana Schnell nennt sie daher die „existentiell Indifferenten“. Sie führen ein Leben ohne Tiefen – aber auch ohne Höhen. Haben sie sich von allem abgekapselt? Fremdeln sie mit allem um sich herum, den Freunden, der Arbeit, der Natur? Wie sind sie genau?“
    So ein Quatsch macht mich richtig ärgerlich. Ich kann für etwas brennen und kämpfen, ohne einen Gott, einer spirituellen Idee oder was auch immer.

    Warum, wieso, weshalb sollte mein Leben keine Höhen oder Tiefen haben, das ist doch Humbug, so etwas zu behaupten.
    Warum, weshalb, wieso sollte ich keine Freunde habe, keinen Spass an der Arbeit oder mich nicht an der Natur erfreuen können?

    Indifferent bin ich nur insofern, dass es mir wirklich egal ist, ob jemand an etwas glaubt. Er darf nur nicht so einen Unsinn schreiben.

    „Glaube als ein Vertrauen in ein sinnstiftendes Prinzip“ Da lügt man sich selbst in die Tasche. In dieser Definition, würde mich interessieren, wie denn dieser „Sinn“ aussehen könnte.

    elfe

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      Christiane 15. Mai 2014 at 16:32 .

      Lieber Elfe,

      aber warum muss denn Glaube unbedingt etwas mit Gott zu tun haben? Bei allem, was ich von Dir gelesen habe, glaube ich übrigens nicht, dass Du „existentiell indifferent“ bist.

      Viele Grüße
      Christiane

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        elfe 19. Mai 2014 at 12:31 .

        Hallo Christiane,

        Ich habe ja gar nicht geschrieben, dass es etwas mit einem Gott zutun haben muss.

        Außerdem habe ich mich selbst nicht in die Gruppe der Indifferenten gestellt. Aber ein spiritueller Atheist ist für mich so etwas wie ein Bratwurstveganer. Da fühle ich mich auch nicht aufgehoben.

        Wenn ich die verschiedenen Typisierungen noch einmal genau durchlese, beschleicht mich das Gefühl, dass Frau Schnell davon ausgeht, dass es einen speziellen Sinn geben muss ohne den alles keinen Sinn macht.
        Dieser Sinn, den jeder angeblich braucht ist mir aber zu individuell, als dass man das generalisieren sollte. Außerdem ist das Hilfskonstrukt „Religion“ eine gern akzeptierte Möglichkeit, sich bei der Sinnsuche unter die Arme greifen zu lassen.

        Mit einer Sinnsuche ist meiner Meinung nach jeder überfordert. Was erstens nicht heißt, dass man nicht suchen darf. Zweitens aber führt der Weg wohl immer auf eine spirituelle Ebene, die mir aber zu „hoch“ ist. Drittens hat wohl jeder, der seinen Sinn gefunden hat einen „Eigen“Sinn.

        Mit Sinn kann man gut und glücklich Leben, aber ohne Sinn geht das auch ganz gut.

        elfe

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          Christiane 20. Mai 2014 at 09:53 .

          Hi Elfe,

          ok – ich gebe zu, dass der Begriff „spiritueller Atheist“ andere Assoziationen erwecken kann, als von mir intendiert. Ich definiere Spiritualität inzwischen nach Michael von Brück als „bewusste Beschäftigung mit dem eigenen Bewusstsein“. Somit ist das etwas, das wir alle machen, wenn wir hier diskutieren und uns über den Glauben oder Unglauben Gedanken machen (Der Begriff kommt ja auch von Geist oder Geistigkeit).
          Mir ist aber durchaus bewusst, dass im allgemeinen Sprachgebrauch (und auch in der Wissenschaft) der Begriff Spiritualität auch sehr viel Anderes bedeutet. Er wird heute mit heilenden Einhörnern, Tarotkarten im Räucherstäbchennebel und Lichtkegeln, die gegen Krebs helfen sollen genau so in Verbindung gebracht wie mit mystischen Erfahrungen innerhalb einer Religion, anspruchsvollen Meditationspraktiken oder eben einer geistigen Beschäftigung. Somit müssen wir vielleicht tatsächlich einen anderen Begriff finden. Vielleicht kannst Du uns dabei helfen? Du scheinst Dich ja mit dem Thema sehr zu beschäftigen.

          Die dritte Gruppe steht für mich für alle Menschen, die nicht an Gott glauben, die aber viele Dinge im Leben haben, die ihnen wichtig sind. Dabei meine ich keine reine Bedürfnisbefriedigung im Sinne von essen, trinken, schlafen. Sondern auch übergeordnete Prinzipien, Überzeugungen, Ideen – wie eben zum Beispiel Gerechtigkeit, Freiheit, Liebe, Vernunft (und somit auch wissenschaftliches Denken). Etwas, wofür sie Eintreten, kämpfen (z.B. am Stammtisch oder in so einem Blog wie diesem). Das macht für mich den großen Unterschied zu den existentiell Indifferenten, denen eben – salopp gesagt – fast alles egal ist, außer ihr eigenes Wohl (aus welchen Gründen auch immer).

