11 Kommentare

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    Herbert Turetschek 27. Juni 2014 at 13:28 .

    Danke für deine Freundschaft!

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    Julia R. 25. Mai 2014 at 13:24 .

    Lieber Markus,
    danke, das wünsche ich Dir/Euch auch! Kann Dir auch nur Recht geben!
    Dr. Viktor E. Frankl, ein österreichischer Arzt und Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie und Überlebender des KZ Kaufering und Türkheim (für mich einer der ganz Großen und ein echter Wegbegleiter) hat einmal einen Satz zitiert: „Durst ist ein Indiz für die Existenz von Wasser. Die Sehnsucht des Menschen nach Transzendenz ist auch ein Indiz für dessen Möglichkeit.“ Ja, wir Menschen suchen nach Sinn und vielleicht nach etwas göttlichem. Ich glaube nicht an Gott im religiösen Sinne, und würde mich schon gar nicht den menschengemachten Regeln einer Religion unterwerfen, aber ich würde mich eben auch nicht als Atheist bezeichnen, da ich gut und gerne diese Frag in meinem Leben offen lassen kann. Es ist mir sozusagen „wurscht“. Ich kann nur mein kleines Leben so gestalten, dass es für meine Wertvorstellung in Ordnung ist. Gott, oder eine höhere Instanz brauche ich dazu nicht. Jedenfalls ist dieses „göttliche“ sicher ganz anders, als wir kleinen Menschen uns das so vorstellen. Und das beruhigt mich ungemein 🙂

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    Julia R. 24. Mai 2014 at 22:32 .

    Danke Wanda,
    ganz Deiner Meinung. Der Absolutheitsanspruch und die Dogmatik sind das Problem. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich mich öffne, kann ich mich weiterentwickeln. Nur wenn ich zulasse, dass sich Meinungen und Überzeugungen in meinem Leben auch ändern dürfen, kann ich wachsen – erwachsen. Und Erwachsensein bedeutet für mich und mein Tun die Verantwortung zu übernehmen. Eine Absolutheit, wie es die Religion für sich beansprucht, die seit Jahrtausenden festhält, betreibt aus meiner Sicht „Abtreibung“, also verhindert menschliches Leben im Sinne von Lebendigkeit und freier Entfaltung.
    Ich habe dem Tod schon öfter ins Auge gesehen. Tatsächlich habe ich dabei erlebt, wie das Leben im Schnelldurchlauf sichtbar wird. Seine „Dinge“ geregelt zu haben ist ein sehr gutes Gefühl. Ich habe JETZT die Möglichkeit meinen „Nächsten“ zu lieben, ich habe JETZT die Möglichkeit menschlich und versöhnlich zu sein. Ich tue JETZT, was ich tue und stehe dazu. Dann kann ich die Frage nach Gott und dem Leben nach dem Tod getrost loslassen. Sie ist nicht wichtig. Denn ich habe im DIESSEITS zu einem „allgemeinen Weiterleben“ beigetragen.

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      Markus 25. Mai 2014 at 12:37 .

      Hallo Julia,

      Schön deine Zeilen zu lesen, ich wünsche mir dass es von Deiner Sorte immer mehr Menschen gibt, die denen ein Licht sind, die noch suchen.
      Religion ist per se eigentlich nichts schlechtes. Der Ursprung jeder Weltreligion ist immer ein sehr guter und möchte wohl die Sinnhaftigkeit eines Menschenlebens erklären und unser aller spirituelles Wachstum fördern. Leider sind im Laufe der Jahrtausende die Ziele – und das was in jeder Religion das gleiche ist nämlich die Liebe – durch die Menschen voller Angst ad absurdum geführt worden und es entstand diese Dogmatik, die wohl fast jeder Weltreligion zu eigen ist. Ich glaube fest daran, dass sich diese Dogmatik im Laufe der Zeit überholt und die Religionen wieder zu ihrem Ursprung als Gemeinschaft für unser aller Wohl zurückkehren werden!
      Ich wünsche Dir und Euch anderne einen schönen Sonntag voller Leben und Liebe

      Markus

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    Wanda 22. Mai 2014 at 17:34 .

