Isarmatrose – der neue Sascha Lobo?

Wer oder was ist ein Isarmatrose? Der Begriff fiel ganz einfach mal in einer Folge des A-Teams, als der gewisse Hannibal versucht, als Schauspieler durchzustarten und sich für die Rolle des Isarmatrosen bewirbt. Tja, so einfach kommt man zu Pseudonymen und zu einem Namen für seinen Blog. In Wirklichkeit heißt der Mann dahinter Tobias Schwarz, ist 28 Jahre alt und wird beim Zündfunk Netzkongress zu Gast sein, zum Thema „Keep calm and blog on“.

Anfang 2013  – ein Schock erfasst die deutsche Netzwelt. Der BR will die legendäre Spacenight abschaffen. Aber mit einem haben sie nicht gerechnet: Mit dem Blogger Tobias Schwarz, alias Isarmatrose:

„Das haben mehrere Leute geschrieben. Aber ich bin zufällig wirklich in Kontakt mit der Presseabteilung des BR gekommen, die mir dann eine Mail geschrieben hat. Und darüber hab ich gebloggt. Und nach ein paar Wochen hieß es aber auch: Wir versuchen das wirklich mit Creative Commons. Und es ist wirklich das netzpolitische Erfolgserlebnis in diesem Jahr.“ Tobias Schwarz, Isarmatrose

Tobias Schwarz möchte der neue Sascha Lobo werden, ein wichtiger Meinungsmacher wenn es um Netz und Medien geht. Eine auffällige Frisur hat er zwar noch nicht, er ist mehr der Typ mit dem schwarzen Vollbart. Aber vor Konfrontation schreckt auch er nicht zurück.

„Sich was von der Seele zu schreiben. Das gefällt mir dran so gut am Bloggen. Dass es so niedrigschwellig möglich ist, seine Meinung zu veröffentlichen und Teil einer Debatte zu werden. Man gibt seinen eigenen Senf quasi dazu. Also ich rege mich dann einmal auf, wenn mir etwas nicht passt, und danach fühle ich mich auch besser.“ Tobias Schwarz, Isarmatrose

„Haters gonna hate“

Manchmal trifft das auch die eigenen Leute, denn er ist selbst Mitglied der Grünen und deren Sprecher für Netzpolitik in Berlin. Er macht sich also nicht nur Freunde. Und wenn er sich in seinem Blog oder in Kommentaren „aufregt“, dann lassen die Reaktionen auf Twitter oder in anderen Blogs nicht lange auf sich warten.

„Ich kenne Tobias Schwarz nicht persönlich, stelle ihn mir aber aus mehreren gegebenen Anlässen als äußerst unangenehmen Zeitgenossen vor, der mir mal im Mondschein begegnen kann.“

Tobias Schwarz bloggt zurück:

„Haters gonna hate, das ist Mensch in diesem Internet gewöhnt.“

Mit Sätzen wie „Haters gonna hate“ verdient er trotzdem nicht sein Geld. Sein Blog Isarmatrose.com läuft ohne Werbung und Sponsoring. Aber er hat sich einen Namen gemacht und konnte so im August 2012 zum ersten Mal einen seiner Artikel in einem anderen Online-Portal veröffentlichen. Und dann war er einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

„Ich bin an dem Tag dann in die Redaktion noch gegangen und man wollte sich kennen lernen. Und es fehlte jemand, der abends auf eine Veranstaltung gehen kann und darüber schreiben könnte. Und da bin ich hingegangen, hab dafür geschrieben für politik-digital.de, hab das nachts noch per Mail geschickt, das wurde am nächsten Morgen veröffentlicht und eine Stunde später hatte ich nen Anruf von einem anderen Online-Magazin, carta.info, die gefragt haben, ob sie das Cross-Posten können. Und auf einmal lief ich quasi über Nacht auf zwei Online-Plattformen, die mir dann angeboten hatten, auch weiterhin für sie zu schreiben.“ Tobias Schwarz, Isarmatrose

Schachspielen? Nur online.

Inzwischen ist er Projektleiter von Netzpiloten.de und verdient endlich genug, um nebenbei nichts anderes mehr arbeiten zu müssen. Naja, was heißt arbeiten. Ist der Blog jetzt Arbeit oder Freizeit?

„Es ist viel Zeit. Jetzt muss man sagen dass ich da eine sehr privilegierte Stellung habe, ich habe keine Kinder, ich habe eine Freundin, die auch sehr viel arbeitet… Die Trennlinie ist sehr dünn. ich würd sagen ich lese in meiner Freizeit Artikel, die mich gleichzeitig auch zu Blogeinträgen inspirieren. Absolutes Nicht-Bloggen ist glaub ich wenn ich, ja, definitiv, wenn ich Schach spiele. Aber selbst das mach ich online. Also zwischen Digital und Analog kann ich da schlecht unterscheiden.“ Tobias Schwarz, Isarmatrose

Na, zum Glück kann man noch nicht online schlafen. Irgendwann zwischert dann doch der letzte Tweet des Tages daher.

 

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