#failoftheweek: Shut up and take my money!

Bewerbung um einen Shitstorm: Der Disney-Verleih hat sich kurzerhand neue Preise ausgedacht: Vor allem Kleinstadtkinos könne sich den neuen Blockbuster „Avengers: Age of Ultron“ nun nicht mehr leisten. Christian Schiffer wünscht sich einen Superhelden, der Disney ins Digitalzeitalter beamt.

Mauritius-images

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Heute startet „Avengers: Age of Ultron“ in den deutschen Kinos. Vor quietschbunter Kulisse poliert ein Superheldenkonglomerat Bösewichten die Fresse, rettet nebenbei die Welt und macht ziemlich viel kaputt – ein Rezept, das wunderbar funktioniert: Der Vorgänger spielte 1,5 Milliarden Dollar ein, war der erfolgreichste Marvel-Film aller Zeiten – und der erfolgreichste Disney Film aller Zeiten, das war er auch. Allerdings wird man den Blockbuster nicht überall sehen können. Fast 700 Kinos wollen den Film boykottieren, vor allem kleinere Filmtheater. Weil: Disney will bei Kleinstadtkinos nun 53 Prozent der Einnahmen abgreifen, statt wie bisher nur 47 Prozent.

Disney hat offenbar zielgerichtet einen ausgewachsenen Shitstorm geplant. Mit Erfolg. Der bekannte Blogger Schlecky Silberstein schreibt:

„Unsere Suche nach einem guten Direktdownload eines China-Bootlegs werden wir zelebrieren. Wir quetschen uns in unsere alten Kommunionanzüge, setzen die Guy Fawkes-Maske auf und klemmen den Laptop an den Beamer. Dann werden wir die alten Schneider-Boxen so positionieren, dass die 5.1 Dolby-Illusion perfekt ist. Und dann gucken wir den Film schwarz.“

Komm mit mir ins Digitalzeitalter

Was soll man auch machen? Viele werden den Film nicht im Kino schauen, sondern die Tauschbörse ihres Vertrauens anwerfen oder minutenlang Pornobanner wegklicken und sich zum Stream vorarbeiten. Oder sie benutzen einfach den Dienst „Popcorntime“, da gibt es alles – in HD und ohne Werbung.

Manchmal beschleicht einen das Gefühl: Die Content-Industrie setzt alles in Bewegung, um ihre Kunden davon abzuhalten, für ihre Produkte zu bezahlen. Diese Woche beispielweise haben Kunden von Itunes und Amazon Kunden den Hinweis bekommen: Die nächste Folge von „Game of Thrones“ gibt es erst ein paar Wochen später, wegen irgendeinem Lizenzbullshit. Und dann die Ländersperren! Wer beispielweise außerhalb der USA auf das Angebot von HBO zugreifen möchte, der muss erst einmal herumfrickeln und benötigt ein sogenanntes VPN-Tool. Doch auch damit ist jetzt Schluss, HBO hat gerade erklärt: Wer die Ländersperren umgeht, verstößt gegen die Nutzungsbedingungen. Wohlgemerkt: Auch diese Kunden überweisen jeden Monat 15 Dollar an HBO.

Da hilft nur noch: Hulk schüttelt die Content-Industrie mal so richtig durch, Captain America zieht ihr mit dem Schild eins drüber und Thor bearbeitet die Firmen noch ein wenig mit seinem Götterhammer. Vielleicht kommen sie dann endlich mal an – im Digitalzeitalter.

 

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  1. Verwendet bitte kein Popcorn Time. Das ist ein P2P Programm, benutzt Torrents und eure IP ist leicht von Abmahnanwälten zu sehen.

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