24 Kommentare

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    Frank Spade 3. August 2014 at 16:35 .

    Wer leidenssatt ist sollte sein Leben selber beenden dürfen. Die Sorge, dass dabei Missbrauch vorkommt ist nicht unberechtigt, sollte aber nicht zu einem Verbot, sondern zu Sorgfaltskriterien führen, die am Besten von Ärzten überprüft werden.

    Eine Methode, die diese Kriterien erfüllt, ohne mit bestehenden Rechtsnormen zu kollidieren, ist der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit. Wärend sie in Hospizen häufiger vorkommt, ist sie in der Öffentlichkeit mit Vorurteilen belastet bzw. wird komplett verschwiegen.

    Ihr großer Vorteil gegenüber anderen Methoden liegt in der Möglichkeit es sich relativ lange anders überlegen zu können bzw. durch konsequente Durchführung die Ernsthaftigkeit unter Beweis zu stellen.

    Für diese altehrwürdige Methode sein Leben/Leiden einmal selber zu beenden, habe ich ein Plädoyer auf YouTube gepostet: http://www.youtube.com/watch?v=QYhnl_VJM2w

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      Julia R. 3. August 2014 at 18:36 .

      Hallo Frank,
      habe mir Dein Video angesehen. Erst mal Respekt vor Deiner Haltung! Einiges kann ich persönlich sehr bejahen und bestätigen. Darf ich fragen ob Du einen medizinischen Hintergrund hast, oder in der Sterbebegleitung erfahren bist? Es könnte, so denke ich sein, dass einige Deiner Ausführungen in der Praxis ganz anders aussehen. Was, wenn unerträgliche Schmerzen kommen, wenn Dein Geisteszustand deinen „Plan“ nicht umsetzen lässt, wenn Ängste Dich quälen? Leider ist das Sterben in der Form wie Du es beschreibst, aus meiner Erfahrung sehr selten so möglich.
      Was mir ein ganz großes Anliegen ist: Schmerztherapie und ausreichende Medikation, um einen Zustand, den man nicht ertragen kann, so nicht aushalten zu müssen. Nicht jeder möchte langsam und bewusst sterben. Ich nicht! Ich mag vor allem nicht mehr leiden müssen. Solange man noch gesund ist, kann man sich eigentlich nicht vorstellen, wie es dann aussieht, wenn man wirklich in der Situation ist. Aus meiner Tätigkeit in der Medizin, aber auch aus meiner persönlichen Situation heraus, mag ich sagen, dass es ein Skandal ist, was in Sachen Schmerztherapie und Medikation abläuft. Wir haben heutzutage wunderbare Medikamente, die einen unerträglichen Zustand erträglich machen können, sie werden nur aus diversen Gründen nicht eingesetzt. Zu teuer, zu überwachungsintensiv, zu viel Planungsarbeit…. Bierbrauereien dürfen auf Sportveranstaltungen werben, Eltern dürfen sich vor ihren Kindern besaufen, Schwangeren verbietet man das Rauchen nicht, aber einem grausam leidenden, totkranken Menschen verweigert man eine hilfreiche Therapie, z.B. mit Cannabis aus irgendwelchen heuchlerischen Anti-Drogen-Gründen.
      Wir könnten uns durchaus mehr mit diesem Thema beschäftigen. Wir, die wir in Mitteleuropa leben, sollten alles tut was möglich ist, um Leid zu lindern. Denn wir haben die Möglichkeiten, die Zeit und das Geld… Ich würde mir wünschen, dass vor allem die NICHT religiöse Gesellschaft sich damit beschäftigt! Die Religion ist leider in dieser Angelegenheit oft sehr hinderlich. Und gerade da möchte ich an die appellieren, die sich anmaßen über die Moral eines totkranken, der nicht mehr leben will, zu urteilen! Gesund, satt und ohne Schmerzen lässt es sich prima von der Kanzel predigen…..

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        Herbert Turetschek 3. August 2014 at 19:50 .

        So unterschiedlich können Wünsche sein: Mein Vater wünschte sich, in vollem Bewusstsein zu sterben (so kam es auch) und bei mir ist es das genaue Gegenteil; am liebsten wäre es mir, wenn mir ein Dachziegel auf den Kopf fiele und ich plötzlich weg wäre… ansonsten stimme ich Julia wieder zu, was kann man noch besser machen als du, Julia, das ist nicht begging for compliments, sondern meine ehrliche Meinung!

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          Herbert Turetschek 4. August 2014 at 08:31 .

