Die Woran Glauben-Doku zum Nachschauen

Nach über einem Jahr Diskussion ist sie fertig – unsere Woran Glauben Dokumentation. Eure Kommentare, Gedanken, Feedbacks sind hier jederzeit willkommen. Wir sind gespannt! Hier könnt ihr die Doku ansehen:

Doku in der Mediathek

12 Kommentare

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    Herbert Turetschek 5. November 2014 at 21:05 .

    Jetzt reden wir doch mal Klartext: Ich kann als Sextourist nach Thailand fliegen und ich kann als Mensch nach Thailand fliegen, der andere Menschen respektiert (Menschenfreund) – als Ersterer stehe ich auf der falschen Seite und werde mich auch nicht wohlfühlen und auch nicht als Menschenfreund wahrgenommen und als Zweiter erwartet mich Zuneigung. Es ging doch immer wieder um diese Frage, dass es (Gott sei Dank) inzwischen Menschen gibt, die (nicht mehr) auf der falschen Seite stehen möchten. Was hat das alles mit Glauben zu tun – entscheiden Sie selbst.

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      Warmduscher 5. November 2014 at 23:19 .

      Klartext? Alles klar bei Ihnen?

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        Herbert Turetschek 6. November 2014 at 08:35 .

        @Warmduscher: Wenn man, wie auf facebook neulich geschehen, für die Äußerung, manche Spiele im Internet wären sexistisch, Morddrohungen bekommt, dann stimmt doch etwas nicht. Das ist auch das Schöne an der Vergewaltigung, die ich in meiner Kindheit erleben musste (und das meine ich im Ernst): Man hat vor nichts und niemandem mehr Angst. Nein, mir geht es gut und es stehen tatsächlich immer mehr Menschen auf der richtigen Seite und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

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          Warmduscher 6. November 2014 at 11:41 .

          Lieber Herr Turetschek,
          ich verstehe Ihre Ausführungen nicht ganz.
          Sie beklagen Sextourismus, Vergewaltigung von Kindern und anonyme Morddrohungen im Netz gegen Menschen mit anderer Meinung als der eigenen.
          Soweit kann ich Ihnen folgen. Diese Dinge sind schlimm, moralisch verwerflich und zeigen eindrucksvoll das es einige Menschen unter uns gibt, die Ihre Triebe und Hassgefühle nicht unter Kontrolle haben.
          Nur was hat das alles mit dem (religiösen) Glauben zu tun?
          Und was meinen sie konkret mit „richtiger Seite“?

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            Herbert Turetschek 6. November 2014 at 12:22 .

            @Warmduscher: Für mich hat alles eine Berechtigung: Schwule, Lesben, Huren usw. – darin unterscheide ich mich von der katholischen Kirche. Auch glaube ich nicht an den Teufel. Aber die Bibel ist für mich wahr, sprich: Nächstenliebe, dass Eitelkeit und Hochmut schlimme Dinge sind…
            Vor 25 Jahren regte ich mich über Sexismus auf und ich wurde nicht verstanden. Damals wurde ich „nur“ nicht verstanden; heute werde ich beschimpft, ausgelacht, gedemütigt, gemobbt usw. – wohin soll das führen? Geht das wirklich so weit, dass man mir irgendwann ein blaues Auge schlägt? Die Meinung zu äußern ist heute gefährlich geworden, andererseits werde ich immer sagen, was ich mir denke. Ich bin in einer Generation groß geworden, als es hieß: Macht kaputt was euch kaputt macht und wenn mich dieser Extremismus kaputt macht, dann werde ich halt versuchen, den Extremismus zu bekämpfen.
            Aber damit ist ihre Frage noch nicht beatwortet: Ich glaube nicht an die Kirche, aber ich glaube an Gott. Ich will meinen Glauben auch niemandem aufdrängen, aber „nach seinem Gewissen zu leben“, wie Solschenizyn sagt, das kann ich nur jedem empfehlen.

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          Warmduscher 6. November 2014 at 14:16 .

