DER COUNTDOWN BIS FREITAG – PLÄTZE 60 bis 1
60 XIU XIU – ALWAYS
59 FIONA APPLE – THE IDLER WHEEL IS WISER THAN…
58 KREIDLER – DEN
57 MUMFORD & SONS – BABEL
56 MARTHA WAINWRIGHT – COME HOME TO MAMA
55 MORITZ VON OSWALD TRIO – FETCH
54 LAS MALAS AMISTADES – MALEZA
53 KINDNESS – WORLD, YOU NEED A CHANGE OF MIND
52 BILL FAY – LIFE IS PEOPLE
51 ACTRESS – RIP
50 TU FAWNING – A MONUMENT
49 DIE TÜREN – ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
48 SCOTT WALKER – BISH BOSCH
47 REGINA SPEKTOR – WHAT WE SAW FROM THE CHEAP SEATS
46 KRAFTKLUB – MIT K
45 HOW TO DRESS WELL – TOTAL LOSS
44 MOODYMANN – PICTURE THIS
43 LAUREL HALO – QUARANTINE
42 MATTHEW E. WHITE – BIG INNER
41 BOB DYLAN – TEMPEST
40 SHACKLETON – MUSIC FOR THE QUIET HOUR
39 GRIMES – VISIONS
38 BOBBY WOMACK – THE BRAVEST MAN IN THE UNIVERSE
37 ANTONY & THE JOHNSONS – CUT THE WORLD
36 METZ – METZ
35 MARK EITZEL – DON’T BE A STRANGER
34 THE SEA & CAKE – RUNNER
33 LIGHTSHIPS – ELECTRIC CABLES
32 POLICA – GIVE YOU THE GHOST
31 JESSE BOYKINS III & MeLo X – ZULU GURU
30 CLOUD NOTHINGS – ATTACK ON MEMORY
29 SIZARR – PSYCHO BOY HAPPY
28 WILLIS EARL BEAL – ACOUSMATIC SORCERY
27 SWANS – THE SEER
26 MALA – MALA IN CUBA
25 WHY? – MUMPS ETC.
24 DJANGO DJANGO – DJANGO DJANGO
23 JULIA HOLTER – EKSTASIS
22 DEXYS – ONE DAY I’M GOING TO SOAR
21 THE WEEKND – TRILOGY
20 ALABAMA SHAKES – BOYS & GIRLS
Drall, laut, einfach der beste Rock ‘n’ Roll 2012 – den spielen Alabama Shakes im Stile einer Marty-McFly-Backing-Band. Die soulige Sängerin Brittany Howard schlüpft in die Rolle der Retro-Beth-Ditto 2012 – oder wir sehen hier die neue Tina Turner. Hauptsache: It shakes.
19 COLD SPECKS – I PREDICT A GRACEFUL EXPULSION
Die Nische zwischen einer Adele und The XX ist noch ziemlich groß und Al Spx alias Cold Specks die erste, die es sich dort bequem macht.„Doom Soul“, Soul der Verdammnis, nennt die 23-jährige ihren Sound – ein Begriff über den viel geschrieben wurde, weil viele Menschen vom Fach dachten, so sanft kann kein „Doom Soul“ klingen. Doch, kann er. Verdoomt gut so.
18 THE xx – COEXIST
Ja, der 18. Platz für The XX ist schon eine kleine Enttäuschung. Sie haben nicht viel falsch gemacht mit ihrem zweiten Album, nach ihrem überragendem Debüt. Aber dem eben auch nicht viel Neues hinzufügen können. Außer der wieder hinreißenden Single „Angels“. Natürlich trotzdem ein gutes Album.
17 DAPHNI – JIAOLONG
Ober-Prof Dan Snaith gelingt vieles, und das scheinbar mühelos. Mit Caribou Vorband für Radiohead, hinterher am DJ-Pult mit Thom Yorke. Toller Remixer für u. a. Sinkane. Und jetzt mit Daphni stellenweise aufregender Afro-House.
16 MICHAEL KIWANUKA – HOME AGAIN
Noch so ein Stilist. Melancholischer Soul von einem jungen Briten, der wie keiner anderer 2012 in balladeskem Folk-Pop geschult ist. Vor allem „Tell Me A Tale“ erinnert auf angenehme Weise an den dieses Jahr leider verstorbenen Terry Callier. Welcome home again.
15 KID KOPPHAUSEN – I
Wären zwei Songpoeten auf einer Platte nicht melancholisch genug, entschläft der eine, Nils Koppruch, im Oktober friedlich der Welt und hinterlässt neben unfassbarer Traurigkeit mit “I” einen Höhepunkt seiner Diskografie. Nils, mach’s gut.
14 STABIL ELITE – DOUZE POUZE
Krautrock kommt 2012 wieder aus Düsseldorf. Stabil Elite sind junge Intellektuelle, ohne Stock im Hintern. Auch Disco, Electronica und Ambient sind ihnen bestens vertraut. Mit Titel wie “Rave Maria”, “Expo” oder “Aether” bestimmen Stabil Elite den modernen deutschen Krautrock – und das außerhalb von Museumswänden.