          Ich würde aber sehr viel lieber übers Leben reden! Menschen, die Goethe, Schiller oder einen anderen Klassiker der deutschen Dichtkunst auswendig rezitieren können, beeindrucken mich schwer, haben viel bewirkt und bringen die Menschen weiter. Ich kenne solche Menschen und bin wirklich tief beeindruckt. Wenn ich das könnte, wäre es mir um ein Vielfaches leichter, denn ich kann immer nur Passagen aus meine eigenen Gedichten auswendig vortragen und es reicht gerade mal bei einem Gedicht aus meinem Fundus, das ich vollständig, ohne im Büchlein nachschlagen muss, wiedergeben kann. Das klingt banal – aber das ist für mich Glück!

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            Frank Spade 4. August 2014 at 08:50 .

            Ein jegliches hat seine Zeit … 😉

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    Wolfgang Ernst 24. Juni 2014 at 12:17 .

    „…wollen wir selber bestimmen können, wann und wie Schluss ist“
    nein, will ich nicht,
    auch dabei bin ich ihn Gottes gütiger Hand

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      Julia R. 24. Juni 2014 at 12:38 .

      Was heißt „wir“? Das ist Deine Entscheidung, die respektabel ist. Aber schön wäre es wenn es jeder selbst entscheiden dürfte, ohne von den „religiösen“ dafür verurteilt zu werden! Und ob Gott gütig ist, sollte sich jeder noch mal fragen, wenn er es vor Schmerz und Leid nicht mehr aushält? Was ist das für ein „gütiger“ Gott, der uns dann die Erlösung verbietet?

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        Wolfgang Ernst 24. Juni 2014 at 17:09 .

        das „wir…“ ist ein Zitat aus dem Text, der Ursache dieses Gespäches ist.

        Wer bin ich, dass ich einen Menschen verurteile.

        Die Freiheit des Einzelnen ist durch Gott gewollt, wie ja die vielen Stellen der Bibel zeigen, in denen Menschen nicht Gottes Willen tun.

        Schmerz und Leid kann ich auch nicht wirklich erklären.

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          Herbert Turetschek 24. Juni 2014 at 19:21 .

          Julia, du hast Recht – lass dich nicht beirren!

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      Frank Spade 4. August 2014 at 09:06 .

      Lieber Wolfgang,

      niemand will dir das aufzwingen. Aber zwinge mich bitte nicht gegen meinen Willen leben/leiden zu müssen!

      Leider ist es aber heute so, dass viele Menschen gezwungen werden in einem unerträglichen Zustand zu leben, die dies nicht mehr wollen. Wem nützt das? Palliativmediziner geben regelmäßig zu, dass sie nur 90–95 Prozent der Menschen mit ihren Schmerzen angemessen helfen können. Es geht hier überwiegend um die 5–10 Prozent, denen sie nicht helfen können.

      Wenn ich nachhaltig und wohlüberlegt zu dem Schluss gekommen bin mein Leid nicht mehr länger ertragen zu wollen, dann will ich bitte schön gehen können und dürfen. Das gehört zu dem Recht auf freie Entfaltung meiner Persönlichkeit und dem Schutz meiner Menschenwürde. Beides zu definieren ist mein ureigenstes Recht; Fremdbestimmung hierüber eine Anmaßung und ein Übergriff.

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    Julia R. 23. Juni 2014 at 21:10 .