          Wie aber nennt man diese Gruppe? Die Diesseitigen? Hast Du eine Idee? Einfach nur Atheisten oder Agnostiker wäre zu wenig. Das sind die existentiell Indifferenten in der Regel ja auch.

          Zum Sinn: Nun ja, wieder die Frage wie definiert man Sinn? Wenn man eine solche Überzeugung hat, für die man beispielsweise auf diesem Blog eintritt (z.B. die Vernunft und ein Leben aufbauend auf wissenschaftlichem Denken und eben nicht Vertrauen in nicht überprüfbare Tatsachenbehauptungen) ist das nicht eine Form von Sinn, etwas nach dem man sein Leben ausrichtet?

          Viele Grüße
          Christiane

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    Rolf 15. Mai 2014 at 11:07 .

    Der/die Indifferente

    Ist die Frage nicht vielmehr ob diese Menschen kein Ziel haben auf das sie versuchen hin zu arbeiten-, leben-, wirken?
    Ich meine mich an eine DGB-Studie zu erinnern, in der die hälfte der Befragten auf die Frage nach der Bindung zum Arbeitsplatz und Arbeitgeber angegeben haben: Keine Bindung, kein Bezug.
    Trotzdem gehen diese Menschen Tag für Tag zur Arbeit. Sie „fremdeln“ mit dem Job und vielleicht auch mit den Art-und Leidensgenossen am Arbeitsplatz.
    Ich kann mir vorstellen, dass Indifferente Un-Gläubige das Ergebnis von erfolglosen Kämpfen und und fruchtlosem brennen sind. Frustriert, demotiviert und dann ein sich abfinden mit der Situation.
    Dem Gläubigen bleibt die Hoffnung.

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      Christiane 15. Mai 2014 at 14:39 .

      Lieber Rolf,
      das kann gut sein. Diesen Eindruck habe ich auch. Alternativ zum erfolglosen Kämpfen könnte auch einfach eine generelle Gedankenlosigkeit dazu kommen. Man hat sich mit dem Leben wie es ist abgefunden, kann ja eh nichts ändern und möchte auch nicht länger darüber nachdenken.

      Und doch muss ich zugeben, dass es mir schwer fällt konkrete Menschen zu treffen, die „indifferent“ sind. Das ist ja auch nicht etwas, das man sich auf die Stirn klebt, nicht wahr? Kennst Du jemanden, der so ist? Du könntest uns dabei sehr weiter helfen.

      Herzliche Grüße
      Christiane

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        Rolf 15. Mai 2014 at 19:40 .

        Hallo Christiane.

        Danke für Deine antwort. Ich sehe auch das die Gedankenlosigkeit und das Abfinden am Glauben kratzen, bzw. den „ungläubigen“ jede weitere Stellungnahme und initaitive an den bestehenden verhältnissen mindestens zweifeln lassen. Vielleicht sind die sichtbaren Indifferenten die, die versucht haben Suizid zu begehen? Aus dem Empfinden der Hilflosigkeit, Alleingelassen und ohne die Aussicht auf Besserung und auch ohne Glauben.

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          Christiane 16. Mai 2014 at 00:05 .

          Lieber Rolf,

          ich glaube man kann hier tatsächlich nochmals differenzieren in dieses Gefühl der Indifferenz, das nach Tatjana Schnell kein unzufriedenes Leben bedeuten muss. Und dann Menschen, die tatsächlich in einer Sinnkrise stecken. Letztere sind die, die dann tatsächlich suizidgefährdet sind. In Deutschland sind das aber gar nicht so viele. Nur etwa vier Prozent.

          Herzliche Grüße
          Christiane

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            Rolf 16. Mai 2014 at 12:03 .

            „Nur 4% “ ?

            Bei 80 Millionen Einwohnern sind die 4% auch 3,2 Millionen- da sollte man doch ein paar Indifferente zum Interview bereit sein. Ich denke auch nicht, dass die Indifferenten alle Unglücklich sind – dies würde die Pharmaindustrie wieder sehr glücklich machen in aussicht auf die Umsätze bei Stimmungsaufhellern.
            Des einen Freud- des anderen Leid.
            Viele erreicht eine Sinnekrise als „midlife“-Krise, wobei ich es nicht als Krise sehe wenn man um die Mitte seines Lebens einmal Innehalten und eine Bewertung abgeben will. Aber alle Christen sind aufgerufen zu helfen.
            1.Thessalonicher 5,14 ..Ermutigt die Ängstlichen. Helft den schwachen und habt Geduld mit allen.
            In einer anderen Übersetzung heisst es: Sprecht betrübten Seelen Trost zu.

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    lilalisa 15. Mai 2014 at 09:41 .

    Hm widersprechen sich nicht Atheismus und Spiritualität? Ich dachte immer Atheisten zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie nicht an Gott oder sowas glauben, dass sie mit Spiritualität und so was nichts anfangen können.

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