13 ARIEL PINK´s HAUNTED GRAFFITI – MATURE THEMES
Der kleine Giftzwerg aus Beverly Hills macht 2012 einen auf “Grown-Up” – hat aber immer noch äußerst erquickend lächerliche Momente. Ariel, tanz ruhig deinen Schnitzel-Boogie, bald wird dir der perfekte Pop-Song über den Weg laufen – und rotzegal, ob der dann “Wurst-Cha Cha Cha” oder “Brezn-Schwofer” heißt, er wird Soul haben.
12 CAT POWER – SUN
Vielleicht der Pechvogel des Jahres: Trennung, Krankheit, Pleite, Niedergeschlagenheit. Und trotzdem gelangen Chan Marshall auf „Sun“ einige ihrer besten Songs. Allein das eklektische “Duett” mit Iggy Pop ist hörenswert. Still the greatest.
11 GRIZZLY BEAR – SHIELDS
Wer Fans von Crosby, Stills, Nash and Young und Arcade Fire gleichermaßen beeindrucken kann, der hat eine Top 20-Platzierung redlich verdient. Amtliches Album, ohne Zick Zack. Facebook-Status bitte ändern! Von “Hip” zu “Essentiell”.
10 PERFUME GENIUS – PUT YOUR BACK N 2 IT
Perfume Genius ist in vielerlei Hinsicht der Missing Link zwischen Antony Hegarty und Michael Stipe – seine latente Queerness und das Gefühl für reduzierte Melodien auf “Put Your Back N 2 It” bringen straighte Zuhälter und transsexuelle Paradiesvögel gleichermaßen zu was? Natürlich, zum Weinen.
09 KENDRICK LAMAR – GOOD KID, M.A.A.D. CITY
Shooting Star und der Storyteller unter den Hip Hoppern. Führt die Riege des famosen Hip Hop Jahrgangs 2012 an. Es gibt Menschen, die vergleichen dieses Album mit dem legendären Nas-Debüt. Aber sagt mal: ist es nicht vielleicht sogar besser?
08 SPIRITUALIZED – SWEET HEART, SWEET LIGHT
Jason Pierce wird nie einen Kurzhaarschnitt tragen. Warum? Er mag es einfach lang. Seine Haare genauso wie seinen psychedelischen Gospel-Pop. “Sweet Heart, Sweet Light” gibt da endgültig Gewissheit. Die großartige Single “Hey Jane” im 2.30-Radio-Edit? Nur was für Anti-Alkoholiker und Pastoren.
07 CHROMATICS – KILL FOR LOVE
Die Band zu einem der Filme des Jahres. Was der „Drive“-Soundtrack schon angedeutet hat, das wurde mit „Kill For Love“ zur Gewissheit: Chromatics haben den manchmal etwas unterkomplexen Elektro-Pop-Genre eine Menge beizubringen. Flirrende, unterkühlte Sexyness zum Beispiel. Und was „Retromania“-Autor Simon Reynolds zum Cover von Neil Youngs „Hey Hey, My My“ zu sagen, das würde uns dann doch brennend interessieren.
06 FLYING LOTUS – UNTIL THE QUIET COMES
Um gleich damit rauszurücken: es ist nicht sein bestes Album. Auch wenn die Philosophen unter uns Journalisten es damit entschuldigen, dass Steven Ellison ja auf der Suche nach der Stille war. Aber das letzte Drittel ist natürlich Astral-Jazz vom Feinsten. Und selbst die drittbeste Flying Lotus Platte ist natürlich besser als das Allermeiste.
05 TAME IMPALA – LONERISM
Wenn zu viele Leute behaupten, Indie-Rock sei tot, dann tritt meist eine Gegenreaktion ein. Die Australier sehen die Welt vermutlich durch eine große Bong, aber ihr Bandleader Kevin Parker ist ein derart Besessener, dass er die Band zu psychedelischen Höchstleistungen treibt. Da singt dann John Lennon über Monster Magnet Riffs.
04 ALT-J – AN AWESOME WAVE
Ne Spitzen Welle, die haben “die mit dem (Hipster-)Dreieck” 2012 voll erwischt: Von der Kunstvorlesung zum Mercury Prize. Kunst ist das, zwischen Konstruktion und Gefühl, oder so – bei Alt-J ab jetzt standard. Genauso der baldige Name als Headliner.
03 SINKANE – MARS
Kam spät im Jahr, aber gewaltig. Was für ein informiertes Album! Weiß um Krautrock, sonischen und unsonischen Jazz genausso wie Afrobeat und P-Funk. Das aber nie streberhaft, sondern mit Nougat und Pop-Sahne.
02 DIRTY PROJECTORS – SWING LO MAGELLAN
Ja, die machen diesmal auf Männergesangsverein. Den sie aber die synkopischen Beats des R’n’B unterjubeln. So schlau wie schön wie mitunter ergreifend. Hat bei den Nachtmix-Kollegen genauso gepunktet wie in der Zündfunk Redaktion.
01 FRANK OCEAN – CHANNEL ORANGE
Erwachsenen-Soul. Der große Stilist des Jahres. Beerbt mindestens Stevie Wonder, vielleicht sogar Marvin Gaye. Dass aus der doch eher pubertären Odd Future Gang, deren Teilzeitmitglied er war, etwas derart Reifes hat hervorgehen kann, ist ein kleines Wunder. Dass Frank Ocean in seinen Songs auch queere Inhalte verhandelt, macht ihn noch sympathischer.