    Da ich ja auf eine Weise auch selbst betroffen bin, maße ich mir an, eine Meinung dazu zu haben. Und dennoch möchte ich vorsichtig und mit Vorbehalt darüber sprechen, denn ich bin sicher, alle die so „wissend“ sind, werden staunen wie anders doch alles ist, wenn man unmittelbar selbst betroffen ist. Das gilt übrigens, wie Herbert schon gesagt hat, für viele heiklen Bereiche, in denen die Kirche oder welche Glaubensgemeinschaft auch immer so strikte Regeln und Dogmen parat hat. Derzeit ist für mich ganz klar, wenn mein Zustand nicht mehr zu ertragen ist, werde ich ihn beenden. Und zwar ohne ein Schuldgefühl und ohne einem schlechten Gewissen irgendeinem Gott oder gar einer Religion gegenüber. Habe ich diese Möglichkeit nicht mehr, bin ich auf Barmherzigkeit angewiesen. Leider habe ich die gerade bei religiösen Menschen oft vermisst. Wenn es so etwas wie Gott gibt, ist es meiner Meinung nach ein völlig anderer, als der, den uns die christlichen oder islamischen oder welche Religionen auch immer gern vorstellen. Er ist sicher kein Gott der mit Macht und Angst arbeitet, so wie es die Kirchen im Kern leider oft tun. Und auch ein Teil der Gesellschaft, Zitat Herbert: „gib einem Revolutionär Macht und er wird zum schlimmsten Diktator“ Er ist ganz sicher nicht der Meinung, dass ich getauft sein muss um in den Himmel zu kommen, oder einen Terroranschlag verüben, weil andere Fußball in Gemeinschaft anschauen (Nigeria letzte Woche). Ach ja, jetzt höre ich Stimmen aus dem Islam dagegen halten: „das ist nicht unser Islam…“ Ja was denn??? Wo seid ihr, die ihr nicht auf die Straße geht und endlich heraus schreit, was für ein Wahnsinn im Namen Eurer Religion verübt wird!!! Mir scheint das alles nur Mittel zum Zweck um den Menschen gefügig zu machen und mit Schuldgefühlen auszustatten.
    Mein ganz persönliches Leben ist von viel Leid und Schmerz geprägt, und trotzdem sage ich jeden Tag JA zu Leben – weil ich es unendlich schätze und liebe und mich eine große Dankbarkeit erfüllt! Meiner Meinung bin ich einzig meinem Umfeld und meiner persönlichen Moral verpflichtet. SELBSTBESTIMMUNG ist für mich eines der wertvollsten Möglichkeiten die wir haben. Bitte machen wir uns doch bewusst, in welch privilegiertem Umfeld wir leben. Wir haben die Chance wirklich frei zu sein. Wir können uns so eine Diskussion wie hier leisten! Wir sind nicht im Irak, in Syrien oder verhungern in Ruanda. Also warum pflegen wir diese Toleranz und Selbstbestimmung nicht und hüten sie wie unseren Augapfel? Warum lassen wir uns von einer Kirche oder was für einer Institution auch immer vorschreiben, wie wir mit unserm Tod umzugehen haben? Wenn ich eine Familie und Kinder hätte, würde ich sicher anders entscheiden. Das ist ja gerade die Selbstbestimmung! Selbstbestimmung im Sinne von wirklich verantwortlich handeln, ohne dem Hintergrund, einem Gott oder Allah gefallen zu müssen. Für mich wäre dieser Akt der „Erlösung“ sogar ein Credo FÜR das Leben. Eine Wertschätzung. Da es für mich nur das hier und jetzt gibt (ums Jenseits muss ich mich im Diesseits nicht kümmern, es bleibt für mich offen), ist es für das Jenseits völlig irrelevant wann, wo oder wie ich sterbe. Für mich gilt es dem Leben zu dienen. Wie wichtig nehmen wir uns, dass wir glauben, uns auch nur ansatzweise Gott vorstellen zu können? Meine Divise ist, sei so gut Du kannst, liebe so bedingungslos wie es für Dich möglich ist, gehe mit dem wunderbaren Leben so sorgsam und achtsam um wie möglich, und vor allem, benutze Deinen VERSTAND! Einzig den Lebenden kann ich etwas hinterlassen, kann Sähen. Aber ich als Individuum muss nicht ernten, schon gar nicht im Jenseits, ich bin dann nicht mehr wichtig.
    Es ist wunderbar, wenn Menschen verschiedenen Glaubens sich austauschen und voneinander profitieren. Aber das geht nur, wenn wir offen bleiben und uns vom Wahrheitsanspruch lösen. Das ist gar nicht so einfach, wie man ja auch hier erleben kann. Das hat in meinen Augen etwas mit Demut zu tun. Und dabei möchte ich Demut nicht mit Devot sein verwechselt haben. Demut im Sinne von : Ich habe eine Überzeugung, mit der gleiche ich aber nicht gleich alle anderen ab und be(ver)urteile sie. Mir fallen Formulierungen in Reaktionen auf meine Situation (die sicher ganz lieb und gut gemeint sind) auf, wie: “ Na, Du bist ja schon fast am Ziel“ oder “ denk Dir nichts, Gott verzeiht Dir und liebt Dich auch ohne, dass Du an ihn glaubst“ oder „Wenn Du dem Tod schon so nahe warst, müsstest Du „es“ doch gesehen haben….“ oder ich bekomme „Mitleid“ weil ich ja ungläubig bin. Wie gesagt, gut gemeint, zeigt aber in welch abgehobene Position sich der Andere – wenn auch unbewusst – stellen. Mit welcher Selbstverständlichkeit er, in dem Fall mich, erniedrigt, in dem er mir subtil vermittelt, er habe ja die Wahrheit und ich bin leider noch im Sumpf der Erkenntnislosigkeit. Das ist es, was mich oft stört wenn ich mich mit religiösen Menschen austausche. Die Eitelkeiten und der Narzissmus versteckt sich schnell hinter dem Mantel des gläubigen „Gut-Menschen“….. CAVE! 🙂 Also kurzum, ich möchte hier an die Barmherzigkeit und Wertfreiheit appellieren!