    – kann nur bestätigen: ethisches und moralisches Verhalten ist nicht an irgendwelche Religion oder Gottglauben gebunden und noch weniger deren Monopol.
    Das wird hier bei diesen aussergewöhnlichen Schicksalen nur zu deutlich. Die dogmatischen Glaubensgemeinschaften mit ihren jeweiligen Ausschliesslichkeitsansprüchen sollten sich daran ein Beispiel nehmen:
    Menschlichkeit in ihrer besten Ausprägung…

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    Julia R. 21. Mai 2014 at 16:13 .

    Liebe Kathi,
    vielen Dank für Deine Worte! Vorweg schon mal, ich glaube nicht, dass ich etwas besonderes „leiste“! Auch ich muss mir meine Lebensfreude und Gelassenheit, trotz vieler Schicksalsschläge und Krankheit, immer wieder neu erarbeiten. Manchmal könnte ich gern verzweifeln. Was mir dann aber immer hilft und ich verinnerlicht habe, sind zwei Dinge: Zum Einen, eine tiefe Dankbarkeit! Ich mache mir bewusst wie gut ich es habe. Ein freies Land, zu Essen, ein Bett, keine Bedrohung von außen(dazu gehört auch die Religionsfreiheit, eine Diskussion wie hier ist nicht selbstverständlich!), einen Sozialstaat, der mich auffängt wenn nichts mehr geht. Ich lege meinen Fokus bewusst nicht auf das, was ich alles nicht mehr machen kann, sondern auf das, was noch möglich ist. Und das ist immer wieder erstaunlich viel. Zum Anderen, und da sind wir wieder beim Glaube, ein „erwachsenes“ Sorgen für mich selbst. Mir ist irgendwann klar geworden, dass es keinen Gott für gibt, der mein Leid lindert, mir die Schmerzen nimmt. Dass kein Jesus mir die Hand auflegt und mich heilt. Das kann ich nur selbst, oder wir Menschen füreinander. Im Bewusstsein, dass ich nur ein winziges Rad im Getriebe der Welt bin und in meiner Überzeugung keine „Erlösung“ im Sinne der Auferstehung für mein persönliches Leben stattfindet, muss ich mich nicht so wichtig nehmen. Und das macht mich wiederum frei.
    Ich bleibe beim Posten bewusst bei mir, weil ich meine persönliche Überzeugung nicht als „das Wahre“ hinstellen mag. Ob und an was jemand glaubt, ist allein seine persönliche Geschichte. Sich in der Verschiedenheit zu respektieren und hinzuhören was der andere glaubt, finde ich ganz wichtig.
    Liebe Katja, ich wünsche Dir die Gelassenheit im Kleinen! Freu Dich wenn’s gelingt und sei milde mir Dir, wenn’s mal nicht klappt 🙂
    LG Julia R.

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      Kathi 22. Mai 2014 at 17:12 .

      Nun, ich finde das ist schon eine Leistung. Bei vielen Menschen ist es doch oft anders herum. Eigentlich sind die äußeren Umstände bestens und es geht ihnen trotzdem schlecht. Positives Denken ist nicht immer leicht. Und eigentlich, so sagte man mir, würde das Christentum genau das versuchen. Den Menschen das positive Denken, die Hoffnung nahe bringen. Nur, bei funktioniert das leider nicht. Ich kann mich einfach nicht reindenken in dieses ganze komplizierte Zeugs von Christi Geburt und Auferstehung usw. Solche Symbole mögen vor 1000 Jahren passend gewesen sein, heute sagen sie mir nur Bahnhof. Deshalb freue ich mich, wenn jemand so schreibt wie Du. Das kann ich wenigstens verstehen.