          Lieber Herr Turetschek,
          das ist meine Antwort auf ihren letzten Beitrag, da das Blogsystem keine weitere Antwort erlaubt. Es wird wahrscheinlich zu unübersichtlich.

          Wir werden, was unsere ethischen Überzeugungen angeht, wahrscheinlich große Schnittmengen haben.
          Allerdings brauche ich dafür nicht die Bibel und einen Gott- oder Götterglauben. Im Gegenteil! Gerade weil so viele religiöse Schriften so widersprüchlich, gewalttätig und in alle Richtungen interpretierbar sind, gibt es doch jede Menge religiös motivierte Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Wissenschaftsfeindlichkeit, Diskriminierung, kriegerische Konflikte, Obrigkeitshörigkeit, Entmenschlichung, Versklavung, Morde, Kindesmissbrauch (Beschneidung, Hexenverfolgung, Schwarze Pädagogik), Unterwerfung und Verfolgung Andersgläubiger und Andersdenkender, usw. Das sehen und hören wir Tag für Tag in den Medien.
          Was sollte man auch erwarten, wenn die von Menschen gemachten „heiligen“ Schriften aus einem anderen Kulturkreis und aus einer anderen Zeit als ethische Grundlage, dogmatische Wahrheit und als Rechtfertigung benutzt werden? Da nutzt auch keine noch so wohlwollende Exegese.

          Mit unserem Grundgesetz und den Menschenrechten, die teilweise gegen den Widerstand der Kirchen erkämpft werden mussten, und die vorwiegend aus einem säkularen, philsophischen und humanistischen Diskurs (Aufklärung) stammen, sind wir mittlerweile bei einer normativen und allgemeingültigen Ethik angelangt, die ihresgleichen in der Weltgeschichte sucht.
          Die einzigen, die diese Allgemeingültikeit einschränken wollen, ist wie üblich die religiöse Fraktion.

          Und leider, das hat uns unsere auch Geschichte gelehrt, sind nicht die moderaten, friedliebenden und gemäßigten Mehrheiten, die die Geschichte schreiben und unser Schiksal bestimmen, sondern die Ideologen, Fanatiker und Fundamentalisten.

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    Elvenpath 4. November 2014 at 11:10 .

    Ich muss mich dem Kommentar von „Warmduscher“ anschließen.

    Glaube ist nicht gleich Glaube. Atheisten lehnen nur den Glauben an Übernatürliches ab.
    Wenn jemand an sich selbst, an seinen Fußballverein, seinen Smartphonehersteller, unsere Regierung oder an eine Ideologie glauben will, ist das absolut in Ordnung.

    Entscheidend ist: Ist der Glaube realistisch? Und die Existenz von Göttern, die über den Naturgesetzen stehen, ist nun mal nicht realistisch.

    Ja, auch Atheisten glauben an etwas. Aber nicht an übernatürlichen Humbug. Sondern an Dinge, die es wirklich gibt. Und DAS ist der entscheidende Unterschied.

    Religiöse Argumentationen bedienen sich oft und gerne sprachlicher Tricks.
    Die verschiedenen Bedeutungen des Wortes „Glauben“ zu vermischen, ist einer davon.

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    Verena 2. November 2014 at 20:43 .

    Ich fand diese Doku wunderbar! Selbstfindungstrip? Sinnsuche? Ging mir gar nicht so. Eher eine ziemlich mutige Auseinandersetzung mit einem Thema, das viel zu wenig angesprochen wird aus meiner Sicht. Eine Abrechnung mit Glaubenssystemen und allen voran dem Christentum – das gibt es doch wirklich schon genug. Eine ehrliches Fragen wie verschieden die Menschen heute glauben, das findet man selten. Danke dafür.

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      Warmduscher 2. November 2014 at 23:26 .