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    Julia R. 20. Juni 2014 at 12:23 .

    Ich kann nur jedem der eine Meinung dazu vertritt raten, sich intensiv mit diesem Thema zu befassen. Es ist zu leicht sich gegen Sterbehilfe und Suizid auszusprechen, weil irgend ein Glaube oder eine Religion dies verbietet. Das kann ja gern jeder für sich so entscheiden. Aber es darf nicht die Grundlage eines generellen „Ver“ Urteilens sein. Jeder der sich anmaßt, die Lebensunerträglichkeit eines andern zu beurteilen, sollte mal selbst in der Situation gewesen sein, unerträgliches Leid ertragen zu müssen. Unerträglich im wahrsten Sinne. Die Medizin sagt uns zwar immer, Schmerzen sind behandelbar, aber die Realität sieht auch anders aus. Was für den Einzelnen unerträglich und nicht mehr Lebenswert ist, das muss – kann – darf nur jeder für sich entscheiden. Aber er DARF es. Das gilt übrigens auch für die Organspende. Nur wer sich intensiv damit befasst, was genau bei einer Organentnahme passiert, wie es abläuft, kann sich eine Meinung bilden. Zugegeben, für nicht medizinisches Personal ist das bis ins Detail schwierig. Wäre aber ganz wichtig! Ich kann mich nur Herbert anschließen und an die Menschlichkeit und Empathie appellieren! Menschlichkeit und Empathie sollte unser Antrieb sein, und die braucht keinen Glauben, keine Religion, keine Institution!

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      Herbert Turetschek 20. Juni 2014 at 14:50 .

      Hallo Julia,

      genau das (was du schreibst) habe ich gemeint: Empfängnisverhütung, Beziehung ohne Trauschein, Sterbehilfe – die Kirche hinkt doch weit hinterher. Ich hatte schon Angst, ich könnte missverstanden werden, aber du hast es klargestellt!

      Liebe Grüße
      Herbert

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        Erwin Scherer 20. Juni 2014 at 20:55 .

        Auch hier kritisch angemerkt:

        Die Christen, oder wie sich diese Leute nennen, verbiegen und „modernisieren“ eine Offenbarung dieses Messias der Juden, damit sie zeitgemesser wird. Das heißt nichts anderes, diese Religion und ihr Gott soll sich einer (verkorksten) Gesellschaft anpassen und das Verkorkste der Gesellschaft nachträglich legalisieren!! Merkt ihr denn nicht, was für ein Unfug diese „Gesellschaftsanpassung“ per Definition bedeutet?

        Wenn dieser Jesus seine Frühstücksvermehrung mit drei Brot und drei Forellen gemacht habt, könnt ihr doch nicht aus Tierschutzgründen aus den Forellen Heringe machen, bloß weil Forellen Bedrohter-Fisch-des-Jahres ist!!

        Das Christentum ist wie ein Parteiprogramm: Es wirdauf die Masse der Anhänger zugeschneidert, mehr nicht. Wem die Lehre mißfällt, der soll konsequent sein und gehen. Nur so bekommt die Wahrheit Gehalt und das Christentum versinkt im Nichts, wo es halt hingehört.

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          Herbert Turetschek 21. Juni 2014 at 08:58 .

          Ich war konsequent und bin aus der katholischen Kirche ausgetreten und in die evangelische Kirche eingetreten und ich bin der Meinung, es muss die Vielfalt geben: Christen, Nichtchristen, Buddhisten usw. usf.!

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    Herbert Turetschek 20. Juni 2014 at 10:27 .

    Wir sollten doch an die Lebenden denken und diejenigen die leben wollen. Wenn ich es mir da so anschaue: Hilfe von der katholischen Kirche – Fehlanzeige, Hilfe von Behörden – nur das allernotwendigste und das reicht nicht zum Leben und auch nicht für den Tod bzw. fürs Sterben. Es helfen Menschen, aber nicht Institutionen oder Behörden. Was wir brauchen: Weg von der Ellbogengesellschaft und hin zu einem menschlichen Miteinander.

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      Erwin Scherer 20. Juni 2014 at 20:48 .