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    kathi 21. Mai 2014 at 10:11 .

    Liebe Julia,

    ich bin ehrlich gesagt ein wenig hin und weg von dem was du da sagst und schreibst. Wie machst du das? Ich weiß es nicht, wie es ist so krank zu sein, aber ich finde es eine unglaubliche Leistung, dann einfach auf das zu vertrauen, das kommt und sich eben nicht in irgendwelche Vorstellungen zu retten, die dir dann letztendlich doch nicht gut tun. Weil sie, naja, weil sie irgendwie unselbstständig machen. Auch ich versuche so zu leben und merke, dass es mir bei viel kleineren Herausforderungen schon schwer fällt, dies zu tun. Da läuft etwas nicht gut im Job und ich versuche krampfhaft das irgendwie zu kontrollieren, dagegen anzukämpfen, anstatt einfach das Beste daraus zu machen. Deshalb: Chapeau!

    Kathi

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    Julia R. 21. Mai 2014 at 07:18 .

    Lieber Karl-Walter,
    danke für Deinen netten Kommentar! Wenn ich Dir etwas „Wärme ums Herz verbreiten kann“ tue ich das gern…. Ja, da bin ich Deiner Meinung, wobei ich auch sagen muss, dass gerade in einer Situation wie der meinen, der Glaube an Gott eine große Hilfe sein k a n n. Ich sage das deshalb, weil ich in meinem Leben ja schon mal SEHR gläubig war. Paradoxer weise, auch wenn ich heute nicht an Gott glaube und Religion mir fern liegt, sehne mich manchmal, wenn der Tod ans Fenster klopft, nach dieser Sicherheit. Aber ich glaube eben auch, dass diese Sehnsucht daran liegt, dass man sein Leben ungern loslässt und der Mensch den Gedanken an sein endgültiges Aus nur schwer ertragen kann. Deshalb meine ich auch, dass Religion eigentlich das Gegenteil dessen ist, was sie sein soll. Die Christen lehren uns von uns selbst weg zu treten, sich auf Gott auszurichten, Jesus nachzufolgen, Gutes zu tun, den Nächsten zu lieben. Ich erlebe gläubige Menschen aber sehr oft im ständigen Selbstzweifel: Bin ich ein guter Christ? Lebe ich in der Nachfolge Christi? Gefalle ich Gott? Und im Großen führt die Frage nach dem „richtigen Gott“ sogar zu Krieg und Vernichtung. So pflegt, denke ich, der Glaube oft den Narzissmus und macht unfrei.
    Letztlich wissen wir Menschen nichts, außer das was und sie Wissenschaft lehrt, und auch das hat oft nur kurz Bestand. Ich persönlich brauche die Frage nach Gott und ein Leben nach dem Tod nicht. Mir reicht die Fülle des Lebens im Hier und Jetzt. Was dann kommt, darf kommen, ich muss es nicht glauben und schon gar nicht wissen. Deshalb würde ich mich auch nicht als Atheist begreifen, denn für mich ist die Frage nach Gott ein weder noch…. Das erlebe ich als große Freiheit.
    Schön, dass wir hier diskutieren können! Ein großes Privileg und sehr bereichernd! Danke!
    Gruß Julia R.

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    Karl-Walter 20. Mai 2014 at 22:24 .

    Wenn man Julia in dem kurzen Film erlebt, wird einem richtig warm ums Herz. Das ist wirklich toll, wenn ein Mensch es schafft, so toll mit einem doch recht schweren Schicksal umzugehen. – Gratulation. Ja, ich glaube auch, dass Gott und die ganzen Geschichten um ihn ein Umweg und wenn man die Geschichte des Christentums betrachtet ein Irrweg sind. Ich hoffe, dass durch eine Diskussion wie diese immer mehr Menschen sehen können, in welch verrückte Dimensionen sich die Religionen verstiegen haben.

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