      @Verena
      Also was an so einer Dokumentation mutig sein soll erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht. Solche Geschichten laufen doch ständig im ÖR. Da gibt es z.B. tag7 und ähnliche Formate.
      Und ein ehrliches Fragen was verschiedene Menschen heute tatsächlich noch so alles glauben gab es schon 2008 im Kino. Googlen sie doch mal nach „Bill Maher – Religulous Full Documentary Youtube“ (Vorsicht, da könnten „religiöse“ Gefühle verletzt werden).
      Eine Abrechnung mit Glaubenssystemen und allen voran dem Christentum kann es nicht genug geben. Solange auf der Welt noch Theokratien über Menschen herrschen und Staat und Religion nicht vollständig getrennt sind und Religionen noch diverse Sonderwürste serviert bekommen wird zurecht kritisiert und aufgeklärt.
      Für Fantasyfans haben wir in Deutschland das Vereinsrecht.

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        verena 3. November 2014 at 09:32 .

        Hey du entlarvst Dich gerade selber. Religulous fand ich genau die Art von tendenziöser Doku, die es schon viel zu viel gibt. Es war eben keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern billiges Vorführen von Menschen. Das hat mit dem Verletzen von religiösen Gefühlen nichts zu tun (ich zum Beispiel bin weder religiös, noch glaube ich an Gott oder sonst irgendwas). Ich finde es gut, wenn Religionen kritisiert werden – solange es differenziert und reflektiert geschieht. Und ich finde es auch gut, wenn mal den Schritt weiter gehen kann und sagt: hey wir leben in einer aufgeklärten Welt, wir haben die Religionen quasi schon hinter uns gelassen – was kommt denn dann? In diesem Sinne ist das ewige Abrechnen mit Religionssystemen eigentlich ein noch im religiösen Denken verhafteter Rachezug. Den braucht es doch heute gar nicht mehr..

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    Warmduscher 2. November 2014 at 18:27 .

    Ich habe diese Doku angeschaut und kam mir etwas vor wie in einer Selbsthilfe-Therapiesitzung für Sinnsuchende.
    Dieser gefühlige und halbesoterische Selbstfindungstrip hat mich ehrlich gesagt gelangweilt und zu der Fragestellung „Woran glauben?“ wenig erhellendes beigetragen.
    Vielleicht habe ich auch die Intention der Doku total missverstanden und es sollte tatsächlich nur um die Gefühlswelt und Psychologie
    bezgl. Glaubensinhalten einiger Personen gehen. Aber für solche Trivialitäten und Anekdoten braucht es meiner Meinung nach keine Doku und keinen Blog.
    Religiöse Glaubensbekenntisse, Erweckungs- und Wundergeschichten gibt es tausendfach im Netz.
    Aber vielleicht war eine rationale Auseinandersetztung oder Kontroverse über irrationale Glaubenssysteme auch gar nicht gewünscht,
    sondern es sollte nur um die Bestätigung der Prämisse des Blogs gehen.
    So nach dem Motto: Jeder, auch ein Atheist muß an etwas glauben.

    Leider differenziert die deutsche Sprache nicht genau zwischen dem Begriff „Glaube“ als Wahrscheinlichkeitsvermutung und dem „religiösem bzw. esoterischen Glauben“ als absoluten Wahrheitsanspruch eines Glaubensinhalts ohne empirische Belege.

    Diese sematische Unschärfe wird dann immer sehr gerne von religiösen Menschen missbraucht, um einen atheistischen Diskussionspartner auf die gleiche Stufe herabzusetzen, wie auch leider vorhersehbar in der Doku geschehen.
    Dann kommen solche Stilblüten wie „Atheismus ist auch nur eine Religion“ oder „Du bist Atheist, also glaubst du an nichts“
    oder auch „Du bist zwar Atheist, aber auch du glaubst an etwas.“
    Trotz des schwachen und voreingenommenen Inhalts gefiel mir die technische Umsetzung sehr gut.
    (Perspektivwechsel mit der rotierenden Kamera, das Nachzeichnen als Comicstrip)

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    Pavol 1. November 2014 at 22:10 .

    Vielen Dank für die meiner Ansicht nach gut gelungene Doku zum Thema „Woran glauben wir heute?“ Sie hat mich dazu animiert, sich mit dem Blog auseinanderzusetzen.

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