      Thema verfehlt!

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        Herbert Turetschek 21. Juni 2014 at 10:09 .

        Unheilbar Kranken müssen wir alle menschenmögliche Hilfe und Unterstützung zukommen lassen (zur Not auch das abschalten der Geräte). Das ist für mich völlig selbstverständlich, so dass ich es in meinem Beitrag nicht extra erwähnte, das war wohl missverständlich.

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          Erwin Scherer 21. Juni 2014 at 18:17 .

          Hallo Herr Turetschek,
          eigentlich geht das immer noch am Themas vorbei, weil, ein Atheist hat keinen Grund, sich nicht selbst das Leben zu beenden, da gerade dies eine spezielle Übung, es nicht zu tun, rein religiös begründet ist.

          Aus finanzieller Sicht tut er der Gemeinschaft ein monetären guten Dienst, er selbst kann niemand um Hilfe bitten ausserhalb des Menschenbereiches, der ihm den Kampfgeist erhält. Die Leute tun mir leid und ihr Tod ist eine Vergewaltigung ihrer Seele.
          Man muß kein Bein verlieren im Leben, das Leben selbst schon. Darum bestraft man jemand für ein Wunsch, der ja doch irgendwann erfüllt wird durch die Natur. Voll Sch…das Ganze und pure Machtgeilheit der Gesellschaft dem einzelnen gegenüber.

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            Herbert Turetschek 22. Juni 2014 at 07:07 .

            @Erwin Scherer, ich erlebe das momentan so: Menschen schenken mir Hilfe und ich bin auch dankbar für eine Unterstützung, wenn es bei mir gar nicht mehr geht (es gibt außer Krebs ja auch andere unheilbare Krankheiten, die genauso irgendwann dazu führen, dass die Kräfte rapide schwinden). Gott sei Dank gibt es diese Menschen, denn gäbe es sie nicht, dann käme ein humanes Sterben nicht in Frage. Viel zu lange habe ich geglaubt, dass die moderne Gesellschaft besser sei, aber sie ist es nicht (gib einem Revolutionär Macht und er wird zum schlimmsten Diktator). Lieber sind mir da die vertrauten Wege, denn oft werde ich von den sog. Linken oder sog. Rechten seitenweise mit Pamphleten überzogen, ohne dass es irgendwie zu Lösungen führt.

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            Erwin Scherer 22. Juni 2014 at 16:51 .

            …es geht um die theoretische Abarbeitung des problemes:Selbstbestimmtes Leben und Sterben.

            Ich kann von einem Atheisten nicht verlangen, meine oder anderer Personen werte anzunehmen, die religiös begründet sind und die einzuhalten, ich dann bete wie ein Wasserfall!!! Diese Leute können diese letzte „Plazebo“-Übung nicht machen. Für eine Gesellschaft, die jemand „den Tod vorschreibt, wie der auszusehen hat“, habe ich schlicht und ergreifend eine Faust-mit-ausgestrecktem-Mittelfinger über. Ich bin hier nicht Leidtragender, aber, es geht hier um eine fruchtbare Diskussion und kein Ableiern doofer Klischee-Sprüche.

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            Herbert Turetschek 23. Juni 2014 at 20:08 .

            Auf konstruktive Beiträge antworte ich gerne…

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    Erwin Scherer 20. Juni 2014 at 10:03 .

    ..kurz und schmerzlos…schon das paßt gut zum Thema:

    Die Logik des Suizid-Verneinens liegt in meiner Religion begründet, das ein Schüler, der seine Hausaufgaben nicht alle vollständig gemacht hat, halt neue für den nächsten Tag dazu bekommt und die alten nicht-gemachten auch noch machen muß.

    Wenn ich jetzt sage, meine Religion ist die Religion der Ahnen, mit den drei Schicksalsgöttinen, auch Nornen genannt und das Wiedergeburt für mich logisch ist, kann man aus den paar Sätzen hier eine tausendseitige Doktorarbeit schreiben.

    Wenn ein Mensch aber sich durch Schmerzen und Alter nicht mehr weiter entwickeln kann in der Seele und nur noch „Rückschritte“ macht im Umgang mit seinen im Umfeld lebenden Menschen…soll das Universum doch ne Schnute ziehen, ich würde „Tschüß“ sagen. Keine Frau Haller, auch „Alberich“ witzelnd genannt von Prof. Dr. Börne, kann ohne Leiter die letzte Glühbirne des Lebens in 3 Meter Höhe herausschrauben. Warum daran verzweifeln, besser gings halt nicht und ab nach Hause.

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